den ganzen Gottes-AckersPlatz in behöriger Weite mit einer Mauer einzufassen, und nicht mehr als 2. Tore zum Ein- und Ausgange zu lassen, nämlich eins, so auf den grossen Garten, und das andere, so auf den Fluss stossen sollte, wo sich derselbe oben in 2. Ströme teilet. Nachdem nun, ausser den vielen Steinen, so in selbiger Gegend zusammen gelesen, auch eine grosse Menge derselben aus dem Johannis-Raumer Gebürge nebst allen andern Zubehör herbei gebracht worden, machten sich die Mäurer an das Werck, und brachten es in wenig Monaten in fertigen Stand.
Solchergestalt lieff unter dieser und anderer BauArbeit auch völliger Einrichtung der neu errichteten Wirtschafften auch das 1732ste Jahr zum Ende, ohne dass man zu des kapitän Horns schiffes-Bau den Anfang gemacht hätte, weiln aber dermahlen auf unserer Insul nichts höchstwichtiges zu tun war, ausgenommen, dass der Müller Krätzer zwischen Christophs- und Christians-Raum noch eine neue Mühle erbauete, so wurden auf inständiges Anregen des Capitains Horn die geschicktesten Zimmer-Leute ausgelesen, und hinnüber auf Klein-Felsenburg geschafft, um daselbst mit gemeldeten Capitains Leuten ein ganz neues Schiff zu erbauen. Das gute Bau-Holtz auf unserer grossen Insul zu ersparen, war zwar eine Haupt-Ursache mit, allein, wir hatten noch viel andere mehr, warum wir das Schiff nicht an unserm Gestade wolten bauen lassen, denn solchergestalt hatten die Frembden auch nicht nötig herüber zukommen, das zerscheiterte Schiff aber wurde auch nach Klein-Felsenburg gebracht, um das dienliche noch davon brauchen zu können. Es war am 16 Januar. 1733. da der erste frische Baum auf der Insul Klein-Felsenburg zu kapitän Horns neuen Schiffe gefället und zugehauen wurde, weswegen eine starcke Gesellschafft von Gross-Felsenburg hinüber gefahren war, indem sich die SeeLeute, mit Permission ihres Capitains, ein kleines Freunden-fest angestellet hatten, welches sie des Abends mit Tantzen und sonst allerlei Kurtzweile begingen, worzu wir ihnen eine zulängliche Portion an Weine mitgebracht hatten, welchen sie sich mit den Portugiesen, die mit ihnen gemeinschafftlich und in der besten Verträglichkeit lebten, hertzlich wohl schmecken liessen, die folgenden Tage aber desto flleissiger arbeiteten. Inzwischen hatte der kapitän Horn angemerckt, dass oben in der Südlichen Gegend der Insul bei der grossen Bucht K. in dem grossen wald weit schöner und dauerhaffter Holtz als in der Gegend B. anzutreffen wäre, deswegen resolvirte sich alles sein Volck, gleich morgenden Tages dahin aufzubrechen, und ihre Wohnstätten daselbst aufzuschlagen. Wir Gross-Felsenburger liessen ihnen ihren Willen, versprachen aber, sie ehester tages wieder zu besuchen, oben herum zu fahren und in der Bucht K. anzuländen. Wir würden unser Versprechen zeitig genug erfüllet haben, allein, die Niederkunfft meiner liebsten Cordula, hielt sowohl mich als meine werten Freunde auf eine Zeitlang davon zurücke. Es brachte mir aber gemeldete meine Liebste am 6. Februar. einen jungen gesunden Sohn zur Welt, welcher am 9. dito die heilige Tauffe und die Nahmen Albertus Franciscus Carolus empfing, indem ich den Regenten Albertum II meinen Vater und die Frau van Blac zu Tauff Zeugen erwählet. Die Freude über diesen kleinen Stammhalter, war bei mir unsäglich gross, denn da alle diejenigen, welche mit mir zugleich copulirt waren, bereits Kindtauffen ausgerichtet hatten, begunte ich fast an der Fruchtbarkeit meiner Cordula zu zweiffeln, jedoch endlich war mein Wunsch erfüllet, und, wie gesagt, die Freude war um so viel desto grösser, woran denn auch alle Insulaner teil nahmen, welche grössten Teils 3. Tage nach einander auf dem Tafel-platz tractiret wurden, wobei sich denn nicht allein die beste Music hören liess, sondern es hatten auch meine werten Freunde allerhand andere Lustbarkeiten angestellet. kapitän Horn war auch von Klein-Felsenburg dazu herüber geholet worden, als er aber am 4ten Tage wieder zurück fuhr, versprachen wir ihm, längstens in 14. Tagen auf Klein-Felsenburg eine Visite zu geben, und seinen Leuten, um sie desto besser zur Arbeit aufzumuntern, einige Erfrischungen mitzubringen.
Weiln sich nun meine Cordula ungemein wohl be
fand, trat ich am 2ten Mart. die Fahrt mit Mons. Litzbergen, van Blac, Wolffgang, Wodlei und andern mehr, abermals nach Klein-Felsenburg an, uñ zwar so fuhren wir oben durch die Strasse durch, welche Sudwerts beide Insuln von einander scheidet, als welchen Weg wir noch niemals genommen hatten, hätten zwar bei der grossen Felsen-Spitze O. mit einiger Unbequemlichkeit landen und aussteigen können, wolten aber solches nicht tun, sondern fuhren um die ganze Süd-Seite herum, und langeten endlich glücklich in der grossen Bucht K. an, wo wir unser Fahrzeug befestigten, an dem Flusse, welcher sich aus der grossen See in die Bucht ergiesst, hinauf spatzirten, und endlich fanden, dass alles Volck seine Hütten auf der Ebene zwischen diesem Flusse und dem wald aufgeschlagen, in selbiger Gegend auch schon eine ziemliche Menge neu zugehauenes schiffes-Holtz liegen hatte. kapitän Horn war selbst mit unter den ersten, die uns entgegen kamen; wir nahmen alle Platz vor seiner Hütte, und er säumete nicht, uns einige Erfrischungen vorzusetzen, indem wir nun selbige genossen, fing er an zu sagen: Meine Herrn! sie kommen accurat, als wenn sie geruffen wären, denn am gestrigen Sonntage, haben einige von meinen Leuten ein besonderes curieuses Stück auf einem platz, jenseit der grossen See, aus der Erden gehoben, woran zu bemercken,