Frau Mag.
Schmeltzerin jüngsten Schwester.
3. Ich, Eberhard Julius, mit meiner Cordula.
4. Mons. Langrogge, der Musicus, mit einer Jung
frau aus Roberts-Raum.
mons-Raum.
6. Mons. Hollersdorff, der Mahler, mit der Frau
Kramerin Schwester.
7. 8. Die beiden Buchbinder, Ollwitz und Rädler,
der erste mit einer Wittbe aus Christians- und
der andere mit einer Jungfrau aus Alberts-Raum.
9. Besterlein, der Sattler, mit einer feinen Wittbe
aus Davids-Raum, allwohin er auch mit ihr
zohe.
10. Breitschuch, der Seiffensieder, mit einer Jung
frau aus Roberts-Raum.
11. Schubart, der Glass-Meister, mit einer Jungfrau
aus Stephans-Raum. NB. Dessen Mitarbeiter
Kindler aber, so wohl als Trotzer der Zinn-Gies
ser und Engelhardt der Blechschmidt, blieben
noch im ledigen stand, weil diejenigen Jung
frauen, worauf sie ihre Augen geworffen, noch
ein wenig zu jung schienen. Hergegen heiratete
12. ein feiner Junggeselle, der bei Mons. Plagern
in Arbeit stunde, die Jungfer Krügerin. Und
13. ein anderer Junggeselle aus Alberts-Raum, der
bei Mons. Cramern die Artzenei-Kunst und
Chirurgie gelernet hatte, die Jungfer Zornin, er
hiess Johann Albert Julius. Letztlich
14. ein junger wohlgeschickter Töpffer aus Davids
Raum, die Kuntzin, meiner Schwester bissheriges
Aufwarte-Mägdgen.
Es waren die allermeisten Personen dieser Insul in reinlicher Kleidung zugegen, um diesem Trau-Actui zuzusehen, welcher biss in die Mittags-Stunde währete. Unser nunmehriger Alt-Vater Albertus II. war auch selbst zugegen, und führte, nebst meinem Vater, die 3. ersten Paare zum Altare, die übrigen wurden von den andern Aeltesten und Europäischen guten Freunden geführt. Nachdem sich nun der ganze Trau-Actus, den Hr. Mag. Schmeltzer mit einem Sermon angefangen, wie sonst ordentlicher Weise, jedoch ohne Music, beschlossen, und die Mittags-Stunde heran genahet war, begaben wir uns sämmtlich an den Ort, wo der Alt-Vater auf Hrn. Wolffgangs grünen Taffel-platz, auf allen Tischen, vor alle Stämme, vortreffliche speisen und Geträncke auftragen und zurichten lassen. Die Copulirten sassen mit dem AltVater, Hrn. Mag. Schmeltzern, denen Capitains Wolffgang, Wodlei und Horn auch Mons. Litzberg und Blac an der halb-runden so genannten Braut-Taffel, die übrigen Aeltesten aber præsidirten bei ihren Tischen, und die ledigen Europäer hatten sich bei ihre besten Freunde eingeteilt, wie denn auch kapitän Horns Freigelassene mit an die Tische eingeteilt und zur Aufwartung lauter Felsenburgische Knaben und Mägdlein bestellet waren. Also sassen wir biss 3. Stunden lang unter den vergnügtesten Gesprächen bei Tag war, nach diesen gingen wir sämtlich in den Alléeen ein paar Stunden spatziren, eine gute Stunde vor Untergang der Sonnen aber begab sich ein jeder mit seinen Angehörigen nach seiner wohnung, und liessen die Lustbarkeiten biss auf eine andere Zeit ausgesetzt bleiben.
Gleich tages darauf ging die Arbeit an unsern Schul- und Häuser-Bau wieder an, so, dass binnen 4. Wochen alle diese 13. Gebäude vollkommen gerichtet waren, so bald eins fertig stunde, waren die Mäurer und Tüncher gleich hinter her, so, dass im May-monat schon alles fertig gemauert, getüncht und geweisset war, ungeachtet dass uns die Erndte-Zeit und WeinLese viel fleissige Arbeiter entzogen hatte. So fleissig nun aber diese Bau-Leute gewesen, desto weniger spareten die Tischler, Schlösser und Glassmacher ihre Mühe, um diese Wohnungen mit Türen, Schlössern und Fenstern, auch Tischen und Stühlen zu versehen, wie denn die Zimmer-Leute, auch die Treppen und andere Notwendigkeiten, nach Anweisung Mons. Litzbergs, immer nach gerade fertig machten, so, dass alle diese Gebäude vor Ausgang des 1731sten Jahres vollkommen ausgebauet stunden, und wir nach Belieben einziehen konnten, wenn wir wolten. Allein, wir beredeten uns alle, die Wände erstlich vollkommen austrocknen zu lassen, und nicht ehe, als mit Eintrit des Februarii 1732. einzuziehen, welches denn auch geschahe. Ich muss aber doch vorher eine kleine Beschreibung von allen diesen Wohn-Stätten machen, auch die Personen anzeigen, welche sich deren zu bedienen hatten, demnach war in der Mitten
Num. I. das Schul-haus, 3. Stockwercke hoch, oben mit einem kleinen Türmlein, worein mit der Zeit eine Schlage-Uhr, nebst einer Schul-Glocke gebracht werden sollte. Es befanden sich in diesem Schul-haus 6. geraumliche Stuben, 8. zum teil etwas kleinere Cammern, eine grosse und kleine Küche, 2. Speise-Gewölber und ein Keller.
Die andern 12. kleinern Häuser waren nur 2. StockWerck hoch, hatten jegliches 3. Stuben und ein Sommer-Stübgen im dach, nach der Kirche zu, 5 Cammern, 1. Küche, 1. Speise-Gewölbe, einen Keller, und es war acurat eins in Dach, Fach und sonsten gebauet und ausgeziert wie das andere. Es erwählten sich demnach und bezogen die
Num. 2. Herr Mag. Schmeltzer.
Num. 3. Dessen Herr Bruder mit meiner Schwester.
Num. 4. War mir Eberhard Julio wegen der Aus
sicht an 3. Seiten, nämlich gegen Morgen, Mit
tag und Mitternacht am angenehmsten, wesswe
gegen ich selbiges mit meiner Cordula bezohe.
Num. 5. Hr. Diac.