1731_Schnabel_088_411.txt

die Ge

stalt einer Zunge hat, und auf dem Grund-Risse der

Insul Klein-Felsenburg, gleich unter dem platz, der

mit P. bezeichnet, im 2ten Teile pag. 452. zu

sehen ist.

betrachteten alles sehr genau, und fingen endlich an zu graben, fanden auch diesen und folgenden Tag in einem kleinen Bezirck noch 9. eben solche ausgearbeitete Steine, mit eben solchen Deckeln, worauf eben solche Figuren, wie auf dem ersten eingehauen waren, doch fand sich nur noch in einem Steine ein güldener, in 5. Steinen aber nur silberne Becher, in 3. Steinen aber waren gar keine Becher, sondern die Asche und die Stücklein gebrandter Knochen waren nur so bloss hinein getan worden. Nachdem wir aber noch einen gewaltigen Fleck um- und ausgegraben, jedoch nicht das allergeringste mehr gefunden hatten, vermerckten wir endlich, dass nichts mehr vorhanden wäre, seegelten deswegen mit diesen unsern gefundenen Raritäten wiederum zurück an den Ort, wo die Hütten stunden, betrachteten alle diese Urnen sehr genau, konnten aber, wie gesagt, nichts als unbekandte Characters darane finden. Abends, da die Sonne unterging, und wir, im Grünen sitzende, indem wir Caffée truncken und Toback dabei rauchten, unsere Gesichter gegen den grossen Berg O, kehreten, præsentirte sich dessen hohe Felsen-Spitze ganz Feuer-rot, so, dass sie zuweilen einer würcklichen Feuer-Flamme ganz ähnlich sah, welches zu verschiedenen curieusen Gesprächen Anlass gab, endlich, da sich Mons. van Blac wünschte, bei hellem Wetter ein oder ein paar Stunde, auf dieser entsetzlich hohen Felsen-Spitze stehen und sich recht umsehen zu können, sagten wir ihm, dass uns eben dergleichen Neugierigkeit, vor einigen Jahren, bei erstmahliger Besichtigung dieser Insul, dahin getrieben, wir hätten aber kaum die Helffte des berges erklettern, und weil es gar zu steil, die Spitze nicht erreichen können.

Hierauf ersuchte uns Mons. van Blac, morgenden Tag noch da zu bleiben, und ihm zu Gefallen den Berg noch einmnhl mit zu steigen, Mons. Litzberg und die andern, die zum teil auch noch nicht auf dem hohen Berge gewesen waren, liess sich nebst mir leichtlich hierzu bereden, deswegen legten wir uns bei zeiten schlaffen, um den March dahin desto früher anzutreten.

Früh Morgens, so bald der Tag anbrach, weckten wir einander auf, da sich aber Mons. van Blac ermunterte, sprach er: Ich könnte mich nun fast der Mühe überheben, den grossen Berg zu besteigen, denn ich habe ihn heunte Nacht im Traume schon bestiegen, aber wenn ich noch daran gedencke, so stehen mir die Haare zu Berge, denn da wir kaum halb hinauf waren, kamen uns aus einer düstern Höle 12. grosse Vögel, so schwartz, als die Raben, und noch grösser, als die Gänse, entgegen geflogen, und schwungen sich in die Lufft, ich wagte mich in die Felsen-Klufft oder Höle, erblickte aber etliche unbekandte grimmige Tiere, deren Gestalt recht entsetzlich war, so, dass ich, ob sie mir gleich nichts taten, nur von dem blossen Anblikke doch noch zitterte, als man mich aufweckte.

Wir hatten demnach unsern Spaass mit Mons. van Blac über dieses gesicht, und sagten endlich, wenn er denn so furchtsam wäre, wolten wir unsere LustReise nach dem Berge lieber einstellen, und zurück nach Gross-Felsenburg fahren, allein, er protestirte wider das letztere, und sagte: er wolle nun doch mit rechtem Ernste versuchen, wie hoch er an der grossen Felsen-Spitze hinauf klettern könne.

Demnach begaben wir Gross-Felsenburger, als wir ein gutes Früh-Stück ein- auch einen ziemlichen teil Speise und Geträncke zur Vorsorge mit auf den Weg genommen, uns sämmtlich allein auf die Reise, denn der kapitän Horn gab auf unser Nötigen, zu verstehen, dass er eben diesen Tag mit seinen Leuten ein solches Stück Arbeit vor hätte, wobei seine Gegenwart unumgänglich erfodert würde, über dieses, so wäre er Zeit seines Hierseins, schon viermahl den Berg von allen Seiten, in Gesellschafft aller seiner Leute zu besteigen, so curieux gewesen, allein, sie hätten wenig Plaisir darauf gefunden, und nichts darvon getragen, als müde Beine. Also liessen wir ihn da bleiben, baten uns auf den, morgenden Tag ein gutes Mittags-Brod aus, indem wir uns nicht zu stark strapaziren, sondern des Nachts unterwegs bleiben und ausruhen wolten; marchirten also fort, gelangten auch eben um die Mittags-Zeit am fuss des berges an.

Weil wir nun vor einigen Jahren an der Ost-SudSeite den Berg hinnan gestiegen waren, so war mein Rat, dass wir denselben voritzo an der Nord-WestEcke hinauf beklettern wolten. Einige redeten zwar darwider, weil es auf dieser Seite gar zu uneben und steinig wäre, allein, Mons. van Blac fiel meiner Meinung vor allen andern bei, indem er vorstellete, dass, obgleich der Berg allhier unbequemer zu besteigen wäre, so hätten wir hergegen die Last nicht, dass uns die Sonne so stark auf den Leib und ins gesicht brennete, also folgten alle dem van Blac und mir nach.

Es war aber in Wahrheit ein rechter Mord-Weg, denn ob wir gleich keine steile Klippen zu erklettern hatten, sondern immer Schlangen-weise zwischen grossen Hügeln gerade aufgehen konnten, so war doch der Fuss-Boden wegen der grossen und kleinen Schieferund Sand-Steine, die vom Regen