das menschl. Geschlechte sind, denn mit den allergrösten Flatterien hätte ich diese Leute binnen 8. Tagen dahin nicht bringen können, (wenn sie gewust hätten, dass es mein ernstlicher Wille wäre,) wohin sie sich von freien Stücken selbst gewendet.
Wir blieben also noch ein wenig bei ihnen, da es uns aber Zeit zu sein dauchte, ruffte sie kapitän Horn nochmahls zusammen, und sprach: Nun so haltet denn euer Wort, seid vernünfftig, folget euren 3. Vorgesetzten, macht euch eure Hütten und FeuerHeerde bequem, denn zu Kochen und Braten werdet ihr genug kriegen, sorget vor nichts, und bleibet nur hier in Ruhe, wir aber wollen an Boord gehen, jedoch in wenig Tagen will ich euch wieder besuchen, und hören, wie ihr euch aufgeführet habt.
Sie waren alle wohl zufrieden, sonderlich wegen der vollen Fässer, begleiteten uns aber doch biss an das Ufer, wo die Boote stunden, mit welchen die Felsenburger uns mit sammt den Europäern wieder aufs Schiff brachten, weil aber die Nacht vor der Hand war, wolten wir die Ancker nicht so gleich lichten, sondern verspareten solches biss zu anbrechenden Tage, höreten die ganze Nacht hindurch ein gewaltiges Freuden-Geschrei von unsern auf der Insul befindlichen Matrosen, welche sich allem Vermuten nach das Geträncke ziemlich zu Nutz gemacht hatten, wir gönneten es ihnen aber sehr gern, wunden noch vor anbrechenden Tage die Ancker auf, und gelangeten ungefähr um 9. Uhr in behöriger Weite vor dem Eingange der Insul an, da wir denn die Ausladung des schiffes den Felsenburgern überliessen, bei welchen kapitän Wolffgang und einige bereits eingesessene Europäer blieben, von dem jetzt angekommenen aber stiegen folgende Personen durch das Nord-Gewölbe den Felsen hinauf:
1. Mein Vater, Franz Martin Julius.
2. kapitän Horn.
3. Herr Jacob Friedrich Schmeltzer.
5. Herr Johann Friedrich Herrmann.
6. Mons. Richard van Blac.
7. Jungfer Anna Sibylla Krügerin.
8. Jungfer Susanna Dorotea Zornin.
9. Barbara Kuntzin, meiner Schwester Magd.
10. Johann Martin Rädler,
11. Christian Gebhard Ollwitz, 2. Buchbinder.
12. Valentin Schubard,
13. Jeremias Rudolph Kindler, 2. Glassmacher.
14. Joh. Hildebrand Breitschuch, ein Seiffensieder.
15. Moritz Engelhart, ein Blechschmidt.
16. Victor Magnus Hollersdorff, ein Mahler.
17. Salomon Friedrich Besterlein, ein Sattler.
18. Carl Heinrich Trotzer, ein Zinn-Giesser.
19. Emanuel Siegfr. Langrogge,
20. Heinrich Gottfr. Hildebrand, 2. vortreffliche
Musici.
Die 9. Sclaven des kapitän Horns mussten gleichfals mit auf dem Schiffe bleiben, doch wolte sich kapitän Horn bei dem Alt-Vater ausbitten, dass sie nach völliger Ausladung desselben auf die Insul gelassen, und daselbsten getaufft würden, weil sie, nach Herrn Schmeltzers und Herrn Herrmanns Versicherung, welche beide dieselben unterwegs fleissig informirt, die Articul des Christlichen Glaubens sehr wohl inne, auch die gröste Lust hätten, sich tauffen zu las
Es waren abermals fast alle Einwohner der ganzen Insul beisammen, als wir an Land kamen, oben aber auf der Ebene war Herr Mag. Schmeltzer der erste unter den naturalisirten Felsenburgern, welcher uns entgegen kam, und fast vor Freude in Ohnmacht gesuncken wäre, als er seinen liebsten Bruder, meinen Vater und meine Schwester erkandte. Jedoch weil meine Beschreibung viel zu weitläufftig werden würde, wenn ich alle Reden, die allhier vorfielen, wiederholen wolte, will ich mich nur der Kürtze befleissen, und so viel sagen, dass wir abermals recht in Procession die Albertus-Burg hinauf stiegen, mitlerweile aber unsere gefährten unten in einem grossen Zimmer in etwas zu verweilen gebeten wurden, führte ich die ersten 5. Haupt-Personen erstlich allein zum Alt-Vater hinauf, unter welchen aber dieser niemanden kennete, als den kapitän Horn. Nachdem ich ihm nun gesagt, dass dieser Herrn Mag. Schmeltzers leiblicher Bruder, jener Herr Herrmann, ebenfalls ein Teologus, welche beiden ich in Europa zu Priestern weihen lassen, das aber mein Vater und diese meine Schwester wäre, sass er eine lange Zeit als ein Lebloser, endlich aber erholte er sich wieder, umarmete und küssete uns alle, fragte hernach meinen Vater: Wisset und glaubet ihr auch, dass ich so ein naher Anverwandter von euch bin. Ich habe es, mein Herr Vater! gab mein Vater zur Antwort, aus dem mund dieses meines eintzigen Sohnes, Eberhard Julii, vernommen, und bin noch jetzt unvermögend, die wunderbaren Führungen des himmels gnungsam zu bewundern. Ich freue mich von Grund der Seelen, versetzte der Alt-Vater, euch alle insgesammt bei mir zu sehen, und dass ihr Zeugen meines vergnügten Wohlstandes sein könnet, ihr werdet aber vielleicht auch Zeugen meines bald heran nahenden Endes sein, denn da der Himmel nunmehr mein Bitten und Flehen in allen Stücken erhöret hat, wüste ich mir nichts weiter zu wünschen, als einen baldigen sanfft und seeligen tot. Wir taten hierüber sehr kläglich, ich aber sagte: wie dass ich den Himmel bitten wolte, ihn nur wenigstens so alt werden zu lassen, als Don Cyrillo de Valaro auf dieser Insul alt worden wäre. Nein, mein Sohn! versetzte er, das wünschet mir nicht, sondern viel lieber eine baldige Auflösung; Don Cyrillo hat viel Arbeit auf dieser Insul getan, ich werde aber wohl nicht lügen, wenn ich sage, dass ich noch mehr getan, und weit mehr Kummer