noch wohl dienlich sein können.1
Hierauf nahmen wir den Rückweg nach der ersten Tür, bei welcher das grosse güldene Horn hing, erblickten derselben gegen über abermals eine Tür, welche uns in ein Gewölbe oder Cammer führte, darinnen eine ziemliche Anzahl sowohl küpfferner als steinerner wasser- oder Wein-Krüge und dergleichen Gefässe, befindlich, woraus zu schliessen, dass dieses der Keller gewesen, wo man das Geträncke verwahrt, wie denn ganz zu hinterst in diesem Gewölbe ein Ströhmlein des kläresten und süssesten Wassers, fast eines Arms dicke, oben aus dem Felsen heraus geschossen kam, und sich auf dem Boden in einen sehr tieffen Riss ergoss, über welchen jedoch ein steinerner Trog von ziemlicher Grösse gesetzt war. Im Zurückgehen, fanden wir auf der rechten Seite im Gange, noch ein schmales Loch, jedoch weil man etliche Stuffen dahinunter, gewahr ward, wagten sich Mons. van Blac und der kapitän Horn allein hinunter, und versprachen, wenn Gefahr vorhanden, so gleich wieder umzukehren, bei guten Fortkommen aber einen laut von sich zu geben. Da wir nun diesen zum öfftern höreten, folgeten Litzberg und ich ihnen nach, und traffen die beiden Vorgänger in dem ausgehölten Altare an, auf welchem sie zu oberst schon eine güldene Platte aufgehoben und mit dem halben leib hinauf gekrochen waren, so, dass sie den ganzen Tempel übersehen konnten, worauf sie uns beiden Nachkommenden hierzu auch Platz machten. Sonsten befand sich in diesem Altare ein stählernes Uhrwerck, vermittelst dessen die güldene Kugel zum schnellen Herumlauffen gebracht werden konte, welches Mons. Litzberg zu unserer aller Verwunderung, so offt er nur wolte, werckstellig zu machen geschickt war. Ausserdem bemerckten wir 8. kleine Löcher, in welche man etwa einen Finger stecken, jedoch alles im Tempel dadurch beschauen konte. Ingleichen fand sich ein güldenes unten sehr weites, fast wie ein Sprach-Rohr gemachtes Horn, bei nahe einer Ellen lang, darinnen, welches uns auf die gedanken brachte, es würden vielleicht die Götzen-Priester den Fragenden dadurch geantworttet haben, und dass dieses ganze Heiligtum etwa gar ein Oraculum gewesen wäre. Vor dieses mahl aber legten wir alles wieder an seinen Ort und Stelle, nahmen den Rückweg, und öffneten die wohl eingefügte steinerne Tür, so gegen Süden zu, bei dem Altare der Diana befindlich war. Ausserhalb dieser fanden wir eine starcke eiserne und dann noch eine dicke steinerne Tür, die alle beide mit grossen eingelegten eisernen Riegeln verwahrt, und mit schwerer Mühe eröffnet werden mussten.
Da aber dieses geschehen, konte man ein geraumes, doch unförmliches sehr finsteres Loch sehen, in welches wir mit allen angezündeten fackeln und WindLichtern eintraten, jedoch nur etliche 70. biss 80. Schritte fort taten, als wir oben über uns, durch einen schmalen Felsen-Riss, den klaren Himmel, ja so gar etliche Sterne an demselben erblickten, welches einigen in der Astronomie Unerfahrnen, unter uns sehr wunderbar vorkam, allein, es wurde ihnen dieses Wunders Ursache bald kund gemacht. Je weiter wir fort schritten, je breiter wurde nicht allein der FelsenRiss über unsern Häuptern, (so, dass wir der fackeln hätten entbehren können) sondern auch der Weg, in welchem wir sehr übel fort kommen konnten, denn es war derselbe dergestalt voll Risse, Klüffte, spitze und scharffe Steine, dass man alle Augenblick befürchten muste, nicht nur die Schue, sondern vielmehr die Füsse zu beschädigen. Dieser schändlich böse Weg war über 130. Schritt lang, biss wir an einen ziemlich starcken wasser-Fall kamen, welcher erstlich einen mässigen Teich machte, und aus welchem hernach das wasser durch krumme Wege weiter Berg- abfloss. Wir glaubten, dass dieses eben das wasser sei, welches oben aus dem Keller und unter dem GötzenTempel hinweg biss hierher käme, passirten an der lincken Seite des Teichs, auf einen etwas bessern Wege, um einen runden Hügel herum, und bekamen, nachdem wir noch etwa eine halbe Viertel-Stunde weges zurück gelegt, erstlich einen weitläufftigen angenehmen grünen und ebenen Platz, auf welchem sehr viel fruchtbare Bäume stunden, vor demselben aber die offenbare See ins gesicht. Wir gingen biss an das Ufer der See, und fanden selbiges sehr bequem zum Anländen, an keinem Ende des Platzes aber, war man vermögend, um das Gebürge herum zu kommen, sondern die steilen Felsen-Spitzen gingen weit in die See hinein, machten also, dass dieser grüne Platz, dessen Länge am Ufer etwa 500. Schritt, die Breite aber von dem Berge biss zum Ufer etwa 400. Schritt war, ein rundes aufgeschnittenes Brod pæsentirte.
Bei unserer Herum-Fahrt um diese kleine Insul, war dieser grüne Platz zwischen und unter den rauhen Felsen bereits angemerckt worden, weswegen es keine Mühe bedurffte, mit dem Boote daselbst anzufahren, weiln es aber bereits Mittag war, riet Mons. van Blac, dass wir nunmehr, da unsere Curiosität sattsam vergnügt, den Rückweg suchen, und so viel, als möglich, nach den Hütten eilen möchten, indem sonsten die Zurück geschickten, sich eines uns begegneten Unglücks-Falls besorgen, also unfehlbar kommen, und uns aufsuchen würden. kapitän Horn versetzte hierauf: "Meine Herren! ich habe auch etwas zu erinnern; mir scheinet nicht ratsam zu sein, von allen dem, was wir unter diesem Gebürge gefunden und gesehen haben, meinen Leuten und den Portugiesen einen wahrhafften Bericht abzustatten; die Ursachen sind leicht zu erraten, was wir ihnen aber vorschwatzen wollen, das