Tafel, und zwar so, als ob sie darauf schreiben wolte. Weiln auch auf dem rücken Flügel zu sehen, so bedünckte uns, dass dieses Bild vielleicht den Mercurium vorstellen sollte. Das zwölffte endlich, so der, von uns also genannten Diana gleich zur Rechten stunde, war eine, auf einer Kugel mit dem Schwantze sitzende ordentliche Schlange, Schlangenweise in die Höhe gerichtet, mit einem starcken Kopffe und funckelenden Augen, und einem im Maule haltenden güldenen Apffel.
Ausser diesen Götzen-Bildern und mehr gemeldten, war doch in dem ganzen so genannten Tempel nicht das geringste von andern Sachen mehr anzutreffen, auch kan ich mit Wahrheit versichern, dass nichts von Staube oder Beschlag, ungeachtet es ein unterirrdisches Gewölbe, darinnen zu spüren war, sondern die güldenen Statuen oder Götzen-Bilder, gläntzten alle noch dergestalt, als ob sie erst gestern vom Goldschmiede verfertiget worden.
Anfänglich glaubten wir zwar nicht, dass alle diese Bilder durchgehends von puren Golde wären, allein, da einige der unsern an verschiedenen ein und andere Proben gemacht, fiel fast aller Zweiffel, und deswegen waren wir ingesamt, über diesen gefundenen un schätzbaren Schatz fast ausser uns selbst, konnten die ungemein saubere Arbeit nicht genug bewundern, und mussten nunmehr vollkommen glauben, was die heilige Schrifft und so mancher Geschicht-Schreiber von den besonderen Künstlern der alten zeiten meldet. Endlich gingen wir davon ab, und fanden noch 3. andere Ausgänge aus diesem Tempel, deren 2. so wohl als der, da wir herein gekommen, offen stunden, von dem 4ten aber, der sich gegen Süden zu, gleich neben der Statua der Diana befand, bemerkten wir eine steinerne mit eisernen Stäben oder Riegeln wohl verwahrte Tür, welches uns einiges Nachdencken verursachte. Nachdem nun in Vorschlag gebracht worden, den Ausgang nach Westen zu, noch zu untersuchen, so bezeigten die wenigsten von unsern gefährten Lust dazu, indem es weit über Mittag war, und der Abend heran zu nahen begunte, gaben vielmehr zu verstehen, dass wir bei zeiten wieder zurück kehren möchten, weiln es über Nacht in diesen unterirrdischen Gewölbern zu verbleiben gar zu fürchterlich wäre. Allein, Mons. van Blac trat hervor, und hielt folgende heroische Rede: "Meine Herren! sagte er, wer wolte furchtsam sein? es ist zwar leicht zu erachten, dass der Teuffel entsetzlich böse sein wird, weil uns GOTT wunderbarer Weise hieher geführt hat, seine Capelle zu zernichten, in welcher er vielleicht noch mit der Zeit neue Anbeter zu sehen vermeinet hat; allein, was wird er anders tun, als etwa unsern Augen ein Blendwerck und unsern Ohren ein Getöse vormachen können? Ich weiss, dass sich seine Krafft, Macht und Gewalt allenfalls nicht weiter erstrecken wird, und wir können mit Recht unser Gespötte darüber haben, da wir wissen, dass GOTT unser mächtiger Beschützer ist, dem zu Ehren und zu Lobe, wenn es nach meinem Sinne gehet, wir nächster tages die schändlichen falschen Götter, auf der Insul Gross-Felsenburg, im Triumphe einführen wollen. Meine Herren! seid deswegen Männer, lasset uns nur erstlich ein wenig erforschen, was es mit diesem Ausgange gegen Westen zu vor eine Bewandniss habe, und hernach bevorstehende Nacht mit Beten, Singen zu GOTT, in diesem Heiden-Tempel zubringen, denn es ist schwer zu glauben, dass, weil die Welt stehet, ein andächtig Vater Unser etc. an diesem Orte gebetet worden. Saget mir, ob GOTT hieran nicht einen besonderen Gefallen haben wird, wenn man ihn an einen solchen Orte im Geist und in der Wahrheit anbetet, wo vielleicht vor diesen der Teuffel auf mancherlei Art angebetet worden? Oder meinet ihr etwa, dass GOTT dieses Gewölbe, welches seine Langmut so viele hundert oder tausend Jahre veste stehen, eben diese Nacht auf unsere Häupter wird einfallen lassen? Ich gläube es nicht, sondern hoffe, der GOtt, der uns hierher geführt hat, wird uns auch erhalten, dem Teuffel zum Trotz. Hiernächst legen wir, wenn wir diese begebenheiten nach Europa berichten wollen, vor aller Welt Ehre ein, und die ganze Welt wird sich wundern, dass wir solche Glückks-Kinder sind, die je mehr Schätze finden, je mehr sie anderen Bedürfftigen damit zu helffen geneigt sind. Ich vor meine person gehe nicht von dannen; will niemand bei mir bleiben, so bleibe ich alleine hier, damit ich Morgen nicht den Herweg vor den hinweg rechnen muss."
Indem nun Mons. van Blac diese kleine Oration mit recht ernstafften Gebärden hielt, schiene es, als ob die andern alle neuen Mut bekämen, deswegen versprachen wir, ihm, als dem glückseligen Vorgänger bei dieser Sache, in allen Stücken zu folgen, wo er hin wolte. Demnach steckten wir unsere fackeln und Wind-Lichter an, und spatzirten in den dunckeln gang nach Westen zu, welcher ungefähr 80. Schritt lang war, und so dann ein Ende hatte, auf jeder Seite aber bemerckten wir 6. schmale Eingänge, wesswege wir im Rückwege selbige durchkrochen, mitin 12. geraumliche Cammern angetroffen wurden, in welchen wir einen starcken Vorrat von Eisen, Kupffer, Blei, allerhand wunderlich, jedoch zur Arbeit und Hausshaltung dienlichen Instrumenten, nebst dem, sehr viel verfault und vermodert Zeug fanden. Schauffeln, Picken, Hacken und dergleichen, lagen genug da, allein, die höltzernen Stiele an denselben, waren entweder schon verweset, oder sie zerfielen uns in den Händen, wie anderes faules Holtz. Mit