gut, denn er hatte diese Kunst so gar nach Noten gelernet, die 4. erstgemeldten aber bliesen die Trompeten auch sehr wohl, ungeachtet Litzberg und Harckert lange nicht im Exercitio gewesen waren.
etwa eine Stunde darnach liess ich die kanonen zum andern mahle abfeuern, worauf sich denn wiederum Trompeten und Paucken binnen einer Stunde 3. mahl hören liessen. Endlich da wir sahen, dass die Einwohner von allen Strassen her, immer näher und näher angezogen kamen, wurden die Stücke zum dritten mahle gelöset; Trompeten und Paucken liessen sich wieder hören, biss sich alles Volck vor der Albertus-Burg versammlet hatte, da denn endlich die Melodei des Chorals: Es woll uns GOtt genädig sein etc. etc. als welcher unsers Alt-Vaters täglicher Gesang war, 3. mahl mit Zincken und Posaunen abgeblasen, nachher mit allen Glocken zu läuten angefangen, und damit eine ganze Stunde lang continuirt wurde. Binnen der Zeit war alles in Ordnung gebracht, und der Zug von der Albertus-Burg also eingerichtet: Erstlich gingen die Kinder von 3. 4. biss 14. Jahren, alle über ihre ordentliche Kleidung mit weissen Hembden, die fast biss auf die Erde reichten, angetan, grüne Cräntze auf den Häuptern, und grüne Zweige in den Händen habend, voran; sie waren von ihren Schulmeisters nicht nur in Ordnung gestellet, sondern wurden auch darinnen erhalten; hernach folgten die Jungfrauen mit Cräntzen, ebenfalls in weissen Habit; auf diese die 3. Herren Geistlichen, denen der Alt-Vater in der Sänffte nachgetragen wurde. Hinter derselben her, gingen erstlich die sämmtlichen Felsenburgischen Jung-Gesellen, alle in roter Kleidung, diesen folgten die Weiber und Wittben, alle schwartz gekleidet, hernach kamen die sämmtlichen Europäischen Einkömmlinge; und den ganzen Zug beschlossen die Felsenburgischen Männer, in solcher Ordnung, dass jede Familie von ihrem Aeltesten oder Vorsteher, der voran ging, geführt wurde.
Im Heruntergehen wurden die Lieder gesungen: Nun freut euch lieben Christen gemein, etc. etc. Es ist das Heil uns kommen her, etc. etc. Wie schön leucht uns der Morgen-Stern, etc. etc. Nun lob, mein Seel, den HErren, etc. etc. So bald sich alle Personen in der Kirche befanden, und das letzte Lied ausgesungen war, wurde auch zu läuten aufgehöret, und der GOttes-Dienst mit dem lied: Komm Heiliger Geist, erfüll etc. etc. angefangen, hierauf intonirte Hr. Mag. Schmeltzer vor dem Altare: Gelobet sei die Heil. Dreifaltigkeit. Worauf unter Trompeten und Paucken-Schall von dem Orgel-Chor geantwortet wurde: Und unzertrennte Einigkeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen! Und unter der Zeit wurden auch auf der Albertus-Burg 6. kanonen abgefeuert, nachdem aber Herr Mag. Schmeltzer das Gebet: HErr GOtt himmlischer Vater, von dem wir ohn Unterlass allerlei Guts etc. etc. abgesungen, wurde der Choral: Allein GOtt in der Höh sei Ehr etc. angestimmet. Hierauf an statt der Epistel das 41te Capitel aus dem Propheten Jesaia verlesen, so dann das Lied gesungen: O HErre GOtt, dein göttlich Wort etc. an statt des Evangelii der 122. Psalm Davids verlesen, und hernach folgende Cantata musiciret:
* *
*
Recit.
Soprano solo.
Aus meines Hertzens-grund
Sag' ich dir Lob und Danck,
Jedoch allgegenwärtig bist,
Und vor des Satans Trug und List
Die dir ergeb'nen Seelen schützest.
Es sagt die Felsenburger-Schaar,
Die sonst ein kleines Häufflein war,
Aus einem mund
Und mit vereinten herzen,
Jetzt und ihr Lebenlang
Dir, grosser GOtt,
Und starcker Zebaot,
Vor deine Güte Lob und Danck.
Concert.
Psalm. 147. v. 12. seq.
Preise, Jerusalem, den HErrn, lobe Zion deinen GOtt, denn er macht veste die Riegel deiner Tore, und segnet deine Kinder drinnen.
Er schaffet deinen Gräntzen Friede, und sättiget dich mit dem besten Weitzen. Er sendet seine Rede auf Erden, sein Wort läufft schnelle.
Choral.
Tenore.
Lob und Danck sei dir gesungen,
Vater der Barmhertzigkeit,
Dass mir ist mein Werck gelungen,
Dass du mich vor allem Leid
Und für Sünden mancher Art
So getreulich hast bewahrt,
Auch die Feind' hinweg getrieben,
Dass ich unbeschädigt blieben.
* *
*
Keine Klugheit kan ausrechnen
Deine Güt und Wundertat,
Ja kein Redner kan aussprechen,
Was dein Hand bewiesen hat,
Deiner Wohltat ist zu viel,
Sie hat weder Maass noch Ziel,
Ja du hast mich so geführt,
Dass kein Unfall mich berühret.
Recit.
Alto solo.
Ja wohl ist niemand so geschickt,
Die Gnaden-Zeichen allzumahl,
So GOtt von Kindes-Beinen an
Bei uns getan,
Diss heist die ungezählte Zahl,
Und wird es immer bleiben,
Biss uns nach dieser Zeit
Des Allerhöchsten Gütigkeit
Ins ew'ge Leben rückt.
Inzwischen müssen wir bekennen:
Wie dass die gröste Wohltat sei:
Dass wir sein heilig Wort
Und Luters reine Lehren
Von nun an fort und fort
Auf dieser Insul können hören;
Und uns dabei
Auch GOttes Kinder dürffen nennen.
Concert.
Psalm. 119. v. 105.
Dein Wort ist meines Fusses Leuchte, und ein Licht auf meinem Wege.
Choral.
Sopran.
Mein'n Füssen ist dein heiligs Wort ein brennende Lucerne, ein Licht, das mir den Weg weis't fort, so dieser Morgen-Sterne in uns