schuldig ist.
Hierbei wurde gezeigt:
1.) Das Metall, woraus selbiger geprägt sei.
2.) Das Gepräge welches darauff befindlich sei.
3.) Die Art und Weise wie er zu geben sei.
Die Ausführung und Application, auf unsern gegenwärtigen Stand und Wesen, war dergestallt wohl elaborirt dass ich mich nicht erinnern konte, zeit Lebens eine herrlichere Predigt gehört zu haben. Nachdem aber der Vormittägliche GOttes-Dienst mit dem lied: Es woll uns GOtt genädig sein etc. welches des Altvaters alltäglicher Gesang war, beschlossen worden, begab sich die ganze Versamlung, auf den, von Herrn Wolffgang angelegten Speise-Platz, der von neuen ausgeputzt und mit frischen grünen Laubwerck umzäunet war. Hieselbst hatte der Altvater die Veranstalltungen gemacht: dass alle Einwohner, gross und klein, notdürfftige speisen und Geträncke zu sich nehmen konnten. Da nun auch dieses mit gröster Mässigkeit geschehen, wurde das Zeichen gegeben, wiederum in die Kirche zu gehen, wo nach einigen Mag. Schmeltzer erstlich ein Töchterlein aus dem Stephans-Raumer Geschlechte tauffte, wobei Jacob Bernhard Lademann nebst seiner Braut und deren Gross-Mutter Sabina, gebohrne Fleuters, zu Gevattern stunden. Nach diesem Heil. Actu, machte sich Herr Mag. Schmeltzer vor dem Altare fertig, die Trauung der bereits in Ordnung sitzenden Verlobten vorzunehmen, demnach wurde erstlich Mons. Litzberg von Herr Wolffgangen und mir, dessen Braut (a) Helena aber von ihrem leiblichen Vater und dem Gross-Vater Christian Julio zum Altar geführt, und auf Evangelisch-Luterische Art zusammen gegeben. Hierauff folgete der Chirurgus, Herr Johann Ferdinand Kramer, der ebenfalls von Herr Wolffgangen und mir, dessen Braut (b) Maria Albertina aber, von ihrem leiblichen Vater und Gross-Vater Alberto II. geführt wurde. Mons. Plager liess sich von Mons. Litzbergen und mir begleiten, dessen Braut (c) Dorotea Jacobine aber von ihrem Vater und dessen eintzigen leiblichen Bruder. In folgender Ordnung wurden demnach weiter von abwechselenden Personen herbei geführt, Mons. Philipp Harckert mit seiner Liebste (d) Anna Robertina, die meiner Liebsten Cordula Vaters, Bruders Tochter war. Andreas Kleemann mit seiner Braut (e) Catarina Johanna. Willhelm Herrlich mit (f) Magdalenen. Peter Morgental mit seiner (g) Susanna. Lorentz Wetterling mit seiner (h) Blandina. Philipp Andreas Krätzer und Lademann, welche beide zwei Schwestern und zwar der erste die älteste (i) Rosinen der andere aber (k) Margaretam erwehlet. Johann Melchior Garbe mit (l) Maria Elisabet. Und Nicolaus Schreiner mit (m) Eva Christinen.1
Auf diese nunmehr völlig vergnügten 12. Paar, folgten annoch 11. Paar aus den eingebohrnen Geschlechtern, dass also Herr Mag. Schmeltzer über 4. Stunden Zeit zu bringen muste, ehe er mit diesen 23. Copulationen fertig werden konte, zuletzt aber vollzohe er auch sein eigenes eheliches Verbündniss mit der tugend vollen Christiana Virgilia, welche auf der IV. Tabelle unter der andern Linie bezeichnet stehet. Der Altvater Albertus, verrichtete zwar eigentlich den Haup-Actum der Copulation, gab auch beiden seinen Stamm-Väterlichen Seegen, jedoch die übrigen andächtigen Gebräuche, hielt Herr Mag. Schmeltzer selbst, u. zwar auf eine recht bewegliche Art, so dass den meisten Anwesenden die Tränen in den Augen stunden, und endlich wurde der ganze heutige, höchst wichtige Actus, mit dem lied: Nun dancket alle GOtt etc. und nachherigen hertzlichen Glückwünschen beschlossen.
In gleich darauff folgender Nacht wurden aus allen Pflantz-Städten gnugsame Victualien herbei geschafft, so dass wir ingesammt, drei Freuden-Tage mit ungemeiner Ergötzlichkeit, so wohl bei guten speisen und Geträncke, als andern vergnügten ZeitVerkürtzungen, recht ergötzlich hinbringen konnten. Jedoch sah und hörete man im geringsten nichts von einiger Unmässigkeit und andern ärgerlichen Bezeugen, sondern wir genossen dasjenige Vergnügen, welches GOtt seinen Kindern auf der mühseeligen Welt nicht missgönnet, als gute Christen, danckten dem Höchsten davor, bedachten hernach auch: dass nach der Lehre Salomonis, alles seine Zeit, und ein jedes Vornehmen unter der Sonnen seine gewissen Stunden habe; weswegen sich mit Ablauff des dritten Tages, ein jeder an seinen gehörigen Ort verfügte, und nicht allein seine eigene nötige haus-Arbeit, sondern auch dasjenige nach allen Kräfften besorgen halff, was zu Verbesserung des gemeinschafftlichen Wesens, hier und dar am nötigsten zu sein, erachtet wurde.
Mit dem ersten Advent-Soñtage des nunmehr sich zum Ende neigenden 1726ten Jahres, wurde zugleich der Eintritt eines neuen christl. Kirchen-Jahres mit eiffriger Andacht celebriret, Herr Mag. Schmeltzer hatte seinen neuen Jahr-gang aus den Worten Pauli, 1 Corint. 3. v. 16. 17. genommen, die also lauten: Wisset ihr nicht, dass ihr GOttes Tempel seid etc. und wolte hinfüro in allen Predigten von Stück zu Stück zeigen: Wie man den geistl. Tempel GOttes in seinem herzen nicht nur erbauen, sondern auch im baulichen stand und Wesen erhalten solle; welches gewiss bei damahligen zeiten eine sehr feine Materie war. Nach der Predigt empfiengen etliche 60. Personen das Heil. Abendmahl und solchergestallt wurde auch dieses mahl der GOttes-Dienst in gebührlicher Andacht beschlossen. Jedoch ich erinnere mich, oben versprochen zu haben, eine Specification, von der Vermehrung des Felsenburgl. Geschlechts, auf das Jahr 1726. beizufügen, deswegen will, um vielleicht die Curiositeé einiger, obschon nicht aller Leser zu vergnügen, mein Wort, vermittelst