Erndte anwendeten; als des Vergnügens beraubt sein wolten, ihren Schweiss beim Kirchen-Bau zu vergiessen. Jedoch da die Stamm-Väter, und sonderlich der Altvater Albertus, endlich gewahr wurden, dass die all zu vielen Arbeiter einander sehr öffters nur verhinderten, anbei befürchteten, wie solchergestallt ein und andere Feld-Früchte zu Schaden kommen könnten, machten sie die klügsten Anstallten, eins so wohl als das andere zu besorgen, woher denn kam, dass zu Aussgange des April-Monats, das Mauerwerck der Kirche und des Turms, seine völlige Höhe erreichte. daher waren 12. ziemlich geübte Zimmer-Leute, unter Beihülffe und richtiger Anweisung unseres Tischlers und Müllers, nämlich Lademanns und Kräzers bemühet, das Sparrwerck und Dach-Gestühle, aus den allbereit zugerichteten und behauenen Bäumen zu verfertigen, auch einen seinen höltzernen Aufsatz und zierliche Haube auf den Turm zu bringen. An statt der Schiefer oder Ziegel-Steine zum Dachdecken, wurden von einem leicht zu spaltenden Holtze, Schindeln verfertiget, selbige aber mit dem Schlamme aus denen östlichen See-lachen, bestrichen, welcher, so bald ihn die Sonne getrocknet einen solchen Glantz von sich gab, wie das Spiess-Glass in Europa, auch so fest als ein Kitt auf dem Holtze sitzen blieb, selbiges lange Zeit vor der Vermoderung bewahrete, und nachdem es einmal recht eingetrocknet, sich durch keine Feuchtigkeit von dem Holtze oder Steinen abziehen liess. Solchergestallt warff unser Kirch und Turm-Dach, nachdem selbiges am 14. Julii vollkommen fertig worden, bei Sonnenschein, einen artig durch einander spielenden Glantz von sich, welches sehr angenehm anzusehen war, deswegen beredeten sich Mons. Litzberg und Plager, ob es nicht practicable sei, aus dieser Materie mit der Zeit, und zwar durch den Zusatz anderer Leimenoder Ton-Erde, Ziegel- und Back-Steine zu brennen. Jedoch hiervon wird künfftighin ein mehreres zu melden sein, voritzo fahre fort zu erzehlen, welchergestallt Lademann, Krätzer und Herrlich, die geschicktesten Holtz-Arbeiter unter den Insulanern ausslasen, um nach Mons. Litzbergs gemachten Abrisse, den Altar, Cantzel, Tauff-Stein, Empor-Kirchen vor die Männer, und dann die Stühle vor die Weibs-Personen zu verfertigen, mittlerweile die andern, die sich am besten aufs Mauern verstunden, den Fuss-Boden, von glatt abgeriebenen, viereckigten Sand-Steinen legten, die Mauern mit Kalck tünchten, und wiederum andere, die Oberdecke, oder den so genandten Himmel zurichteten. Diese Mäurer und Tüncher, brachten ihr Werck in den angenehmsten Frühlings-Tagen, und zwar zu Ende des Monats Septembris, völlig fertig, mit der Holtz-Arbeit aber ging es nicht so hurtig von statten, jedennoch liess uns ihr unermüdeter Fleiss hoffen, mit Eintritt des neuen Kirchen-Jahres, unser neues GOttes haus als völlig fertig einzuweihen. Der ehrliche Peter Morgental, liess es sich bei diesem Baue auch hertzlich sauer werden, denn durch seine hände ging alles Eisenwerck, so darbei gebraucht wurde, selbst Mons. Plager, der seine hände auch nicht in Schooss legte, wunderte sich über dessen besonders saubere Schlösser- und Kleinschmidts-Arbeit, und dennoch war er auch unverdrossen, die beschwerlichste Grob-Schmiede-Arbeit, auch Nägel, ja fast alles zu machen was man ihm nur vorlegte, denn er hatte sich des seel. Jacob Larsons Werckstadt aufs allerbeqvemste eingerichtet, auch drei junge starcke Pursche aus dem Jacobs Raumer Geschlechte, in die Lehre genommen, die sich sehr wohl zu dieser Profession anschickten.
Jedoch es scheinet mir nötig zu sein, diese Bauund Arbeits-Erzehlung in etwas zu unterbrechen, um auch andere Merckwürdigkeiten beizubringen, welche sich binnen der Zeit zugetragen haben. Am 22. Febr. fanden etliche Knaben aus dem Simons- und Alberts Raumer Geschlecht, da sie an der See, Austern und Muscheln zu suchen, herum lieffen, einen halb verfaulten Menschen-körper männliches Geschlechts, demselben war mit einem Stücke messingenen Drats ein durchlöcherter Französischer Lois d'or an den Halss gehenckt, woraus zu schliessen: dass diejenigen, so diesen körper in die See geworffen, selbigen gern wolten begraben wissen. deswegen erkannten wir uns, auch ohne dieses Gold-Stück empfangen zu haben, vor schuldig, ihm diesen christlichen liebes-Dienst zu erweisen, bedeckten also den annoch auf einem Brete fest angebundenen körper, mit einer Matte, und begruben ihn ehrbarlich an die Seite unsers GOttes-Ackers.
Wir bekamen sonsten selbiges Jahr, nach aussage der älteren, einen mittelmässigen Geträyde, doch ziemlich starcken Trauben-Seegen, die wilden Affen wolten sich hierbei ziemlich dreiste machen, uns berauben, und unsere mit allerhand farbigen Halss-Bändern gezeichneten Affen, verfolgen, jedoch ich Mons. Harckert und andere Europäer, so bei der KirchenArbeit wenig wichtige Hülffe leisten konnten, legten den äusersten Fleiss an, unsere dienstbarn Affen zu schützen, und die Frembden mit Feur und Schwerdt zu verfolgen. Jedoch wendeten wir nicht alle unsere Zeit hierauff, sondern besorgten auch andere nützliche Dinge, absonderlich war meine Arbeit, Herrn Mag. Schmeltzern bei seiner auf sich genommenen Mühe täglich 4. Stunden abzulösen, selbige aber bestund darinnen: Es hatte ermeldter Herr Mag. Schmeltzer eine Schule von achtzehen Knaben, die ohngefehr 12. biss 14. Jahr alt waren, angelegt, so dass sich von jeder Gemeine zwei darinnen befanden, diese fing er an, nicht allein in den aller nachsinnlichsten Puncten der Teologie, sondern auch in den Grund-Sprachen zu