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hände Werck, zu GOTTES Ehren und dem gemeinschafftl. Wesen, ohne Verdruss zu treiben, übrigens den Altvater Albertum, Hrn. Wolffgangen, und Herrn Magist. Schmeltzern, vor ihre ordentliche Obrigkeit in geistlichen und weltlichen Sachen zu erkennen, und sich bei ein und andern Verbrechen deren Vermahnungen und gehörigen Strafen zu unterwerffen.

Es soll von ihrer künfftigen Aufführung, und Vereheligung, im Andern Teile dieser Felsenburgischen Geschicht, des geneigten Lesers curiosität möglichste Satisfaction empfangen. Voritzo aber habe noch zu melden, dass die sämtlichen Bewohner dieser Insul am 11. Decembr. dieses ablauffenden 1725ten Jahres, den allbereit vor 78. Jahren, von dem Altvater Alberto angesetzten dritten grossen Bet und Fast-Tag biss zu Untergang der Sonnen celebrirten, an welchen Herr Mag. Schmeltzer den 116ten Psalm in zweien Predigten ungemein tröstlich und beweglich auslegte. Die übrigen Stämme gingen an den bestimmten Sonntagen gemachter Ordnung nach, aufs andächtigste zum Heil. Abendmahle, nach diesen wurde das eingetretene Heil. Christ-fest erfreulich gefeiret und solchergestalt erreichte damals das 1725te Jahr, zu aller Einwohner hertzlichen Vergnügen, vorjetzo aber bei uns der Erste teil der Felsenburgl. GeschichtsBeschreibung sein abgemessenes

ENDE.

Avertissement.

Man ist zwar, Geneigter Leser, anfänglich Willens gewesen diese Felsenburgische geschichte, oder dasjenige, was auf dem Titul-Blate versprochen worden, ohne Absatz, en Suite heraus zu geben, allein nach fernern reiffern Uberlegungen hat man sich, en regard ein und anderer Umstände, zu einer Teilung verstehen müssen. Dem Herrn Verleger wäre es zwar weit angenehmer gewesen, wenn er sofort alles auf einmal haben können; jedoch wenn ich nur dieses zu betrachten gebe: Dass des Herrn Eberhard Julii Manuscript sehr confus aussiehet, indem er zuweilen in Folio, ein ander mahl in 4to, und wieder ein ander mahl in 8vo geschrieben, auch viele marquen beigefügt, welche auf fast unzehlige Beilagen kleiner Zettel weisen, die hier und anderswo einzuflicken gewesen, so habe den stylum unmöglich so concise führen können, als mir anfänglich wohl eingebildet hatte. Im Gegenteil ist mir das Werck unter den Händen unvermerckt, ja fast täglich angewachsen, weswegen ich denn vors dienlichste erachtet, ein kleines Interstitium zu machen. Anderer Vorteile, die so wohl der geneigte Leser, als der Herr Verleger und meine ohnedem niemals müssige Feder hierbei geniessen können, voritzo zu geschweigen. Ist dieser Erste teil so glücklich, seinen Lesern einiges Vergnügen zu erwecken und derselben Beifall zu erhalten, so kan dabei versichern, dass der andere teil, den ersten, an curiositäten, wo nicht übertreffen, doch wenigstens nichts nachgeben wird! Denn in selbigem werden nicht allein die teils wunderbaren, teils lächerlichen, teils aber auch merckwürdigen Fata ausführlich vorkommen, welche denen letzteren Felsenburgl. Einkömmlingen von Jugend auf zugestossen sind, sondern ich will über dieses keinen Fleiss sparen, Mons. Eberhard Julii Manuscripta ordentlich zusammen zu lesen, und daraus umständlich zu berichten: In was vor einen florisanten Zustand die Insul Felsenburg, durch den Fleiss der neuangekomenen Europäischen Künstler und Hand wercker, binnen 3. folgenden Jahren gesetzt worden; Wie Mons. Eberhard Julius seine Rückreise nach Europa angestellet, seinen Vater wieder gefunden, selbigen durch seinen kostbaren Schatz in vorige Renommée gesetzt, und endlich in Begleitung seines Vaters, und der aus Schweden zurück verschriebenen Schwester, die andere Reise nach Felsenburg angetreten hat.

Hält oft erwehnter Mons. Eberhard Julius seine Parole so treulich, als er versprochen, nach und nach die fernern begebenheiten der Felsenburger, entweder Herrn Banqvier G.v.B. in Amsterdam, oder Herrn W. in Hamburg schrifftlich zu übersenden, so kan vielleicht der dritte teil dieses vorgenommenen Wercks auch noch wohl zum Vorscheine kommen.

übrigens bitte mir von dem geneigten Leser, vor meine dessfalls angewandte Mühe, und wiewol ganz unvollkommene schreibe-Art, nochmahls ein affectionirtes, wenigstens unpassionirtes sentiment aus, und beharre

Desselben

dienstwilligster

GISANDER.

Genealogische TABELLEen über das

ALBERT-JULIsche Geschlechte,

Wie solches aus Europa herstammet, und biss zu Ende

des 1725ten Jahres auf der Insul Felsenburg

fortgeführet, und forn p. 106 versprochen worden.

Tab. I.

Tab. II.

Tab. III.

Tab. VI.

Tab. V.

Tab. VI.

Tab. VII.

Tab. VIII.

Tab. IX.

Tab. X.

Summa aller beim Schlusse des 1725ten Jahres auf

der Insul Felsenburg lebenden Personen, worzu

der kapitän Wolffgang nebst seinen 14. mitge

brachten Europäern gerechnet ist, – 346. Perso

nen.

nämlich – – – 177. Manns- und

169. Weibs-Personen.

Aller Seelen, die besage der Tabellen zu Alberti I.

Felsenburgischen Geschlecht gehören, so wohl

tote als lebende429.

Not.

Der geneigte Leser beliebe anzumercken, dass das Si

gnum

die Manns-Personen,

die Weibs-Personen,

Zwillings-Kinder, und

die verstorbenen

andeutet, übrigens zu excusiren, dass nicht alle diese Personen mit ihren Tauff-Nahmen benennet sind, welches, da man das ganze Verzeichniss derselben in Händen hat, nicht so viel Mühe als unnötige Weitläufftigkeiten verursacht hätte. Die übrigen wenigen Merckmahle werden ganz klar in die Augen fallen, wenn sich derselbe vorher den ersten und andern teil der Geschlechts-Beschreibung bekandt gemacht hat.

Anhang

Der Pag. 182.

versprochenen

Lebens-Beschreibung

des

DON CYRILLO

DE

VALARO,

aus seinem Lateinischen Manuscript ins

deutsche übersetzt.

D.C. de Valaro.

Ich, Don Cyrillo de Valaro, bin im Jahr nach Christi Gebuhrt 1475