ich ordentlich zusammen, begab mich nach Anweisung meiner Taschen-Uhr, die ich ihr aber zu zeigen nicht willens hatte, 2. Stunden vor dem Mittage auf die Reise, und gelangete ohne Hinderniss bei dem Lust-haus meiner Prinzessin an. Die drei Spanischen Tlr. hatten die gute Alte so dienstfertig gemacht: dass sie mir über 100. Schritte vor der Garten-Tür entgegen kam, mich bei der Hand fassete, und sagte: Willkom-mein lieber Herr Landsmann, (sie war aber eine Holländerin, und ich ein Brandenburger) ach eilet doch, meine Gebieterin hat schon über eine halbe Stunde auf euren versprochenen Zuspruch gehoffet, und so gar das Tantzen heute bleiben lassen. Ich schenckte ihr 2. grosse gedruckte Leinwand-Halsstücher, 2. paar Strümpffe, ein Messer, einen Löffel und andere bagatelle, worüber sie vor Freuden fast rasend werden wolte, doch auf mein Zureden, mich eiligst zu ihrer Frau führte.
Dieselbe sass in der Laub-Hütte, und hatte sich nach ihrer Tracht recht propre geputzt, ich muss auch gestehen, dass sie mich in solchen Aufzuge ungemein charmirte. Die Alte ging fort, ich wolte meine 7. Sachen auspacken, da aber meine Schöne sagte, es hätte hiermit noch etwas Zeit, nahm ich ihre Hand, und küssete dieselbe. Doch dieses schiene ihr zu verdriessen, weswegen ich sie in meine arme schloss, und mehr als 100. mahl küssete, wodurch sie wieder völlig aufgeräumt wurde. Ich versuchte dergleichen Kost auch auf ihren, wiewohl harten, jedoch auch zarten Brüsten, da denn nicht viel fehlete, dass sie vor Entzückung in eine würckliche Ohnmacht gesuncken wäre, doch ich merckte es bei zeiten, und brachte ihre zerstreueten Geister wieder in behörige Ordnung, und zwar kaum vor der Ankunfft unserer Alten, welche noch weit köstlichere Erfrischungen brachte als gestern.
Wir genossen dieselben mit Lust, immittelst legte ich meinen Krahm aus, über dessen Seltenheit meine Prinzessin fast erstaunete. Sie konte sich kaum satt sehen, und kaum satt erfragen, worzu dieses und jenes dienete; da ich ihr aber eines jeden Nutzen und Gebrauch gewiesen, zehlete sie mir 50. Holländische spec. dukaten auf den Tisch, welche ich, sollte sie anders nicht zornig werden, mit aller Gewalt in meine tasche stecken muste. Die Alte bekam eine Commission, etwas aus ihren Zimmer zu langen, und war kaum fort, da meine Schöne noch einen Beutel mit 100. dukaten, nebst einem kostbaren Ringe mit diesen Worten an mich lieferte: Nehmet hin, mein AugApffel, dieses kleine Andencken, und liebt mich, so werdet ihr vor eurer Abreise von mir noch ein weit mehreres erhalten. Ich mochte mich wegern wie ich wolte, es halff nichts, sondern ich muste, ihren Zorn zu vermeiden, das Geschenck in meine Verwahrung nehmen. Sie zeigte sich dieserhalb höchst vergnügt, machte mir alle ersinnliche Caressen, und sprach mit einem verliebten Seuffzer: Saget mir doch, mein Liebster! wo es herkommt, dass eure person und Liebe in mir ein solches entzückendes Vergnügen erwecket? Ja ich schwere bei dem heiligen Glauben der Christen und der Tommi, dass meine Seele noch keinen solchen Zucker geschmecket. Ich versicherte sie vollkommen, dass es mit mir gleiche Bewandtniss hätte, welches sich denn auch würcklich also befand. Inzwischen weil mir das Wort Tommi in den Ohren hangen geblieben war, fragte ich ganz treuhertzig, was sie darunter verstünde? und erfuhr, dass selbiges eine gewisse Secte sei, worzu sich die Javaner bekenneten, und sich dabei weit höher und heiliger achteten, als andere Mahometaner; mit welchen sie doch sonsten, was die Haupt-Sätze der Lehre anbelangete, ziemlich einig wären. Ich stutzte in etwas, da in Betrachtung zog, wie ich allem Ansehen nach mit einer Heidin courtoisirte, doch die hefftige Liebe, so allbereit meine Sinnen bezaubert hatte, konte den kleinen Funcken des Religion-Scrupels gar leicht auslöschen, zumahlen da durch ferneres Forschen erfuhr: dass sie ungemeine Lust zu dem Christlichen Glauben hegte, auch sich hertzlich gern gründlich darinnen unterweisen und tauffen lassen wolte; allein ihr Liebhaber der Signor Canengo verzögerte dieses von einer Zeit zur andern, hätte auch binnen einem Jahre fast gar nicht mehr daran gedacht, ungeachtet es anfänglich sein ernstlicher Vorsatz gewesen, er auch dessfalls viele Mühe angewendet. Nechst diesen klagte sie über ihres Liebhabers wunderliche Conduite, sonderlich aber über seine zwar willigen, doch ohnmächtigen LiebesDienste, und wünschte aus einfältigen treuem herzen, dass ich bei ihr an seiner Stelle sein möchte. So bald ich meine Brunette aus diesem Tone reden hörete, war ich gleich bereit, derselben meine so wohl willigen als kräfftigen Bedienungen anzutragen, und vermeinete gleich stante pede meinen erwünschten, wiewohl straffbarn Zweck zu erlangen, jedoch die Heidin war in diesem Stücke noch tugendhaffter als ich, indem sie sich scheute, dergleichen auf eine so liederliche Art, und an einem solchen Orte, wo es fast so gut als unter freien Himmel war, vorzunehmen, immittelst führeten wir beiderseits starcke Handgreiffliche Discurse, wobei ich vollends so hitzig verliebt wurde, dass bei nahe resolvirt war, nach und nach Gewalt zu brauchen, alleine, die nicht weniger erhitzte Brunette wuste mich dennoch mit so artigen Liebkosungen zu bändigen, dass ich endlich Raison annahm; weil sie mir teuer versprach, morgende Nacht in ihrem Schlaff-Gemache alles dasjenige, was ich jetzt verlangete, auf eine weit angenehmere und sicherere Art zu vergönnen. Denn, wie sie vernommen,