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Am zweiten Tage kam der kapitän VVodlei wieder zurück, und führte uns sämmtlich in die Residentz des Sultans, biss auf einige Mannschafft, welche zur Besatzung und Verwahrung des schiffes und unserer Sachen zurück bleiben mussten.
Ich würde aber länger als zwei biss drei Tage Zeit haben müssen, sagte hierbei der kapitän Horn, wenn ich der Länge nach alles erzehlen wolte, wie uns allhier von den Mindanäern und etlichen daselbst gegenwärtigen Engel- und Holländern begegnet worden, denn es hatten sich verschiedene, welche des herum schweiffens überdrüssig gewesen, daselbst fest gesetzt, Weiber genommen und Kinder gezeuget, wie sie denn auch zwei Englische Priester bei sich, und ein besonderes haus zu Haltung des Gottes-Dienstes erbauet hatten, jedoch fanden sich viele unverheiratete Mannes-Personen unter ihnen, welche mit dem dasigen Zustande nicht allerdings zu frieden waren. Immittelst ging unsere Handlung daselbst sehr profitabel von statten, das meiste was wir eintauschten, bestund in lautern Golde, Wachs, trefflichen Toback, Nägel-Rinde und andern Specereien. Nachdem wir uns aber eine ganz neue Barque gebauet, fuhren wir mit diesem Leichten Schiffe auf andere umliegende Insuln und zogen aus selbigen einen ungemeinen Nutzen, indem wir die Näglein und Muscaten-Nüsse ausser dem ohne dieses wohlfeilen Preise halb umsonst bekamen, anbei alle gelegenheit flohen, unsern Lands-Leuten den Holländern, welche sich auf die Moluccischen Insuln feste gesetzt, vor die Augen zu kommen.
Indem aber ich und die arbeitsamsten von meinen Leuten unter Anführung des Capitains Wodlei allen möglichsten Fleiss und Mühe anwendeten, die völlige Ladung auf das Schiff und die Barque zu schaffen, muste Adam-Gorques nebst einer hinlänglichen Mannschafft auf Mindanao, in unserer Niederlage als Ober-Aufseher zurück bleiben. Allein da wir einsmahls nach 4 Monatlicher Abwesenheit wieder zurück kamen, fand sich alles in sehr verwirreten Zustande, denn Adam Gorques war so wohl als seine Untergebenen in ein sehr liederliches Leben geraten, hatte nicht allein sein ganzes Vermögen durchgebracht, sondern nebst seinen übrigen liederlichen Gesellen von unsern Gütern und Sachen genommen, verkaufft oder verschenckt was ihnen beliebt hatte. Dieserwegen erhub sich ein starcker Streit unter uns, und wenn ich so hitzig als Gorques und sein Anhang gewesen wäre, dürffte es leichtlich zu einem blutigen Gefechte unter uns selbst gekommen sein. Allein weil der kapitän Wodlei merckte, dass sich Adam Gorques einen starcken Anhang unter den Mindanäern gemacht, und ein ganz besonderes Vorhaben aus zuführen willens hatte, stifftete er einen Vergleich unter uns allen, so dass wir denen Rebellen annoch etwas Gewisses heraus gaben und zufrieden waren, dass sie sich von uns trenneten und als Leute, die hinfüro beständig auf dieser Insul zu bleiben Lust hatten, ihre Hausshaltungen einzurichten anfingen.
Adam Gorques war einzig und allein Schuld und ursache an dieser Trennung, denn er hatte sich in die Tochter eines daselbst wohnenden Engelländers verliebt, mit der er sich auch bald hernach trauen liess, und unter allerhand süssen Vorstellungen, begaben sich nach und nach die allermeisten auf seine Seite, so dass aus der höchstnötigen Anzahl annoch getreuer Schiff-Knechte, letzlich nicht mehr als 8 Personen und der kapitän Wodlei mit seinen Engelländern auf meiner Seite blieben und mit mir zurück gehen wolten. Dieses ging mir sehr verdrüsslich im Kopffe herum, jedoch der kapitän Wodlei sprach mich zufrieden, und gab den Anschlag, wie wir, durch Geld und eine kluge List, Leute genug zur Rück-Fart erlangen könnten. Er sprach demnach etliche missvergnügte Holl- und Engelländer an, welche, wie ich bereits gemeldet, schlechte Lust länger auf Mindanao zu bleiben hatten, und machte den Handel in geheim mit ihnen richtig! dass sie ohnbewust der Mindanäer und unserer Rebellen heimlich mit uns abfahren sollten, ich aber kauffte, nicht allein hier, sondern hernach auch anderer Orten so viel Sclaven auf, als zu besetzung des schiffes und der Barque nötig waren, machte aber durch getreue Beihülffe des kapitän Wodlei unser Schiff mit guter Musse seegelfertig, überredete so wohl den Sultan nebst seinen Untertanen, als auch unsere Abtrünnigen, denen Holländer als unsern eigenen Lands-Leuten auf dieser oder jener Specerei-Insul noch etwas abzuzwacken, und so dann wieder nach Mindanao zu kommen, fuhren also mit ziemlichen Vergnügen von dannen, des Willens so bald nicht wieder daselbst zu erscheinen.
nunmehr erzehleten diejenigen, welche der kapitän Wodlei von Mindanao abspenstig gemacht hatte, öffentlich, dass alle daselbst zurück gebliebenen Europæer eine Zusammenverschwerung unter sich errichtet hätten, nach und nach immer mehr Volck an sich zu ziehen, Schiffe und Vestungen zu bauen, in Summa lauter solche Anstallten zu machen, dass sie den Sultan von Trone stossen, nebst seiner ganzen Familie und vornehmsten Bedienten ermorden, ja in der ganzen Stadt und land, ein grausames MordSpiel anrichten und solchergestallt wenigstens den grössten teil der Insul unter ihre Botmässigkeit bringen wolten, Adam Gorques aber sei das Haupt dieser Zusammenverschwornen und vermeinte König darauf zu werden, hätte aber aus keiner andern Ursache das geheimnis gegen uns verschwiegen, als weil er entweder vermeinet der kapitän Wodlei und ich möchten uns in diesen gefährl. Handel nicht mischen, oder ihm nach glücklichen Ausschlage etwa die Ehre disputirlich machen wollen.
Wir, die solches zum ersten mahle höreten, erstauneten über solche tollkühne Anschläge, propheceieten aber dem Adam Gorques und seinen Anhängern wenig guts, und danckten dem Himmel, dass diese zusammen Verschwerung nicht bei unsern Dasein verraten worden, weil es sonsten gar leichtlich unser Leben mit kosten können, ungeachtet wir unschuldig waren.
Immittelst führte uns der kapitän Wodlei einen ganz besonderen Weg nach