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, die grossen schönen Spiegel-Taffeln da hinein geschnitten. Demnach waren sie nunmehr beschäfftiget, auch auf der ganzen Albertus-Burg Glass-Fenster einzusetzen. Der Mahler, Mons. Hollersdorff, war zwar in etwas abgehalten worden, die Mahlerei in der Kirche zu verfertigen, indem er den seligen Alt-Vater 2. mahl recht naturell ausgemahlt hatte, da denn das eine Stück in der Kirchen, das andere aber auf der Albertus-Burg angehefftet wurde, indessen hatten doch seine angenommenen Lehrlinge die Stühle mit Farben angestrichen, auch das meiste, was gemahlet werden sollte, bereits gegründet, so, dass es nur noch an ihm fehlete, die entworffenen Biblischen Historien, so hie und dahin kommen sollten, vollkommen auszumahlen, auch noch dieses und jenes zu vergulden. Oberwehnte Glas-Hütte befand sich schon im vollkommenen stand, um die andern Künstler und Hand-Wercker hatten die Aeltesten nicht einmal ursache sich zu bekümmern, weil sie vor alles selbst sorgten, und wo ihre Kräffte nicht zureichten, die Nachbarn zu Hülffe rufften.

Plager, Morgental, Herbst und Dietrich hatten 12. Werck-Stätten in Jacobs-Raum angelegt, worin Ertz, Messing, Kupffer, Stahl und Eisen grob und klein verarbeitet wurde, also war diese Pflantz-Stadt weit volckreicher worden als bisshero, denn es arbeiteten in jeder Werck-Statt wenigstens 5. biss 6. Personen, und die Felsenburger schienen besondere Lust zum Schmiede-Werck und Metall-Giessen zu haben.

Lademann, Herrlich und Krätzer hatten nicht vielweniger geschickte Gehülffen im Holtz-arbeiten, nämlich in der Dressler-Bildschnitzer-Tischler- und Müller-Profession, der gemeinen Zimmer-Leute aber waren noch weit mehr.

Schreiner, der Töpffer, hatte 5. Werck-Stätten und 4. treffliche Brenn-Oefen, so, dass er mit seinen 4. Gehülffen nicht allein bisshero alle Insulaner wohl versorgt, sondern auch noch einen gewaltigen Vorrat an Töpffer-Zeuge hatte.

Jedoch weil ich schon oben ein und anderes von den Professionen gedacht, so will voritzo nur noch so viel sagen, dass sich schon um diese Zeit ein jeder Meister seiner Kunst oder Handwercks dergestalt wohl eingerichtet hatte, dass mancher mit 3. 4. 6. ja noch weit mehr Gesellen und Lehrlingen arbeiten konte.

Mittlerweile da wir gewahr wurden, dass ausser dem vielen zugehauenen Bau-Holtze, das unten am Fuss der Albertus-Burg annoch vorrätig, auch in allen Pflantz-Städten noch eine grosse Menge dergleichen anzutreffen war, schlug Mons. Litzberg vor, dass man die Geschlechter doch darum ansprechen möchte, noch so viel Zuschuss von dem besten Bau-Holtze zu tun, als genug wäre, ein Schul-haus nebst noch einigen andern Gebäuden vor die Herrn Geistlichen und übrigen Personen, welche auf dem platz bei der Kirche Lust zu wohnen hätten, zu errichten, ja Mons. Litzberg erklärete sich, seine wohnung in Christians Raum selbst zu quittiren, um nur auch nahe an der Albertus-Burg und an der Kirche zu wohnen, ich fassete ebenfalls die Resolution, meine Wirtschafft hinzukünfftig mit meiner Cordula auf diesem platz in einem besonderen haus anzufangen, und meinen Vater zu mir zu nehmen, da sich nun hierzu noch andere mehr angaben, so, dass auf einmal der Bau gar zu stark worden wäre, wurden vor erst die nötigsten ausgelesen, und Mons. Litzberg machte also den Riss zu den Gebäuden, so, dass sie im grund folgender Gestalt zu stehen kamen:

Es gefiel diese Einteilung nicht allein uns, sondern auch den Aeltesten und übrigen sehr wohl, denn solchergestalt konnten mit der Zeit noch viel dergleichen Häuser um die Kirche herum biss an die Albertus-Burg gebauet werden. Es war demnach dieser Abriss kaum so bald gezeiget, da die Aeltesten aus den Gemeinden gleich Anstalt machten, Holtz, Steine, Kalck, Leimen und dergleichen Bau-Materialien herbei zu schaffen, demnach war in wenig Tagen schon eine ziemliche Menge vorhanden. Mittlerweile hatte Mons. Litzberg den Füllmund auf dem Erd-Boden abgezeichnet, deswegen fing alles, was hände hatte, zu graben, hacken und schauffeln an, auch die Herren Geistlichen selbst, nebst den zärtlichsten Frauenzimmer kamen, sonderlich früh Morgens und gegen Abend, in den kühlesten Stunden herbei, und machten sich 2. biss 3. Stunden lang eine ziemliche Motion.

kapitän Horns 9. Freigelassene griffen sich bei selbst, arbeitete wider unsern Willen und Bitten, als ein Pferd darbei, denn wir hatten Leute überflussig; die Mäurer arbeiteten hurtig hinter drein, und diejenigen, welche mit der Zimmer-Art umzugehen wusten, deren denn eine gar starcke Anzahl war, fackelten auch nicht, sondern hieben dergestalt fleissig, dass zu Ende des Jahrs alles Holtz zum Richten dieser 13. Gebäude fertig lag.

Das heilige Weihnachts- und neu-Jahrs-fest unterbrach demnach vor dieses mahl unsere saure Arbeit. Es ging aber jetzt, wegen unserer anhabenden Trauer, ziemlich stille zu, jedoch in der Kirche war Music, es wurden auch an den hohen fest-Tagen geistliche Melodeien vom Turme geblasen, und in der neu-Jahrs-Nacht 3. mahl die kanonen gelöset, ingleichen ein neu-Jahrs-Choral abgeblasen. Endlich da alle heilige fest-Tage christlich celebrirt waren, trat auch der Tag, nämlich der 9te Jan. ein, da folgende Paar mit einander copulirt wurden:

1. Herr Archidiaconus Schmeltzer mit meiner

Schwester.

2. Hr. Diaconus Herrmann mit der