kan unterwegs unter uns verabredet werden, damit wir alle bei einerlei Rede bleiben. Mein getreuer Rat ist demnach dieser, dass sie allerseits, gleich Morgen zurück fahren, bei diesem grünen platz anländen, durch den gang, den wir jetzt gekommen sind, und wieder zurück gehen wollen, passiren, und von den gefundenen Schätzen, aus dem Tempel und sonst, so viel mit hinüber nehmen, als ihnen auf das ernste mahl beliebig ist, nachher können sie ja in folgenden Tagen, ohne sich bei uns spüren zu lassen, so offt kommen, biss alles ausgeleeret ist. Hiernächst halte ich vor das Beste, dass wir unsere geschlagene brücke von einander reissen, und in den Abgrund stürtzen, denn es wird uns ein leichtes sein, etliche eiserne Clammern auszubrechen, so dann die langen Balcken aus einander zu ziehen, worauf die ganze Machine in den Grund sincken muss. Ich würde ihnen, meine Herren! (fügte der kapitän Horn noch hinzu) vielleicht diesen Rat nicht geben, wenn ich interessirt wäre, und nach nochmahliger glücklichen Zurückkunfft aus Europa, nicht selbst Lust hätte, meine übrige Lebens-Zeit auf der glückseligen Insul Gross-Felsenburg zuzubringen, und mich mit einem bereits auserwählten lieben Schatze zu vereheligen, welches beides mir hoffentlich nicht wird abgeschlagen werden. Allein, nunmehr ist keine Zeit zu versäumen, sondern vielmehr zurück zu eilen, unterwegs kan von allen ein mehreres gesprochen werden."
Dieser Vortrag des kapitän Horns kam uns allen ganz wunderbar vor, doch fanden wir vor billig, ihm in allen Stücken Beifall zu geben, und nachdem wir erstlich die brücke in den Abgrund gestürtzt, ein mehreres von den Sachen zu reden, eileten also möglichstermassen zurücke, und kamen gleich nach 3. Uhr auf dem Plätzgen, jenseit unserer höltzernen brücke an. Hier schickten wir die beiden alten Herrn Wolffgang und Wodlei voraus, nachdem wir mit ihnen verabredet, dass sie am fuss des Gebürges unserer warten, woferne ihnen aber einige von kapitän Horns Leuten begegneten, nur mit ihnen nach den Hütten gehen und vorgeben sollten, wir jungen Leute hätten erstlich noch ein Gebürge besteigen wollen, welches ihnen zu verdrüsslich geschienen, würden aber in weniger Zeit nachfolgen. Inzwischen waren unsere hände dergestalt fleissig an Zerreissung der brücke, dass selbige um 5. Uhr schon völlig in die Tieffe versenckt, und man kaum sehen konte, dass an diesem Orte eine gewesen war. Allein, weil wir uns bei dieser Arbeit ziemlichermassen entkräfftet, konnten die Füsse nicht sogar scharff, als sonsten, marchiren, deswegen war die Sonne schon untergegangen, als wir die Herrn Wolffgang und Wodlei unten am fuss des berges auf der Ebene antraffen. Wir setzten uns, von der grossen Müdigkeit in etwas auszuruhen, bei ihnen nieder, beschlossen auch, mehrenteils diese Nacht allhier zu verbleiben, weil noch Proviant genug vorhanden war; allein, kapitän Horn sagte: Meine Herren! wir wollen heute zwar nicht nach den Hütten, aber doch, wenn wir erstlich ausgeruhet, ein Stück weges nach Nord-Osten zugehen, und uns daselbst bei einem angemachten Feuer lagern, denn ich glaube ganz gewiss, dass meine Leute, wo nicht heute Nacht, doch Morgen mit dem frühesten, uns zu suchen, ausgehen werden. Sie treffen uns nun an oder nicht, so können wir ihnen doch nachher desto füglicher weiss machen: Wir hätten die brücke und den vorigen Weg gar nicht finden können, sondern wären durch andere höchst-gefährliche Wege endlich aus der Nord-Ost-Seite mit Kummer und Not wieder vom Berge herunter gekommen. Dieser Vorschlag liess sich wohl hören, deswegen ruheten wir noch eine Zeitlang, und spatzirten so dann, weil es eine angenehme ganz helle Nacht war, ein gut Stück Weges um den Berg herum nach Norden zu, machten bei einem Gepüsche ein Feuer an, lagerten uns, und schlieffen Wechsels-weise, biss die Sonne schon 2. biss 3. Stunden unsern Horizont beschienen hatte, kamen auch nicht eher als Nachmittags in den Hütten an, und erfuhren daselbst so gleich, dass früh vor Anbruch des Tages 6. Mann von ihrer Gesellschafft uns zu suchen ausgegangen wären, indem ihnen allen unser gar zu langes Aussenbleiben bedencklich gefallen wäre. Wir überliessen die Antwort dem kapitän Horn, welcher ihnen lauter erdichtet Zeug mit vielen Umständen vorschwatzte, endlich auch sagte: dass wir zwar wiederum auf die Stelle gekommen, wo die höltzerne brücke geschlagen gewesen, hätten aber die brücke selbst nicht wieder finden können, weswegen wir uns gemüssiget gesehen, die grässlichsten Klippen und Klüffte zu überklettern, da es sich denn endlich gefügt, dass wir gestern in später Nacht an der Nord-Ost-Seite herunter kommen, und ein geruhiges Nacht-Lager in selbiger Gegend halten können.
Indem wir nun hierauf von den zubereiteten warmen speisen etwas zu uns nahmen, kam einer von kapitän Horns Leuten gelauffen, und meldete, dass die heute früh ausgegangenen 6. Mann zurück kämen, von ferne aber schon mit Zeichen und Gebärden so viel zu verstehen gäben, als ob ein grosses Unglück entstanden wäre. Wir geboten demnach allen, nicht zu sagen, dass wir in den Hütten gegenwärtig wären, sondern nur erstlich anzuhören, was sie vor Nachricht bringen würden. Da sie nun näher kamen, rieffen fast alle zugleich: O! welch ein Unglück, die brücke ist von den bösen Geistern in den Abgrund gestürtzt, und unser redlicher kapitän Horn ist unfehlbar mit seiner ganzen Gesellschafft ums Leben gekommen, denn wir hören und sehen nichts