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bei mir befindlichen Geräte aus, ermahnete einen jeglichen, nur erstlich seine Sachen in Ordnung zu bringen, und zu überschlagen, wo und wie ihre Werckstätten angelegt werden müsten, da denn so gleich unsere Bau-Leute Anstalt machen sollten, dieselben in behörige Ordnung zu bringen, auch sollte es ihnen an Gehülffen und Lehrlingen nicht ermangeln, indem sich genug Felsenburgische Knaben anfinden würden, die diese oder jene Profession zu erlernen geschickt wären.

Demnach blieben auf der Albertus-Burg nur folgende Personen:

Der Alt-Vater Albertus mit denen, ihm von jeden

Stamme zur Aufwartung zugegebenen Knaben

und Mägdleins.

Mein Vater, Franz Martin Julius.

Herr Mag. Schmeltzer nebst seiner Liebste und

zweien Kindern.

Herr Schmeltzer jun.

Herr Herrmann.

kapitän Wadlei.

Mons. van Blac.

Mons. Langrogge und

Mons. Hildebrand, die beiden Musici.

Ich, Eberhard Julius.

Meine Schwester, Juliana Louise.

Jungfer Krügerin

Jungfer Zornin

Barb. Kuntzin, meiner Schwester Bediente.

kapitän Horn mit seinen 9. Sclaven, so lange als

ihm allhier auszuruhen beliebte.

Die Buchbinders hatten ihre Werck-Zeuge am allerersten in Ordnung gebracht, indem sie die vornehmsten Stücke aus Europa mitgenommen hatten, deswegen kamen beide, und ersuchten auch die Kisten, worin die rohen Bücher, Pergament und ander Zubehör verwahret wäre, auszupacken, damit sie einen Anfang machen könnten, die grosse Anzahl Bücher zu verfertigen, welche zu der Felsenburgischen Bibliotec erkaufft und gewidmet waren. Sie durfften hierauf nicht lange warten, sondern bekamen bald, was sie verlangeten. Nächst diesen suchte ich das benötigte vor Mons. Hollersdorffen, den Mahler, hervor, welcher denn mit drei ihm zugegebenen jungen Purschen, die er in der Mahler-Kunst unterrichten sollte, in wenig Tagen den Anfang machte, den Altar zu mahlen, und an behörigen Orten zu vergulden. Weiln aber in unserer Kirche, so wohl als auf der Albertus-Burg keine Glass-Fenster, sondern die Rahmen nur mit durchsichtigen fisch-Häuten überzogen waren, welche doch sehr verdunckelten, so liess ich nicht ab, biss Mons. Litzberg und die übrigen BauVerständigen, sich nebst gnugsamen Arbeitern mit mir auf denjenigen Platz begaben, wo die Glass-Hütte angelegt werden sollte. Es wurde also nicht nur binnen wenig Tagen der Grund aufgegraben, sondern auch sattsames Holtz, Kalck und Steine aufgeführet, und das ganze Gebäude binnen wenig Wochen unter das Dach gebracht. Der Glass-Meister Schubart war ein sehr geschickter Mann, gab an, wohin die Glass-Cammer oder Magazin, der Calcinir-Ofen, der Schmeltzoder Werck-Ofen, und dann der Kühl-Ofen gebauet, und wie eigentlich diese dreierlei Arten von Ofen gemacht werden sollten, bestellete auch die dazu benötigten Machinen und Instrumente, als, die Pfeiffe, Vorschneid-Eisen, das Zwack-Eisen, Bühm-Eisen, Scheere, Auftreib-Scheere, Rössgen, Sattel, eiserne Schöppe, wasser-Trog, Formen, Mörser und dergleichen, und versprach, wenn man ihn und seinen Compagnon so fleissig fort förderte, auch gnugsame Materialien zuführen liesse, binnen wenig Wochen so viel Glass-Taffeln zu liefern, als wir zu unsern Kirch-Fenstern nötig hätten. Ich sparete keine Worte, die Vorsteher der Gemeinden dahin zu bringen, dass sie sich diesen Bau rechtschaffen angelegen sein liessen, deswegen fehlete es nicht an fleissigen Arbeitern, auch wurden die Materialien zum Glassmachen nach und nach dergestalt häuffig zugeführet, dass der Glass-Meister völlig vergnügt war. Ich begab mich alle Woche zwei biss drei mahl dahin, diesen Bau zu besichtigen, allein, ich konte wenig tüchtigen Rat dazu geben, weil ich die Sache nicht verstund, hergegen taten Mons. Litzberg, Plager, Morgental und andere nebst dem Glass-Meister Schubart das beste bei Anlegung dieser Sache, so, dass sie endlich noch vor Michaelis völlig zum stand kam, und wir eine probe von vielerlei Sorten der Gläser, mit grössten Vergnügen zu sehen bekamen, auch die fleissigen Arbeiter zum öfftern besuchten, indem sich verschiedene Felsenburgische junge Männer, Junggesellen und Knaben mit dazu gebrauchen liessen.

Binnen der Zeit aber kam uns auch die Lust an, die andern neu mitgebrachten Handwercker zu besuchen, und fanden, dass die Buchbinders sehr fleissig gewesen waren, denn sie hatten schon eine ziemliche Anzahl Bücher recht nett und sauber eingebunden. Der Seiffensieder Breitschuch zeigte schon viele Centner von seiner, mittelmässigen und geringen Seiffe, versprach auch, nur noch einige Centner dazu zu machen, und selbige hernach auf die Albertus-Burg zu liefern, damit selbige unter die Stämme verteilt, und jede Hausswirtin so viel davon habhafft werden könnte, sich eine Zeitlang damit zu behelffen. Der Zinngiesser Trotzer lieferte von den ihm gegebenen 10. Centner Zinn vorerst 6. Dutzent grosse, mittelmässige und kleinere Schüsseln, 12. Dutzent Teller, nebst allerhand andern Sachen, welche alle zu specificiren viel zu weitläufftig fallen würde, das ansehnlichste darunter aber war ein Hand-Fass von besonderer façon und ungemein sauberer Arbeit, nebst einem ganz Zinnern propern Caffée-Tische, welche beiden Stükke er in des Alt-Vaters Zimmer gestellet haben wolte. Besterlein, der Sattler, hatte in des Alt-Vaters Zimmer 2. Dutzent saubere Stühle beschlagen, 3. schöne Sättel und verschiedene Sorten von Riemen-Werck zum Meister-Stücke gemacht. Bei Engelhardten in Davids-Raum traff man schon eine gewaltige Menge von allerlei blechernen und messingenen Gefässen und Sachen an, er wolte aber deren erstlich noch mehr verfertigen