, wie die neu-erbaueten Schiffe ins wasser gelassen würden. Es fuhr demnach eine starcke Gesellschafft hinüber, und blieben 4. ganzer Tage daselbst, um erstlich die Arbeit, welche glücklich von statten ging, hernach den schiffes-Bauern ihre Lust zu betrachten, denn es machten sich sonderlich kapitän Horns Leute und die Portugiesen einen herrlichen Mut, sungen, tantzten und sprungen bei dem köstlichen Weine, den wir ihnen zu verschmansen mitgebracht. nachher wiese kapitän Horn seinen Leuten auf etliche Tage Arbeit an, und reisete mit uns nach GrossFelsenburg, um der ersten Conferenz beizuwohnen, die er seiner Abreise wegen mit den Aeltesten und andern Europäern zu halten, sich ausgebeten hatte. Wie nun diese in den nächstfolgenden Tagen angestellet war, tat er, an die auf der Albertus-Burg Versamleten, folgende Rede:
Meine Herren! ich habe nunmehr, ihren Willen zu Folge, eine geraume, und zwar längere Zeit bei ihnen zugebracht, als ich anfänglich vermeinet hätte, woran auch guten Teils mit Schuld, dass mein mitgebrachtes Schiff allhier im Hafen gestrandet ist. Hoffentlich werde von ihnen das zeugnis erhalten, dass so wohl ich vor meine person, als auch die unter meinemx Commando stehende Leute, uns nicht allzu übel aufgeführet haben, ob wir ihnen gleich allhier keinen besonderen Nutzen schaffen können. Ihre Gütigkeit gegen uns ist im Gegenteil sehr gross gewesen, vor welche ich, zugleich im Nahmen meiner Untergebenen, schuldigsten Danck abstatte, und mich mit eidlicher Pflicht verobligiren will, derjenigen Instruction, welche sie mir wegen einer nochmahligen Hinund Her-Reise schrifftlich zuzustellen belieben werden, getreulich sonder Gefährde nachzukommen, in so ferne mir GOtt Leben, Gesundheit und Glück verleihen wird.
Allein, meine Herren! nun muss ich ihnen allerseits eröffnen, wie ich wohl gesonnen wäre, nach meiner nochmahligen glücklichen Zurückkunfft und wohl ausgerichteten Geschäffte, auf dieser Insul bei ihnen in Ruhe zu wohnen, und mich mit meiner auserwählten Liebste, Johanna Margareta, Andreæ Robert Julii, in Roberts-Raum, jüngsten Tochter, welche mit Mons. Eberhard Julii seiner Liebsten Cordula Geschwister Kind ist, zu vereheligen, als deren, wie auch ihrer Eltern Ja-Wort, biss auf den Consens und erlaubnis der Aeltesten dieses Volcks, ich bereits erhalten.
Vors andere, weil meine 9. Freigelassenen eine ganz besondere Lust bezeigen, in diesem Revier zu verbleiben, so wolte zugleich anfragen, ob ihnen erlaubt wäre, eine Pflantz-Stadt auf der Insul Klein-Felsenburg anzulegen, und dieselbe mit der Zeit zu bevölckern?
Diese beiden (verfolgte kapitän Horn seine Rede) sind voritzo die ersten Haupt-Puncte, so ich vorzutragen habe, ihnen selbige zur Uberlegung anheim stellen, inzwischen einen Abtritt nehmen, und auf einige Antwort warten will.
Hiermit ging Mons. Horn, nach gemachten Reverenz, würcklich zum Zimmer hinaus, durffte aber wegen dieser 2. Puncte nicht lange auf Antwort warten, sondern wurde, nachdem die Aeltesten und wir einen kurtzen Schluss gefasset, bald wieder herein geruffen, da ihm denn der Alt-Vater Albertus II. folgende Antwort erteilete:
Werter Herr und Freund! Eure so lange Anwesenheit auf dieser Insul, hat uns allerseits zu ganz besonderen Vergnügen gereicht, den Nutzen und Vorteil, so ihr uns bereits gestiffter, und mit Göttlichem-Beistande noch stifften könnet, werden wir und unsere Nachkommen zwar jederzeit zu rühmen wissen, aber niemals gnugsam verdancken können. Was wir euch und den Eurigen etwa zu Gute getan, hat die Schuldigkeit von uns erfordert, indem eure Aufführung sehr löblich, christlich und angenehm gewesen. So setzen wir auch aufs künfftige in eure Redlichkeit nicht das geringste Misstrauen, sondern haben das veste Vertrauen, GOtt werde euch Krafft, Stärcke und Glück geben, dasjenige, was euch etwa in Europa auszurichten committirt werden möchte, wohl zu vollenden, auch euch gesund zurück führen, so dann wollen wir allerseits mit grössten Freuden sehen, dass ihr euch durch eine vergnügende Heirat mit uns befreundet, und beständig bei uns verbleibet. Was aber die 9. Freigelassenen anbelanget, so jammert uns allen sehr, dass die Beschaffenheit unserer Sachen nicht zulassen will, ihnen zu willfahren, ungeachtet wir sie alle vor wackere, arbeitsame und tugendhaffte Leute erkandt haben. Bedencket selbst, ihr werdet uns noch einige unbeweibte Künstler aus Europa mitbringen müssen, wenn nun diese so wohl, als eure 9. Freigelassenen mit unsern Töchtern sollten beraten werden, so würden unsere Felsenburgischen Junggesellen (wie es denn bereits ausgerechnet ist) bald selbsten den Mangel der Weiber empfinden müssen. Wolte man sagen, sie sollten sich Weiber aus Europa mitbringen, so laufft dieses wider die Verordnung und den Willen meines seel. Vaters Alberti des ersten, welcher durchaus verboten, ein fremdes Geschlecht, welches nicht mit ihm, dem Stamm-Vater, oder der Concordia, als Stamm-Mutter, verwandt ist, ohne die höchste Not unter uns entstehen zu lassen. Hiernächst wäre es auch eine Torheit von uns, wenn wir ein Stück Landes oder die ganze kleine Insul, welche ebenfalls so wohl, wie diese grosse, als unser Eigentum, zu betrachten ist, fremden Leuten überliessen, deren Kinder und Nachkommen, ob ihre Väter gleich noch so from gewesen, unsern Nachkommen allerhand Verdruss und Schaden verursachen könnten. Uber dieses so kan es mit der Zeit geschehen, dass diese grosse Insul dergestalt Volck-reich wird, dass ein teil derselben unserer Kinder-Kinder, selbst Lust bekommen auszuziehen, und die kleine Insul zu bevölckern, mitin als Bluts