mit B. bezeichneten Städte an, wo unser Schiff vor Ancker liegend, und die aufgebaueten Lauber-Hütten annoch unversehrt angetroffen wurden. Es gefiel uns allen noch eine Nacht in diesen, noch ziemlich frischen Laub-Hütten zu schlaffen, deswegen wendeten wir den übrigen teil des Tages dazu an, eine grosse Menge derer besten Früchte, Kräuter und Wurtzeln aufs Schiff zu schaffen, um solches unsern Freunden zum Schertz als etwas seltsames mitzubringen. Lademann, Herrlich und andere mehr machten sich indessen ebenfalls uñötige Mühe, indem sie verschiedene gerade Bäume und Stangen umhieben, und dieselbe zum mitnehmen mit gröster Mühe aufs Schiff schafften. Mons. Litzberg nahm zur Curiositeé sein gesottenes Saltz, Plager aber eine grosse Menge Ertzhaltige Steine aus dem Gebürge mit, als woran er sich nebst etlichen andern fast halb kranck getragen hatte, wir lachten ihn dieserwegen ziemlich aus, allein er lachte wieder und sagte: Meine lieben Herren, es wird schon die Zeit kommen, dass ihr oder eure Kinder Glocken, Brau-Pfannen, Kessel und anderes Kupffer und Messing-Geschirr verlangen werdet, ist es nun nicht gut, wenn man weiss, wo das dazu benötigte Ertz zu suchen ist? Solchergestalt mussten wir ihm in Wahrheit recht geben.
Nachdem aber alles seine Richtigkeit, auch Mons. Litzberg den ohngefähren Abriss von dieser kleinen Insul, welche er auf dem Gebürge völlig übersehen können, verfertiget hatte, kehreten wir Sonnabends den 3ten Maji wiederum zurück aufs Schiff und bald Nachmittags zu der Insul Gross-Felsenburg, wo uns unsere Freunde, erstlich, nachdem wir sie mit 3. Salven gegrüsset, gleichfalls mit etlichen Stück-Schüssen, bei glücklicher Anländung aber dergestalt hertzlich bewillkommeten, als ob wir 10. Jahr aussen gewesen wären, und die halbe Welt umseegelt hätten. Ein jeder, der sich herbei nahete, wurde mit ausländ. sogenandten Früchten beschenckt, welches ein hertzliches Gelächter, sonderlich bei dem Alt-Vater erweckte, denn er bekam den besten teil, über dieses statteten wir ihm einen richtigen Rapport von unserer Untersuchung der kleinen Insul ab. Da aber Mons. Litzberg auf das erblickte unbekandte Land kam, und zu vernehmen gab; wie er sehr grosse Lust hätte selbiges genauer zu betrachten, sprach der Alt-Vater: Mein Sohn! dieses Land haben ich und der alte Amias schon vor vielen Jahren, nur aber zu gewissen zeiten, wenn das Wetter nicht allzu klar und auch nicht ganz trübe gewesen, ohne Perspectiv gesehen. Ich glaube selbst, dass es eines von den gegen den Süder-Pol gelegenen unbekandten Ländern auch vielleicht unbewohnt und dennoch fruchtbar, aber auch wohl nur ein blosser Schatten oder Blendwerck der Augen sein kan. Allein, gesetzt auch, dass es ein würckliches gutes Land wäre, was nützet uns, sonderlich anitzo, dergleichen Untersuchung, genug wenn wir unsern Nachkommen hiervon einige Nachricht hinterlassen. Es wird, wie ich glaube, noch eine ziemliche Zeit hingehen, ehe sich meine Geschlechter dergestalt vermehren, dass sie auf Gross- und Klein-Felsenburg nicht mehr Platz und Nahrung haben können, als denn ist es erstlich Zeit, dass sie sich nach andern Insuln oder festen Ländern umsehen. Bei jetzigen Umständen aber und ferner in einem Seculo oder noch länger, wäre es mit unter die eiteln Lüste zu rechnen, wenn sich jemand grosse Mühe dieserhalb geben wolte. Denn was sollte wohl an solchen Orten zu suchen sein, welches wir nicht in grossen Uberfluss besässen, oder wenigstens entraten könnten. Demnach schämeten wir uns wegen des neuentdeckten Landes sämtlich dermassen, dass hinführo in Gegenwart des Alt-Vaters, ferner kein eintziger ein Wort davon erwehnen wolte, zumahlen da uns jetzt Herr Mag. Schmeltzer und Herr Wolffgang ziemlich damit aufzogen.
Immittelst war doch nunmehr auch diese Neugierigkeit und Lust gebüsset worden, bald hernach rückte die etwas rauhere Herbst- und Winters-Zeit heran, welche aber unser Vergnügen keinesweges stöhrete, denn nunmehr war ein jeder, sonderlich zur RegenZeit desto fleissiger seine haus-Arbeit, die unter dem dach verrichtet werden konte, vorzunehmen.
Monsieur Litzberg, Lademann, Plager und Herrlich brachten bei dieser Zeit zwei vollkommen gute Clavicordia zuwege, und schenckten eins darvon auf die Albertus-Burg, damit zuweilen Herr Mag. Schmeltzer oder ich, uns darauf üben und dem AltVater die lange Weile vertreiben konnten. Die DratSeiten hatte Mons. Plager hierzu gezogen, und guten Teils übersponnen, als warum Lademann anfänglich die meiste sorge getragen. Ausser diesen wurden auch bald 2. Violinen und eine Bass-Geige fertig, welche zwar nicht alle Europäische Zierraten, jedoch einen sehr guten Klang hatten. Demnach befanden wir uns im stand eine vollstimmige Music zu machen, wenn nämlich Mons. Litzberg die Laute, Kramer und Herckert die Violinen, Lademann den Violon, ich aber das Clavier spielete, und weil Mons. Litzberg, sonderlich aber Herr Mag. Schmeltzer etwas von der Composition verstunden, so wurde gar bald Anstalt zu einer Kirchen-Music gemacht, und selbige auch nicht selten zu allerseitigen Vergnügen abgelegt. Unter unserer studirenden Jugend fanden sich gar geschwind tüchtige Subjecta, so wohl zur Vocal- als Instrumental-Music, und weil Lademann nebst seinen Lehrlingen nach und nach immer mehr dergleichen Instrumente verfertigten, war kein Zweiffel binnen weniger Zeit ein vollkommenes Chor zu bestellen.
Endlich liess sich der künstliche Lademann gar in den Sinn kommen, eine Orgel in die Kirche zu bauen, indem er sich derer, in der Nonnen-Kirche erlernten Wissenschafften, annoch sehr wohl erinnerte, und da ihm vollends Herr