Herrmann.
Num. 7. Mons. Litzberg.
Num. 8. Mons. Langrogge,
Num. 9. Mons. Hildebrand,
die beiden Musici.
Num. 10. Mons. Hollersdorff, der Mahler.
Num. 11. Mons. Johann Albert Julius, der Chirur
gus.
Num. 12. Der Buchbinder Ollwitz.
Num. 13. Der Buchbinder Rädler. Diese beiden
letzteren wurden desswegen mit anhero genom
men, weil sie das Amt eines Kirchners, Wech
sels-weise, auch wohl an den Kirch-Tagen beide
zugleich verrichteten.
Sonsten ist noch bei diesen 12. Häusern zu mercken, dass alle Vorder-Türen nach der Kirche zu gingen, durch die unterste Hinter-Tür kam man in einen geraumlichen Hof, wo nicht allem Holtz zu legen, sondern auch Ställe zu bauen waren, vor diejenigen, welche etwa Lust bekommen möchten, Vieh zu halten. Aus dem hof trat man durch eine Tür auf den Garten-Platz, welcher zwar damahls noch nicht umzäunet, jedoch dergestalt ordentlich abgestochen war, dass kein Garten oder Hof um eines Fusses breiter war als der andere; inzwischen war der Garten-Platz gross genug, Bäume, auch Küchen-Speise vor eine starcke Familie hinein zu pflantzen. Hinter allen diesen Häusern in der Höhe, wo die Abteilung des ersten und andern Stockwercks ist, gehet ein 5. Schu breiter, oben rings herum mit einem Dach versehener gang, da man von auswendig nicht hinauf kommen kan, von inwendig aber gehet aus jedem haus eine HinterTür heraus auf diesen gang, so, dass man einander von einem Ende biss zum andern besuchen kan, ohne über den Platz zu gehen, oder sich vor dem Regen zu fürchten, denn dieser gang ist auch über die schmalen Gässlein hergebauet, welche allezeit zwischen 2en Häusern durchgehen. Meines Erachtens sollte es nicht übel lassen, wenn man mit der Zeit die Kirche noch mit mehr dergleichen Häusern umringte, und auf jener Seite ein eintziges grosses Tor, dem Schul-haus gegen über, zum Haupt-Eingange liesse, auch eine Verwahrung daran machte, damit kein Vieh darauf lauffen könnte; um desswillen denn auch bei dem Eingange eines jeden schmalen Gässleins, so, wie in Europa auf den Kirch-Höfen zu sehen, ein tieffes Loch mit einem darauf liegenden eisernen Gegatter zu machen wäre. Wer weiss, was in Zukunfft geschicht, wenn wir erstlich noch andere wichtige Sachen besorgt haben. Doch muss ich auch nicht vergessen, dass wir, um das wasser nicht gar zu weit holen zu dürffen, 4 schöne Brunnen aufgraben und wohl einfassen liessen. Diese stunden vor den Gebäuden Num. 3. 6. 9. 12. und im hof des Schul-Hauses, war beschlossen, noch einen besonderen grossen Brunnen ausgraben zu lassen; wiewohl es kommen auch einige, jedoch ganz kleine wasser-Bächlein von der Albertus Burg hergerieselt, welche man mit der Zeit wohl zusammen leiten, und wegen Feuers-Gefahr einen grösseren Teich oder wasser-Behalter anlegen könnte.
Durch die fleissige Anführung Herrn Mag. Schmeltzers waren seit einigen Jahren daher aus jeglichem Stamme hier oder da, 2. auch wohl 3. gelehrige Köpffe, bereits dahin gebracht worden, dass sie in ihren Pflantz-Städten die zarte Jugend im Christentume, lesen, schreiben und rechnen unterrichten konnten, wie denn dieserwegen Herr Mag. Schmeltzer fleissige Visitation hielt. nunmehr aber wurden die besten Köpffe, welche die meiste Lust zum Studiren bezeigten, ausgesucht und an der Zahl 33. in das neue SchulHauss gebracht. Ein jeder bekam von seinen Eltern ein besonderes Bette, gnugsame Wäsche und was er sonsten nötig hatte, die ältesten von diesen Knaben waren 16. und die jüngsten 12. Jahr. Sie wurden zwar alle von den drei Herren Geistlichen täglich im Christentume, ihrer 18. aber Hauptsächlich in der grösseren Teologie, wie auch im Hebräischen und Griechischen informiret, Mons. Litzberg und ich hatten Wechsels-weise die Lateinische Sprache mit ihnen zu tractiren, einige blieben nur bei dieser und der Englischen, welche letztere Sprache ihnen van Blac wohl zu lehren wuste, ingleichen auch einigen das Holländische. Schreiben und Rechnen hatten sie von mir und Litzbergen zu lernen, weil es hiess, dass wir die feinesten hände schrieben, einige legten sich auf die Matematic und was mit derselben verbunden, andere liebten die Sternseher-Kunst, um Calender schreiben zu können, wieder andere hatten besondere Lust zur Music, etliche auch zum Zeichnen und Reissen, worin sie Hollersdorff informirte, ins besondere war Mons. van Blac bestellet, sie in ihrer Aufführung, so wohl bei Tische, als wenn sie ihre Frei-Stunden hatten zu corrigiren, des Nachts aber mussten Wechsels-weise entweder einer von den beiden Musicis oder einer von den beiden Kirchnern, der Mahler Hollersdorff, oder der Chirurgus Julius bei diesen Knaben in einem besonderen Bette schlaffen, damit sie nicht etwas verwahrloseten, also kam es alle 6. Nacht an einen von diesen sechsen, und man sah nicht, dass einer verdrüsslich darüber war, ungeachtet sich Litzberg, van Blac und ich, nebst den Priestern von dieser Beschwerlichkeit frei machten. Jedennoch fing mein lieber Vater einsmahls von freien Stücken an, und sagte: Kinder! ich sehe, dass ich euch wenig hier nütze, als dass ich bete, esse, trincke und wenig arbeite, deswegen gebt mir das Amt, dass ich ausser den Schul-Stunden, und wenn ihr alle was nötigers verrichten könnet,