-Burg kamen.
Die Leichen Predigt und übrige Andacht, auch Ehren-Bezeugungen, waren ausgestellt biss künfftigen Sonntag, da Herr Mag. Schmeltzer dem seligen AltVater eine ungemein vortreffliche Leichen-Predigt über dessen selbst erwählten Leichen-Text hielt. Es erschien zwar alles in Trauer-Habit darinnen, allein, es war weder Cantzel, Altar, Tauff-Stein, Orgel noch sonsten etwas mit schwartzen Tuche bekleidet, sondern in der Kirche blieb alles in seiner behörigen Ordnung, wie es war. Vor der Leich-Predigt wurde mit gedämpfften Instrumenten und dem Orgel-Wercke eine bewegliche Cantata, nach derselben aber eine Trauer-Ode musiciret, es hatte auch bei öffentlichen Gottes-Dienste die Kirchen-Music GOtt zu Ehren alle Sonntage ihren Fortgang, sowohl als wie die Orgel zu den Choralen immerfort gespielet wurde, so, dass dieser, obschon grosse Trauer-Fall, bei dem, was GOtt zu Ehren sonst gestifftet worden, dennoch nicht die geringste Aenderung machen sollte.
Ausserdem aber war auf der Insul alles Volck sehr niedergeschlagen und betrübt, und kamen die hauptsächlichsten Besorgungen auf die Capitains Wolffgang, Wodlei, Horn und Mons. Litzbergen an, als welche alles unumgänglich nötige veranstalteten.
Am 23 Octobris, nahm unser nunmehriger Aeltester und Regent, Albertus Julius II. auf der Vorsteher und unser aller Einraten, die so genannte Huldigung von allen Stämmen ein, und es wurden dieselben, weil es sehr schön Wetter war, auf dem grünen Taffel-platz gespeiset, kehreten aber mit Untergang der Sonnen jeder in seine Behausung, und es ging wegen der tieffen Trauer ganz stille zu. Bei dieser gelegenheit wurden nicht nur die bissherigen Aeltesten der Stämme in ihrem amt bestätiget, sondern auch aus jeder Pflantz-Stadt nach des seeligen Alt-Vaters Willen 3. Beisitzer erwählet und dieselben bestellet, wenigstens voritzo eltliche Wochen hintereinander, allezeit Donnerstags nach angehörter Predigt auf der Albertus-Burg zu erscheinen, um das gemeine Beste zu beratschlagen. Ein jeder Stamm gab demnach ein, was in seiner Pflantz-Stadt annoch voritzo vor der Erndte höchstnötig zu bauen und zu verbessern sei, ingleichen kam in Vorschlag, dass neben der Kirche etliche geraumliche Häuser vor die 3. Herrn Geistlichen, Informatores, insonderheit auch ein besonderes SchulHauss vor diejenigen Knaben erbauet werden sollte, welche sich nicht auf das Haus-Wesen, sondern auf die Teologie und ander hohe Studia legen wolten. Allein, ehe wir alles dieses Bau-Werck noch anfingen, erfuhren wir zu gröster Verwunderung, dass uns ein unverhofftes Stück Arbeit vorgekommen war; denn es hatte sich der letztere Sturm-Wind in der Bucht, wo kapitän Horns Schiff lag, dergestalt gefangen, dass es von allen Seilen und Anckern loss gerissen, und dergestalt an die Felsen-Ecken geschleudert und zerstossen war, dass diese ganze grosse Machine fast gänzlich wandelbar und unbrauchbar worden, wobei am meisten zu bedauern, dass 4. kanonen mit der Wand heraus gefallen und versuncken waren. kapitän Horn krauete sich zwar ziemlich im Kopffe dieses Unglücks-Falls wegen, allein, wir redeten ihm zu, dass er sich dieserwegen keinen Kummer machen möchte, indem sein Schiff nicht allein wieder in vollkommenen Stand gestellet werden, sondern auch er, wenn er gleich mit seinen Leuten noch Jahr und Tag allhier verbleiben müste, doch eben so viel Profit haben sollte, als wenn er eine 3. jährige Reise nach Ost-Indien getan hätte. Demnach muste er sich wohl zufrieden geben, das Schiff aber wurde aus der Bucht heraus geführt, und am fuss unserer Felsen-Insul aufs Trockene gebracht. Sonsten waren die Boote auch ziemlich zerlästert, so, dass die zwei, mit welchen unsere Leute binnen wenig Tagen nach der Insul Klein-Felsenburg fahren und dasigen Gästen frische Lebens-Mittel bringen sollten, ebenfalls erstlich ausgebessert werden mussten.
Nachdem dieses geschehen, bekamen unsere Leute unter Anführung des kapitän Horns ihre völlige Ladung von Lebens-Mitteln, kamen aber noch selbigen Abends mit der Nachricht zurücke, dass sich 9. Portugiesen, welche im letzteren Sturme in dieser Gegend Schiff-Bruch erlitten, mit einem Boot bei den Matrosen auf der Insul Klein-Felsenburg eingefunden, weil sie daselbst Feuer und Rauch aufgehen sehen. Die Capitains Wolffgang und Wodlei waren curieux, diese neu angekommenen Gäste zu besehen, zumahlen da sie höreten, dass ihr kapitän auch mit unter den Erretteten sei, deswegen bekam ich, nebst einigen andern, worunter sich auch Mons. van Blac befand, ebenfalls Lust mit hinüber zu fahren, und ihre Unglücks-Fälle anzuhören. Also nahmen wir wenig Tage hernach etwas mehrere Delicatessen nebst etlichen Fässlein von dem allerbesten Weine zu uns und fuhren hinüber, traffen auch die 9. Fremden mehrenteils vor ihrer Hütte sitzend an, welche, da sie uns vor etwas ansehnlicher als andere, vielleicht auch wohl gar vor strenge Befehlshaber ansahen, so gleich aufstunden und uns entgegen kamen. Mons. van Blac, welcher am besten mit ihnen Portugiesisch sprechen konte, bewillkommete sie in unserer aller Nahmen aufs freundlichste, und verdeutschte uns hingegen, was sie antworteten. Da aber eben dieser, weil er so lange kein Portugiesisch gesprochen, sich fast nicht satt schwatzen konte, sagte ich: Ei! Mons. van Blac! führet doch die ehrlichen Leute an das Ufer, oder lasset ihnen von unsern Boote das mitgebrachte abholen. Mein Herr! sagte er, unsere eigenen Leute sind schon beschäfftiget, alles herbei zu schaffen; es war auch wahr, und bald hernach speiseten wir mit