
        
                                    [Anonym]
                                   Fortunatus
                                     Vorred.
Wie ain iüngling geporen aus dem künigreich Cipern mit namen Fortunatus in
frembden landen in armut vnd ellend kam Vnd ym in aim wilden wald die iunkfraw
des glücks in siner betrüptnuss begegnet, ym ainen seckel gab, dem nimmer gelts
gebrast noch mangelt. Mit dem seckel er darnach manig land vnd künigreich
durchwanderet. Auch zu künig Soldan kam gen Alkeir, der yn tzu gast lud vnd yn
alle seine schätz, kostlichait vnnd klainat sehen liess, darnach ain alt harloss
hyetlin zaiget, genant das wünschhyetlin, das ym Fortunatus enpfüret, darmit
haym zu land in Cipern fur, sich alda verheirat vnd nach seinem absterben tzwen
sün verliess mitt namen Ampedo vnnd Andolosia, die den seckel vnd das hütlin von
irem vatter erbten. Was Fortunatus vnnd nach ym die gedachten seine zwen sün mit
dèn zwayen klainaten wunders gestifft vnd erfaren, wollust vnd freüd, auch not
vnd arbait byss in iren tod erliten habenn, gar kurtzweilig zu lesen. Vnnd in
alweg vernufft vnd weisshait für all schätz diser welt zu begeren vnd zu erwölen
ist.
    Ain land, genanntt Cipern, Ist ain inssel vnd künigreich gegen der sonnen
auffgang im mör gelegen, fast wunsam, lustig vnd fruchtbar aller handen edler
natürlicher früchten, manigem wissend, der tzu dem hailigen land Jerusalem
gefarn vnd im selben künigreich Cipern zugelendt vnd da gewesen ist. Darinn ain
treffenliche statt, genannt Famagosta, in wölicher statt ain edler purger altz
herkommens was gesesssen. Dem sein öltern gross hab vnnd gut verlassen hetten,
allso, das er fast reich, mächtig vnnd darbei iung was, aines freien muttes.
Wenig betrachtet, wie seine elteren zu tzeiten das ir erspart vnd gemeert
hettend, vnnd sein gemüt was gentzlichen gericht auff zeitlich eer, freüd vnd
wollust des leibs. Vnd nam an sich ainen kostlichen stand mitt stechenn,
turnieren, dem künig gen hoff tzureitten vnnd ander sachenn, Darmitt er gross gut
on ward vnnd seine freünd wohl kunden mercken, das er mer on ward, dann sein
nutzung ertragen mocht, vnd gedachtend jm ain weib zu geben, ob sy jn von
sollichem ziehen möchten, vnd legten ym das für. Es geuiel jm wohl vnd verhiess jn
darin zu veruolgen, vnd, als er sich sollichs begeben het, fiengen die freünd
an zu erforschen ym vmb ainen gemahel. Also was ain edler burger in der statt,
genant Nicosia, ist die hauptstat von Cipern, da dann die künig von Cipern
gemainglich hof halten. Der het ain schöne tochter, die hiess Graciana, die ward
ym vermähelt, vnd ward nit weiter gefragt, wie er ain man wär, sonder von des
rumes wegen, so er het, wie er so reich vnd mächtig wär, ward ym die iungfraw
gar kostlich haim gefüret vnnd da verbracht ain kostliche hochtzeit (als
gemainklich gewonhait ist, das reich leüt ire reichtumb vnnd herrlichaitten in
sonderhait auff solliche tzeit beweisen vnd erscheinen lond). Als nun die
hochtzeit volbracht vnd vollendt ward, maniglich an sein ru kam, Nam der burger
(der da genannt was Teodorus) die jungfrauwen vnnd lebet mit ir gar
freündtlichen vnnd tugendtlichen, Darab seine freund vnnd auch der braut freünd
grosss wolgefallenn entpfyengend, vermaineten, sy hetten ain gut werck volbracht,
das sy Teodorum (der so wild was) mitt ainem weib allso zam hetten gemachet.
Doch was ynen vnkund, was die natur an ir hat, das das nicht wohl zu wenden ist.
vnnd in dem warde Graciana schwanger aynes suns vnd gebar den, ee das iar nach
der hochtzeit ausskam, darab aber zu baiden taillen die freünd erfreüt wurden,
der ward getäuft vnd gehaissen Fortunatus, darumb Teodorus sich och erzaigt ain
gross wolgefallen zuhaben. Doch fieng er an, widerumb sein alt wesen zuhaben mit
stechen, turnieren, vil knecht, costliche ross, rait dem künig zu hoff, liess weib
vnd kind vnd fragt nit, wie es ging. hewt verkaufft er ainen zinss, den andren
tag versatzt er ain gelegen gutt. das traib er so lang vnd vil, biss das er nicht
mer zuuerkauffen noch zuuersetzen hett, vnd kam also zu armut, het sein junge
tag vnnützlich verzert vnnd ward so arm, das er weder knecht noch mägt vermocht
vnd musst die gut fraw Graciana selber kochen vnnd wäschenn als ain armes
verkaufftes weib. Vnd als sy nun ain mal zutisch sassen vnnd essen wollten,
hetten sy geren wohl gelebt, wenn sy es gehabt hetten. Der sun sass vor dem vatter
vnnd der vatter sach den sun gar ernstlich an vnd ward jnnigklichen vnd von
grund seines hertzen seüfftzen. das selb ersach der sun, der was nun bei
achzehen jaren alt vnnd kund nichts, dann ploss ainen namen schreiben vnd lesen,
doch kund er wohl mit dem federspil vnnd mit anderem waidwerck, das dann auch
sein kurtzweil was. der fieng an vnd sprach tzu seinem vatter: O mein lieber
vatter, was ligt dir an oder was beweget dich zu traurikait? Ich hab an dir
gemerkt, wenn du mich ansichst, das du betrübt wirst: So bitt ich dich, lieber
vatter, sag mir, hab ich dich erzürnet in aincherlay weg oder volfür ich mein
leben nitt nach deinem willenn? das lass mich wissen, wann ich doch des willens
bin, ganntz in deinem willen zu lebenn. Der vatter hub an vnnd sprach: O lieber
sune, darumb ich trauren, daran hastu kain schuld. ich kann auch niemant
schuldigen, dann die angst vnd not, darinnen ich bin, hab ich mir selbs gemacht,
vnnd wenn ich gedenck an so gross eer vnd gutt, so ich gehebt hab, vnd das so
vnnutzlich on worden bin, das mir meine vordern so treülichen gespart hond, Als
ich billich vnd von rechts wegen auch getan  solt haben, vnd vnser alt herkommen
vnd stammen in würde hon gesetzt, Das ich laider nit getan  hab vnnd darumb,
wenn ich dich ansich vnd gedenck, das ich dir weder helffen noch raten kann, dass
beschwärtt vnd bekümmert mich so schwärlich, das ich weder tag noch nacht kain
ru mag haben. Auch das mich alle die verlassen haben, mit den ich mein gut so
miltigklich getailt hab, den selben byn ich yetz ain vnwerder gast. Vnd klagt
also sein not, da er innen was, mit betrübtem hertzen.
 
Wie Fortunatus mit dem graffen von Flandern on wissen vatter vnd mutter von dem
                            land Zipern hynweg fur.
Der sun was betrubt vmb die kümernuss seines vaters, hub an vnd sprach: O aller
liebster vater, lass von deinem trauren vnd sorg ganz nichts für mich. Ich byn
iung, starck vnnd gesund, ich will gan in frembde land vnnd dienen. es ist noch
vil glücks in diser welt, ich hoffen zu got, mir werd sein auch ain tail. So
hastu ainen gnedigen herren an vnserm herren künig. dem mach dich vnderwürffig
zu dienen, der verlasst dich noch mein muter nit byss an ewer end, vnd schäm dich
des nit, so es die noturfft aischet. vnd sorg ganz nichts für mich, du vnd mein
muter hond mir gnug getan, das ir mich erzogen habent, Darumb ich üch grossen
danck sag vnnd schuldig byn, mein lebtag got für eüch zubitten. Vnd stund also
auff vnnd ging mit ainem federspil so er het aus dem Haus, ging an des möres
gestadt vnd gedacht, was er anfahen wolt, damit das er nit mer käm für seinen
vatter, das er kain beschwärnuss ab ym näm. Vnd als er an dem meer hyn vnd her
ging, do hielt ain galee in dem port, die was der Venediger galee, da die
pilgerin gen Jerusalem auf gefaren waren. auff der galee, da was der graff vonn
Flandern, dem waren zwen knecht gestorben, vnd als der graff nit mer geschäfft
hett bei dem künig, auch sunst der patron fertig was vnnd man auffpliess, das man
zu schiffe ging vnd weg faren wolt, kam der graff vnnd vil ander edler leüt mit
jm, vmb das sy in die galee kämend vnd die schiffung nit versampten. Das sach
nun der betrübt Fortunatus vnd gedacht: o möcht ich ain knecht werden des
herren, mitt ym farenn so verr, das ich nit mer gen Cipern möht kommen, gedacht:
frag jn, ob er nit ains knechts bedürff, ging gegen ym vnd zoch ab sein pareet
vnd nayget sich gar schon, darbei der graff wohl mercket, das er nit aines pauren
sun was, hub an vnd sprach: gnädiger herr! ich hon verstanden, das ewern gnaden
sind knecht abgangen. bedarf ewer gnad nicht ains anderen? Der graff sprach: was
kanstu? er sprach: ich kann jagen, payssen vnd was tzu waidwerck gehört vnd darzu
verwesen ainen raysigen knecht, wann es tzu schulden kommpt. Der graff sprach:
du wärest wohl mein fug. ich byn von ferren landen vnd fürcht, du ziehest nit so
ferr vonn disem land. Fortunatus sprach: O gnädiger herr, ir kündt nit so ferr
ziechen, ich wolt es wär viermal so verr. Der graff sprach: was müsst ich dir
zulon geben? Fortunatus sprach: gnädiger herr, ich beger kainen lon, dann
darnach ich dien, darnach lonent mir. Dem graffen gefiellen die wort des iungen
wohl vnnd sprach: nun will die galee gleich gon, bist du fertig? er sprach: ja
herr! vnd warff dass federspil, so er auff der hand hett, in den lufft, liess es
flyegen vnnd ging vngesegnet vnd on vrlaub vaters vnd der muter mit dem graffen
als sein knecht in die galee vnd fur also von land vnd het lützel pargelt bei ym
vnd kamen in kurtzer zeit mit allem Glück gen Venedig. Vnnd als sy gen Venedig
kamen, het der graff von aller herrlichait zu Venedig gesehen, dass jn nit mer
vil lust, lenger da zubeleiben. sein begürd stund wider zu seinem land vnd zu
seinen guten fründen. wann er auch des willens was, so jm got von dem hailigen
land Jerusalem wider haym hulff, wollt er ym ainen gemahel nemen, aines
hertzogen tochter von Cleffe, die iung, vast schön was vnd auch alle ding
abgeredt was biss auff sein widerkommen. Darumb er dester meer begird het bald
wider zu land zu kommen vnd liess jm pferd kauffen, rust sich zu. er kauffet auch
zu Venedig schöne klaynat von samat vnd von gold vnnd sunst was zu ainer
kostlichen hochzeit gehort, vnd nun er vil knecht het, kund kainer welsch dann
Fortunatus vnnd der was auch gar geschickt zu dem kauffen zureden. Darab der
graf ain gross wolgefallen het vnd yn lieb gewan. Das marckt Fortunatus vnd
flysse sich ye lenger ye bass seinem herren zu dienen. Er was alweg der lötst von
ym vnnd am morgen der erst bei ym. das marckt der herr an ym. vnnd als man nun
dem graffen vil ross kaufft hett, darunder ettlich schelmen waren (Als dann
gewonlich ist, wa vil ross bei ainander stond, das schelmen darunder sind) die
müsst man dem graffen alle musteren vnd er tailte sy vnder seine diener vnd gab
Fortunato ains bei dem besten. das ward die anderen knecht verdriessen vnd
fiengen gleich an, yn zu hassen vnd sagt ainer zu dem anderen: sehent an! hat
vns der teüffel mit dem Walchen beschissen? vermainten all, vmb dass er welsch
künd, er wäre ain Walch, wie doch er aus Zipern vnd rechter geburd ain
wolgeborner Kriech was. Doch nit desterminder mussten sy yn mitt irem herren
reitten lan vnd torst jn kainer gegen dem graffen versagenn oder verunglümpffen,
vnd kam der graff also mit freüden haim vnnd ward gar eerlich entpfangen von
allem seinem volck, wann sy hetten jn gar lieb. er was ain frommer graff, der
seine vnderton auch lieb het. Vnd als er nun zuland kommen was, do kamen die
vmbsesssen vnd seine gute freund vnd entpfiengen yn gar schon vnd lobten got, das
er ain so sälige raiss volbracht hette vnd fiengen an mit ym zu reden vonn der
gemahelschaft wegen, wie dann vor daruon geredt was. das geuiel ym wohl vnd bat
vnnd begert, das man die sach vollendte, das och in kurtzen tagen beschach, vnd
ward ym des hertzogen tochter vonn Cleff vermähelt. Do ward zugericht ain grosse
vnd kostliche hochtzeit, da von vil zu schreibenn wär, wann do kamen vil fürsten
vnd herren auf die hochtzeit. Also ward gestochen, geturnieret vnd scharff
gerent vnd andere ritterspil getriben vor den schönen vnnd edelen frawen, so
dann die fürsten vnd herren mit jnen dahyn hetten gebracht vnd die vor da
warent. Nun wieuil die fürsten vnd herren edler knecht oder sunst diener mitt yn
auff die hochtzeit gebracht hetten, so was doch kainer vnder jn, des dienst vnd
wesen gemainklich frawen vnnd mannen bass geuiellen, dann Fortunatus, vnd fragten
den graffen, von wannen ym der hoflich diener käm. er sagt yn, wie er zu ym
kommen wär auf der widerfart von Jerusalem vnd sagt yn, wie er so ain guter
jäger wäre, die vogel in dem lufft vnd die tyer in den wälden wär kaines sicher
vor ym, tzu dem das er sunst wohl dienen kund vnd yederman halten nach dem vnd er
wäre, durch solich lob, so jm sein herr gab, warde ym vil geschenckt von fürsten
vnd von herren vnd von edlen frawen.
 
 Wie Fortunatus im stechen vnd turnier bei seines herren hochtzeit in Flandern
                    das bösst tet vnd bayde clainat gewan.
Als nun die fürsten vnnd herren gestochen hetten, ward zu rat der hertzog von
Cleffe vnd der graff, sein tochterman, sy woltten der herren diener, so auf der
hochtzeit waren, zway klainat aussgeben, darumb sollten sy stechen vnd sollten sich
in vier zertayllen, soltten die zwen tayl auff den ainen tag stechen vnnd die
andern zwen tayl des andren tags, vnd wer ye das best tät, der solt der klainat
ains haben genommen, der aines bei hundert Kronen werdt was. Der herren diener
waren all fro, hett yeder ain gute hoffnung er wölt das best tun vnnd was der
diener so vil, die stechen woldten, das ir wohl achtzig ward, das ye zwaintzig
wider ainander stachend. vnder denen was Fortunatus och ainer mit seines herren
wissen vnd willen, vnd als sy den ersten tag stachen, do gewan den preiss des
hertzogen von Braband diener ainer. vnd als sy des andern tags stachen, aber
zwaintzig wider zwaintzig, do gwan Fortunatus den preiss. do die das horten, alle
die gestochen hetten, och die andren, so nit gestochen hetten, der vil mer was
dann die gestochen hetten, do hetten sy all gemainklich ain gross misfallen
darab, das Fortunatus das ain klainat gewunnen het vnd batten all Timoteum,
des hertzogen von Braband diener, der dann das ain klainat gewunnen het, das er
sich dem Walchen, dem Fortunato, aussbut mitt ym zu stechen vnd sein klainat an
dass sein satzte. das wollten sy all vnd yeder in sunderhait vmb jn verdienen.
Timoteus kund das beet, so an jn gelegt ward, von so vil guter gesellen wegen
nit wohl abschlagen vnd enbot Fortunato, wie er sein klainat an das sein setzen
wolt vnd wolt mit ym darumb stechen vor den frawen vnd iungfrawen vnd wölcher
das best tät, der solt die klainat baide haben. do Fortunatus dass vernam,
bedacht er sich nit lang, wie wohl er vor nit mer gestochen het, vnd saget ym das
zu. Dise mär kamen für die herren, wie das Tymoteus vnd Fortunatus mit ainander
stechen wollten vmb ire klainat. daz horten sy gern. Vnd also rüsteten sy sich
gleich vnd kamen auff den plan vnd ritten manlich vf ainander vnd hett yeder
gern das best getan , doch am vierden ryt rant Fortunatus den Tymoteum hinder
seinen gaul ainer lantzen lang vnd gewan da die zway klainat die .cc. Kronen wohl
werdt waren. Do hub sich erst gross neid vnd hass vnnd allermaist vnder des
graffen vonn Flandern diener. Aber der graff sach es vast geren, das seiner
diener ainer die klainat gewunnen het vnd het gemaint, alles sein hoffgesynn
solt es geren gesehen haben vnd ynen lieber gewesen sein, dann das ain fremder
die klainat weg gefüret hett. Der graff wesst aber nit vmb den vnwillen, so seine
diener gegen Fortunato hetten, so torst es auch kainer dem graffen sagenn.
    Nun was ain alter, listiger vnder yn, hiess Rupert, der sprach, het er zehen
par Kronen, so wolt er sich vnderstan, vnd den Walchen dartzu bringen, dass er
selbs eillentz wurd hynweg reütten on vrlaub seines herren vnd maniglichs, vnd
wolt das also zu wegen bringen, das vnder yn kainer dardurch solt verarckwont
werden. sy sprachen all zu ym: O lieber Rupert, kanstu das, wes feirest du dann?
er sprach: ich kann es nit zu wegen bringen on gelt vnd sprach: nun geb yeder ain
halbe Kronen vnd bring ich jn nit ab dem hoff, so will ich yedem ain ganze Cron
dar für wider gebenn. Sy waren all willig vnnd wölicher sy nit par hett, dem
lyhen die anderen, Also das sy fünftzehen Kronen zu wegen brachtenn vnnd gaben
die dem Rupert, der sprach: nun rede mir niemant in kain sach vnd tu yederman
wie vor in allen sachenn. das selb verhyessen sy ym all zutun. Also fieng
Rupert an vnd gesellet sich zu Fortunato vnd ward gar früntlich mit ym reden vnd
ym von alten geschichten sagen, so dann in den landen waren geschehen, vnd wie
ain herr dem anderen sein land abgewunnen het. was auff die mainung, er het
ainen gnädigen herren, bei dem er sein lebtag möcht beleiben, so wäre jm auch
nott von aldten sachen tzuwissenn. Er saget ym auch vil von seiner haimlichait
vnd fieng an vnd furt jn zu schönen frawen, die er auch gar gern sach vnd wa sy
also hyn kamen, so sandt Rupert alwegen aus nach wein vnd nach anderm guttem
geschleck, Als dann Rupert wohl wisst, was tzu solichen hoffstuben gehort. vnnd
war yn ser loben, wie er fast reich vnd edel wär, das nun Fortunatus wohl leiden
mocht vnnd wollten all wohl an ym sein. Nun, wenn sy von den hoffstuben haym
kamen, so ging Fortunatus über seinen seckel vnd wolt seinen tail des aussgebnen
gelts betzallen, So wolt Rupert kain gelt von ym nemen vnnd sprach, er wäre ym
lieber dann kainer seiner brüder vnd was er hett, das günnet er ym, vnnd
sollicher guter wort gab er jm vil. Rupert wisst auch wohl, daz die Walchen nit
geren gelt autzgebend vnd maint, er künde nit wohl ainen bessern schick anfahen,
darbei man grösser trew spürte dann für den andern gelt ausgeben. Nun tryben sy
das gar vil vnd oft, biss Rupert schyer kain gelt meer hett.
    Nun die anderen des graffen diener wurden jnnen, das Rupert vnd Fortunatus
tzu den hoff stuben giengen vnd allso wohl lebten, do sagt ainer zu dem anderen:
mainet Rupert Fortunatum mitt dem leben vonn hynnen zu bringen? ja wär er
yenhalb dem mör zu Cipern vnnd wisste sollich leben hye, er gedächte ym bald, wie
er her käm. Fürwar tut Rupert nicht, was er vns verhaissen hatt, er muss vns
dreissig Kronen geben vnd soldt er nit mer auff erden haben. Die wort wurden
Rupert gesagt. der spottet seiner gesellen vnd sprach: ich waiss sunst nit ainen
gutten mut tzuhaben dann mitt eüwerem gelt. Doch als sy daz gelt gar verbraucht
hetten an ainem abent vast spat, do sich der graf mit seinem gemahel an die ru
gemacht hett vnnd nun niemandt auff den dienst warten dorfft, kam Rupert zu
Fortunato in sein kamer vnd hub an vnd sagt tzu Fortunato: mir ist ettwas in
diser stunde in ainer gehaim gesagt worden von meines herren Cantzler, der da in
sonder mein günstiger vnd guter freünd ist vnd wie wohl er mir das gar tewr vnd
hoch verbotten hatt, als lieb mir sein freündtschaft sei, yedoch so kann vnd mag
ich dir als meinem gutten günner vnnd liebhaber nit verhalten, wann es ain sach
ist, die dich auch an treffen möcht vnd ist das die sach, als du wohl waist, wie
vnnser herr, der graff, ym ainen edlen vnd schönen gemahel genommen vnnd darzu
vil schöner frawen vnnb iungfrauwen in seinem frawenzymmer hat, ist jm ain
fantasei eingefallen vnd sorget seines gemahels, auch der andren (so dann in dem
frauwenzymmer bei ir seind) vor den iungen kämerlingen, so yn dann dienen,
wiewol er in der hoffnung ist, sy seien so ersam, das sy vmb kain sach begern
vneerlichs tzu tun, So ligt ym doch im synn, wie es so ain blind ding ist vmb
die liebin vnd wenn die angezünt wirt vnd enprinnt, wie hart die zu erlöschen
ist. Wann zway liebhabende menschen, die in ganzen trewen ainander liebhond,
kann niemant schaiden dann allayn der tod, Vnd vmb sollichs zufürkommen, so ist
ym geratten, ist das ganz auch sein mainung vnd hat ym das fürgenommen zutun,
das er morgen will reiten gen Lauffen, ist ain grosse statt vnd ist och da ain
bistumb vnd vniuersitet, das ist ain hohe schul, da hat er zu rechten mit ainem
grafen vmb ain grosse sach, vmb land vnd leüt vnd würt kostlich tzu dem rechten
kommen vnnd alle seine diener mit ym nemen, dann er waysst wohl, das der graff von
Sant Poll, so wider yn ist, auch kostlich kommen wirt. vnd die weil er also da
sein wirt, so will er die vier frauwen diener lassen verschneiden, es sei yn lieb
oder laid, Wann es ist gar ain gutter maister zu Lauffen. vnd will das also zu
wegen bringen, das der kainer von dem andern innen werden muss vnnd ist sein
fürnemen, so bald er gen hoff kommpt, so will er den maister bestellen, das er
drei oder vier gut starck knecht bestel vnd auch dartzu vier pauren heüsser an
der ainöde, so wölle er ym seiner diener vier senden, alle tag ainen, vnd dem
ain pferd geben, dass er seinem gemahel bringenn söll, alsdann so soll er auff
ainen yglichen am morgen warten vnd sy fahen vnd mit gewalt füren, ir yeglichem
baide gelider (oder dass man es desterbass verstand) bald hoden aus schneidenn,
jn gar gütlich tun vnnd ganz kain mangel lassen, gutten fleüss brauchenn, dass
sy gar wohl gehailet werden. vnd soll auch das nyemandt sagen, noch das es ainer
von dem andern innen werd, vnd so sollichs beschehen ist, so wirt er sy wider
haim füren und in das frawenzymer tun vnd den frawen lassen dienen wie vor.
Auch so will er seim gemahel sollichs sagen vnnd ir verbieten, das sy es
haimlich halt, waisst er wohl, das sy es irer obrosten Camererin sagen wirt. vnd
also darnach ye aine der andern, biss sy es all innen werden, vnd darmit, so
vermaint er zufürkommen, dass kain eingang füro hyn entspring der liebe in
seinem frawenzymmer. Wann er wisse wohl, das kain frauw kainen verschnitten oder
hodenlossen man nit lieb müg gewinnen, wann es ganz wider ir natur ist.
    Vnnd do Fortunatus die wort vernam, erschrack er zu mal ser vnnd sprach, ob
er kaynen aussgang aus der statt wisste, so wolt er yn bitten, das er jm den
weiset, wolt er von stunden hynweg vnd seines herren fürnemen nit erwarten, vnd
gäb er mir alles sein gut vnnd künd mich künig in Engeland machen, so will ich ym
kain tag mer dienen. Darumb, lieber Rupert, hilff vnd radt, das ich hynweg
komme. Rupert sprach: wiss, lieber Fortunatus, die statt ist an allen orten
beschlossen vnd kann nyemmant weder ein noch aus kommen, biss morgen fru. So man
mettin leüt, so schlüsst man das tor auf, genant Porta de Vacha, das ist die kü
port, die schleüsst man am fruesten auff. Aber lieber Fortunatus, wenn es vmb
mich ain sollich gestaltt hett, als vmb dich, so wolt ich mich sollichs nit vast
wideren, dann du wärest ain gemachter junckherr dein lebtag vnd ich wolt, daz
man mich zu solichem auffnäm, wolt mich ganz nicht bedenken vnd mich darein
geben. Fortunatus sprach: wer solliches beger, so wölle got, das es ym widerfar.
ich will nichts daruon hören sagen vnnd der mir die wal gäb, ob ich mir liess
aussschneiden, das ich künig zu Franckreich wär oder vnuerschnitten müsst bettlen
geen mein lebtag, So bedörfft ich kaynes radts noch darauff mich zu bedencken.
Ich wolt ee bettlen gan vnd ain nacht nit ligen, da ich die anderen gelegen wär.
 
Wie Fortunato ain graussen gemacht ward, das man yn kapponen wurd, desshalben er
                            haimlichen hynweg floch.
Rupert sprach: mir ist laid, das ich dir dise ding geoffenbart hab, so ich
verstand, das du also von hynnen wildt, wann ich hab all mein hoffen auff dich
gehebt, das wir als brüder wollten mit ainander gelebt haben vnd vnser zeit mit
ainander vertriben. So du aber des willens bist, das du ye von hynnen wilt, so
lass mich doch durch geschrifft wissen, wo du dein wesen haben wildt. So dann
vnser herr sein frawenzymmer versehen hat mit verschnitten kämerlingen, wolt ich
dir schreiben, so möchtest du denn widerkommen, wann mir tzweiffelt nit, du
habest alweg ainen gnädigen herren. Fortunatus antwurt gar schnel vnd sprach:
du solt mir weder schreibn noch enbieten vnd die weil vnnd ich leb, so komm ich
an den hoff nit mer vnd ich bitt dich, du wöllest es nit offenbaren, das ich
also von land geritten sei, ich sei dann vor drei tagen hynweg gewesen. Rupert
sprach tzu Fortunato: Ich gelob dir dein gewarsami vnnd nam also vrlob von jm
vnnd stalt sich gar kläglich, als ob er trauren wolt, Sprechend: die genad
gottes vnd das rain hertz Marie, der raynen magt, vnd der segen aller gotes
hailigen, die wöllen dich gelaiten vnd in allen deinen geschäfften mit dir sein
vnd dich vor allem hertzlaid behütten, vnnd schied also von ym. O was gutter
wort giengen da aus ainem falschen hertzen! O Judas, wie hast du souil erben
hinder dir gelassen! also schied Rupert von Fortunato.
    Es was nun vmb mitte nacht, das da gemainklich yederman schlaffet. Fortunato
was kain schlaffen in seim synn, yn gedaucht ain stund ains tags lang, wann er
besorget, wurd der graff jnnen, das er hynweg wolt, er wurd yn lassen vahen vnd
wartet mit angst vnd mitt not, byss dass der tag her brach. do was er auff,
gestiuelt vnd gesport vnd nam sein federspyl vnd hund, als ob er auff das gejäg
reüten wolt vnd rayt also eilentz hynweg, eilet so ser vnd wär jm ain aug
entpfallen, er het es nit meer auffgehebt. Vnnd als er bei tzehen meilen
gerytten was, Do kauffet er ain ander pferd vnd sass auff vnnd rair eilentz
fürbas. Doch so sandt er dem graffen sein ross, hund vnnd federspyl alles wider
haym, das er nit vrsach hett ym nach tzusenden.
    Do nun der graf jnnen ward, das Fortunatus hynweg was on vrlaub vnnd er ym
kainen vnwillen bewissen het, auch hett er ym kainen sold geben, Do nam es yn
frembd vnd fragt die diener all vnd yeglichen in sonderhait, ob kainer wisset,
was doch die vrsach wär seines hynschaydens. sy sagten all, sy wissten es nit vnd
schwuren all, sy hetten ym kain laid getan . Der graf ging selber zu seinem
gemahel in das frauwenzymmer vnd fraget sy vnd die anderen all, ob ym yemant
etwas verdriess getan  het oder yemant wisste, was die vrsach wär seines weg
schaydenns on vrlob. Sein gemahel vnd die andern all sagten, sy wissten nit, das
ym kain laid beschehen wäre weder mitt worten noch mit wercken, wann am abend,
als er von yn gangen wär, do wär er frölichen gewesen vnd hett yn von seim land
gesagt, wie die frawen da geklaidet giengen vnd von andern sitten vnd
gewonhaiten vnd sagt das mit so bössem teütsch, daz wir das lachen nit kunden
verheben. vnd do er vns lachen sach, fieng er och an zu lachen vnd mit lachedem
mund ist er von vns geschaiden. Der graf sprach: kann ich es yetz nit jnnen
werden, warumb Fortunatus allso hynweg ist, so würd ich es hynnach jnnen. Vnd
fürwar würd ich jnnen, das etwar der meinen ayner vrsach ist seines hynweg
schaidens, er soll sein gen mir engelten, Wann on vrsach ist er nit allso von
hynnen geschaiden. ich waiss, das jm bei fünfhundert Kronen vor gestanden sind,
die weil vnd er hie gewesen ist. vnd ich het gemaint, er het sein lebtag nit von
hynnen gestelt. Ich verston aber wohl, das er nit mut hatt herwider zu kommen, so
er seine klainat vnd was er guts hat mit jm hinweg genommen hat. Do nun Rupert
verstund, wie seinem herren so layd vmb yn was, do viel ym ain vorcht ein vnd
het sorg, seiner gesellen ainer möcht etwan sagen, wie Rupert yn weg geschafft
het vnd ging zu yn allen vnd yedem in sonderhait, bat sy, das sy nyendert
meldeten, daz er ain vrsacher wär sines hinwegschaidens. das gelobten sy jm gar
trüwlich, doch hetten sy geren gewisset, mitt was lüstikait er yn dartzu
gebracht hett, dass er so eilentz vnnd on vrlaub (Als ob er etwas mercklichs
getan  hett) weg geflohen wär. Do was ainer vnder yn, der da für die anderen wohl
an Rupert was, lag ym an mitt fragen, hett geren gewisst, wie er jn hynweg
gebracht het. Do er nit ablassen wolt vonn fragen, sagt er ym, wie Fortunatus
gesagt hett, das wesen seines vaters, wie er zu armut kommen wär vnd an des
küngs hof vonn Cipern dienete, han ich ym gesagt, wie ain reüttender bot eilentz
reütt zum künig von Engeland, ym zu sagen, wie der künig von Cipern todt sei,
wann sy wären geporen freünd, vnd der hab mir gesagt, wie der künig bei leben
vnd gesundem leib Teodorum, seinen vater, hab gegräffet vnd ym ain grafschaft
eingeben ains graffen, hyess graff Ansshelmus vonn Teratzino, der ist gestorben on
leiberben vnd also wär Teodorus der erst, der den künig vmb dass lehen hätte,
wann es dem künig haim gefallen was, vnd also het ym der künig die grafschaft
gleich eingeben, jm vnd seinen erben vnd jn mit brieff vnd sigel darumb
versorget nach aller notturfft. Do ich das saget, gab er meiner red nit vil
glaubens, dann dass er sprach: ich wolt geren, das es meinem vater wohl ging.
Doch auff solliches ist er weg geritten. Die andern diener, die red vernomen,
sprach ainer tzu dem anderen: wie ist Fortunatus so vnweiss gewesen! war ym ain
sollich Glück tzugestanden vnnd hett dass vnserm herren gesagt, er het yn wohl
eerlich zugerist vnd vnser drei oder vier mit jm gesandt vnd wäre wohl mitt
grossen eeren von hynnen kommen vnd het ainen gnädigen herren sein lebtag
gehabt, was ym zugestanden wär.
                         Wie Fortunatus gen Lunden kam.
Nvn lassenn wir den graffen mit seinen dienern, den da ganz vnwissend was, wie
Rupert mit lugen vmbgangen was vnd vernemen, wie es Fortunato fürbas gangen ist.
als er ain ander ross kaufft vnd seinem herren dass sein wider sandt, hett er
noch alzeit sorg, man eilte ym nach. het er vor vast geeilt, er eilet noch
vester, biss er kam gen Calis. da sass er in ain schiff vnnd fur in Engeland, wann
er forcht das Cipren so ser, das er nit getrawt sicher zu sein herdisshalb dem
möre vnd als er nun in Engeland kam vnnd vermaint nun sicher zu sein, fyenge er
an wider guts muts zu werden vnd kam allso in die haubtstat in Engeland, genant
Lunden, da nun von allen orten der welt kauffleüt ligend vnd da iren gewerb
tribent. do was auch ain Galee von Cipren dahyn kommen mitt kostlicher
kaufmanschaft vnd vil kauffleütten darmit, darunder waren zwen iung, die reich
vätter in Cipern hetten, die sy auff der Galee auch gen Lunden sandten vnd ynen
vil kostliche kauffmannschatz beuolhen. sy waren auch vor nyemer aus gewesen vnd
wissten nit vil, wie man sich regieren vnd halten solt in frembden landen, dann
souil sy von iren vätern gehört, in gute vnderweisung gegeben, hetten sy jn
geuolget. Do nun die galee mitt der kauffmanschatz abgeladen ward vnd dem künig
der zol gegeben was, das ain yeder mocht kaufen vnd verkauffen, fiengen die zwen
iungen auch an ire kauffmanschatz zu verkauffen vnd lossten bar gelt vnd des ain
michel tail, darab sy freüd enpfiengen, wann sy nit gewon waren mitt parem gelt
vmb zu geen. Zu denen kam Fortunatus vnd empfiengen ainander gar schon in
frembden landen vnd wurden gut gesellen vnd funden geleich ain vnnutze rott von
buben, zu denen sy sich geselten. die wissten die leüt zu zerichten mit schönen
frawen, mit spilen, mitt wolleben, darbei sy auch wohl waren vnd schanckung von
yn nament, die weil sy ausszugeben hetten. sy lebten also in freüden vnd wenn
ainer ain schönen bullen über kam, so wolt der annder noch ain hübschere habenn,
es kostete, was es wolt. das triben sy bei ainem halben iar. Do begund es
nachnen, das sy nit vil bar gelt mer hetten. doch het ainer mer onworden dann
der ander.
 
Wie Fortunatus zu böser Gesellschaft kam, mit denen vnd mitt leüchten frawen als
           sein gelt vertet vnd sich darnach vil armut leiden musst.
Fortunatus, der hett am minsten, der ward auch am ersten gerecht. Er het sine
klainat vnd als onworden. dessgeleichen die andern, was sy zu Lunden gelösst
hetten, was alles verton mit schönen frawen vnd die schönen frawen tailten es
mit den buben, taileten es so lang vnd vil, byss doch Fortunato noch sinen
gesellen kain gelt im seckel belayb. Do mainten sy ire bulen soltten sy noch
einlassen vnnd frölich mit yn sein wie vor vnd auch aussgeben wie sy getan 
hetten. do ward aber nicht aus, sy beschlussen die türe vor yn tzu vnd spotten
ir zu den fenstern aus vnd sprachen: wenn ir mer gelt haben, so mügend ir wohl
wider kommen. haben ir aber nit gelt, so gond auf die galee vnd farent wider,
vonn dannen ir her kommen seind. Ir gesellen, die yn nachgangen waren vnd sy
iunckherren gehaissen hetten, die spoteten ir vnnd ainer sprach zu dem, der ob
zwaytausent Kronen mit seinem bulen onworden het: was iunkherr bistu, do du nit
mer gelts hettest dann souil, was woltestu ansahen? Der ander sprach zu disem:
was iunckherr bist du? mainestu, man müg dich alweg hye haben durch zwaytaussent
cronen willen? Der drit sprach zu Fortunato: wie bist du ain narr, do du nit
meer dann fünffhundert Kronen hettest, dass du sy nit an andere kauffmanschatz
gelegt hast, dann dass du sy der torechten frawen angehencket hast! hettest du
gemach getan , sy wäre bei dir gelegenn vmb ainen stotter, ist zwen bechmisch
wert.
    In dem so waren die kauffleüt von Cipern gerüst mit kauffen vnd verkauffen
und richtet sich der patron hinweg tzu faren vnnd das yederman laden soltt, was
er zeladen het, wann an aim bestimpten tag wolt er hynweg faren. Allso giengen
die zwen iungen kauffleüt in ir herberg über ire rechnung vnnd funden wohl, das
sy vil gelts gelösst hetten vnd was sy wider vmb daz gelt kaufen sollten nach irs
vaters verschreibung. da was aber kain gelt, es was alles vmb nassen zucker
gegeben wordenn vnnd wäre sein meer gewesen, es wäre alles dahyn gangen. Sy
sassen auff die Galee vnnd furen wider haym on kauffmanschatz. vnd wie sy von
iren vätern enpfangen wurden, dass waiss ich nit, doch versich ich mich, sy
wurden nit wohl enpfangen, wann sy nit ain gute rechnung haym brachten.
    Als Fortunatus allain was on gelt, gedacht er ym: hett ich zwo oder drei
Kronen, so wolt ich in Franckreich, etwann fund ich ainen herren vnd ging also
wider zu sinem bulen, bat sy, das sy jm zwu oder drei Kronen lich, er wolt in
Flanndern tzu ainem vetter, der hett vierhundert Kronen. die wolt er holen vnnd
erst ainen gutten mut mit ir haben. sy sprach: waistu gelt zu holen, das magstu
wohl tun, doch mir on schaden, darbei er wohl verstund, daz er kaines gelts da
warten was. gedacht ym: het ich mein gelt wider, ich wolt es nit mer dahyn zu
behalten geben vnd sprach: liebs kind, send vns vmb ain wein! lass vns doch ains
mit ainander trincken. Sy sprach zu ir magt: gang, bring ym ain pint bier vnd
lass den essel sauffen! das was der danck, den er vmb sy verdient het. Do
Fortunatus also verlassen was, gedacht er jm: ich muss dienen, so lang biss das
ich zwu oder drei cronen über komm, vnd ging des morgens an den platz, den man
nennt die Lombarder Strasse, da manigklich zusamen kommet vnnd fragt alda, ob
yemandt aines knechtes bedörffte. da was gar ain reicher kaufman vonn Florenntz,
der gar kostlichen hoff hielt, wann er sy all brauchet in seinem gewerb vnnd
hanndel. der dingett Fortunatum (dass gar wohl sein fuge was) vnnd verhyesse ym
zwu Kronen ainen monat zu geben, furt yn mitt ym haim. da fienge er gleich an,
zu tisch zu dienen, dabei der herr im Haus (hiess Jeronimus Roberti) wohl sach,
daz er mer bei ersamen leüten gewesen was. fieng an vnd sandt yn, das er gut
furt in die schiff zuladen vnd wenn schiff kamen, die zu entladen, wann die
grossen schif kunden bei zwaintzig meillen nit zu der statt kommen. doch so fert
man von der statt auf ainem schifreichen wasser biss in das mör, dasselb wasser
haisset Tynis. vnd was er ym also befalch, vollendet er gar wohl. Nun in denen
dingen was ain Florentin, ains reichen mans sun, dem sein vater gross gut geben
vnd yn darmit gen Prugk in Flandern gesandt hett, das er auch gar in kurtzer
zeit vnnutzlichen vertet. In benüget nit an dem selbenn. Er nam auch wechssel
auff seinen vatter, dem er schrib, er wolt ym vil gut senden, daran er gross
gewinnen möcht, das der gut vater gelaubt vnd zalt also für den sun so lang vnnd
vil, biss das er nit mer het vnd wartet fast auff die kauffmanschatz, so ym sein
sun senden solt. Er mocht wohl lang warten, der bub het sich selb vnd seinen
vater ganz verderbt, Als noch maniger sun tut denen vättern, die yn zu wohl
vertrawen vnd zuuil glauben auff ire sün. Do nun der bub (hiess Andrean) ganz
nicht meer vnd auch den glauben verloren hett vnder den kaufleüten, auch vnder
huren vnd buben, das jm niemand weder leühen, noch geben, noch borgen wolt,
Gedacht er ym, er wolt gen Florentz, da sunde er etwann ain alte witwen, mit der
er sich reichen woldt vnnd als er nun haimwartz ging, kam er in ain statt in
Franckreich, heisst Tor in Torens, da lag ain reicher edelman gefangenn, der was
von Lunden aus Engeland. das hort er von dem wirdt vnnd sprach: Lieber wirdt,
möchte ich nit zu dem gefangen man kommen? der wirt sprach: ich will eüch wohl zu
ym fürenn. Er ligt aber gar hert eingeschmidet, das er eüch erbarmen wirt.
 
 Wie ain Florentiner, Andrean genannt, ain vast böser bub, tzu ainem gefangenn,
    reichen englischen mann in die gefängknuss gelassen ward, mit jm zureden.
Nvn kund Andrean wohl englisch. der gefangen fraget yn, von wannen er wäre. dass
saget er jm vnd sprach: ich byn ain Florentin vnd will gen Florentz. der
gefangen sprach zu Andrean: kennest du nit Jeronimum Roberti zu Lunden? Er
sprach: ja, ich kenn yn vast wohl vnnd er ist mein gar gutter freünd. Er sprach:
lieber Andrean, lass dein raiss gen Florentz vnderwegen, gang gen Lunden zu dem
Jeronimus Roberti vnd sag jm, das er helff vnd radt, das ich hye ledig werd. Er
kennet mich vnd waisst wohl, was ich vermag. Ich byn geritten in des künigs dienst
vnnd mainend meine fründ, der künig söll mich von hynnen lössen, das aber der
künig nit tun will aus der vrsach, sagt, er hab mir ainen grossen sold geben,
alltag vier Kronen auff zway pferd. warumb ist er nit dester weiter vmbgeritten,
das er den veinden nit zutail worden wäre? Das ander: es zimpt sich nicht, das
ain künig ainen gefangen löss, dann so man aynen gefangenn vmb tausent Kronen
lödig liess, so müsst yn der künig ledigen vnd müsst zehen tausent Kronen geben.
durch solchs so lassen sy mich nit lödig. vnd soll es noch ain klaine zeit weren,
So kum ich vmb meinen gesunden leib, wann die schenckel vahen mir an zufallen,
als du das wohl sichst. darumb so sag dem Jeronimus Roberti, dass er helff vnd
radt, darmitt das ich lödig werd. Sy hond mich beschätzt bei zway tausent
Kronen. So man mich aber also verlasst vnd veracht, gelaub ich man näme minder
vnnd besonder, so man säch das mich frembd leüt lösen wollten. Ich hoff auch auff
dass höchst, man brächt mich mitt tausent Kronen von hynnen. dasselb sag dem
Jeronimus vnd sag jm darbei, was er für mich aussgeb, das müss jm dryualtig wider
werden. Darumb, lieber Andrean, biss geflüssen vnd brauch fleiss in denen dingen,
so verhaiss vnd glob ich dir, das ich dir will fünfhundert Kronen geben vnd dich
dartzu an ain gutt ampt schaffen. Sag auch meinen freünden, wie du hye bei mir
seist gewesen vnd das sy mein bürg werden gegen dem Jeronimus. Andrean sprach
zu dem gefangen, er wolt sich gar treülichen in der sach arbaitten vnd zoch
allso gen Lunden vnnd bracht die ding, so ym beuolhen was, an den Jeronimum
Roberti. dem geuiel die sach wohl, wenn es nun gewiss wär gewesen, das ym für ain
Cron soldt drei werden. Nun kant er wohl den Andrean, das er ain bübischer bub
was, nit desterminder sprach er zu ym: gang tzu seinen freünden vnd an des
künigs hoff! magstu den weg finden, daz man mir pürgschaft tüe, so will ich das
gelt darleühen. Andrean fraget nach des gefangen fründen vnnd sagt yn, wie es
vmb yn stünd, wie er so hert an geschmidet wär. Es lag yn aber nit so hert an
vnd weissten yn, er solt zu dem künig oder seinen rädten vnd yn sollichs
fürhalten, Als er auch tun wolt. als er aber gen hoff kam vnd nit gleich
fürkommen kund mitt seiner sach, hort er sagen, als der künig von Engeland sein
schwöster geben het dem hertzogen von Burgoni zu ainem gemahel, dem er noch
schuldig was klainat zu senden, die er auch kaum zuwegen bracht hett, wann es
gar kostliche klainat waren. vnd het die geben aynem frommen edelman, der auch
zu Lunden in der statt gesessen was, weib vnd kind da hett. Do aber Andrean zu
hoff höret sagen, wie man dem edelman so kostliche klainatt beuolhen het, fieng
er an vnd gesellet sich zu jm vnd sprach, wie er vernommen het, das der künig
dem hertzogen von Burgoni durch yn kostliche klainat senden wolt. Allso wolt er
yn gar früntlich bitten, wär es zutun, das er jn die klainat liess sehen, wann
er wär auch ain zorclier (daz ist ainer, der mit klainaten vmbgeet) vnnd er het
zu Florentz gehört, wie das der künig kostlichenn klainatten nach fraget vnd wär
dester ferrer her kommen auff hoffnung, der künig sollte ym auch ettliche stuck
ab kaufft haben, als er noch in hoffnung wäre. Der from edelman sprach: so
warten auf mich, so ich hye gerecht bin So kommen mit mir, will ich sy eüch
lassen sehen vnd als er gerecht ward, furt er yn mit ym haim (es was och über
den mittag) vnd sprach: wir wöllen vor essen, So wirtt mein fraw nicht vnwillig,
assen also mit ainander vnd er erbot es jm eerlich vnd tischetten gar lang. Als
dann der Englischen gewonhait ist, das sy bei zway stunden tischen, besonder
wenn sy gest haben. Als sy nun geessen hetten vnnd frölich gewesen warend, furt
er yn in sein schlaffkamer vnnd schloss auff gar ainen schönen kalter vnd bracht
die klainat in ainem hültzin lädlin vnnd liess yn die gnugsamigklichenn sehen. Es
warenn fünff klainatt, die kosteten ob sechtzig tausentt Kronen. ye lenger man
sy ansach, ye bass sy ainem geuiellenn. Andrean der lobett sy vast vnd sprach:
ich hab wohl etliche stuck. wären sy allso ein gefasset, sy soltend ettliche
schenden vnnd das hort der edelman fast geren vnd gedacht: hat er kostliche
klainat, so muss vnser herr künig noch mer kauffen vnd giengen also wider gen
hof. Do sprach Andrean: morgen zu mittag, so solt ir mit mir essen in Jeronimus
Roberti Haus, so will ich euch meine klainat auch lassen sehen. Das geuiel dem
edelman wohl.
    Also ging Andrean zu Jeronimus Roberti vnd sprach: ich hab aynen man funden
an des künigs hof, als ich hoff, der wirt mir helffen, daz wir den gefangen
lödig machen vnd dass eüch gutte vnd gewisse bürgschaft darfür geschehen muss auf
des künigs zol. Jeronimus Roberti geuiel das wohl vnd also sprach Andrean:
beraiten morgen die malzeit bester eerlicher, so bring ich jn, das er mit vns
ysset. vnd das geschach. vnd des morgens vmb die maltzeit bracht Andrean den man
und ee sy zutisch sassen, sagt Andrean zu Jeronimo, man sollte nit vil von dem
gefangen man reden, wan es musst haimlichen zu gon. Vnd also assen sy vnd waren
frölich vnd tischten lang. vnd als die malzeit geschehen was, ging Jeronimus in
sein schreibstuben. Do sprach Andrean zu dem edelman: komment mit mir hynauf in
mein kamern, so will ich üch meine klainat auch lassen sehen, vnd giengen also
mit ainander in ain kamer, was oben ob dem sal, darin sy geessen hetten. Vnnd
als sy in die kamer kamen, tet Andrean, als ob er ain grosse truhen wolt
aufschliessen vnd zucket ain messer vnd stach yn, das er viel vnd schnayd ym die
gurgel ab, nam ym ainen guldin ring, den er an seinem domen het, darin auch
sein jnsigel gar kostlich ergraben was vnd nam die schlüssel ab siner gürtel,
ging eilentz in des edelmannes Haus zu seiner frawen vnd sprach zu ir: fraw,
ewer gemahel sendt mich zu eüch, dass ir ym die klainat schickt, so er mich
gestern sehen liess vnnd sendt eüch hye bei zu warzaichen seinen ring vnd sigel
vnd die schlüssel zu dem behalter, da die klainat inn ligen. Die frauw gelaubt
seinen wortten vnd schloss auff den behallter. sy funden aber der klainat nit.
der schlüssel waren drei, sy suchten an allen orten vnd funden ir nit. die fraw
gab ym die schlüssel vnd ring wider vnd sprach tzu ym: gond vnd sagt jm, wir
künden ir nit finden, das er selb komm vnnd lug, wa sy sehen. Andrean erschrack
ser, das er so ain bösse sach getan het vnnd ym aber die klainat nit worden
waren, wann er wolt gleich darmitt daruon sein.. Die weil er aber in des
edelmans Haus gangen was, was das blut durch die tüllen in den esssal gerunnen.
das sach der herr vnd rufft wunderbald den knechten vnd sprach: von wannen
kommpt das blut? sy lieffen vnd lugten. do fun-den sy den frommen edelman da
ligen also tod. sy erschracken von hertzen vnnd vor grossem schrecken wissten sy
nit, was sy tun sollten.
  Wie der Bösewicht Andrean ainen edelman ermort vnd yn in ain priset wurff vnd
                                  daruon kam.
Vnd als sy also stunden, so kommpt der schalck geloffen vnd sach greulich. O du
schalck! schryen sy über yn, was hastu getan , dass du den man ermort hast? er
sprach: der Bösewicht wolt mich ermort haben, wann er vermainet, kostliche
klainat bei mir zufinden. so ist mir lieber, ich hab yn ermort dann er mich.
darumb sweigent stil vnd macht kain geschray, so will ich den man in die prifet
werfen vnd will eilentz hinweg. vnd ob jm yemant nach fragt, so sagen, als sy
geessen hetten, seind sy mit ainander vss dem Haus gangen. seider haben ir vnser
kainer mer gesehen. das tet der schalck Andrean, warf den todten leichnam in
die priset vnd eilt nacht vnd tag, das er vss dem land käm vnd torst nit beleiben
an kainem ort. er forcht, ym wurdenn botten nach geschickt vnnd das er gestrafft
wurd vmb dass gross übel vnd eilet gen Venedig vnnd dinget sich auf für ainen
rudrer vff ain galee vnd fur gen Alexandria vnd so bald er dahin kam, verlognet
er des christenlichen glauben. Do ward der schalck wohl gehalten vnnd was auch
sicher von der missetat, so er getan het. vnd het er hundert christen ermort,
so wäre er doch sicher gewesen.
    Als sich nun die sach verloffen hett, do was Fortunatus nit tzu Lunden,
Sonder er was in seines herren dienst in ain statt gefarenn, genant Sanduwick,
da er seim herren gut in ain schif geladen het. vnnd als er nun wider gen Lunden
kam, sein geschäffte, so ym beuolhen was, gar wohl vollendet hett, kam in seines
herren Haus, do ward er nit so schon gegrüsst vnd enpfangen, als andre mal, so er
aus gewesen was, och so gedauchte yn, wie sein herr, gesellen, knecht vnd mägt
nit so frölich wären, als er sy gelassen het, das yn auch hart bekümeret. vnnd
fraget die kellerin im Haus, was sich verloffen het in seinem abwesen, dass sy
alle im Haus so traurig wären. Die gut alt kellerin vnnd hausshalterin (die auch
dem herren vast lieb was) sprach zu jm: Fortunatus, lass dich es nit bekümern,
wann vnserm herren ist ain brieff kommen von Florentz, wie ym so gar ain gutter
freünd gestorben sei, darumb er ser betrübt ist. Er ist jm aber nit so nach
gefreündt, das er schwartz tragen dürffe. Im wäre aber lieber ain bruder
gestorben dann der gut freünd. Darbei liess es auch Fortunatus beleiben vnd
fraget nit fürbass vnd halffe yn auch traurig sein. Vnd als nun der frawen
edelman zunacht nit haim kam, noch seiner frauwen nicht enbotten het, Nam sy
wunder, doch schwaig sy styll vnd do er des morgens aber nit kam, sandt die fraw
aus ire gute vnd angeborne fründ an des künigs hoff, irem gemahel nach zu
fragen, ob yn der künig in seinem dienst hett aussgesandt oder wo er wär. Vnnd so
bald man höret, das man ym nach fraget, do nam es die rädt selb wunder, das der
man nit gen hoff kommen was. die märe kamen allso für den künig, der sprach:
gond bald in sein Haus vnnd lugend, ob er die klainat hynweg hab. wann dem künig
viel in seinen syn, Er möcht mit den klainaten hynweg sein, wie wohl er yn für
ainen biderman hielt, noch dannocht gedacht er, das grosse gut hett yn zu ainem
Bösewicht gemacht. vnnd also kam es aus, das ye ainer den anderen fragen was, ob
er nit wisst, wa der edelman kommen wär. Niemandt wisst von jm nicht zu sagen. der
künig sendet in seiner frawen Haus gar eilentz, das man fragt vnd lugte, wa die
klainat wären, wiewol jm der edelman lieb was. doch liesse er den klainaten
vester nachfragen dann dem frommen mann, darbei man wohl merckt, wenn es an das
gut geet, das alle liebe aus ist. vnd do man die frauwen fragett, wo ir man wär
vnd die klainat, sy sprach: es ist heüt der dritt tag, das ich yn nit gesehen
hab. was sagt er aber, do er am iüngsten von eüch ging? sy sprach: er wolt mit
den Florentinern essen vnnd sandt ainen mit seinem sigel vnd die schlüssel, ich
soldte ym die klainat senden, er war in Jeronimus Roberti Haus, da het man vil
kostlicher klainat, die wolt man gegen ainander schätzen. vnd also furt ich yn
in mein kamer vnd schloss ym den kalter auff, dartzu er dann die schlüssel het.
wir funden aber der klainat nitt vnd ging der man on die klainat hynweg, das er
vngeren tet vnd hyess mich vast suchen, wir kunden aber ir nit finden. Sy
fragten, ob er nit besondre geschloss het. sy saget, er hett kain anders, wann
was er guts hett, seine brieff vnd sigel, legt er alles in den behalter. da
stunden auch die klainat innen. sy seind aber nit mer da, wann wären sy darin
gewesen, so het ich sy ym gesandt. Do die botten das horten, liessen sy all
küsten vnd kalter vnd truhen auffprechen. sy funden aber der klainat nit, dauon
die fraw gar ser erschrak, daz man ir also gewalt tet in irem Haus. Auch
erschraken des künigs boten, daz man den mann noch die klainat nit kund finden.
dass saget man dem künig. der künig was mer traurig vmb die klainat dann vmb
dass gelt, so sy hetten kostet, wann man findt solch ding nit zu kauffen, so man
wohl gelt hat. vnd wisst der künig noch seine rätt nit, was zu der sach zetun
wär, dann das man zuradt ward, man solt Jeronimus Roberti vnd als sein gesynn
vahen vnd das sy rechnung vmb den man gäbent. dass geschach am fünften tag nach
dem vnd der man ermort was. Do warteten des richters knecht, das man eben die
malzeit ass, fielend in das Haus vnd funden sy alle bei ainander, zwen herren,
zwen schreiber, ainen koch, ainen stall knecht, zwu mägt vnd Fortunatus, also
das ir waren neun person. die furt man alle in gefängknus, yedes besonder vnd
fragten auch yglichs in sonderhait, wo die zwen mann hyn kommen wären. sagten
alle geleich zu, als sy geessen hetten, do wärend sy hinweg gangen vnd hetten sy
darnach nit mer gesehen, noch von jnen gehört, Daran aber sy kain benügen
hetten. sy namen dem herren vnd den andern allen ire schlüssel vnd giengen in
das Haus vnd suchten in ställen, in kellern vnd in iren gwelben da sy ire
kauffmanschatz ynnen hetten vnd suchten an allen orten, ob sy den man etwann
vergraben hetten. Sy funden aber nichts.
 
   Wie Jeronimus Roberti vnd als sein Haus gesyn gefangen vnd vnschuldiklich
                gehenkt wurden, allain Fortunatus erlödigt ward.
Vnd als sy nun hynweg geen woldten, da was ainer, der het ain grosse prinnende
körtzen oder windt liecht in der hand, damit er alle finsteren winckel ersucht
hett vnd doch nicht gefunden noch des geleichenn. Allso zewcht er aus ayner
betstatt ain grosse handtuol türr stro vnd zündet das an vnnd warff das in dass
prifet vnd luget allso hynnach, so ficht er dem mann die schenckel enpor ragen.
Do fieng er an vnd schray mit lauter stym: mort vnd ymer mort! der man ligt hye
in der prüffet. Also brach man die prüffet auff vnd zugen den man heraus. also
vnsauber mit der abgestochen kelen, legten sy yn für des Jeronimi Roberti Haus
an die offnen strass, stinckend vnnd vnsauber, als er was. vnnd do die
Englischen das gross mort sahen, do ward ain sollich gross geschray über die
Florentzer vnd alle Lamparder, das sy sich mussten verbergen vnd einsperren, wann
wo man sy an der gassen hette funden. So wären sy zutod geschlagen worden von
dem gemainen mann. Sy liessen den todten, übelstinckenden man biss an den dritten
tag also an offner strass ston den Lampardern zu laid vnd zu schand. behend
kament die mär für den künig vnnd für den richter. do ward beuolhenn, das man
den herren vnnd knecht soldte wegen, peinigen vnnd martern, damitt das man des
rechten grunds ynnen wurd, wie es mitt dem mann ergangen wär vnd solt yeden
besonder wegen vnd die vergicht gar eben auff schreiben, besonder so soldt man
den klainaten nachfragen. Also kam der hencker vnnd nam des ersten den herren
vnnd schlug yn an die wag vnd peiniget jn gar hart. er sollte sagen, wer den man
ermordt hett vnd warumb sy yn gemordt hetten vnd wo des künigs klainat wären.
Der gutt Jeronimus kund wohl mercken an der grossen vngestümi vnd der grossen
marter, so man yn anleget, dass man ynnen was worden das mordt, so dann in
seinem hausss ym vnwissend geschehen vnd ym vast laid was. doch, do er sach, das
es nit anderst mocht gesein, fieng er an vnnd sagt, wie alle ding ergangen waren
vnd wie Andrean jn gebetten hett ain gut mal zuberaiten, er wolt ainen edelman
zugast han, der solt ym helffen aynen edelman lödig machen, so gefangen läge in
Frankreich zu Tor in Dürena, das ich also getan  hab in allem guttem vnd meinem
gnädigen herren, dem künig vnd dem ganzen land zu lieb, auch nit anderst gewisst
hab.
    Do aber das maltzeit volbracht was vnd ich ir kain acht mer hett, in mein
schreibstuben sass vnd schraib, nach dem schreiben heraus ging, do sach ich
durch die gastkamer in den esssal, das ain schwaiss herab ran, darab ich ser
erschrack vnd sandt meine knecht, das sy besähen, was solichs wär. sagten sy
mir, wie es ain gestalt hett. do wisst ich nit, wie es zugangen was. In dem do
kam der schalck Andrean geloffen, den satzt ich zu wort vmb das mort. der sagt,
wie dass er yn woldt haben ermort, do het ym got das Glück geben, das er ym vor
gefaren wär vnd nam den man vnd warff yn in die pryfet vnnd ging von stunden
hyn. wo er hyn kommen sei, das ist mir vnwissend. vnd wie er sagt, also sagten
die andren all, so man sy peiniget vnd marteret. Dann Fortunatus, der bekant
nicht, wie fast man yn peiniget, wann er was auch nit in dem Haus gewesen, do
sich die sach verlofen hett. was ym auch vnwissend. Als man ye nit anderst kund
erfaren, noch wa die klainat hynkommen wären, ward der künig zornig vnd schuff,
das man sy alle hencken soldt vnnd sy mit eissnin ketten an schmiden, daz sy
nyemand herab näm, noch das sy nit bald herab fallen möchten vnd lyess jnen ainen
neüwen galgen machen zwüschen der statt vnd Vestminster, ist gar ain schöner
pallast, ist darin des künigs radtauss vnd ain grosse schöne kirchen, also das
man zwischen der statt vnnd dem pallast mer wandels dann sunst in der ganzen
statt hett. da selbst hyn ward Jeronimus Roberti mitt allem seinem gesynn gefurt.
also fieng man an den zway mägten an vnnd vergrub die also lebendig vnder den
galgen vnd fieng do an dem herren an vnnd ye den bösten nach ym. So Fortunatus
sach, wie es ging vnd auch nit anders wisst, dann man wurd yn och hencken, Do
gedacht er: O got, wär ich bei meinem frommen herren vnd graffen beliben vnnd
hett mich lassen capponen, so wäre ich in die angst vnd nott nit kommen.
    Vnd als man den koch hencken solt, der was der lötst on Fortunato, was ain
Englischer, der schray mit lauter stym, das es manigklich höret, das Fortunatus
nit vmb die ding wisst. wie wohl der richter wisst, das er vnschuldig was, noch so
woltt er yn hon lassen hencken vnnd was sein mainung, liesse er yn lödig, so
wurde er sunst zu todt geschlagen. Doch so ward souil mitt dem richter geredt,
das er yn nit solt hencken lassen, so er auch nit ain Florentin vnd vnschuldig
was. vnd also sprach der richter zu Fortunato: nu mach dich bald aus dem land,
wann die frauwen der gassen werden dich zu tod schlagen. Vnd gab jm zu zwen
knecht, die furten yn an das wasser vnd fur allso auff wasser vnd tzu land, biss
das er aus dem land kam.
    Als nun Jeronimus mit seinem gesynn gehenckt was, liess der künig das gemain
volck in Jeronimus Haus sackman machen, doch hetten des künigs rädt das best vor
hinweg genommen. Er kam vmb gross gutt. wem ward, der hett, da bedorfft nyemandt
rechnung vmbgebenn. Do die andern Florentiner vnd Lambarder horten, wie man also
sackman gemacht het, do forchten sy sich übel ires leibs vnd ires guts vnnd
sandten dem künig ain michel somm gelts, dass er yn ain frei sicher gelait gäb,
wann sy doch kain schuld hetten. Allso ward der künig auch in güttigkeit bewegt
vnd gab yn ain frei, sicher gelayt, das sy mochten wandlen, kauffen vnnd
verkauffen, wie sy vor getan  hetten.
    Nun möchte ainen wunder nemen, warumb man den ersamen Jeronimus Roberti vnd
alles sein haussgesynn so schamlich gehenckt het, so doch er vnd alles sein
haussgesynn vnschuldig vnd yn allen gar ser laid was. Sol nyemant wundern, es
kommpt aus der vrsach vnd ist kaisserlich recht, das nyemandt kain mord
verschweigen soll. wer es aber verschweiget oder hilffet vertrucken vnd es nit
offenbar macht, so er erst kann oder mag, der soll vnd ist in denen banden, als
der es selb mit der hand getan  hett. Vnnd aus sollicher vrsach kam der from
Jeronimus mit seinem gesynn vmb ir leben vnd zeitlich gut.
 
   Wie dem künig seine kostliche klainat gefunden vnd wider geantwurt wurden.
Do nun das allso geschehen was, lang als der künig es gar geren gewisst, wo sy
gewesen wären vnd hetten sy ym nit wider werden mügen, noch dann het er gern
gross gutt geben, das er het mügen jnnen werden, wie es darumb gestalt wär. vnd
liess aussrüffen, wer ware kuntschaftt künde sagen, wa die klainat hynkommen
wären, dem solt man tausent nobel geben. do ward an vil künig höff geschriben,
fürsten vnd herren, Auch in die reichen mächtigen stet, ob jemant käm, der
solich klainat fail trüg. Noch so kund man nitt daruon vernemen, yedoch so was
gross wunder darnach, wann yederman hette geren dass gelt gewunnen. das stund
also an, biss des edelmans frau irm mann den dreissgisten begienge vnnd darnach
vnlang das laid von tag zu tag ye vester hyntzulegen vnd ward ire gespilen vnd
nachbauren tzu gast laden vnd vnder denen was aine, die auch kurtzlichen zu
ainer witwe worden was, die sprach: wöllen ir mir volgen, ich will euch leeren
das eüch eüwers manns tod gar pald vergon wirt. macht ewer bett in ain andere
kamer. ob ir das nit ton wölt, So setzent doch die betstat an ain ander ort vnd
wenn ir üch zu nacht niderlegent, so gedenckend an ainen iungen, hübschen
gesellen, den ir geren zu ainem manne haben wollten vnd sprechent aus vnmut: die
todten zu den todten vnd die lebendigen tzu den lebendigen. vnnd allso tet ich,
do mein man gestorben was. Die fraw sprach: O liebe gespil, mein man ist mir so
recht lieb gewesen, das ich sein nit bald kann vergessen. Doch hett sy die wort
gar eben gemerckt vnd so bald die frawen aus dem Haus kamen, Fienge sy geleich
an, ir schlaffkamer auff tzu raumen vnd irs manns küsten vnd truhen aus der
kamern zutragen vnd ire an die statt zu setzen vnd fieng an, des mans betstat ab
irer statt an ain anderen zu stellen vnnd als man aber die betstatt verruckt, da
stund das ledlin mit den klainaten vnder dem bett bei ainem stollen. dass ersach
die frauw, wann sy kandt das ledlin vnd behyelt dass vnnd hyess die kamern
zurüsten, wie sy das angefangen het vnd sandt darnach nach ainem irem angebornen
freünd vnd sagt ym, wie sy die klaynat funden het on alle geferd vnd wa sy das
bei nit het wöllen verenderen, so möchten sy noch lang gelegen sein, wann da
hette sy nyemand gesucht. vnnd begeret allso ires freündes radt, wie sy sich
mitt den klainaten halten sollten. Do ir freünd hort, das die klainat funnden
waren, do was er fro vnnd saget tzu der frauwen: so ir meines rats begerent, so
will ich ratten, das mich das best bedunckt vnnd ist mein radt, das ir die
klainat nement von stund an, so will ich mit üch gan vnd wöllen besehen, das man
vns selbst für den künig pring vnd ym die klainat selb in sein hand antwurten
vnd ym die ganzen warhait sagen, wie ir ir die klainat funden haben vnd zu
seinen gnaden setzen, was er eüch zu findelmüt geb. dann, solt man die klainat
dem künig verhalten, vmb gross findelmut von ym zuhaben oder das man die klainat
solt in frembde land senden zu verkauffen, so ist es so weit ausskommen in alle
land, das solliche klainat der künig verloren hat vnd wo man ir innen wurd, So
kämen alle, die darmit vmb giengen vmb leib vnd gut vnd die klainat wären vor
allen dingen dem künig wider gegeben.
    der radt geuiel der frauwen vast wohl vnnd machet sich gar schon an, doch wie
ain witwe iren man klagen soll. vnd kam also mit irem fründ in des künigs palast
vnd begert also selb für den künig zukommen. das warde dem künig kund getan ,
der ir auch vergünnet, das sy wurd eingelassen in seinen künigklichen sal vnnd
als sy für den künig kam, do knuet sy nider, beweiset dem künig gross eer, als
billich ist, ir wohl zam vnd auch sy wohl kund, fieng an vnnd sprach: gnädigster
Herr künig! Ich, üwer arme dienerin, komm für ewer künigkliche maiestat vnnd
fiege der zu wissen, das die klainat, so ir in meim Haus gehept, meinem eeman
sälig der hertzogin vonn Burgoni, meiner gnädigen frawen, tzu antwurtten
beuolhen haben, das ich die dises tags gefunden hab in meiner schlaffkamer
hinder aym betschranckstollen vnd ich wolt dass bett verendren, do fand ich das
lädlin, vnd so bald ich das funden han, hab ich geeilet, üch die selben in eüer
hand zu antwurten vnd gab ym damit die klainat in sein hand. Der künig tet dass
lädlin auff vnd fand die klainat, wie sy dann sein sollten, des er fro was, vnd
verordnet, das sy kämen an dass end, dartzu sy geordnet waren. Der künig het ain
gross wolgefallen, daz die fraw so geflüssen was vnd die klainat niemand
vertrawet, dann dass sy ym die selb geantwurt het vnd gedacht, billich wär, das
er sy begabet vnnd sy ergötzte ires laides, wann doch ir frommer man durch der
klainat willen vmb sein leben kommen was vnd rüfft ainem iungen edelman an
seinem hof, der vast hübsch vnd wolgestalt was vnd sprach: ich will bitt an dich
legen, die soltu mir nit versagen. Der iüngling sprach: gnädiger künig, ir solt
kain beet an mich legen, sonder ir sollent gebieten, so soll ich denn eweren
gebotten gehorsam sein vnd also liess er ainen priester kommen vnd gleich in
seiner gegenwirtikait gab er der witwe den iüngling zu ainem gemahel vnd begabet
die gar reichlichen vnd sy lebten in freüden mit ainander vnd ging die fraw zu
irer gespilen vnd dancket ir gar ser vmb den rat, so sy ir geben, das sy iren
betschrancken verendret hett vnnd sprach: wo ich ewrem radt nit geuolget, so het
vnser herr, der künig, sine klainat nit, noch ich ainen hübschen iungen man.
darumb so ist es gut, wer weiser leüt radt volget.
 
 Wie Fortunatus in ainem wald verirret vnnd benachtet, in gross ellend vnd sorg
                               seines lebens kam.
Nvn habend ir vor gehöret, wie Fortunatus von Lunden kam vnd in was not vnd
angst er gewesen was. Nun hörent, wie es jm weiter ging. Als er kain gelt mer
hett, do eilet er seer, das er von den Englischen käme vnnd kam in Pichardia. da
hett er geren gedient, do kund er kainen herren an kommen. Giennge aber fürbas
vnnd kam in dass lannde Britania, dass ist ayn starkes land vnnd hatt vil hocher
gebürge vnnd gross wäld. Vnnd als Fortunatus durch dass lannde woltt, kame er in
aynen grosssenn, wilden wald, als es der Bechmer oder der Turinger walde wäre.
Vnnd als er verrer in den wald kam, do ward er irr gon vnd ging den ganzen tag
vnd kund nit daraus kommen vnd als es nacht ward do kam er zu ainer aldten
glasshüten, in der man vor vil iaren glass gemacht het. do ward er fro vnd maint,
er solt leüt darinnen gefunden haben. aber da was nyemandt innen. doch so belib
er die nacht in der armen hütten vnd mit grossem hunger vnnd sorgen, so er het,
vonn den wilden tieren, so in dem wald ire wonung haben vnd hett gross verlangen
nach dem tag in hoffnung, ym hulff got aus dem wald, das er nit also hungers
sturb. vnd als es begund zu tagen, hub er sich auf vnd ging aber eilentz. vnd
als er solt zwerchss durch dass holtz gon, ging er nach der lengin vnnd ye mer
er ging, ye minder er aus dem wald kund kumen vnd vergieng also der ander tag
mit grossem, hertem laid vnd als es aber begund nacht tzu werden, ward er gar
müd vnd kraftloss, wann er in zwaien tagen nicht geessen het, vna von vngeschickt
kam er zu ainem brunnen da tranck er mitt grossem lust, das ym ain krafft gab.
vnnd als er bei dem brunnen sass, vieng der mon an gar hell zu scheinen, do hort
er ain wildes prasslen in dem wald vnd hortt die beren bromssen. gedacht er, wie
ym da nit lang zu sitzen, auch nit nütz war zu fliehen, wann die wilden tyer yn
bald über eilten vnd gedacht jm, besser wär, auf ainen baum zu steigen vnnd zu
nächst bei dem brunnen klam er auff ainen hohen baum, der auch vil öft hett, vna
sach also zu, wie die wilden tyer manigerlay geschlecht kamen zu trincken,
schlugen vnd bissen, hetten ain wildes gefert mit ainander. doch vnder den allen
was ain halbgewachssner ber, der smakt Fortunatum auff dem baum vnnd fieng an
auff den baum zu steigen. Fortunatus forcht ym seer vnd staig ye lenger ye höher
auff den baum vnnd der ber ym hert nach. Do aber Fortunatus verrer hynauff nit
mocht kommen, legt er sich auff ainen ast vnd zoch aus seinen tegen vnnd stach
den beren in den kopff vnd gab ym gar manige wunden. der ber ward zornig vnd
lyess die vordren tapben von dem baum vnd schlug, nach Fortunato. do er aber oben
kain hab het, viel er hynder sich durch den baum nider vnd macht so ain gross
brastlen, viel so hert vff den boden, daz es weit in dem wald erschall. so aber
die andren wilden tyer den swären val gehört hetten, huben sy alle an zu
fliehen, so sy best mochten. Als sy nun alle hynweg waren biss an den gefallen
ber, der lag vnder dem baum vnd was so hart gefallen, das er nit ab statt kommen
mocht vnd was doch, nit gar todt, Fortunatus sass auff dem baum vnnd torst nit
herab, doch fieng yn an so hart zu schläffern, das er forcht, er entschlief vnd
viele sich ab dem baum lam oder gar tzu tod vnd mit erschrockem hertzen stig er
herab vnnd nam seinen tegen vnd stach yn in den beren, legt seinen mund auf die
wunden vnd sauget das warm blut in sich, das ym ain wenig ain krafft gab vnd
gedacht ym: het ich yetzund ain feür, ich wölt mich des hungers wohl erweren.
Doch so ward ym schlaffens so not vnd legt sich neben den todten beren vnd
entschlieff vnd tet ainen guten schlaff vnd, so er also erwacht vnnd seine
augen aufftet, Do sach er, das es begund tagen vnd sach vor ym ston ain gar
schönes weibs bild.
 
 Wie ain iunkfraw (gewaltig des glücks) Fortunatum mit einem seckel begabt, dem
                             nymmer gelts gebrast.
Er hub an, got ynnigklichen zu loben vnnd sprach: O allmächtiger got, ich sag
dir lob vnd danck, das ich doch ain mensch hab mügen sehen vor meim tod! vnd
sprach: O liebe fraw oder iungfraw - ich waiss nit, was ir seind - Ich bit eüch
durch die eer gots, ir wöllen mir helffen und radten, das ich aus disem wald
komm, wann es ist heüt der dritt tag daz ich in disem wald vmbgang on alle speiss
vnd sagt ir, wie es mit dem beren gangen was. Sy hub an vnd sprach: von wannen
bistu? Er sprach: ich byn aus Cipern. sy sagt: was geest du hie umb? er antwurt
ir vnd sprach: mich zwingt armut, das ich hye vmb gang vnnd such, ob mich got
beraten wölt vnd mir souil glücks verleühen, das ich zeitliche narung möcht
haben. Sy sprach: Fortunate, erschrück nitt, ich byn die iunckfraw des glücks
vnd durch die einfliessung des himels vnd der sternen vnd der planeten So ist
mir verlihen sechs tugendt, die ich fürter verleühen mag aine, zwu, me oder gar,
nach den stunden vnd regirung der planeten. Das ist weisshait, Reichtumb,
Stercke, Gesundtait, Schöne vnd langs leben. Da erwöle dir ains vnder den
sechssen vnnd bedenck dich nit lang, wann die stund des glücks zu geben ist gar
nach verschynen. Allso bedachte er sich nit lang vnd sprach: so beger ich
reichtumb, das ich alweg gelts gnug hab. tzu stund zoch sy herfür ainen seckel
vnd gab den Fortunato vnd sprach: nym hyn den seckel vnnd so oft du darein
greiffest (in welchem land du ymer bist oder kommest, was dann von guldin in dem
land leüffig seind), als oft findestu zehen stuck goldes des selben lands
werung, Vnnd dyser seckel solle die tugendt habenn dein lebtag vnd deiner
nächsten erben vnnd auch nit lenger vnd eelich erben. vnd ob der sekel in ander
händ käme dann dein oder deiner erben, nochdann hat er alweg die tugent vnnd die
krafft. Darumb so lass dir yn lieb sein vnd hab sorg. Fortunatus, wie seer jn
hungert, so gab ym der seckel vnd die hoffnung, so er darzu het, ain kraft vnd
sprach: O aller tugentreichste iungfrauw, so ir mich nun als loblich begabt
hond, so ist doch billich, das ich vmb eüert willen eüch etwas pflichtig sei tzu
tun vnd der guttait nit vergess, so ir mit getan  habent. Die iungfraw hub an
vnd sprach gar gütlich tzu Fortunato: seitmal vnnd du so willig bist, mir etwas
zu widergelten vmb die gutait, so dir von mir beschehen ist, so will ich dir
dreü ding beuelhen, die du dein lebtag alweg auff den tag, als heüt ist, durch
meinen willen tun solt. Das erst: du solt auff den tag feiern, vff den tag kain
eelich werk volbringen vnnd auff den tag alle iar, in wölchem land du seist,
frag haben, wo ain armer man ain tochter hab, die manber sei, ir gern ainen man
gäbe vnnd es vor armut nit vermag: die soltu eerlich klaiden, iren vater vnd
muter vnd sy begaben vnd erfreüwen mit vierhundert stuck goldes des selben lands
werschaft. in der gedächtnuss, als du heüt erfreüwet bist worden von mir, so
erfrew du alle iar ain arme iungfraw. Fortunatus antwurt ir vnd sprach: O aller
tugentreichste iungfrauw, ir soldt on zweifel sein, ich will dise ding eerlichen
vnd vnuergessenlichen halten, wann ich es yetzo in mein hertz gedruckt vnnd
gefasset hab tzu ainer vnuergessenlichenn gedächtnuss. Doch wie dem allem lag
Fortunato an, wie er aus dem wald käm vnnd sprach: O wolgestalte iungfraw, Nun
radten vnd helffen, das ich aus disem wald käm. sy sprach: das du irrig in disem
wald gegangen bist vnd du für ain vngefell gehebt hast, dass ist dir zu aim
Glück geradten vnd sprach tzu ym: volg mir nach! vnd füret yn allso zwerchss
durch den walde an ainen getribnen weg vnd sprach zu ym: disen weg gang gerad
für dich vnd ker dich nit vmb vnd lug nit, wo ich hyn komme vnd tust du dass,
so kommest du aus dem wald gar bald.
    vnd also tet Fortunatus nach der iungfrawen radt vnd ging den weg für sich
eilentz, so er best mocht, vnnd kam aus dem walde. vnd er sach vor ym ain gross
Haus, dass was ain herberg, da gemaingklich die leüt assent, welliche durch den
wald woltten geen oder reütten vnnd als Fortunatus nach zu der herberg kam, do
sasss er nider vnnd tzoch den gabseckel aus dem bussen vnnd wolt besehen, ob es
war wär, was ym gesagt was vnd auch, das er wisste, daruon zu zeren, wann er
sunst kain gelt mer het vnd griff also in den seckel vnd zoch heraus zehen
Kronen vnd, do er die sach, mügen ir wohl gelauben, dass er ain grosse freüd
entpfieng. vnd ging in grossen freüden in das würtzhauss vnnd sprach zu dem
würt, das er ym zu essen gäb, wann yn hungert seer vnnd das er yms wohl erbut, er
wölt yms wohl bezalen. dass geuiel dem würt wohl vnnd truge ym eerlich auff das
best, so er hett. Fortunatus ergötzet vnd setiget sich seines hungers vnnd belüb
bei ym die ersten nacht vnd morgens den anderen tag vnnd lebet vast wohl auff den
hunger, so er geliten het, bezalt den wirt nach seinem willen vnnd hub an fürbass
zu wandlen. Nun was ain klaines stätlin vnd ain schloss zwu meil von dem wald, da
ain graf wonet, den man auch nannt den waldgraffen. Der hett gerechtikait an der
art den wald zu beschirmen von gehaiss des hertzogen von Britania. Da hyn kam
Fortunatus zu dem besten wirdt vnnd hyess ym es wohl erbieten vnd fraget den würt,
ob er nit fund hübsche ross zu kauffen. Er sprach: ja, es ist ain fremder
kauffman gestern herkommen wohl mit fünffzehen hübschen pferden vnd will auff die
hochtzeit. So der hertzog von Britania haben will mit des künigs tochter von
Arragonia: der hatt dreü ross under den .xv. da wolt jm vnnser graff dreühundert
cronen vmb geben, so will er nur dreühundert vnd zwaintzig Kronen haben vnd ist
der stoss vmb .xx. Kronen. Fortunatus ging haimlich in ain kamer vnd nam aus
seinem seckel sechsshundert cronen vnd tet die in seinen seckel vnd ging tzu
dem würt vnd sprach: wo ist der man mit den rossen? het er so hübsche ross, ich
wolt sy gern sehen. Der wirt sprach: ich fürcht, er lass sy üch nit sehen. vnser
herr, der graf, hat kum vermöcht, daz er sy jn hat lassen sehen. Fortunatus
sprach: gefallen mir die ross, ich tar sy ee kauffen dann der graff. Es gedaucht
den wirt spotlich, daz er so reichlich redt vnd nit klaider darnach an het vnnd
auch zufuss ging. doch so furt er yn zu dem rosstauscher vnd redt souil mitt ym,
das er yn die ross liess sehen vnnd mustert ym die. sy geuielen jm alle wohl, doch
so wolt er nur die dreü, so dann der graff kaufft wolt haben, hett er wohl
verstanden, das der stoss vmb .xx. cronen gewesen was, zoch gleich aus vnd gab ym
dreühundert vnd zwaintzig Kronen vnnd hyess die ross in sein würtzhauss füren vnd
sant nach dem satler, hiess yn sättel vnd geraid gar kostlich machen vnd befalch
dem wirt, das er ym hulff vmb zwen raissig knecht, den wolt er gutten sold geben.
die weil er aber die sach allso handlet, ward der graff ynnen, das Fortunatus
die ross kaufft hett, darab ainen grossen vnwillen enpfieng vnd grissgramet in jm
selb, wann die ross geuiellen jm wohl vnnd hett sy nit dahynden gelassen durch
der .xx. Kronen willen, wann er auch auf die hochzeit wolt vnd da auch gesehen
werden vnd in dem zoren sandt er seiner diener ainen zu dem wirdt vnd liess jn
fragen, was manns der wäre, der ym die ross aus seinen händen gekauft hett. Der
wirt sprach, er kante yn nit, dann er war in sein herberg komen zufuss in armen
klaidern vnnd hett zu ym gesprochen, er solt yms wohl erbieten, er wölt jn wohl
betzallen. vnd sprach, er geuiel mir so wohl, wann er ain mal geessen hett, ich
het ym kain anders geben, ich wäre dann vor betzalt gewesen vmb das erst. Der
knecht ward zornig an den wirdt, warumb er mitt ym ganngen wäre, die ross zu
kauffen. er sprach: ich hab getan , als ain yeder frommer würt seinem gast soll
tun, das er auch mit eeren wohl tun mag. er bat mich, mit ym zu gon. ich het
nitt gedacht, das er ainen esset het mügen vergelten.
 
Wie Fortunatus ainem waldgraffen ettliche hübsche pferd aus den händen kaufft,
             darumb er gefangen ward vnd in gross not vnd angst kam.
Der knecht kam zum grafen vnd sagt jm, was er vernomen het. do der graf hort,
das er nit ain geborner edelman was, sprach er zu seinen dienern aus grossem
zorn: geend hyn vnd vahent den man, wann er hat das gelt gestolen, geraubt oder
aber ainen ermort. Vnd also fiengen sy yn vnd furten yn in ain böse gefängknuss,
fragten in, von wannen er wär. er sprach, er wär von Cipren vss ainer statt,
genant Famagusta. sy fragten, wer sein vater wär. er sprach: ain armer edelman.
hort der graf gern, das er so von verren lannden was, fraget yn mer, von wannen
ym das bar gelt käm, das er so reich wär. Er sagt, es wäre sein. er verhoffte,
das er nit schuldig wäre tzu sagen, von wannen ym sein gelt käme, wäre aber
yemand, der yn züge, dem er gewalt oder vnrecht getan het, dem wolt er ains
rechtens vor sinen gnaden sein. Der graf sprach: dich hilfft dein claffen nit.
du wirst sagen, von wannen dir das gelt komm. vnd liess in füren an die statt, da
man schödlich leüt martert vnd liess yn aufftziehen. Do Fortunatus sach, wie man
mitt ym vmb wolt geen, erschrack er gar ser, doch so satzt er in sein gemüt, er
wölt ee sterben, dann das er wolt sagen die tugendt von dem seckel vnnd als er
allso hieng mit schwärem gewicht beladen, sagt er, das man jn abliess, so wölt er
sagen, was man jn fragte, vnd als er herab kam, sagt der graff: nun sag kurtz,
von wannen kommen dir souil guter Kronen? Er fieng an vnd sagt, wie er in dem
wald verirret wär biss an den dritten tag vngeessen vnnd do mir got die gnad
tet, das ich dem wald an ain end kam, fand ich ainen seckel, darinnen waren
sechsshundert vnd zehen Kronen. der graff sprach: Wo ist der seckel, darinnen die
cronen waren? Do ich das gelt gezalt, tet ich es in meinen seckel vnd warff den
leren seckel in dass wasser, so vor dem wald flüsset. Der graff sprach: O du
schalck! woltestu mir das mein entpfrembden? du solt wissen, das mir dein leib
vnd gut verfallen ist, wann was in dem wald ist, das gehört mir zu vnd ist mein
aigen gut. Fortunatus sprach: gnädiger herr, ich hab vmb solliche ewer
gerechtigkait ganz nicht gewisst, dann das ich got lobet vnd het es für ain
gotzgab. Der graff sprach: mir ligt nicht daran, das du es nit gewissset hast.
hast du nit gehört: wer nit waisst, der soll fragen, vnnd kurtz, richt dich
darnach, heüt nym ich dir als dein gut vnd morgen das leben. Fortunatus gedacht
in ym selbs: O ich armer, do ich die wal het vnder den sechs gaben, warumb
erwelt ich nit weisshait für reichtumb, so wär ich yetzund in der grossen angst
vnd not nit vnd fieng an vnd verhyess gross anhaissen vnd sprach: O gnädiger herr,
taillend mitt mir armen barmhertzigkaitt! wartzu wär eüch nütz mein leben?
nemend das gefunden ewer gut vnd lassend mir das leben, so will ich got treulich
für üch bitten alle die tag meines lebens. Das was dem graffen schwär, das er yn
soldt lassen leben, wann er forcht, wo er hyn käme vnd sollichs von jm klagte,
das wurd ym schantlich vnder den frommew fürsten vnd herren. doch ward er bewegt
in barmhertzigkait, das er jm das leben lassen wolt. vnd des morgens frü vor tag
liess er yn für die statt füren, vnnd da schweren, sein lebtag nit mer in des
graffen land tzu kommen, das er auch tet Vnd haymlich fro was, das er allso
daruon kam, wann hette der graf die rechte mer gewisst, er wär allso daruon nit
kommen, die diener sagten zu dem graffen, das er jm ain cronen zu zerung gäb.
das wolt er aber nit tun vnd sprach: ee das er das gelt fand, do kund er
beetlen, dass tüe er yetzund aber, vnd nam also die ross vnd gelt dem Fortunato
vnredlichenn ab, als man ir noch vil findet, die den leüten das ir nemen wider
alle recht. disser waldgraff was genant Graff Arttelhyn, der waldgraff von
Nundragon.
    Do nun Fortunatus allso ledig was, torst er nit über seinen seckel gan, das
er gelt näme vnd zarte, vnt ging zwu tagrayss beeilen, daz er forcht, fund man,
daz er gelt het, man möcht yn aber vahen. doch so kam er gen Nantis, dass ist
die haubtstat in Britania, die ligt an dem möre vnnd ist ain portt des möres. da
lag grosses volck von fürsten vnd herren, die alle warteten auff die künigin. da
tet man nicht annders dann stechen, tantzen vnd alle freüd vnnd wollust
treiben, das sah er geren vnd gedacht: nun hab vnd vermag ich wohl souil an
parem gelt als ir alle, die hie sind, vnd tarf es nit prauchen nach meim willen.
ich kenn wohl, sy haben land vnd leüt, was sy gebieten, das müssen ir vnderton
volbringen. Hub ich ettwas an, möcht nit yderman gefallen, so hett ich niemmand,
der mir beistand tette. Darumb sprach er zu jm selb: mir zimmet nit, hye den
iunckherren zu machen, noch grosse kostlichait zutreiben, jm lag an, wie ym der
waldgraff getan  vnd yn vmb vnschuld gepeiniget het. Doch so kaufft er zway
hübsche ross vnd dingett ainen knecht vnnd beklaidet sich vnd seinen knecht gar
schon vnd liess auch die pferd gar schon zurichten, raitt in die besten herberg,
so dann zu Nantis was vnd wolt allso die fest vnd hochzeit sehen vnnd der fest
ain ennd warten, wann er kund wohl mercken, das es ain kostlich wesen werden wolt
vnd das gross volck tzurait von fürsten vnd von herren. Das ich welt schreiben,
was kostlichait da verbracht ward, ist nitt nodt, man ficht wohl, so nun schlecht
burger hochtzeit haben, so wissen sy nit, wie sy gnug kostlichait treiben sollen
vnnd wirt maniger on, das ym hernach laid wirt. Aber der hertzog hett ain
kostliche hochtzeit, die weret sechs wochen vnd drei tag vnnd fienge die
hochtzeit an, als die künigin kam. Mügen ir wohl gelauben, das sy eerlich
entpfangen ward. sy kam gefaren über mör mit vil grossen scheffen, Nauen vnd
galeen Vnd man sant vil schiff ir entgegen, die sy auff dem mör gar eerlich
entpfiengen. Aber noch eerlicher vnnd kostlicher warde sy entpfangen. do sy an
das land kam von irem herren vnd gemahel vnd von andern fürsten vnd herren.
 
         Wie Fortunatus gen Nantis kam in Britania, hoffzucht zusehen.
Das sach alles Fortunatus vnd geuiel jm fast wohl vnd tet nit anders, dann das
er gen hoff ging vnd rait. vnd als er aber gen hof ritt, So liess er nichts in
der herberg. dass geuiel dem wirdt nit, wann er yn nit kennet vnd forcht, er
ritt vnbezalt hynweg, als ym vormals oft beschehen was vnd noch auff sollichen
hochzeiten beschicht. Darumb so sprach er tzu Fortunato: lieber fründ, ich kenne
ewer nit, tund so wohl vnnd bezalt mich alle tag. Fortunatus lachet vnnd sprach:
Lieber wirt, ich will nit vnbetzalt hynweg reiten! vnd zoch aus seinem seckel
hundert guter Kronen vnd gab sy dem wirdt vnd sprach: das gelt hand vnd wenn
eüch gedunckt, das ich oder wer mitt wir kommet mer verzeret haben dann sollich
gelt, so will ich üch mer geben. Ir bedürffen mir kain rechnung darumb geben. der
wirdt was fro vnd nam dass gelt mit fröden vnd fieng an Fortunatum in eeren tzu
haben vnnd wo er für yn ging, da graiff er an sein kappen, satzt yn zu den
besten an die taffel leget yn auch in ain eerlichere kamer, dann er vor gelegen
was. Vnnd als nun Fortunatus bei andern herren vnnd edelleüten also zu tisch
sass, do kamen manigerlay sprecher vnd spilleüt für der herren taffel, den
leütten kurtzweil tzu machen, Auch, das sy gelt verdienten. Nun kam auff ain mal
ain alter edelman vnd klagt den herren sein armut vnnd sagt, er wer ain edelman,
geborn aus Ybernia vnd wär siben iar vmbgezogen vnnd het durchfaren zway
kaisertumb vnnd zwaintzig christenlicher künigreich, nit mer wär ir auch
christennlicher künigreich in der christenhait vnd het sich so verzeret vnnd
begeret allso, das sy yn wollten steüren, das er wider möcht in sein lannd
kommen. Do was ain graff an der taffel, der sprach zu ym: wie haissen doch die
reich alle? der gut edelman fieng an vnd tzalt sy alle nach ainander gar
ordenlich vnd sprach: es ist kain künigreich, es hab doch drei oder vier
hertzogen vnder ym on fürsten vnnd herren, weltlich vnd gaistlich, die land vnd
leüt haben, die ich alle besucht han vnd hon von aim yeden land, daz ain
besondere sprach hat, souil ergriffen, das ich ain notturft mit den leüten kann
reden, hab och in geschrifft, wie ain yeder künig hiess, do ich an seim hoff was
vnd wie ferr es von ainem künigkreich zu dem andern ist. Der graff sprach: ich
wolt gern, das ich an allen orten mit üch wär gewesen, doch das ich wider hye
wär vnd ich mag wohl schätzen, das es vil leibs vnnd guts brauchet, wer die land
alle besehen will. Der gut edelman sprach: ja herr, ainer wirt gut vnd böse  jnnen
vnnd muss manige ellende herberg haben vnd grosse verschmähung leiden. der graff
schanckt ym vier cronen vnd sprach zu jm, wäre es sein fug, so möcht er da
beleiben, so lang die vest weret, so woltt er für yn zalen. Er dancket ym ser
vnd sprach, yn belangete haym tzu seinen freünden vnnd er wär lang aus gewesen
vnd dancket jm ser der schanckung, so er jm getan  het. Nun het Fortunatus gar
eben auff gemerckt auf die red, so der alt edelman gesagt het vnd gedacht jm:
möcht mir der man werden, daz er mich durch die länder furte, so wölt ich yn
doch reichlichen begaben. vnd so bald die maltzeit aus was, sante er nach ym in
sein schlafkamer vnd fragt jn, wie er mit dem namen hyess. Er sagt: Lüpoldus. Er
sprach: ich hon verstanden, wie du so weit gewandelt vnd an als vil küniglichen
höffen gewesen bist. Nun byn ich iung vnd wolt gern in meinen iungen tagen
wandlen, die weil ich es vermöcht vnd wär es dein gefallen vnd wölttest mich
allso füren, so woltt ich dir ain hübsch pferd vnder geben vnnd ainen aignen
knecht dingen vnd dich haltten als meinen bruder vnd dir dartzu aynen guten sold
geben nach deinem begeren. Lüpoldus sprach: ich möcht wohl leiden, das man mich
eerlich hielt vnd dartzu gnug gäb. Ich bin aber alt vnd hab weib vnd kind, die
haben kain wissen von mir vnd natürliche liebe zwingt mich, wider zu yn zukommen
vnd mein leben bei yn auff zugeben. Er sprach: Lüpolde, begib dich, meinen
willen tzu volbringen, so will ich mit dir in Ybernia vnd will dir weib vnd kind
(ob sy in leben seind) eerlich begaben vnd so die raiss volbracht wirt vnd wir
mit der hilff gots gen Famagusta (in Cipren gelegen) kommen, dich versehen mit
aignem Haus, mögt vnnd knecht, ob es dein gefallen ist, dein leben also bei mir
zuuerschleissen.
 Wie Fortunatus ainen alten knecht zu ainem diener auff nam, genannt Lüpoldus,
               der weitt erfaren vnnd ym vil land bekannt waren.
Lüpoldus gedacht: der iung man verhaysst mir vil. wär ich der sach gewiss, wie
gutt es wär, mir soliches gelük in meinen alten tagen zustünd vnd wiewol jm
zweiflet, er vermöcht den costen nit, wann er wohl wisst, was auff solichs
vmbwandlen gon müsst, Sagt er: ich will eüch zu willen werden, doch so ferr, das
ir ewerm verhaissen gnug tüend vnd das ir es auch wissend aus zu bringen, vnnd
sahnd es nit an, ir habent vnnd wissend dann fast vil bar gelt, wann on gelt
mag man es nitt wohl volbringen. Fortunatus sprach zu Lüpoldo: Sorg nit, ich waiss
in yedem land gelts gnug auf zubringen, darumb verhaiss dich, bei mir zu beleiben
vnd die raiss zu vollenden. Er sprach: so verhaisst mir och zulaisten, das ir mir
versprochen vnd verhaissen hond. Also gelobten sy bayd ye ainer dem andern bei
guten trewen, ainander nit zu verlassen in kaynen nöten. als der beschluss
beschehen was, tzoch Fortunatus gleich heraus zwayhundert cronen vnd gab sy
Lüpoldo, sagt: gang, kauf zway hübsche pferd, spar kain gelt, ding dir ainen
aigen knecht, vnd wenn er dir nit gefall, so ding ainen andren vnd wenn du nit
mer gelt hast, so will ich dir mer geben vnd dich on gelt nit lassen. das geuiel
Lüpoldo fast wohl vnd gedacht, es wär ein guter anfang vnd ruft sich nach allem
lust. desgleichen tet Fortunatus och, nam nit mer dann zwen knecht vnd ainen
knaben, also das ir sechs waren vnd wurden ains, wie sy die länder vnd küngreich
durchfaren vnd wollten das römisch reich tzu dem ersten besehen vnd riten allso
den nächsten auff Nürnberg, gen Wörd, Augspurg, Nörlingen, Vlm, Costenntz,
Basel, Strossburg, Mentz, Cöln, dauon vil wär zuschreiben, wann ir ob hundert ist
in teutschen landen, die vnderwürffig ainem kaiser seind. da mügend ir wohl
mercken, das es lange weil brauchte, der all stött durchsuchen wölt, doch die
namhaftigsten, vnd wo bistumb warend, da korten sy zu vnd besahen alle ding.
das schrib Fortunatus alles gar eben an. Nun ist nit mer dann .lx. meil den
nähsten von Nürenberg gen Köllen, möcht ainer in achtagen reüten. daran ritten
sy ain viertail von ainem iar, das macht dass vmbreütten von ainer statt zu der
andern vnd also tetten sy in andern künigreichen auch, in ainem mer, dem andern
minder, darnach sy gross waren. Nach dem zohen sy von Cöln gen Prugk in Flandern,
ist fünftzig meil vnnd von Prugk gen Lunden, ist die haubtstat des küngs von
Engeland, bei vier tagraisen, ist ain jnsel, das man über mör faren muss. vnd von
Lunden gen Odwürk, ist die haubstat in Schottenland vnd ist neün tagrayss. vnd
als sy dahyn kommen warend, hetten sy noch sechss tagraiss in Ybernia in die
statt, dannen Lüpoldus was. vnd begert an seinen herren Fortunatum, mit ym dahyn
zu reütten, das er ym verwilliget. vnd raiten in Ybernia vnd kamen also in die
statt, genant Waldrick, da dann Lüpoldus da haym was. Der fand weib vnnd kind,
wie er sy gelassen het, doch ainer seiner sün het ain weib genommen vnd ain
tochter die het ainen mann genommen. die warend alle seiner zukunft fro. Ach
got, sy waren alle nit reich! das kund Fortunatus wohl mercken vnnd gab dem
Lüpoldo hundert nobel, das er all sach radtlich vnd wohl zurichte, so wölt er zu
yn kommen vnd frölichen mit ynen sein. Also liess Lüpoldus gar kostlich zurichten
vnnd lude dartzu seine kinder, ire mann vnnd weib vnnd all ander gut freünd vnd
hyelt allso kostlich hoff, das doch yederman gnoss in der statt. Fortunatus was
frölich mit yn vnd als er geessen het, rufft er Lüpoldo vnd sagt zu ym: du solt
vrlob nemen von weib vnd kinden vnd nym hyn die drei seckel, ist in yedem
.ccccc. Nobel (ist ainer besser dann dritalber guldin reinisch) soltu ainen
deim weib, den andern deim sun vnd den dritten deiner tochter zu lötze lassen,
das sy ain zerung haben. Des was er fro vnd dancket ym der grossen tugent. Mügt
ir wohl glauben, daz weib vnd kind fast erfrewet wurden vnd liessen jn dester
lieber weg reitten. Nun het Fortunatus gehört, das noch zwu tagraiss wärn biss in
die statt, da Patricius fegfeür ist (ligt auch in Hybernia). der sagt: so nit
verrer ist dann zwu tagraiss, wellen wir dahyn, vnd satzt erst ain vertrawen in
seinen seckel, do er so herrlich daraus genommen het vnd doch kain mangel da
was. vnd ritten mit freüden in die statt Werniks, darin ist ain grosss kloster,
ain abbtei. vnnd in der selben kirchen hynder dem fronaltar ist die türe, da
man eingeet in die finstern hüle, die dann genant ist sant Patricius fegfeür.
Nun lasst man nyemant darein on des abbts erlaubnus. Lüpoldus ging tzu dem abbt
vnd gewan vrlob, das jn verlihen ward. doch fragt er, von wannen der herr wäre.
er sagt ym, er wär von Cipern, verstund der abbt wohl, das er von verren lannden
was, lud yn vnnd die seinen zu gast, das Fortunatus zu ainer grossen eer auff
nam, vnd als er zu der malzeit geen wolt, kaufft er ain vass mit dem besten wein,
so er yn fand vnd schanckt das dem abbt (wann der wein fast tewr da ist), der
abbt nam es in grossem danck auff, wann sunst wenig wein in dem closter
gebraucht ward dann zu dem gotzdienst. Als sy die maltzeit volbracht hetten,
fieng Fortunatus an vnd sprach: genädiger herre, ist es nit wider eüer wirde, so
begert ich zuwissen, von was vrsach es kommpt, das gesagt wirt, das hye santt
Patricius fegfeür sei. Der abbt sprach: das will ich üch sagen. Es ist vor vil
hundert iaren (da yetzund dise statt vnd gotzhauss ligt) ain wilde wüstin gewesen
vnnd nit ferr von hinnen ist ain abbt gesein, der hat Patricius gehaissen, was
gar ain andächtiger man, der oft her ging in dise wüstin vmb busswirkung zu
tun. Vnnd auff ain mal do fand er dise hüle, die tzumal lang vnd tüf ist.
darein ging er so weit, das er nit wisst heraus zu kommen, fiel er nider auff
seine knye vnd bat got, wär es nit wider seinen götlichen willen, das er ym aus
der hüle hulf. die weil er got bat mit grosser andacht, hort er noch verr hynder
ym ain jämerlich geschray, als ob es ain grosse menigin leüt wäre, darab er ser
erschrack. doch verlich ym gott, das er wider aus der hüle kam, dess er got
treülich dancket vnd kam in sein closter vnd was andächtiger dann vor. wenn er
penitentz wircken wolt, so ging er in dise hüle vnd fieng an vnd bawet ain
cappel bei dem loch der hüle vnd gewunnen die andächtigen leüt ainen zuker, daz
dises closter, darzu die statt, hie gebawen ist worden. Fortunatus sprach: die
bilger, die also her kommen vnnd ir in die hüle lassen, was sagen die, so sy
heraus kommen? Der abbt sprach: ich frag iren kainen, noch lass sy nit fragen.
Doch so sagen etlich, sy haben gehört ellendiglichen rüffen. so haben ettlich
nichts gehört noch gesehen, dann das yn ser gegrausset hat. Fortunatus sprach:
ich bin verr her kommen vnd solt ich nit in die hüle gon? wo man das von mir
sagete, wär mir ain auff hebung vnd will also nit von hynnen. ich will in daz
fegfeür. Der abbt sprach: so ir dann ye darein wöllen, so gond nit zu weit, wann
darin seind vil abweg, das man leüchtlich verirren mag, als etlichen bei meiner
gedächtnus geschehen ist, die man erst am vierden tag funden hat. Fortunatus
fragt Lüpoldum, ob er mit jm darein wölt. er sagt: ja, ich gon mitt eüch vnnd
will bei eüch beleiben, so lang mir got das leben verleicht. das geuiel
Fortunato wohl.
 
       Wie Fortunatus vnd sein diener Lüpoldus in Patricius loch giengen.
Vnd also morgenns fru giengen sy bayd vnd beichteten vnd entpfiengen das hailig
sacrament, wann die hüle ist geweicht vonn sannt Patricius. wer ain nacht
darinnen ist, der hatt ablasss aller seiner sünd. darumb heisst man die leüt
beichten, die darein wellen. vnd also schloss man yn die türe der hüle auff, die
ist hynder dem fronaltar in dem closter. da geet man darein wie in ainen keler
vnd so bald ainer hynein kommpt, so geben die priester ainem den segen vnd
beschliessen die tür, tund nit wider auff biss morgenns vmb die zeitt, so man
darein gangen ist. Als sy nun in die hüle kamen vnnd tüff hynab gangen waren,
kamen sy auf ain ebne, da namen sy ainander bei den henden, damit sy nit von
ainander kämen vnd giengen allso in der vinsternuss vnnd mainten der hüle an ain
end zu geen vnd denn wider zu kern. vnd do sy lang giengen, befunden sy, das sy
vast abwertz geen mussten, wurden zu radt, wider tzu der hüle tor zugeen. sy
kunden aber nit darzu kommen vnd giengen so lang, biss sy müd wurden, satzten
sich nider tzu ru vnnd warteten, wenn man yn bei der tür rüffete, so wurden sy
es hören vnnd dem don nach zu gon vnd darmit hynauss zukommen. Sy was ain graussen
an kommen, das sy nicht wessten, ob sy kurtz oder lanng darinnen wären gewesen.
Als nun die zeit kam, dass man des morgens die türe auff schloss, man rufft yn,
sy warend aber so weit, das sy es nit hören mochten, man schloss die türe wider
zu, die zwen giengen hin vnd her vnd wissten nit mer yn selb zuhelffen, sy ward
seer hungeren vnnd viengen an ganz zu verzagen vnd sich ires lebens tzu
verwegen. Fieng Fortunatus an vnnd sprach: O almechtiger got, nun kum vns zu
hilff, wann hye hylfft weder gold noch silber vnd sasssend also nider als
verzweiffelt leüt vnnd hortten noch sahen nichts vnnd an dem dritten morgen do
kamen die priester vnnd schlussen aber auff die porten der hüli vnd rufften. da
was niemandt. sy schlussen wider zu vnd giengen tzu dem abbt vnd sagten ym das
laid vnd besonder vmb Fortunato, der yn so guten wein geschenckt hett. Auch
luffen ire knecht vnd gehuben sich gar übel vmb die herren. Also wisst der Abbt
ainen alten man, der vor vil iaren die hüli hett mitt schnieren abgemessen vnd
sandt nach ym, sprach, dass er lugte, ob er die männer künd heraus bringen. die
knecht verhiessen ym hundert Nobel. Er sprach: seind sy noch in leben, ich
bringe sy heraus vnd ruft sich mit seinem zeüg vnd ging hynein. möcht ainer
sprechen: warumb geet man nit mit liechtern oder laternen darein? Ist zuwissen,
das die hüle kain liecht leidet in kainen weg vnd allso schlug der alt man sein
instrument an vnd sucht ain hüli nach der anderen, biss daz er sy fand. des waren
sy fro, waren ganz onmachtig vnnd schwach worden. allso hiess er sy, dass sy
sich an yn hieben wie ain blind an ainen gesehenden vnd ging er seim instrument
nach. Mit der hylff gots vnd des alten mans kamen sy wider zu den leüten. Dess
was der abbt fro vnd het gar vngern gewelt, das die pilgere verloren wären
gewesen, wann er forcht, es wären nit mer pilger dahin kommen, dardurch jm vnd
seim gotzhauss nutzung abgangen wär. Die knecht sagten Fortunato, wie sy dem
altten man hundert Nobel hetten verhaissen, das er sy gesucht hett. die gab er
ym bar vnd mer, dancket ym gar ser vnd liess in der herberg kostlich zu richten,
lud den abbt vnd alle seine brüder vnd lobt got, das er aber aus ainer grossen
angst kommen was vnd lyess dem abbt vnd conuent hundert nobel zu lötze, das sy
gott sollten für yn bitten.
    Also namen sy vrlob von dem abbt vnd fiengen an ir raiss zuuolbringen, ritten
wider hindersich den nächsten gen Callis, wann jenhalb Ybernia ist es so wild,
das man nit verrer kommen mag. vnd ritten gen Sant Jobst in Pichardia vnd
darnach gen Paris, dass ist die haubtstat in Franckreich, fünftzig meil von
Callis. Von Paris gen Biana an daz mör ist .lxxv. meil. von Biana gen Panplion,
ist die haubtstat des künigs von Nauerren, ist .xxv. meil von Panplion auf die
lincken seitten gen Sarragossa, ist die haubtstat des küngreichs von Arrogon,
ist .xxx. meil, von dannen gen Burges vnd gen dem hailigen Sant Jacob, heisst die
statt Compostel, ist .lij. meil. von Sant Jacob gen Finis Terre, genant zum
finstern sternn, ist xiiij. meil. von sant Jacob gen Lisabona, ist die haubtstat
des künigreichs Portugal, ist neüntzig meil. von Lisabona gen Sibilla, ain
grosse statt, ist .lij. meil vnd fürter an das mör zehen meil. vonn Sibilla gen
Granaten, das ist ain haidnisch künigreich, ist .xxxv. meil. von Granaten gen
Cordoua, ist ain grosse statt, Von Cordoua wider gen Burges ist .cxx. meil. Von
Burges gen Sarragossa ist .l. meil. von Sarragossa gen Barsalon ist .xlviij.
meil, vnd ist die haubtstat in Catelonia. Von Barsalon .vij. meil ligt ain
closter vf ainem hohen berg, haysst Monsserat. da rastet vnser liebe fraw gar
gnediglichen, da grosse wunderzaichen beschehenn vnnd beschehen seind, daruon
vil tzu schreiben wär. Von Barsalon gen Dolosa in Longadock, darinnen ligen vier
zwelffpotten vnd da ist grosse genad. Von Dolosa gen Parpian achtzehen meil, ist
die haubtstat in Rosoligon. Von Parpian gen Monpelior .xxv. meil. Von Monpelior
gen Affion .xx. meil, ist ain vast grosse statt, gehörett dem babst zu vnd ist
da der aller schönest palast vnd pürg, so in der welt ist. Mer ain statt hinder
Affian heisst Marsilia, ist ain port des mörs, vnd wonet da ain künig. Vier meil
daruon rastet Sant Maria Magdalena, mer ist ain statt nit verr daruon, haysset
Ax, die haubtstatt in Prouentz bei zwaintzig meilen. Von Affian gen Jennff ist
fünftzig meil. Bonn Jennff gen Jenaw am mör sechtzehen meil. Vonn Jenaw gen Rom
sechtzig meil. Von Rom gen Neappols, ist die haubtstat des küngs von Neappols,
zwaintzig meil. Von Neappols über mör gen Palermo, ist die haubtstat des
künigreichs Cecilie, ist .lxx. meil. Vonn Cecilia wider gen Rom hundert meil,
Von Rom gen Venedig .lxx. meil. Von Venedig gen Jerusalem ist zum ersten gen
Ragus .c. meil. Von Ragus gen Corffan .lx. meil. Von Corffon gen Moden sechtzig
meil. Vonn Moden gen Candia .lx. meil. von Candia gen Rodis .lxx. meil. vonn
Rodis gen Nicosia, ist die haubtstat des künigreichs Cipren, an das hailig land
gen Jaffa .lx. meil. von Jaffa gen Jerusalem .viij. meil, von Jerusalem gen Sant
Katerina berg .xiiij. tagrayss. von Sant Katerina durch die wüstin gen Alkeir
.vj. tagraiss, ist des Soldans haubtstatt von Alkeiro. gen Allexandria ist vier
tagrayss auff dem fluss Nilo zufaren.
 
  Wie Fortunatus wider gen Venedig kam, von dannen gen Constantinopel fur, den
                         iungen kayser krönen, zusehen.
Als sy nun zu Venedig waren, das wer der recht wege, die künigreich alle durch
zufaren gewesen. Als sy aber zu Venedig still lagend, horten sy, wie der kayser
von Constantinopel ainen sun hett. den woltt er lassen zu kayser krönen, wann er
vast alt was vnd wolt, das er das regimentt bei seinem leben besässe. des hetten
die Venediger gewisse kuntschaft vnd hetten zugerichtet ain Galeen vnnd dartzu
ain eerwirdiege botschaft mit vil kostlichen klainat, die man dem neuen kaiser
solt schencken. do ging Fortunatus vnd dingt sich vnd sein volck auch auf die
Galee vnd fur mitt den Venedigern gen Constantinopel, das ain grosse statt ist.
Noch so was souil frembds volcks darkommen, das man nit mocht herberg haben. man
gab den Venedigern ain aigen Haus. die wollten niemmant frembder bei yn lassen.
Also sucht Fortunatus mit seinem volck lanng ain herberg, doch tzu lötst, do
fand er ainen wirt, der was ain dieb. bei dem waren sy zu herberg vnd giengen
alle tag vnd lugten dem fest vnnd der grossen kostlichait zu, so dann da
volbracht ward, daruon lang zu schreiben wär. doch so will ich fürbas schreiben,
wie es Fortunato gangen ist.
    Als Fortunatus altag aus ging zu dem fest, het er ain aigne kamer, die
beschlussen sy, mainten, ir sach wär wohl versorgt. Aber der wirdt hett ainen
haimlichen eingang in Fortunatus kamer, dann die grösser betstan stund an ainer
hültzin wand, daraus er ain breet nemen vnd wider zutun mocht, das es niemand
mercket, dardurch er aus vnd ein ging. die weil sy bei dem fest warn, hett er
ire pulgen vnd watseck ersucht, darinnen er doch kain bar gelt fand, dass yn
frembd nam vnd gedacht: sy tragen ir geltt bei yn eingenäet in ire wammess. Als
sy nun etlich tag bei jm gezert hetten, rechneten sy mit dem wirt, der nam gar
eben war, wer das gelt aus gäb vnd sach, das Fortunatus gelt vnder dem tisch het
fürbracht vnd es Lüpoldo gab, der bezalt den wirt. Nun het Fortunatus Lüpoldo
beuolhen, das er kainem wirt nichtz solt abbrechen, wann was ainer hayschet, das
solt er ym geben. das tet er mit dem wirt auch vnd gefiel ym wohl. yn benüget
aber nit, er het es gern alles vnd den seckel zu dem gelt gehabt. Nun was der
tag nahet, das Fortunatus hett verhaissen, ainner armen tochter ainen man
zugeben vnd die tzu begaben mit vierhundert stuck goldes des landes werung.
fieng er an vnd sprach zu dem würt, ob er nit wisset ainen armen man, der fromm
vnd ain tochter hett, die mannbar wär vnd ir aber von armut wegen nit ainen mann
künde geben, das er dann den vater zu ym weiset, so wolt er ym ain tochter
ausssteüren nach eeren. der würt sprach: Ja, ich waiss ir mer dann ainen, vnd
morgen will ich zu üch bringen ainen frommen man, der muss sein tochter mit ym hye
her zu eüch bringen. Vnnd das geuiel Fortunato fast wohl. Was gedacht jm aber der
wirt? Ich will ynen aber noch heinacht das gelt steelen, die weil sy es noch
haben, wann beit ich lenger, so geben sy es aus. vnd in der nacht stig er durch
das loch vnd als sy all hert schliessen, ersucht er yn die klaider alle,
vermaynet, er solt gross fleck mit guldin in iren wammessern funden haben. do er
aber nichts fand, do schnaid er Lüpoldo seinen seckel ab, darin waren wohl
fünftzig ducaten vnd schnaid Fortunato seinen seckel auch ab. do er aber den
seckel herfür bracht vnd griff aussen daran vnd nichtz darinnen was, do
schmützet er den seckel vnder die betstat vnd ging also zu den drei knechten
vnd schnaid yn allen die seckel ab, darinnen er lützel gelts fand vnd tet
türen vnd fenster auf, als ob dieb ab der gassen hynein gestigen wären, vnd do
Lüpoldus erwachet vnd die fenster vnd tür offen sach, fienge er an die knecht
zu schelten, warumb sy nit haimlich aussgiengen vnd irn herren also vnru
anlegten. die knecht schlieffen vnd wuschten auff aus dem schlaff. ain yeder
sprach, er hett es nit getan . do erschrack Lüpoldus vnd lugt bald zu seim
seckel, der was jm ab geschniten vnd hiengen die stümpf an der gürtel. Er rufft
Fortunato vnd sprach: Herr, vnser kamer steet offen an allen orten vnd mir ist
eüer gelt, so ich noch het, verstolen. das hortten die knecht, den was es auch
allso ergangen. Fortunatus wüschet bald an sein wammess, daran er den glückseckel
trug, befand, das er ym auch abgeschniten was. mügen ir wohl gelauben, das er ser
erschrack, ja er erschrack so ser, das er nidersanck vnd ym geswand, vnd lag
glich sam er tod wär. Lüpoldus vnd die knecht erschracken vnd was yn layd vmb
iren herren. sy wissten aber nit den grossen verlust, so ir herr getan  het,
sonder sy labeten vnd riben yn, byss das sy jn wider zu der vernunft brachten.
Als sy also in der angst vnd nodt waren, do kam der würt vnd stalt sich gar
wunderlich vnd sprach, was lebens sy hetten. sy sagten dem würt, jnen wär als ir
gelt gestolen. der würt sprach: was seind ir für leüt, hound ir nit ain
wolgespert kamer, wes haben ir eüch nit versehen? sy sagten: wir haben fenster
vnd tür verspert vnd haben es alles offen funden. der würt sprach: ir sölt
lugen, das ir es nit vnder eüch selb ainander verstolen haben. Es ist vil
frembdes volk hye. ich waiss nit, was yeder kann. doch do sy sich so übel gehuben,
ging er auch zu Fortunatus vnd sach, wie er sein gestalt so ganz verwandelt
het vnd sprach: ist des gelts vil, so ir verloren hond? Sy sagten, es wär nit
vil. wie künden ir eüch dann so übel geheben vmb lützel gelt? ir wollten nächt
ainer armen tochter ainen man geben. ersparen das selb gelt vnd verzerend es.
Fortunatus antwurt dem wirt gar onmächtigklich: mir ist mer vmb den seckel dann
vmb das gelt, so ich verloren hab. da ist ain klains wechssel brieflin inn, das
doch niemand kains pfennings wert nützen mag. do der wirt sach, das Fortunatus
so ser betrübt was, wiewol er ain schalk was, yedoch ward er bewegt zu
barmhertzigkait vnnd sprach: lassent vns suchen, ob man den seckel künde fünden,
wann kainer hat fröd ab ainem lären seckel, vnd hyess die knecht suchen. da
schloff ainer vnder das bett vnd fand den seckel vnd sprach: hye ligt ain lärer
seckel vnd bracht yn dem herren für vnd fragt yn, ob das der recht seckel wär.
Er sprach: lass mich den besehen, ob er der sei, der mir abgeschnitten ist. do
was er der recht. Nun forcht Fortunatus, so der seckel ab geschniten wär, das er
die tugent verloren het vnd torst nit darein greiffen vor den leütten, wann ym
layd wär gewessen, das ain mensch die tugent des seckels gewisst hett, forcht, er
wurde vmb das leben mit dem seckel kommen. Fortunatus legt sich wider nider,
wann man sach wohl, daz er blöd was vnd vnder der tecken tet er seinen seckel
auff vnd griff darein vnd befand, das der seckel in allen krefften wie er vor
gewesen was, des er sich wohl erfreüwet. Doch so was der schreck so gross gewesen,
das er so bald nitt wider zu seiner farb noch stercke kommen mocht vnd blib also
den tag still ligen. Lüpoldus wolt yn trösten vnd sprach: O herr, gehabt üch nit
so übel. wir haben noch schöne ross, silberin ketten, guldin ring vnd andere
klainat vnd so wir nit gelt haben, wöllen wir eüch mit der hilff gotes auch wohl
haim helffen. ich byn durch manig künigreich gezogen on gelt. Lüpoldus maint, er
wär fast reich in seinem haimat, wenn er haim käm, das jm kain verlurst schaden
möchte. Fortunatus redett gar onmechtigklich vnd sprach: wer das gut verlürt,
der verlürt die vernunft. Weisshait wär zuerwölen für reichtumb, stercke,
gesuntait, schöne, langes leben, das mag man kaim stelen vnd darmit swig er.
Lüpoldus verstund die wort nit, wisset nit, wie er die wal gehabt het vnder disen
stucken allen vnd fraget nit verrer, maint, er wisst nit, was er sagte also in
der onmacht, doch teten sy fleiss vnd brachten yn dartzu, das er ass vnd wider zu
jm selbs kam vnd sein rechte farb gewan, fieng wider an frölich zu werden. doch
do es nacht was, befalch er den knechten, das sy lyechter kaufften vnd die
ganzen nacht liechter brantten vnd yeder sein bloss schwert tzu ym näm, damitt
sy nit mer also beraubt wurden, das auch beschach.
    Fortunatus hett die trimmer, so ab dem seckel kommen waren, gar starck wider
angemacht vnd liess den seckel so lang vnd er lebt nit mer an dem wammess hangen,
sonder er bewaret yn alweg so wohl, das ym den nyemant mer gestelen kund. des
morgens stund er frü auff mit seinem volck vnd ging in Sant Sophia kirchen,
darinnen gar ain schöne kappel ist, geweicht in der eer vnser lieben frawen. da
gab er den priestern zwen guldin, das sy ain loblich ampt sungen vnser lieben
frauwen zulob vnnd eer vnd dass lobgesang Te deum laudamus. Do das ampt vnd
lobgesang volbracht was, gienng er mitt seinem volck an den blatz, da die
wechssler vnnd kauffer waren vnd als er da stond, hiess er die knecht haim geen,
die maltzeit zu zerüsten vnd die ross versehen vnd gab Lüpoldo gelt vnd sprach:
gang vnd kauff fünf new gut seckel, so will ich gon zu meinem wechsler vnd will
gelt bringen, ich hon kain freüd, so wir also all on gelt seien. Lüpoldus tet,
was ym beuolhen was vnd bracht fünf lär seckel. vnd tet bald in ainen seckel
hundert ducaten vnnd gab die Lüpoldo, das er aussgäb vnd sich versäch vnd nyeman
kainen mangel liess, wenn er nit mer het, so welt er ym mer geben. Er gab yedem
knecht ainen neüen seckel vnd zehen ducaten darein vnd sagt jn, sy sollten
frölichen sein, doch das sy sorg hetten, das ym kain schad mer widerfür, als jm
vor geschehen wär. sy danckten ym fast vnd sagten, sy woltten wohl sorg haben.
Fortunatus tet vierhundert guldin in den fünften seckel vnd sandt nach dem
wirt vnd sprach: als ich vor mit ewch geredt hab, wo ain frommer man ain manbare
tochter hett, dem woltte ich sy aus steüren. Er sprach: ich wayss mer dann ainen,
doch so will ich ainen da her bringen vnd die tochter mit ym, das irs sehend vnd
merkent. das geuiele ym wohl. Der würt ging zu dem frommen man, vnd sagt, wie
ain reicher gast bei ym wär, das er sein tochter näm vnd mit ym ging, er
hoffte, sein ding solt gut werden.
 
Wie Fortunatus ainem armen man ain tochter ausssteüret vnd ir vierhundert ducaten
                               zu haimsteür gab.
Der tochtter vatter was ain schreiner, ayn fromm grob man. der sprach: ich will
mein tochter nyendert füren. er woltt sy villeicht zu vneeren brauchen vnd denn
aynen rock kauffen. darmit so wär ir noch mir geholffen. sag jm, welle er ir
etwas guts tun, daz er zu vns komm. das verdross den wirt ser vnd sagt es
Fortunato vnd mainet, er solt auch ain verdriessen daran gehebt hon. do geuiel es
ym wohl vnd sprach: fürt mich zu dem mann vnnd nam Lüpoldum auch mit ym, giengen
also in des mannes Haus vnnd sprach: Ich hab vernomen, wie du ain tochter
habest, die gewachsssen sei. lass sy doch herkommen vnd die mutter mitt ir. Er
sprach: was wöllt ir jre? Er sprach: haiss sy kommen, es ist ir gelück. Er rufft
der muter vnd der tochter. Sy kamen baid vnd schamten sich ser, wann sy hetten
zumal bösse klayder an. die tochter stund hinder die mutter, das man desterminder
ire bösse klaider säch. Fortunatus sprach: iunckfraw, stond herfür! Sy was schön
vnnd gerad. er fraget den vater, wie alt die tochter wär. sy sagten: zwaintzig
iar. er sprach: wie haben ir sy so alt lassen werden, das ir ir nitt ainen man
geben hond? Die mutter mocht nit baiten, byss der vater antwurt gäb vnd sprach:
sy wär vor sechs jaren gross genug gewesen, so haben wir nit gehebt, darmitt wir
sy haben mügen ausssteüren. Fortunatus sprach: ob ich ir ain gute haimsteür gib,
wissten ir ainen man? Die muter sprach: Ich waiss ir gnug. vnser nachbaur hat
ainen sun, der ist ir hold. hette sy etwas, er näme sy gern. er fragt die
iungfraw vnd sprach: wie geuiel üch eüers nachbauren sun? sy sprach: ich will nit
wöllen, dann wölchen mir mein vater vnd muter gebent, den will ich haben vnd solt
ich on man sterben, so will ich kainen selber nemen. die muter mocht nit mer
schweigen vnd sprach: herr, sy lügt vnd ich waiss, das sy jm ganz hold ist vnd
das sy jn von ganzen irem hertzen gern het. Fortunatus schickt den wirt nach
dem jüngling, vnd als er kommen was, do geuiel er ym wohl. er nam den seckel, da
er die .cccc. ducaten ein gelegt het vnd schut die auf den tisch vnd sagt zum
iüngling (och bej .xx. iaren alt): wiltu die iunkfraw zu der ee? vnd iunkfraw,
wellent ir den Jüngling zu der ee, so will ich eüch dass geltt tzu ayner
haymsteür geben. Der iüngling sprach: ist üch der sach ernst, so ist die sach
meinentalb schlecht. die mutter antwurtt aber schnell: so ist es meiner
tochterhalb auch schlecht vnd also sandt er nach ainem priester vnd lyess sy zu
samen geben vor iren baiden vater vnd muter, das er wisst, das es ain ee wär vnnd
gab yn dass bar gelt, wie er es gebracht het, vnnd der braut vatter zehen
duckgaten, das er sich vnnd sein weib klaidet, vnd gab yn noch zehen duckgaten,
dass sy hochtzeit hetten. des waren sy alle von hertzen fro vnd dancketen
Fortunato vnd lobten got gar treülich vnd sagten: got hat den man von hymel
gesant.
    Als nun die ee gemacht was, giengen sy wider in die herberg. Lüpoldus nam
wunder, das sein herre so milt was vnd so ringklich vil gelts aussgab vnnd sich
doch so übel gehub vmb lützel geltes, das ym verstolen worden was. Das muet den
wirt ser, das er nit den seckel mitt den vierhunndertt ducaten gefunden hett,
vnnd er doch all ir bulgen ersucht hett vnnd grissgramet in ym selb, gedacht,
hatt er souil aus zugeben, so muss ich mich noch mer vnderston, jn die taschen zu
lären. Nun wisst der wirt, das sy zu nachtt ain gross kertzen liecht liessen
brinnen, die sy in sunderhait hetten lassen machen. vnd als sy aber zu des
kaisers fest gangen waren, macht sich der würt aber in ir kamer vnd bort löcher
in die kertzen vnd tet wasser darein vnd überklaibet das vnd richt die kertzen
also zu, wenn sy sie zwu stund branten, so erlaschen sy von jn selber. Nu was es
vmb die zeit, das des kaisers fest schier ain end hett. Gedacht der würt,
Fortunatus wurd auch nit lenger bleiben vnd er müsst sich nit saumen vnd
vnderstunde sich, die nacht aber seinen gesten ainen schaden zu zefügen, wartet
eben, wenn das liecht erleschen wurd, hette yn auff die nacht den besten wein,
so er ankommen mocht, zutrincken geben, was selb auch frölich mit jn gewesen,
auff das er mainet, sy sollten stark schlaffen, als och gemainglich geschicht,
das die menschen auff wohl trincken starck vnd bald entschlaffen. als sy zu bett
giengen vnnd ir nacht liecht zu geordnet hetten, ire blosse schwert ain yeder
bei ym hett vnd mainten on alle sorg zuschlaffen, als sy auch teten.
 
  Wie Fortunatus wirtt zu Constantinopel nachtz in die kamer kam zustelen vnd
                          Lüpoldus den zu tod schlug.
Der Wirt schlief aber nit, sonder er gedacht sein fürnemen zu volbringen vnd do
er sach, das das liecht erloschen was, schlof er aber durch das loch vnd kam zu
Lüpoldo vnnd fienge an ym vnder dem kopff zu nusteren. nun schlieff Lüpoldus
nit, der hett gar ain wolschneident messer also bloss bei ym auff der deckin
ligen vnd eilentz erwuscht er das messer vnd hüwe gen jm. der dieb ducket sich,
aber nitt genug vnd verwundet jn so hartt in seinen Hals, das er weder ach noch
wee sprach vnnd also todt lag. Lüpoldus rüffet den knechten gar zorniklichen,
sprach: warumb hond ir das liecht erlöscht? Sy sagten all vnnd yeder in
sonderhaitt, sy hetten es nit gelöscht. Lüpoldus sprach: gang ainer bald vnnd
zünd ain liecht an vnnd stond die andern mit eüweren blossen schwertern vnder
die tür vnd lond niemans hynauss. es ist ain dieb in der kamer. der ain knecht
lief bald vnd bracht ain liecht, sprach: tund die tür wohl tzu, das vnns der
dieb nit entrinn, vnd fiengen an zusuchen vnd kamen gleich an das ort, da
Lüpoldus gelegen was. da funden sy den wirt mit dem verwundten Hals also tod
ligen. do das Fortunatus hort, mügt ir wohl gelauben, das er würsser erschrack
dann all sein tag ye vnd sprach aber: O got, das ich ye gen Constantinopel komen
byn! Nun wär es ain klaine sach, das wir alle vmb vnser gut kommen wären,
yetzund seien wir alle vmb vnser leib vnnd gut kommen. O almächtiger got, komm
vns armen zuhilf, wann vns sunst nyemandt helffen kann noch mag. wir seien frembd
vnd das wir vnsern gelimpffen schon sagen, so wirt vns nit gelaubt. Bietten wir
dann vil gelts zugeben, so gedencken sy, sy haben das leben vor verwürckt, wenn
wir das nemen, so haben wir vil gelts, Es wirt vns doch sunst von ynen. Herr vnd
knecht stunden vnnd sahen den todten cörpel an vnd von not angst zitereten sy,
das kainer reden kund vnd Fortunatus allermaist, wann der selb wisst, wie es ym
vor gangen was zu Lunden, do der edelman in ainem Haus ermort ward, dabei er nit
gewesen was, kain schuld daran hett vnd ym ganz vnwissent was. Fortunatus
sprach zu Lüpoldo: O wee, wie hastu vns so übel getan , das du den würt zutod
hast geschlagen! hettestu yn verwunt byss auff den tod vnd doch nit gar tzu tod
geschlagen, so wollten wir mit der hilff gots vnd mit parem gelt vnser leben
fristen. Lüpoldus sprach: es ist nacht gewesen, ich wisst nit, was ich traff. Ich
slug nach aim dieb, der mir vnder dem kopff nüstert, der vns vor das vnser
gestolen hat. den hab ich troffen vnd wollte gott, das man wisst, in was gestalt
er zutod erschlagen ist, so bedörften wir vns nichtz besorgen weder für leib
noch gutt. Fortunatus sprach: O wir mügen dartzu nit kommen, das wir den wirt zu
aim dieb machen. seine freund lassen es nit beschehen. Vns hilffet weder red
noch gelt. Fortunatus gedacht in siner angst: het ich ainen guten fründ, dem ich
meinen seckel törst vertrawen vnd ym des seckels krafft kund tun! wenn wir dann
gefangen wurden vnd sagten, wie es ain gestalt gehebt hett vnnd man so lützel
gelt bei vnns funde, käme denn der gut freünd vnnd butte dem richter ain grosse
somm für vns zu geben, zweiffelt mir nitt, der richter num vier oder
fünftausent ducaten vnd liess vnns mit dem leben daruon komen. vnnd als er ym
das gedacht het, Gedacht er jm wider: wem ich den seckel gib, dem wirt er so
lieb, das er yn mir nitt wider gibt, vnnd wirt dem richter grosse schanckung
tun, das er eile vnnd vns radprech, vnd das das gross mordt nit vngerochen bleib
vnd sagen: schand vnd laster wär es, wenn man sagte, daz die gest den wirdt
ermort heten vnd die nit sollten geradprecht werden vnnd fand also in ym selb,
das nit zutun wäre, den seckel von ym zu geben, fieng aber an, gott gar
jnnigklichen an zurüffen aus bitterem vnnd vonn ganzem grund seines hertzen. Do
Lüpoldus sach, das sein herr vnd knecht so gar erschrocken vnd betrubt warn,
sprach er: wie seind ir so verzagt? hie hülffet kain trauren, die sach ist
beschehenn, wir künden den dieb nymer lebendig machen. lond vns vernunft
brauchen, wie wir durch die sach kommen. Fortunatus sprach, er wisste nit
zuradten, dann das er aber gedacht, warumb er nit weisshayt für reichtumb erwelet
het, so er es wohl het mügen tun vnd sprach zu Lüpoldo, wisste er ettwas guts
zuradten, das er das täte, wann er yetz wohl säch, das es nodt wäre. Lüpoldus
sprach: so folgent mir vnd tunt, was ich eüch schaff, So will ich vns mit der
hilff gots mit leib vnd gut vnd on alle hyndernus von hynnen bringen. Der
trostlichen wort wurden sy fro.
 
Wie Lüpoldus den todten wirt nachts in ainen brunnen warff vnd sy daruon kamen.
Lüpoldus sprach: nun seind still vnnd rede nyemand vnd verbergent das liecht!
vnd er nam den todten wirt auff seinen rugken vnd trug yn hinden in der herberg
bei dem stall. da was gar ain tüffer galbrunn. darein warff er den wirt mit dem
kopff vor abhin. was daz wasser so tüff, das yn nyemandt gesehen mocht.
solliches beschach vmb die mittenacht, das es niemandt gehört noch gesehen het.
kam wider zu Fortunato vnd sprach: ich hon vns des diebs ab geholffen in mass,
das man in guter weil nit waisst, wo er hynkommen ist. zweiffelt mir nit, das er
nyemand gesagt hab, das er da her kommen wölte vns zusteelen, also das niemant
waisst, das ym von vns laid geschehen sei. Darumb sind frölich! sprach tzu den
knechten: gond tzu den rossen vnd rüstend die zu vnd fahent an vnd singent,
sagent von schönen frawen vnd lugent, das kainer kain traurige gebärd hab! also
wellen wir auch tun. Vnd so bald es tag werden will, so wellen wir hinweg
reitten vnd will vnns in sechs stunden füren vnd hetten wir den alten vnd iungen
kaiser von Constantinopel erschlagen, wir wollten daruon kommen. Dise wort höret
Fortunatus gern vnd fieng an sich frölich zuhaben, meer dann er im synn hett.
vnd do die knecht frölich waren vnd die ross zugerüst hetten, rufften sy den
knechten des würts vnd den mägten vnd sandten nach malmasier, den man da gut
fand, musst yederman vol sein vnnd liess den knechten ain ducaten zu lötze vnd den
mägten auch ainen vnd waren guter ding. Lüpoldus sprach: Ich hoff, mir kommen in
ainem monat wider, So wellen wir erst ainen gutten mut haben. Fortunatus sprach
zu den knechten vnnd mägten: gnadent vns dem wirt vnnd der würtin, sagt yn, ich
wolt jn den maluesier an das bett bracht haben, gedacht ich, ruwe tat jn bas.
vnd also mit solchen schimpflichen worten sassen sy auf vnd ritten hinweg gen
der Türckei wertz eilent. hetten sorg, ob man jn nachritt vnd doch so rait jn
niemant nach. wie es dem wirt ging, do fragten sy nit nach.
    Vnnd kamen also in des türckischen kaisers land, in ain statt, heisst Karofa.
In der statt het der Türckisch kaiser ainen amptman, dem befolhen was, den
cristenlichen kaufleüten oder pilger glam zu geben, zu ym oder sunst durch sein
land tzureiten. das wisst Lüpoldus wohl vnd so bald er dahyn kam, ging er zum
amptman vnd sagt, ir wären fünf walbrüder, die begern glait vnd ainen trutzel
man, der mit yn reit. Sagt er: ich gib üch glait genug. doch so will ich vier
ducaten von aim haben vnd dem knecht altag ainen ducaten vnd zerung. Lüpoldus
wert sich ain wenig, doch macht er nit vil wort vnd gab ym das gelt. Er gab ym
ain verschriben glait vnd sant jn zu aim wolwissenden man, darmit er maint, sy
versorgt wären. vnd rytten also durch die Türckei. Do nun Fortunatus sach, das
er kain sorg mer haben dorfft vnd jm der schreck, so er zu Constantinopel
enpfangen het, auch vergangen was, fieng er erst wider an frölich zu werden vnd
schympffred mit den seinen zutreiben vnd ritten also an des türckischen kaisers
hof, sahen den grossen reichtum vnd grosse mengin des volks, so er vermocht, als
er zufeld zoch, darab er wunder nam, das ain man souil volckes tzusamen mochte
bringen, das auch souil der verlogneten cristen vnder dem volck was, das ym ser
übel geuiel. belib nitt lang an dem hoff vnd zoch durch die Wallachei, durch die
klaine vnd durch die grosse, darinnen herschet Tracole Wayda. vnd kam in das
künigreich Bossen, ist bei .clx. meil. von Bossen zoch er in daz künigreich
Croacien, ist bei .lx. meil. Von Croacien ins künigreich Dalmacien ist .xxx.
meil. Von Dalmacien gen Ofen, ist die haubtstat des küngreichs von Hungeren, ist
.lx. meil. Von Ofen gen Cracka, ist die haubtstat des künigs von Polln, ist .c.
meil. Von Cracken gen Koppenhagen, die haubstatt des künigreichs Tenmarck, ist
bei .cc. meil. Von Koppennhagen gen Stacksshalin, ist die haubtstat des
künigreichs von Schweden, ist bei .lxxx. meil. Von Stacksshalin gen Pergon in das
künigreich Norwegen ist .lxx. meil. von Norwegen durch Schweden vnnd durch
Tenmarck ist bei .cc. meil byss gen Prag, das ist die haubtstatt dess künigreichs
Böchmer Land.
    vnd do er allso die länder vnd die künigreich alle durchtzogen, ir sitten
vnnd gewonhaiten vnd ire gelauben gar eben gesehen vnd gemerckt het, auch selb
ain büchlin gemacht, darin er aller künig vnnd hertzogen, graffen, freien
macht vnd ir vermügen erschriben vnd auch was die gaystlichen fürsten, Bischoff,
äbbt, prelaten vnd land vnd leütten, dartzwischen so er getzogen was, gesehen
hett vnnd was ain yeder vermocht, tett er grossen vleiss mit Lüpoldus hilff vnd
radt, der die land vor alle durchfaren was. Er het auch von jedem künig erlangt,
die klainat vnd Gesellschaft, so sy aussgeben. die het er nit lieb von des wegen,
des sy wert waren, sonnder, das er sy selb alle mit seiner aignen person
verdienet vnd gehollet het, Die er auch alle mit jm haym bracht vnnd sy für
ainen eerschatz behielt. Als er nun zu Prag aussrait, zoch er den nähsten durch
der hertzogen von Sachssen vnd durch Francken land. Mag ain yder gedencken, der
die land gewandlet ist: het man bei Fortunato ainen so reichen seckel gewisst, ym
wäre guts gelaits not gewesen vnd besonder in etlichen landen, da vil notiger
reiner vnd staudenschnapper innen sind, got gab ym aber Glück, daz er allentalb
durch kam, darnach den nähsten auff Auspurg, von dannen er mit etlichen
kaufleüten, den er grosse freüntschaft tet vnnd aller kostung frei hielte in
wenig tagenn gen Venedig kamen.
 
Wie Fortunatus wider in Cipren kam, sich aller ding fast ratlich hielt Vnd ainen
                            kostlichen palast pawet.
Vnd als Er nun gen Venedig kam, freüwet er sich vnnd gedacht: hye seind vil
reicher leüt, hye tarffestu dich auch lassen mercken, das du gelt habest vnd
fragt nach den kostlichen klainat, die ym auch alle fürbracht wurden, vnder den
vil waren, welliche ym geuiellen. wie man ym die bot, so ging er nit vnkauft
daruon, dardurch die Venediger ain grosse merkliche summa bar gelt lossten vnd
ward gar gross vnd hoch gehalten. Nun wisst er wohl, daz er nit vil haussrat, gewand
vnd anders, als er von Famagusta gefaren was vnd wie er seinen vater Teodorum
vnd sein mutter Gracianam in grosser armutt gelassen hett. Fieng an vnd liess ym
schön köstlich gewand machen vnd vil haussrat kauffet er, was man in ain Haus
bedorfft, kauffet er alles zwifach vnd dinget sich vnd sein gut auff ain gallee,
für allso gen Cipren vnnd kam gen Famagusta. nun was er wohl fünftzehen iar aus
gewesen. Vnnd als er in die statt kam, ward ym gleich gesagt, wie sein vatev vnd
muter gestorben wären, das ym nun fast laid was. Also bestalt er ain gross Haus
vmb ainen zinss, darein er ym lyess seinen blunder füren vnd dinget mer knecht vnd
mägt vnd fieng an zuhaussen gar herrlichen vnnd ward gar loblich von yederman
empfangen vnd gehalten. maniklichen nam wunder, von wannen ym käm so grosser
reichtum vnd doch der merer tail leüt wohl wissten, das er in grosser armut von
dannen kommen was. Vnnd als er aber in Famagusta was, ging er vnd kaufft seines
vaters Haus vnd noch mer heüsser darzu vnd lyess die alten abbrechen, fieng an
vnd bauwet da ainen kostlichen palast. Den lyess er machen auff das aller
zyerlichest. Wann er gar vil kostlicher gepew gesehen het. Vnd bei dem palast
liess er gar ain schöne kirchen bawen vnd vmb die kirchen liess er dreüzehen
heüsser bauwen vnd machen vnd stifftet da ain probstei vnnd tzwelff caplän, die
da sollten alle tzeitt singen vnd lesen, vnd kauffet dartzu zins, gilt vnnd
rendt, das ain tümbrobst solt haben dreühundert ducaten vnd ain Caplan hundert
ducaten ain iar vnd wenn ainer vnder yn sturb, so sollten sy vnder ainander wölen
vnd wenn der probst sturbe, so solt yn der baubst ainen andern geben. Er versach
die kirchen mit allen zierden vnd kaufft zins vnd rent, das man die kirchen
ewiglich meren solt vnnd lyess in die kirchen machen zway kostliche greber, liess
seinen vatter vnd muter aussgraben, da sy lagen, vnd in das ain grab legen, vnnd
das ander solt ym vnd seinen erben warten. Vnd als nun der palast vnd die kirch
ganz aus gemacht ward nach seinem willen, vnnd er ayn gross wolgefallen darin
het, Gedacht er ym: ainem solichen palast dem zymmet wohl ain ersammes wesen vnd
satzt ym für, ainen gemahel zu nemen. vnd do man innen ward, das er des willens
was, ain weib zunemen, do was yederman fro. vnnd kame allso aus, das er ain
eefrauwen nemen woltt. do waren vil reich vnd arm, edel vnnd vnedel, wellicher
ain hübsche tochter het, der liess sy zu risten mit klaydern vnd klainat, ain
yder, so er best mocht, vnnd gedacht ym ain yeder: wer waisst, got gibt meiner
tochter das Glück als bald als ainer annderen, wann manigklich sach, das da gross
gut vorhanden was vnd het ain yeder sein tochter geren dahin gebracht. Also
wurden vil töchtern schon geklait, die sunst noch lang müssten on so gute klayder
gewesen sein. Vnd do sich souil leüte auff rusten, do was ain graff, nit weit
von Famagusta, der hett drei töchtern, die für die andern töchteren schön waren.
dem riedt der künig, er solt ym seine töchtern lassen antragen vnd, wo es ym
geuellig wolt sein, so woltt er dartzu reden. Der graff was nitt fast mechtig,
noch sprach er: herr küng, ob er meiner töchtern ain begerte, wollten ir mir es
radten, er hat weder land noch leüt, hatt er dann vil bar gelt gehebt oder noch,
so secht ir wohl, er hat vil gelts verpauen, das kainen nutz tregt, so mag er daz
ander auch onwerden vnd zu armut kommen, wie sein vater zu armut kommen ist,
Wann es ist bald geschehen, das grosse barschaft bald verton wirt. Der künig
sprach zu dem graffen: ich hab vernommen von leüten, die es gesehen haben, das
er souil kostlicher klainat hat, man kauffet ain grafschaft darumb vnd ist jm
doch haines fail. so hör ich souil von jm sagen, wie er souil land vnd
künigreich durchfaren hat, halt yn darfür, wisste er nit sein sachen tzu ainem
gutten end zubringen, Er hette nit so ainen kostlichen palast gebawen, noch ayn
so kostliche kirchen lassen machen, Die er so eerlich begabet hatt mit guten
zinsssen in ewig zeit vnd wär noch mein rat, will es ym gefallen, du geebest ym
deiner töchtern aine vnd ist es dir geuellig, so will ich darin meinen vleiss
brauchen, in hoffnung, solichs beschech, wann Fortunatus mir wohl gefeltt vnd
sähe lieber, er hett ain edlen gemahel dann ain peürin vnd wurd mich
verdriessen, söltte ain vngebornes weibss bild den palast besitzen vnnd darin
wonung haben. Do nun der graff hort, das dem künig Fortunatus wesen so wohl
geuiel, fieng er an vnd sprach: Gnädiger herr künig, Ich vernym an ewer red wohl,
daz ir ain gefallen darab hetten, daz ich Fortunato meiner töchtern aine gäbe.
Dess alles habtt ewch vollen gewalt an leib vnd an gutt. Do der künig das
verstunde, sprach er zum graffen (hyess graff Nimian) sende mir dein töchtern
meiner frawen, der künigin, so will ich sy lassen zurüsten, in hoffnung, ym werde
aine gefallen. Doch so würd ich ym die wal geben, das er neme, weliche er wöll.
so will ich dir zu lieb den heirat also machen, das du kain heiratgelt bedarffest
geben. Müsst man aber etwas geben, so will ich es selb geben. So du mir so freien
gwalt über leib vnd gut geben vnd beuolhen hast. Graff Nimian dancket seinen
küngklichen gnaden vnd sprach, was sein künigkliche genad schaffte, wölt er tun
vnd nam vrlob von dem künig, rait haim zu seinem gemahel vnnd sagt ir all
sachen, was sich zwischen ym vnnd dem künig verloffen hett. Das geuiel der
gräffin alles wohl, dann allain, das sy Fortunatus nicht genug edel gedaucht vnd
das er auch die wal solt haben vnder den drei töchteren, wann ir aine vnder den
dreien vast ser lieb was. der graff fragt sy, wölche es wäre. das woltt sy ym
mit nichten sagen. Doch veruolgett sy seinem willen vnd ruft die töchteren tzu,
gab yn ain zuchtmaisterin, knecht vnd mägt, als es dann solichem adel gezympt.
kamen also an des künigs von Cipren hoff, do wurden sy all drei vnd alle, die so
mit yn kommen waren, eerlich vnd woll enpfangen von dem künig vnd der künigin
vnd wurden da vnderweiset hoffzucht vnd was zu adelichen sachen gehört, des sy
vor auch zu guter mass vnderricht waren, sy waren auch vast schön, noch namen sy
von tag zu tag tzu vnd wurden noch schöner, vnd do es den künig zeit gedaucht,
do sant er ain ersamme botschaft nach Fortunato, das er zu ym käm. ym ward och
nit gesagt, warumb er nach ym gesandt het. Er wisst aber, das er ainen gnädigen
herren am künig het vnd ruft sich eilentz tzu, rait frölich zu seinem herren
künig vnd ward von jm gar schon entpfangen. Vnd ward der künig zu jm sprechen:
Fortunate, du bist mein hindersäss vnd vermain, was ich dir radt, du söllest mir
volgen, wann ich dir guts günne. Ich hab wohl verstanden, wie du so ain kostlichs
gesäss vnd kirchen lassest bauwen vnd nun mutt hast, dir ainen gemahel zunemen.
Hab ich sorg, du möchtest aine nemen, die mir nitt geuellig wäre vnd hab
betracht dir ainen gemahel von allen eeren zugeben, dardurch du vnd dein erben
geeret werden sollen. Fortunatus sprach: gnädiger küng, es ist war, ich bin des
willens, mir ainen gemahel zunemen. So aber ich verston, das ewer künigkliche
gnad so demutig ist vnd so gnädig vnd günstig sein will, mich zuuersehen, will
ich weiter kain frag noch kain sorg nach kainer haben, dann mein glauben vnd
vertrawen ganz in ewer künigklichen gnad vestenklichen setzen.
    Do nun der künig die antwurt het von Fortunato vnd auch von graf Nimian vnd
die töchtern in seim gwalt het, gedacht er jm: hye hab ich gut ain ee zumachen.
Vnnd sprach zu Fortunato: ich hab drei schön töchtern vnd all drei von vater vnd
muter gräffin, ist die eltest achtzehen iar alt, die heisst Gemyana. die ander
ist sibentzehen iar aldt vnd heisst Marsepia, vnd die dritt ist dreützehen iar
altt vnd heisst Cassandra. vnder den dreien will ich dir die wal lon vnd will dir
noch mer wal lassen, das du aine nach der andern magst sehen oder all drei auff
ain mal. Fortunatus der bedacht sich nit lang vnd sprach: O gnädiger herr künig!
So ir mir ain söliche wal auff geben habt, so begere ich, das ich sy all drei
müg neben ainander ston sehen vnd yede hör reden. Der künig sprach zu Fortunato:
das du begerest, soll dir beschehen vnd enpot der künigin, sy solt daz
frawenzymmer vnd ir iunckfrawen wohl zuristen, wann er wölt selber darein kommen
vnd ainen gast mit jm bringen, daz tet die künigin vnd tet das mit vleiss, wann
sy sich wohl versach, warumb es beschähe vnd do es den künig zeit gedaucht, Nam
er Fortunatum allain vnd wolt mit ym geen. Fortunatus sprach: gnediger herr
künig, ist es nit wider eüch, so lassen disen alten meinen diener mitt mir geen.
der künig lyess es beschehen vnd namen Lüpoldum, den alten man, mit yn vnd kamen
allso in das frawenzymer. Do stund die künigin auff vnd alle ir iunckfrawen vnd
enpfiengen den künig gar eerlich vnd die gest auch, also satzt sich der künig
nider vnd stund Fortunatus neben dem künig.
 
 Wie der künig Fortunato drei edel iunckfrauwen fürstellet, die vast schön vnd
   schwestern waren, aus denen er die iüngst (genannt Cassandra) zu weib nam.
Also sagt der künig: lassen mir kommen die drei iunckfrawen Gemianam, Marsepiam
vnd Cassandram! sy stunden bald auff vnd giengen durch den sal vnnd ee das sy zu
dem künig kamen, tätten sy dem künig dreimal reuerentz vnd knyeten für den
künig nider, als sy das wohl kunden vnnd ynen auch wohl anstunde. Der künig hyess
sy auffsteen, das sy auch teten, fieng an vnd sprach zu der eltesten junkfrawen
Gemiana: Sag mir, bistu lieber bei der künigin oder wärest du lieber bei graff
Nimian, deinem vatter, vnd der gräffin, deiner mutter? sy antwurt dem künig vnd
sprach: gnädiger herr künig, mir zympt zu der frag kain antwurt zugeben, vnd ob
ich schon ains kiesen wolt für das ander, so soll ich meinen willen nit brauchen,
sonder was ewer künigkliche gnad vnd mein herr vatter gebietten, den selben
gebotten soll ich gehorsam sein. Allso sprach er zu der anderen: Marsepia, sag
mir ain warhait! weder ist dir am maisten lieb, der graff, dein herr vnd vater,
oder die gräffin, dein fraw mutter? sy antwurt vnd sprach: O gnädiger herr
künig, tzu diser frag zymmet mir kain antwurt zugeben, ich hab sy bayden von
ganzem hertzen lieb. ob ich ains aber lieber hett dann das annder, so wär mir
doch layd, das es mein aigen hertz wissen soltt. sonder, solt das mein munde
verkünden, des wolt ich mich gar ser schamen, wann ich alle trew an jn baiden
finden vnd mercken kann. Der künig sprach zu der dritten vnd der iüngsten:
Cassandra, sag mir: wenn yetz ain schöner tantz wäre auff vnser pfaltz von
fürsten vnd herren vnd von vil edelen frawen vnd iungfrawen vnd es wär hye der
graff vnd die gräffin, ewer vatter vnd mutter, das ain spräch: tochter, gang zu
dem tantz vnd das ander spräch: gang nit. wölichem gepot woltestu volgen? Aller
gnädigster herr künig! Jr sehen vnd wissen, das ich gar iung byn. so kommpt
vernunft vor den iaren nitt. so mag ewer künigkliche, hohe vernunft wohl
erkennen vnd ermessen die begird der iungen vnd hyerumb so zimmet mir zu diser
wal kain antwurt zugeben, wann so ich aines für das annder erwölet, wurde ich in
all weg das ain ertzürnen, das ich gar vnngeren tun woltte. Der künig sprach:
wenn aber ains sein müsst? Cassandra sprach: so begere ich iar vnd tag mich
darauff zu bedencken vnd weisser leüt rat zu haben, ee daz ich antwurt zu der
frag gebe. darbei lyess der künig Cassandra beleiben vnd fraget sy nit fürbas.
Als nun der künig vrlob von der künigin vnd von den andren in dem frawenzymmer
nam, gienge er in seinen pallast vnd volget jm nach Fortunatus vnd Lüpoldus,
vnnd als sy nun in des künigs kamer kamen, sprach der künig zu Fortunato: du
hast begert, die drei töchteren tzusehen vnnd hören reden. So han ich dir mer
getan , dann du begeret hast. du hast sy gesehen ston, gon, lang vnd gnugsam
reden. Nun lug, wöliche gefelt dir zu ainem eelichen gemahel? Fortunatus sprach:
Gnädiger herr künig, sy gefallen mir all drei wohl, das ich nit wayss, wölche ich
kiessen soll vnd beger von eüwer künigklichen gnad, mir ain klaine weil vergünnen,
mich zu bedencken mit meinem altten diener Lüpoldo. Der künig sprach: dess hab
frei vrlob! also giengen sy mit ainander an ain haimlich ort. Fortunatus sprach
zu Lüpoldo: du hast gehörtt vnd gesehen die drei töchteren so wohl als ich. nun
waistu wohl, das niemand so weiss ist in seinen sachen. er soll alweg radts fragen.
also frag ich dich vnnd begere deines rats in der sach, das du mir hyerinn
trewlichen ratten wöllest, als ob es dein aigne seel anträffe. Lüpoldus
erschrack gar ser, do er so hoch ermanet ward vnd sprach: herr, in der sach ist
mir nit wohl zuratten, wann ainem gefelt oft ain ding vast woll vnd seinem aignen
bruder ganz nichts. So ysset ainer geren flaisch, der ander visch. hyerumb so
kann üch in der sach nyemant radten, dann ir eüch selb, wann ir seind auch, der
die burdin tragen muss. Fortunatus sprach: das alles wayss ich wohl vnd das ich mir
ainen gemahel nym vnd sunst niemand. ich wolt aber, das du mir die haymlichhait
deines hertzens entschlussest, wann du doch so vil menschen erkent hast vnd nach
irer vision oder gestalten hastu wohl gemerkt, was trew oder vntrew in ir gestalt
geben hat. Lüpoldus riet vngern tzu den sachen, Forcht, wenn er nit an die riet,
die ym geuiel, das er dardurch möcht sein huld verlüren vnd fieng an vnnd
sprach: herr, sy gefallen mir all drei fast wohl. ich hon sy auch mit allem vleiss
aine nach der andern wohl durch sehen vnnd nach irer vision so bedunckt mich, sy
seien schwesteren oder geschwistergit kinder. Kan auch an ir gestaltten kain
vntrew merken. Fortunatus sprach: an welche rattest du mir aber? Lüpoldus
sprach: ich will nit zu dem ersten ratten, so sölt ir auch nit zu ersten radten,
wann was eüch wolgeuiel, war auch vnleidenlich, das mir das missuiele vnd sprach:
So nemend hin die kreiden vnd schreiben auff den tisch in eüwern winckel, so will
ich auff disen in den andern winckel schreiben. das geuiel Fortunato wohl vnd
schrib also yeder sein mainung, vnd do sy geschriben hetten vnd yeder des andern
geschrift lass, do hetten sy baid Cassandra geschriben. Des was Fortunatus fro,
das Lüpoldo geuiel, daz jm gefallen hett vnd noch frölicher was Lüpoldus, das ym
got in seinen syn geben het, das er auch an die geradten, die seinem herren am
aller basssten gefallen het. vnd do sy nun der sach also ains wurden, ging
Fortunatus wider zu dem künig vnd sprach: gnädiger herr künig! Als mir eüwer
küngkliche gnad ain wal auffgeton hat, die ich pillich zu grossem danck vnd
vnuergessner dienstbarkait gen ewern gnaden verdienen soll, wann ich mich
söllicher wal vnwirdig bedunck vnd hab es vmb eüer küngliche maiestat nye
verdient. doch so statt es mir, das ich es noch verdien vnd ist mein beger, das
ir mir gebent Cassandra. Dir beschech nach deinem begern, sprach der künig vnd
sandt zu der künigin, das sy zu jm käm vnd Cassandra mit ir bracht, das och also
beschach. also kam die künigin, bracht Cassandra mit ir, sendet nach seim caplan
vnd liess sy zusamen geben, des Cassandra vnmutig was, das sy also solt vermähelt
werden irem vater vnd muter vnwissent vnd sy nit sollten darbei sein. doch der
künig wolt das allso haben. wurden also zusamen vermähelt. vnd als sy nun
zusamen geben waren, kamen die anderen frawen vnd iunckfrawen vnd der brautt
schwesteren vnd wünscheten der braut gelück. die zwu schwesteren waineten gar
seer. Fortunatus fraget, warumb sy also waineten. do ward ym gesagt, das sy der
prautt rechte schwesteren waren von vater vnd von mutter. Vnd allso ging er zu
yn, trost sy vnd sprach zu yn: traurend nit, ir solt alles eüwers vnmuts ergötzt
werden vnd sendet bald gen Famagusta nach den klainaten, so er mit jm von
Venedig gebracht het vnd schanckt dem künig vnnd der künigin die zway bestenn,
darnach der braut vnd iren schwesteren vnd begabet all frawen vnnd iunckfrauwen,
so in der künigin frauwen tzymmer waren, gar kostlichen, das sy auch zu grossem
danck auff namen. Vnd allso sant der künig nach graff Nimian vnnd nach der
gräffin. Do das hort Fortunatus, do rüstet er tzu Lüpoldum vnd gab ym bar
tausent Ducaten, das er die soldt der gräffin in ir schosss schütten vnnd ir
sagen: Ir tochterman der schannckt ir die, das sy frölich auff die hochtzeit
käm. Nun was die gräffin vnmutig, das Fortunatus die iüngsten tochter genomen
het, wann sy ir die liebste was. do ir aber Lüpoldus die tausent ducaten in iren
geren schutt, do liess sy den vnmut faren vnd ruft sich mit sampt dem graffen von
stund an eerlich tzu mitt wolgeklaitem hoffgesynn, mit wägen vnnd was tzu den
eeren gehört vnd kamen zu dem künig. do wurden sy eerlich entpfangen vnd was yn
in der herberg gar Costlich zugericht mit zierden, auch mit aller kost vnd
tranck, was man bedorfft, das graff Nimian zu der gräffin sprach: frauw, wir
seien mer hye gewesen, vns ist soliche er nye erbotten worden. haben wir so
ainen gnädigen künig überkommen oder so ainen mächtigen tochterman durch vnser
tochter Cassandra, söllen wir got loben, eer vnnd danck sagen, das er vns
sollich gnad verlihen hat. vnd als sy kommen waren, sprach der künig zu
Fortunato: Ich will lassen zuristen die hochtzeit vnnd will, das die hochtzeit hie
volbracht werd. Fortunatus sprach: gnädiger künig, lassent mich die hochtzeit zu
Famagusta haben in meinem neüen Haus, das noch nye eingeweicht, noch kayn freüd
darin volbracht ist. Der künig sprach: ich wolt es darumb tun, das graff
Nimian vnnd dir desterminder kosten darüber gangen wär. Fortunatus sprach: mich
soll kain kosten tauren noch reüwen vnd bit eüer künglich maiestat, das ir selb
personlich mit sampt der künigin vnd allen ewerem volck gen Famagusta kommen
wöllen. kann ich denn ewern gnaden vnd denen, so mit üch kommen, nit eer
erbieten, als ir wirdig wären, so solt ir doch kainer ding mangel haben, als
lützel als eüwer gnad hye hatt.
 
Wie ym der künig mit sampt der künigin die selben schönen iunckfrawen mitt namen
        Cassandra haym furt, mit grossen eeren kostlich hochtzeit hett.
Do der künig hort, daz Fortunatus so reichlich redt, gedacht er, ich will doch
gern sehen daz wesen vnd sagt jm zu: dein will geschech, reit hyn vnnd rüft dich
zu, so will ich mit der künigin vnd dir bringen deinen gemahel, schwächer vnnd
swiger vnd volcks genug. Des was Fortunatus fro vnd dancket dem künig vnd
sprach: ir sölt nit lanng aus sein, in dreien tagen wirt alle ding tzu gericht
vnd rait also eilentz gen Famagusta vnd lugt, was ym mangelt oder gebrast. das
liess er alles kauffen. Nun het der künig oft hoff zu Famagusta, das jm nit
seltzam was dahyn zukommen vnd also kam der künig mit grossem volck vnnd ward
gar schon enpfangen von den seinen, als da billich ist. vnd ward da grosse freüd
volbracht mit tantzen, singen vnd kostlich saitenspill gehört. So bald ains
auffhöret, fieng ain anders an. das tryb man die ganzen nacht vnd ward allso
die schön iunkfraw Cassanndra Fortunato zugeleget in dem schönen neüwen pallast,
der nach allem lust gepauwen was. wer darein kam, den nam wunder von der schönen
gezierd, so darinnen was. Nun wiewol der braut muter sach, daz alle ding
kostlichen zugiengen, noch geuiel es ir nichts, so er nitt aigen land noch leüt
het vnd sagt das irem herren, graff Nimian. der sprach: bekümmer dich nit, ich
hoff, er versech vnser tochter nach eeren.
    Vnnd des morgens frü kam der künig vnd sein schwecher vnnd schwiger vnd
vordereten der braut die morgen gab. Fortunatus sprach: ich hab weder land noch
leütt, ich will ir geben fünff taussent bar ducaten, Darumb kauffen ir am schloss
oder ayn statt, daruff sy versorgt sei. der künig sprach: disen sachen waiss ich
zutun. Hye ist der graf von Ligorno, der hat not vnd muss bar gelt haben vnd hat
ain schloss vnnd statt drei meil von hynnen, haysst Larchonube, ist als vil
gesprochen als tzum regenpogen, die wellen wir ym abkauffen, land vnd leütt vnd
alle aigenschaft. sandten also nach dem graffen vnd kaufften ym die statt vnnd
schloss ab vmb sibentausent ducaten. Do gab er Lüpoldo den schlüssel zu ainem
kasten, so in seiner schlaffkamer was, der tzaltte sy bar vnd ward der kauff
allso beschlossen vnnd die brieff angegeben vnd gab graff von Ligorno sein
gerechtikait auf vor dem künig in Cassandrer hand, frei ledig nimmermer kain
ansprach zum gemelten schloss noch statt zehaben. do ward vil zum kauf geredt.
ainer sprach, es war zehentaussent ducaten wert, der ander sprach: het ich souil
bar gelt, ich welte es nit darumb geben. Doch do es beschehen was, fieng erst an
der braut muter frölich zuwerden vnd sich zukirchen zu rüsten. vnnd was die
kirch, so er het lassen bauen, gar kostlich zugericht, die nit verre von dem
pallast was, vnd als nun das ampt volbracht ward, ging der künig, der breütigam
vnd die brautt vnd yeder nach seim stadt in den pallast zu der malzeit, die so
kostlich berait was, daruon vill tzu schreiben wär, wann ain yeder wohl kann
mercken, wo man gelts genug hat, das man nit tarff sorgen, daz gelts gebrest, da
mag man wohl reichlich vnd kostlich leben on sorg, als auch auff der hochtzeit
aus vnd aus beschach, wann da ward nichts gespart.
 
 Wie Fortunatus dem künig vnd künigin tzu gefallen dreü klainat aussgab, darumb
            die herren, ritter vnd edelleüt dreitag sollten stechen.
Als man nun frölich was, gedacht ym Fortunatus, wie er ettwas zurüste, darmit
dem künig vnd der künigin die weil nit lang wurd vnd gab aus dreü klainat. Das
erst was sechsshundert ducaten wert. darumb sollten die herren, ritter vnnd all
edel dreitag stechen. wer da das best tet vnnd dem der preiss geben wurd, solt
das klainat haben. Mer gab er aus ain klaynat vierhundert ducaten wert. darumb
soltten stechen die burger vnd ir genoss auch dreitag vnd wer das best tet, der
solt das selb klainat gewunnen haben. mer gab er aus ain klainat vmb zwayhundert
ducaten. darumb sollten stechen all raysig knecht, sy wären der herren oder der
stött, auch drei tag vnd wer das best tet, dem solt auch das klainat werden. da
mügen ir wohl gelauben, das da grosser vleiss gebrauchet ward, das ain yeder in
seinem syn geren das best getan  het von rumss wegen der schönen frawen vnd
iungfrawen, so dann da gegen waren, auch vmb den gewin vnd klaynat. allso stach
man zwu oder drei stund vnd denn so tantzet man, denn so ass man. Das wesen vnd
freiden spil tryb man viertzehen tag, do wolt der künig nit mer beleiben vnd als
er hynweg zoch, rait manigklich mit ym. Fortunatus het geren gesehen, das man
lenger da wär beliben vnnd besonnder het er geren gesehen sein schwäher vnnd
schwiger. das wollten sy nit tun, wann sy sahen den grossen kosten, so über yn
gienge vnd forchten, er möcht dardurch in armut kommen vnnd wollten nit beleiben.
Als nun der künig hynweg ritt, do machet sich Fortunatus auch auf vnd gab dem
künig das gelait verr hinaus, füget sich zu dem künig vnnd dancket jm, das er yn
nit verschmächt het vnd auff sein hochtzeit kommen was. vnd nam also gar
demütigklich vrlob von dem künig vnd der künigin, von graff Nimian vnd der
gräffin, seinem schweher vnd schwiger vnnd von allem volck, dancket manigklich,
das sy also auff seinem fest gewesen waren vnd rayt wider zu seiner schönen
Cassandra. do nun das frembd volck alles hynweg was, fieng er an ain newe
hochtzeit vnd lud do erst all burger vnd burgerin vnnd het ain gross fest mitt
ynen. das tryb er achttag, dardurch er ym ainen grossen gunst vnnd wolwöllen von
der ganntzen statt zu Famagusta machet.
    Do also das selb fest vnnd wolleben auch ain ende hett, wollte er nun ain
rüwig leben an sich nemen vnnd sprach zu Lüpoldo: gutter freünd gib mir
zuuersteen, was dein will sei. Ich will dir drei wal geben. da erkiess, welliche
du wilt, die solle dir beschehen. wiltu haim, so will ich dir vier knecht
zugeben, die dich eerlich haym gelaitten vnd dir dartzu geben, daz du dein
lebtag ain ausskommen hast, oder wiltu hye tzu Famagusta sein, so will ich dir
ain aigen Haus kauffen vnd dartzu geben, daz du drei knecht vnd zwu mägt habest,
die dein pflegen vnd dir kainen mangel lassen. Oder wiltu bei mir in meinem
pallast sein vnd aller ding dein nodturfft haben, so gut als ich selbs?
welliches du erwölest, soll dir zu gesagt vnd redlich gehallten werden. Also
fieng Lüpoldus an vnd dancket ym der grossen erbiettung vnd walen, so er ym auff
getan  hett vnd er hätte es nye verdienet vmb got noch vmb yn, das ym erst in
seinen alten tagen so vil eer vnd gutait widerfaren soltt vnd sprach: mir zympt
nit haym zureitten, ich byn alt vnd schwach vnd möcht vnderwegen sterbenn. Wäre
aber sach, das ich schon haim käme, so ist Ybernia ain grob hert land, da weder
wein noch ander edel frücht innen wachssen, der ich yetzund hye gewonet hab, vnd
wurd sterben. Als ich dann mein wonung möcht bei üch haben, ist mir auch nit
auffzunemen. Ich byn alt vnd vngestalt, so haben ir ain schönen gemahel, vil
hübscher iunckfrawen vnnd hübsch knecht, die eüch alle vil kurtzweil künden
machen, den ich allen vnwerd wurde, wann alten leütten geuelt nit alweg das
wesen der iungen. wiewol mir an eüwer tugentreiche gütte nit zweiffelt, so kiess
vnd erwöl ich (ist es nit wider eüch), ir wöllen mir ain ainigs wesen bestellen,
darin ich mein leben müg vollenden. doch bit vnd beger ich, daz ich damit nit
aus eüer liebin noch radt gesetzt werd, die weil vns got das leben günt. daz
sagt ym Fortunatus zu vnd het auch seinen radt, so lang er lebt vnd kaufft ym
ain aigen Haus, gab ym knecht vnd mägt, darzu all monat .c. ducaten. des freüet
sich Lüpoldus, das er nit mer vff den dienst warten solt, sonder er ging nider
vnd stund auf, er ass vnd trank fru oder spat, wie ym das füget vnd was sein sach
richtig. nit desterminder ging er almorgen in die kirchen, da Fortunatus
hyngieng vnd ergötzet sich gar fleissigklich, darbei Fortunatus sein treü
spüret. Als nu Lüpoldus also lebt in grossen eeren ain halb iar, Do warde er
kranck vnnd mitt tötlicher kranckaitt vmbfangen. do ward nach vil artzten
gesandt, ym mocht aber niemandt gehelffen vnd starb allso der gutt Lüpoldus. do
was Fortunato gar layd vnnd lyess yn gar eerlichen begraben in sein kirchen.
 
  Wie Fortunato ain sun geboren vnd Ampedo genannt ward, darnach aber ain sun,
                              Andolosia gehaissen.
Als nun Fortunatus vnd sein gemahel Casssandra bei vnd mit ainander in grossen
freüden lebten vnd alles dess genug hetten, das man leben soll vnd kainen
mangel, Batten sy got gar treülich, das er yn erben wölt verleihen, wann er wohl
wisst, das die tugent des seckels sein krafft verlieren wurd, wo er nit eelich
leiberben überkäme. doch sagt er es Cassandra nit, sonder gab ir zuuersteen, wie
er so gern erben von ir überkommen wollte. als nu got alle ernstliche gebeet
erhört, erhort er sy auch vnd ward die fraw schwanger vnd gebar ainen sun, des
Fortunatus vnd maniglich mit ym erfreüet ward, geteüfft vnd gehaissen Ampedo,
darnach bald ward Cassandra aber swanger vnd brachte mer ainen sun, ward auch
mit freüden geteüfft vnd gehaissen Andolosia, also das Fortunatus zwen
wolgeschaffen, hübsch knaben het, die er vnd sin liebe Cassandra mit grossem
vleiss vnd liebe ertzogen, yedoch Andolosia alltzeit etwas frecher was dann
Ampedo, als sich hernach wohl erzaiget. vnd wiewol Fortunatus gern mer erben bei
Cassandra gehebt het, so gebar sy doch nit mer, das ir gar seer layd was, wann
sy het geren auch ain tochter oder zwu gehebt.
    Do nun Fortunatus zwelff iar bei Cassandra was gewesen vnnd versach sich,
das er kainen erben mer überkommen künd, fieng in an zuuerdriessen, also zu
Famagusta zusein, wiewol er alle kurtzweil het mit spatziernreiten, mit hübschen
rossen, mit federspil, jagen, hetzen, baissen. So nam er jm für, er wäre
durchtzogen alle künigreich, so in der christenhait wären vnd ward yn belangen,
das er auch vor seinem tod der haiden land vnd die haidenschaft, Priester
Johanns land, Indiam, die gross, die mittel vnd die klaynnest alle durchtzuge vnd
fieng an vnd sprach zu Cassandra, seinem gemahel: Ich hab ain gebeet an dich
zulegen vnnd hab im willen, etwan hyn zu raissen. will ich dich bitten, du
wöllest deinen willen dartzu geben. Sy sprach, wo hyn ym doch sein gemütt
stünde. er hub an vnnd sagt ir, sein fürnemen wär, wie er die rayss in dreü jaren
nit volbringen möcht. Cassandra erschrack, doch so maint sy, ym wär der red nit
ernst vnd sprach: wo wöllen ir hyn, da ir mer fröd, wollust, schöner behausung
möchten haben dann hye bei weib vnd kind. ir möchten wohl kommen, da üch nit so
wohl wär. Fortunatus sprach: ich zeüch nitt aus vmb wollust, wolleben, noch vmb
gut zugewinnen. ich hab das halb tayl der welt gesehen, so will ich das ander
tayl auch besehen, Vnnd soltte ich mein leben darumb verlieren. Vnnd kann das nit
aus meinem gemüt bringen. darumb so gib deinen willen darein, wann das mag
niemant wenden, dann got vnd der tod. do Cassandra hortt, das ym des fürnemens
ernnst was, erst erschrack sy ser vnd fieng an, jn zubitten, das er von seinem
fürnemen lyess, es wurd yn gerewen vnd das er vor vmb gezogen wär, das wär alles
jn der christen land, wär er iung vnd starck gewesen vnd het mügen vil erleiden,
das nun nit mer wär, wann alter vermag nit, das der iugent gar leücht ist. Auch
haben ir gewonet ain rüwig leben zuhaben. was wöllent ir eüch erst zeihen, daz
ir vnder die falschen haiden tziehen wellent? Nun hören ir doch alle tag, das
die haiden kaim christen weder trew noch hold mügen sein, sonder sy seind
darauff von natur genaigt, wo sy die cristen möchten bringen vmb leib vnnd gut,
das sy das tund vnd fiel ym vmb den Hals gar früntlich vnd sprach: O aller
liebster Fortunate, O aller liebster vnd getreüwester gemahel, O du meines
hertzen wolgefallen, O in den mein sel vnd mein leib alle ir trew gesetzt hat,
Ich bit eüch durch der eere gotes vnd durch der iunkfraw Maria willen vnd eerent
mich armes weib vnd ewere liebe kind vnd schlahen die fürgenommen raiss aus
eüwerem gemüt vnd hertzen vnd beleibent hye bei vns vnd hon ich eüch in
ainicherlay dingen erzürnet oder getan , darin ir ain misfallen haben, das solt
ir zuuersteen geben, soll hynfüro vermitten bleiben vnd nit mer geschehen. vnd
wainet gar ynnigklich vnnd was seer betrübt. Fortunatus sprach: O allerliebster
gemahel, gehab dich nit so übel. es ist vmb ain klaine zeit zutun, so komm ich
mit fröden wider vnd verhaiss dir ytzund, das ich denn nymmer mer von dir
schayden will so lang vnnd vns got das leben verleicht. Cassandra sprach aber:
wenn ich eüwers herwider kommens gewiss wär, So wolt ich ewer zukunft mit
freüden warten vnd wo ir hyn wollten ziehen on an die vntrew ardt vnnder die
vngelaubigen leüt, die da der christen blut allzeit begeren, so wär es mir doch
nit so schwär. Fortunatus sprach: dise raiss mag nyemand wenden dann gott vnnd
der tod vnd wenn ich von hynnen schayd, so will ich dir souil barschaft lon, Ob
ich nit herwider käm, das du vnd die kind eüer leben lang wohl mügen in freüden
leben. Do Cassandra sach vnnd marckt, das da kain bitten helffen mocht, do fieng
sy an vnd sprach: O aller liebster gemahel, so es nit anders mag gesein, dann
das ir ye so verr von vnns wölt, mag es dann gesein, so komment doch dester ee
herwider vnd die trew vnd liebin, so ir vns biss her bewisen haben, lond aus
eüerem hertzen nit kommen. So wellen wir got tag vnd nacht für eüch bitten, das
er üch verleiche gesuntait, frid vnd gutt wetter vnnd wolwöllen von allen
denen, durch der hand vnd gewalt ir kommen werden. Fortunatus sprach: Nun wölle
got, das diss gebeet an mir volbracht werd, So getraw ich got, ich komm
herwider, ee dann ich mir für genommen hab. Ich hoff, ich vollende mit der hilff
gots mein raiss gar bald vnd gelücklich.
 
Wie Fortunatus wider vonn Cipren wegfur, mer land vnd künigreich zu besehen vnd
                              gen Alexandriam kam.
Fortunatus lyess ym gar eilenntz ayn gute galee machen vonn allem vortayl. die
weil man die gallee machet, bestalt er och kaufleüt vnd sant die nach
kaufmanschatz mit allerlay war zukauffen, so er dann wohl wisst in die
haidenschaft dienen. Fortunatus gedacht vnd betrachtet, was er dem soldan zu
ainer schanckung bringen wolt, wann er wisst wohl, das alle die nacion, so gen
Alexandriam kommen, all vnd yeder in sonderhait gar gross schanckung bringen,
besonder die Venediger vnd Florentiner bringen jm vast guldine stuck samat vnd
von aller hand fort seiden gwand, souil, das es jm angenäm ist. vnd eilent sandt
er nach vil guten maistern von goldschmidwerck vnd lyess jm machen von silber
vnnd gold gar ainen kostlichen Credenntz von allem dem, das man brauchen kann
oder mag, als von becher, köpf, flaschen, schüsslen, tällern, blatten, bratspiess,
rost, häl vnd alles, das man brauchen kann oder mag aim künig tzu seim gebrauch.
vnd verguldet aines innen, daz ander aussen, wie sich das am besten gab vnd
fügt. Vnd als die gallee aussberaitet was, lyess er die laden vnnd rüstet sich tzu
vnnd nam vrlob von seinem gemahel vnd seinen kinden vnnd sas in dem namen gottes
in die galleen vnd für gen Alexandriam.
    vnnd als er gen Alexandriam kam, ist von altem her sit, wenn ain schiff gen
Alexandriam zu kommpt vnd verr noch in dem mör ist, so sendt man ain klayns
schiflin entgegen vnd fragen, von wannen das schiff komm vnd was sy füren vnnd
was ir gewerb sei. daz sagen sy denen, die selben meer bringt man dem künig. Nun
wenn ain schiff in das port kommet, so tarff nyemand an das land farn, byss das
man jnen ain verschriben glait sendt, als ym auch ain gut verschriben glaytt
gesandt vnnd gegeben ward. vnd kam er vnd seine kaufleüt mit ym an das land, do
wollten die haiden wissen, wer der herr von der gallee wär. das sagt er jn, er
hyess Fortunatus von Famagusta aus Cipren vnd wär allain herr von der gallee. Vnd
also begert Fortunatus, das man jm für den künig hulff, er brächt ym ain
schanckung. Dartzu waren künig Soldans diener gar geflisssen, ym für zuhelffen,
do er bringen wolt, als noch an aller herren höffe beschicht. wer brinngt, wirt
bald eingelassen, wer aber haben will, der muss lang vor der tür ston. vnd als
Fortunatus in des künigs pallast kam, lyess er aufrichten ainen grossen, schönen
Credentztisch vnd lyess die klaynat darauffstellen, die gar kostlich vnd schön
anzusehen waren vnnd sanndt allso nach dem Soldan. Do der soldan die klainat
sach, do het er wunder ab der manig vnd ab der schöne der klainat vnd maint, er
het sy darumb dahyn gebracht, das er ym sy solt abkauffen vnd lyess yn fragen,
wie er die Credentz gar schetzet. Fortunatus lyess den Soldan fragen, ob ym doch
die klainat wohl geuielen. Er sagt: vast wohl. do Fortunatus höret, das sy ym
geuiellen, was er fro vnd lyess den Soldan bitten, das er es nit verschmähet vnd
des zu ainer schanckung von jm auffnäm. do der künig das hort, nam es yn gar
frembd, das ain ainiger kauffman jm solt so ain grosse schanckung tun vnd
schatzt es wohl auff fünftausent ducaten vnd vermainet, es wär ainem grossen
commun (als Venedig, Florentz oder Jenaw) vil zuuil, doch so nam er es auff für
ain schanckung, gedachte ym doch, es wär zuuil. solt ichs ym nit wider keren vnd
hyess ym geben hundert Charg pfeffer, die warn wohl so vil wert als die klainat,
so er ym geschenckt het. Do die Venediger, Florentzer vnd Jenueser legerherren
(so dann do zumal zu Allexandria lagen) hortten, das der künig Fortunato ain so
kostliche schanckung getan  hett vnd vor nye mer da was gewesen vnd sy ym alle
jar ainest oder etwann in ainem iar zwaymal gross schenckung tund vnd stäts in
seinem land ligent, ym vnnd dem ganzen land grossen nutz schaffen vnd tund vnd
das er kainer statt noch iren leütten nye geschenckt hatt, weder vil noch lützel,
hettenn sy ain verdriessen an Fortunatus wesen, wann er yn allen zu kostlich
was, darmit er vmbgieng, gab er vnd die seinen alle war, so sy bracht hetten,
näher dann sy vnd kaufften alle ding tewrer dann sy. das ist nit minder, er tet
yn grossen schaden vnd forchten erst noch grössern schaden, der jn daraus
entspringen möcht durch die kaufmanschatz vnd spetzerei, so er zu Allexandria
lud vnd wider in der Christen land furt vnd hetten tag vnd nacht radt, ob sy ym
etwas vrsach oder vnglympff gegen dem künig Soldan möchten finden vnd gegen
seinem obrosten, darmit das er nit so fürnäm vnd so wohl gehalten wurd. vnnd
schanckten dem admiraldo, das ist der oberost im land on den künig grosse
schanckung, das er nicht so wohl an ym wär noch an den seinen, sonder er solt jm
vnd den seinen vil bosshait lassen beschehen mit schlahen, steellen, überrechnen
vnnd alle vneer beweisen, als sy das wohl tun kunden vnnd darauff genatürt sind,
wenn sy nit straff fürchten von dem admiraldo. Des ward aber Fortunatus innen,
daz sy yn also hassten vnd vermainten ym durch solliches das lannd zuerlaiden,
das er nit mer solt lust haben dahyn zufaren. Was tet aber Fortunatus? wenn ym
die vier nacion, das ist Venediger, Jenueser, Florentiner vnnd Catelonier die
zusamen gelegt hetten vnd dem admiraldo zehen ducaten schankten, so schanckt
Fortunatus allain dreimal souil. das was dem admiraldo ain eben spil. er nam von
baiden parteien das gelt vnd tet, was ynen eben was, vnnd Fortunato nur dester
mer, was ym lieb vnd dienst was, wann er het gewelt, das seiner vil vnd oft gen
Allexandria kommen wären. Als nun Fortunatus etlich tag zu Allexandria was
gewesen vnd sich gar eerlich hielt, lud jn der künig zu gast vnd etlich kaufleüt
aus der galleen mit ym vnnd erholt es yn kostlichen, als es gewonhait ist, das
der soldan ainen yeden patron von ainer gallee ain mal zu gast ladet, wenn er
schyer hynweg will. Also lud yn der admiraldo auch vnd mer dann gewonhait ist
vnd teten jm vil vnd mer grösser eer, dann sy anderen patronen ye getan 
hetten. daz ward erst die vier nacion murmuren vnd verdriessen machen, sahen,
das ir schanckung übel angelegt was. Vnd als nun die zeit kommen was, das die
gallee von Allexandria hynweg farn musst (wann es gewonhait ist, das ain yedes
schiff, daz gen Allexandria kommet mit kaufmanschatz, nit lenger getar da sein
dann sechss wochen, sy haben kaufft, verkaufft oder nit), das wisst nun Fortunatus
wohl. sy hetten sich auch ganz darnach gericht vnnd machet Fortunatus ainen
andern patron an sein statt, befalch dem, das er mit der gallee mit sampt den
andern kaufleüten vnnd allem gutt in dem namen gots hynfüre gen Catelonia,
Portugall, Hyspania, Engeland, in Flandern, vnd da kaufften vnnd verkaufften vnd
von ainem land füren zu dem andern vnd ire gewinn merten, als er in hofnung wär,
sy wohl tun möchten, wann sy ain gross mercklich gutt mit yn furten. Er befalch
auch dem patron mer mit ganzem vleiss, das er gedächte vnd über zway iar wider
mit der gallee gen Allexandria käm vnnd solt das mit nichten vnderwegen lassen,
wann er wollte zway iar in den frembden landen wandlen vnd sein wesen darnach
richten, das er denn auch zumal wöltt zu Allexandria wider sein. wenn sy yn aber
auff die zeit da nit funden, so sollten sy kain rechnung auff yn machen, das er
mer in leben wär. denn so soltt der patron die gallee vnd gut seim gemahel
Cassandra vnd seinen sünen gen Famagusta antwurten, das er ym auch verhyess vnnd
furen also ir strass vnd wie es yn ergieng, da wär lang von zuschreiben.
 
  Wie Fortunatus in Indiam kam vnd vil frembder land durchwandert, zum lötsten
                             wider gen Alkeir kam.
Do Fortunatus allain was, geselt er sich zu dem admiraldo, bat yn, das er jm
erwurb vmb den soldan ain glait in seinem lannd, ainen trutzelman vnd
fürdernussbrif an die fürsten vnd herren, der land er begert zusehen, als des
kaisers lande von Persia, des grossen Chams von Catay vnd Priester Johanns vnnd
andre land, so an die vnd vmb die länder stossen. das erwarb ym der Admiraldo
vmb den künig Soldan, das er ym fürdernussbrieff kostlich vnd gut machen lyess, ym
auch kuntleüt zugab, die steg vnd weg vnd die sprachen wohl kunden, doch alles
auff seinen kosten, des Fortunatus fast fro was vnnd nit anders dann auff seinen
kosten begeret, wann yn kain gelt tauret vnd ruft sich mit denen, so jm zugeben
waren gar kostlich, wie sy ym sageten, das man haben musst oder zu der raiss
dienete, das hyess er kauffen vnnd zalet es alles bar vnd mit wem er zuschaffen
het, der gewan yn lieb. das schuff, er hyelt yederman eerlich. welchen er mit
ainem guldin het mügen aussrichten, dem gab er zwen. zugen also dahyn.
    Zu dem ersten kam er in des kaisers von Persia land vnd durchwandelt das.
Darnach tzoch er in desss grossenn Chams von Catay land, darnach durch die
wüstin gen Indiam in Priester Johanns lannde. der seind dreü land, die alle dreü
India haissen. Aines, die merer India, in der ist überige hütze. die ander, die
mittel India, die küler vnd nit so gross bytz hat, die drit heisst die minder
India, darin ist es so kalt, das winter vnd summer die wasser überfrüren alweg
zunacht, vnd sind die drew India so gross, weit vnd brait, das priester Johann
vnder ym hat jnseln vnnd trucken lannd, das er .lxxij. künig vnder jm hatt vnd
yeder gross land vnd leütt, mächtig stött vnd schlösser vnder ym hatt. Von der
grösse vnnd unsäglichen weite der dreier India ist vnglaublich zu schreiben,
Wann als man daruon geschribenn findt, begriffen sy mer weitte vmbsich, dann des
kaisers von Persia, des grossen Chams von Catay, des Soldans vnnd türckischen
kaisers land, das doch vier mächtig herrenn seind, mer vermügen dann alle
christen fürsten, der babst vnd all gaistlich prelaten vnd darzu alle künig vnd
weltlich fürsten. Was wunder, abenteür vnd sitten in den landen ist, wär ain
sonder vnd gross buch von zuschreiben. wellicher aber das geren wissen welle, der
less das buch Johannem de Monteuilla vnnd andere mer bücher deren, die solch land
alle durchtzogen sind vnd von yedem land geschriben, was sitten vnnd glauben sy
haben vnd was stands ain yeder füret. Möcht etwann ains wunder nemen, so man so
grosse land findt, warumb nit mer leüt aus teütschen landen auch dahin ziechen
vmb die kostlichait der herren, auch der edlen frücht willen, auch des grossen
reichtumb, so in den landen ist? Das beleibt vnderwegen, das die land so gar
verr von vns seind. Das ander, das so böse  weg ist von bergen vnd wiltnuss, von
dieben vnd mordern. Das drit, das kayner seinen leib allso wagen will vnd ym so
grosse vntrew anton. Das vierdt, daran es auch fast erwindt, das nitt ain yeder
gelts genug hatt, als dann Fortunatus het. will auch gar woll glauben, man funde
noch manigen stoltzen man, het er Fortunatus seckel, er belibe nit vnnd zuge von
ainem land zu dem andern, so lang, biss das er von ainem ort der welt zu dem
andern kam. Möcht ainen wunder nemen, warumb die aus India vnnd aus andern
landen nicht heraus kämen in vnsere lannd? Ist die vrsach, sy hören sagen, wie
vnsre land vnärtig seien von keltin vnd auch nit gute frücht haben, hond sorg,
das sy gleich sturben, machen och die rechnung, sy wurden für toren geschätzt,
das sy aus guten landen in böse zugen vnd gutt vmb böse  gäbenn. Auch ligt yn das
an, das sy wissen, das gross sorg vnderwegen ist.
    Do nun Fortunatus die länder wohl durchfaren was, benügt jn noch nit, er wolt
auch kommen, da der pfeffer wechsst vnd schanckt priester Johann gar schöne
klainat, die jm in dem land gar seltzam warn, schanckt auch den kämerlingen vnd
bat die, ym fürdernuss zu geben mit leüten vnd mit brieffen, das er käm gen
Lumbet, das ist das land, da der pfeffer wechsst. allso ward er gewert vnd ward
gefürt an das möre, da man über muss, ee das man gen Lumbett kommpt, ward da auch
über gefürt vnd kam dahyn, da der pfeffer wechsst. der wachsset in ainem wilden
gestreüss, heisst Tobar, vnd wechsst auch in der ganzen welt kain pfeffer dann da
selbst. Do nun Fortunatus daz alles gesehen hett vnd auch nit verrer kommen
mocht, gedacht er an seinen lieben gemahel Cassandra vnd seine zwen sün, ward jn
hertzlich wider haim zu keren verlangen. Wandt sich vmb, wider haimwartz zu
ziehen, rait also durch vil frembde lannd, dardurch er vor nit am hynein ziehen
getzogen was. vnd den nächsten kam er durch die wüstin tzu Sant Katerina berg,
auff den berg Synay, von dannen durch die wüstin gen Jerusalem, die hailigen
stött haim zu suchen, vnd wiewol es jm vmb was, het er doch wohl zwen monat lang
zu dem gesetzten zyl seiner gallee, gedacht ym die weil wider gen Alkeir
zureitten, dem künig soldan danck zusagen seines gelait vnd fürdernussbrieff, die
jm gar wohl erschossen waren, kame also wider gen Alkeiro, da er aus gezogen was.
Der soldan was aber ainen andern weg vnd ynfür rytten gen Allexandria. dahyn
füget sich auch Fortunatus eilentz vnd kam wider zu seim guten freünd, dem
Admiraldo. der was fro vnnd tet ym grosse eer, do er hort, das er sich so
ritterlich gewagt vnd so weite land durchtzogen het. vnd als aber Fortunatus tzu
Allexandria wohl achttag gelegen was, vil seltzamer tyer vnd anders bei ym hett,
ward yn belangen vnd in dem so kommpt sein gute gallee gen Allexandria gefaren,
der gab man glaitt wie vor. Vnnd wiewol Fortunatus nit bei yn was gewesen, noch
hetten sy so wohl gewunnen vnd brachten die galleen so wohl geladen mit so gutter
vnnd kostlicher kauffmanschatze, das sy dreimal besser was, dann do sy
Fortunatus von ym hett gesant, desss er gar fro was Vnnd besonnder, das er alles
sein volck frisch vnnd gesund sache, Die ym auch brieffe vonn seinem aller
liebsten gemahel Cassandra brachtenn, wie sy in wolmügen was, desss geleichen die
Sün. Allso saget Fortunatus zu seiner kauffleütten ainem, das sy yn bester bass
liessen lingen mit kauffen vnnd verkauffen, wann yn belanget ser wider haim, das
sy auch teten, gaben alle ding bester näher vnd wer wolfayl gibt, dem hilfft
Sant Nicolaus verkauffen vnd wer kauffet, wie man ym ain ding beut, der ist auch
bald gerecht. vnd als ander galleen oder schiff sechs wochen zu Allexandria
ligen, ee das sy abladent, kauffen vnd verkauffen, do schuffen sy als ir ding in
drei wochen, wann sy gehört hetten ires herren willen. do sy nun also geeilet
hetten, vnd das der künig Soldan vernam, wolt er ye nitt, das Fortunatus hynweg
fur, er musst vor mit ym essen vnnd lud jn am abend, do er des morgens hynweg
faren wolt. das kund jm Fortunatus nit verzeichen. do sagt er, daz yederman sich
in die gallee machet vnd die gallee aus dem port in das mör zugen, so bald die
malzeit getan  war, wolt er zu jn kommen vnd das alle ding berait wären, ganz
nichtz gebräst, den segel an zu lassen, als sy auch tetten. vnd also kam der
admiraldo vnd nam den Fortunatum vnd giengen mitt ainander tzu des künigs
pallast vnd schloss, das an ainer höhyn ligt vnd über die ganzen statt sehen mag
in das gross weit mör.
    Als sy nun gen hoff kamen, ward Fortunatus von dem künig schon entpfangen.
der admiraldo was dem künig nit frembd, vnd fragt der künig, wie es jm in den
frembden landen gangen wär. das sagt er ym alles vnd danckt ym der
fürdernussbrieff, so er ym gebenn hett gar vleisstklich, sagt ym, wie das er
durch seiner brieff willen gar eerlich vnd schon von allen herren entpfangen wär
worden vnd wie ym all ander herren für vnnd für so grosse fürdernus hetten
getan  aus krafft seiner brieff vnnd wo er seine brieff nit het gehabt, so het
er die rayss nit mügen vollenden noch volbringen. das gefiel dem soldan gar wohl.
Doch so muss ich aynes dartzu sagen: Fortunatus seckel was fast gutt bei den
brieffen. in dem als sy mitt ainander redten, ward die malzeit zugericht gar
köstlichen, als ir wohl mügen gelaubenn, das sollich gross, mächtig herren allzeit
kostlichen leben vnd besonder der soldan, wann der hat alweg fünftzehen hundert
mameluken, das seind seldner, die ym zu tisch dienen müssen.
 
 Wie Fortunatus vom künig Soldan zu gast geladen vnd jm gross eer erbotten ward,
                   vnd wie er des Soldans mamelucken begabet.
Als sy nun geessen hetten vnd die mamelucken, die verlogneten christen, noch ob
zwelfhundert da stunden in dem sal, auff den dienst wartteten, sprach Fortunatus
zum künig soldan, wa es ym nit ain missfallen wäre, wollte er yedem mamelucken
zehen Dules geben, das sind guldin pfennig, ist ainer als gut als dreü ortt von
ainem reinischen guldin. Der soldan sprach, er wöllt es lassen geschehen. Also
sagt Fortunatus, das ainer nach dem andern käm, so wollt er yn allen geben, das
koch vnd keller auch kämen vnd tet seinen seckel auff, das er bald darein vnd
daraus wär vnd hielt den seckel vnder den tisch, das yn nyemandt gesehen möcht,
wann, hett er den seckel sehen lassen, so hett man wohl mügen mercken, das es ain
glückseckel gewesen wär, wann in der seckel hundert wär nit halb souil gelts
gegangen, als dann er so bald in kurtzer zeit aussgab. Vnd do er nun yederman
gegeben hett, das nyemandt mer da was, nam es den Soldan gross frembde, wie er so
schwär gold het mügen ertragen, vnd het es für ain grosse eer, die er ym getan ,
vnnd das er seine mamelucken so eerlich begabt hett vnd sprach: ir seind ain
eersam man vnd zympt sich wohl, das man üch auch eer antü. kommpt mit mir, ich
will eüch etwas lasssen sehen, was ich hab. Vnd furt yn in ainen stainen turn,
der ganz stainen vnd alles gewelbt was, In ain gwelb da was souil klainat von
silber vnd lagen gross hauffen da vonn silberer müntze, wie man koren
auffschüttet oder habern. darnach füret er yn in ain ander gewelb, das was vol
guldiner klainat, darin stunden vil grosser truhen, die alle voller gemüntzter
guldin waren. darnach furet er yn aber in ain gwelb, das gar wohl versorgt was,
darin stunden gross kästen, die all voller kostlicher klainat waren vnd grosser
zierd, so zu seinem leib gehöret, wenn er sich wollt lassen sehen in seiner
künglichen maiestat, von edlem gestain, von Rubinen, Dyamanten, Saphiren,
Schmaragten vnnd von schönen perlen, des alles on zal was vnd besonder so hett
er zwen guldin leüchter, auff den stunden zwen gross Carfunckel, die so schönn
waren vnd so liecht, das sy bei der nacht schynen, als ob es brenn kertzen
wären, daran Fortunatus wunder nam vnd hett nit vermaint, das ain kunig so vil
vnnd so grosse kostliche klainat hette mügen haben, vnd lobt dem künig gar ser
die klainat, vnd do er hort, das sy ym also wohl geuielen, sprach der künig: ich
hab noch ain klainat in meiner schlaffkamer, das ist mir lieber dann alles das,
das ir gesehen hond. Fortunatus sprach: was möcht das gesein, das so köstlichen
wär? das will ich dich lassen sehen vnnd furt yn in sein schlaffkamer, die gross,
schön vnd lustig was, vnd die fenster an der kamer sahen alle in das weit mör.
Allso ging der soldan über ainen kasten vnnd pracht herfür ainen gar
vnachtbaren filtzhut on har, als die münich gemainklichen tragen, so sy über
land wandlen, vnd sprach zu Fortunato: der hut ist mir lieber dann alle die
klaynat, so ir gesehen habt aus der vrsach, hettt er nitt klainat, so wisst er sy
doch zu überkommen. Aber ainen sollichen hut, den wisst er nit zuwegen bringen.
Fortunatus sprach: O aller genädigster herr künig, wär es nit wiber eüwer
künglichen maiestat, so wolt ich geren wissen, was doch das hütlin künde oder
was tugent es het, das ir es so kostlich schätzen? der künig sprach: daz will ich
dir sagen. es kost mich och gross gut vnd mer dann dein wolgeladen gallee yetz
wert ist. es hat die tugent, wenn ich daz aufsetz oder ain anderer, wo er dann
begeret zusein, da ist er vnd damit hab ich vil kurtzweil, mer dann mit meim
schatz, wenn ich meine diener auff das geiäg send vnd mich verlangt, das ich
geren bei yn wolt sein, so setz ich mein hütlin auff vnd wünsch mich zu jn, so
bin ich bei jn, vnd wo ain tyer in dem wald ist, will ich, so byn ich bei ym vnd
mag es den jägern in ir händ treiben. wenn ich dann feintschaft hab vnd meine
söldner in dem veld seind, wenn ich dann will, so byn ich bei yn. Vnd wenn ich
will, so byn ich wider hye in meinem pallast, da mich alle meine klainat nit
also möchten bringen. Fortunatus sprach: lebt der maister noch, der es gemachen
hatt? Der künig sprach: das waiss ich nit. es was ainer von Sparga aus der statt
Alamanelia, da dann noch die hochschul von der hochen kunst der Nigromancia ist
vnd geleert wirt. da was ain hoher wolgeleertter doctor in der kunst der
nigromancia, dem ich auch gross gut geben vnd yn reichlich begabt vnd mit grossen
eeren wider haim gesendet hab. ob er noch leb, ist mir nit wissent. Fortunatus
gedacht: o möchte mir das hütlin werden, es füget fast wohl zu meinem seckel!
 
  Wie der gross Soldan Fortunato sine köstliche klainat zaigt, darbei auch das
                 wünschhütlin, das ym Fortunatus hynweg füret.
Vnd sprach damit zu dem künig: ich hab darfür, so das hütlin so grosse krafft
hat, das es auch fast schwär sei vnd ainen übel trucken soll, der es auff hatt.
Der künig sprach: es ist nit schwärer dann ain anderer hut vnd hyess jn sein
pareet abtun vnd satzt ym das hütlin selbs auff vnd sprach: ist es aber war,
das es nit schwärer ist dann ain ander hutt? Er sprach: sicher, ich het nit
gemainet, das es so leüchtt wäre, noch ir so toret das ir mir den hutt hetten
auffgesetzt, vnd in dem wünschet er sich in sein gallee zu seinem volck, da er
auch gleich inne was. vnd als bald er in die gallee kam, do hyess er den segel
aufziehen, wann sy hetten ainen grossen nachwind, das sy gar schnell hynweg
furen. Als nun künig soldan sah, das Fortunatus jm sein allerliebstes klainat
hinweg het, stund er an dem fennster, sach die galle hynweg faren, wisst nit, wie
er tun solt vnnd gebot allem seinem volck, das sy Fortunato nach eilten vnd jm
den gefangen brächten, wann er müsst sein leben verlieren, das er yn also beraubt
vnd betrogen het. Also furen sy hynnach. ee das sy aber gerüst waren, was die
gallee so verr, das sy niemandt gesehen mocht. So kann man ainem auff dem mör nit
nach spyren. kain wald ist so wild auff dem ganzen ertrich, ainer wär bass
zufinden dann auff dem weiten möre. vnnd als sy nun etlich tag der gallee
nachgefaren waren vnd sy nit erfaren mochten, do kam yn ain forcht ein, die
Catelonischen mörrauber möchten an sy kommen. So wären sy nit zugerüst zu
streiten, sy wollten den fuchss nit beissen vnd korten wider vmb vnd sagten dem
soldan, sy hetten die gallee nit mügen ereilen. Do ward der soldan vast traurig.
Do aber die Venediger, Florentiner vnnd Jenueser erfurn, das Fortunatus mit
seinem liebsten klaynat also daruon gefaren was, waren sy vast fro vnd sagten
vnder yn: wiewol ist es vmb den künig vnd vmb den Admiraldo, sy wissten mit, wie
grosse eer sy jm ton sollten. er hat jn den rechten lon gegeben. yetzund sei wir
doch sicher vor ym, das er nit mer herkommpt vnd vns so grossen schaden zufügen
mag mit kauffen vnd verkauffen, als er vns dann getan  hat. Do nun der soldan
vmb das klainat kommen was, het er es geren wider gehebt vnd wisst nit, wie er es
solt angreiffen vnd gedacht: Das ich schon den Admiraldo oder aynen meiner
fürsten zu ym sende, so sind sy den christen nicht angenäme. Auch so möchten sy
vnderwegen gefanngen werden, vnd bedacht sich, er wölt ain eerliche botschaft
zu Fortunato in Cipren senden vnd bat der christen haubtman, den sy zu
Allexandria haben, wann ain yegliche nacion hat ainen consulo, die selben
erwelen denn ainen obren, der ist ob yn gewaltig. Vnd zu dem sandt der soldan
vnd bat yn, das er ym zu willen wurd vnd ain raiss dienete. saget ym die vrsach,
warumb es wäre. Das saget er ym zu, er wär berait, in seinem dienst zu faren,
wohin er weltt. Allso liess er ym bald ain schiff zurichtenn vnnd christen
schifleütt darein vnnd beualch ym, das er sollt farenn gen Famagusta tzu
Fortunato vnd ym sagen, das er ym sein hutlin wider sant wann er yn es in trewen
het lassen sehen, wolt er zu danck wider von ym auffnemen vnd befalch jm mer, wo
er das also tun wölt, das er ym denn gross gut verhyess vnd sein bürg wurd, wo er
jm das klainat wider gäb, so wölt er jm sein gallee vol edels gewürtze senden.
wo er es aber nit tun wölt, das er es dann dem künig von Cipren klagte, der sein
obrer wäre vnd yn bitten, das er mit Fortunato schyeff, das er ym sein klaynat,
so er ym doch vnredlich enpfieret hett, wider sendett. Der haubtman was ain
Venediger vnd hyess Marcholando, sagt dem soldan zu, die botschaft getrülich
zuwerben vnd guten vleiss darin zubrauchen. des gab ym der soldan gross gut, ruft
yn kostlich aus, verhyess jm gross zu schencken, wo er jm sein klainat wider
brächt. Dem soldan was so layd vmb den hut, das er kain ruw haben mocht, darumb
all sein mamelucken auch traurig mussten sein. sy hetten yn vor all gelobt, do sy
das gelt von ym entpfangen heten, do er aber irn herren vnd künig betrübt het,
sagten sy, er wär der gröst böswicht, der vff ertrich lebt. ain yeder sagt, het
er jn, er welt sein hertz also roch essen vnd warn all fraidig. also fur
Marcholando gen Cipren vnd kam zu Famagusta in das port, was aber Fortunatus wohl
zehen tag vor dahyn kommen.
    Mügen ir wohl gedencken, wie hoch vnnd schonn Fortunatus entpfangen ward von
seinem lieben gemahel Cassanndra Vnnd wie grosse freüd er auch empfienge, das er
mit freüden also wider haim kommen was. die ganz statt freüwet sich mit ym,
Wann da was vil volckes von der statt, die all vil freünd hetten, die mit
Fortunato tzu lannd kommen waren vnnd heten alle wohl gewunnen Vnnd wo man genug
hatt, da mag man dester bass frölich sein vnd wolleben, Als sy auch alle in der
statt tetten. Do nun Marcholando mit seiner gallee tzu land kam, het er ain
gross verwunderen, das man so frölich in der statt was. Als nun Fortunatus innen
ward, wie des künigs soldans von Allexandria botschaft gen Famagusta kommen
was, versache er sich wohl, warumb er zu ym kommen wäre vnd liess ym ain schöne
herberg bestellen vnd yn darein füren vnnd tragen, was man bedorfft. vnd was man
verbraucht, das zalet alles Fortunatus. vnd nun Marcholando wohl dreitag zu
Famagusta gewesen was, do sandt er zu Fortunato, er het etwas botschaft an jn
zu werben, das ym Fortunatus wohl vergunnet vnd kam also zu ym in seinen schönen
pallast vnd sprach:
 
 Wie der Soldan ain botschaft zu Fortunato in Cipren vmb sein hütlin schickt,
                      Aber vngeschaft wider wegfarn musst.
Der künig Soldan von Baboloni, herr tzu Alkeiro vnd Allexandria Enbeüt dir,
Fortunato, seinen gruss durch mich, Marcholando. du wellest so gutwillig vnd mich
ainen gutten botten lassen sein vnd ym sein klainat bei mir senden. Fortunatus
antwurt vnd sprach: mich nimpt wunder, das künig soldan nit weiser was, do er
gesagt het, was tugent das hütlin het, vnd er das mir selb auf mein haubt satzt,
darunder ich doch in gross anngst vnd not kam, der ich mein lebtag nymmer
vergesssen kann noch mag, wann mein gallee stund in dem weiten mör. do wunscht ich
mich darein vnd wo ich der galee gefält het, so wär ich vmb mein leben kommen,
das ich doch köstlicher schätz dann künig Soldans künigreich, vnd aus der vrsach
byn ich des willens, das klainat von mir nit zulassen, so lang vnnd ich leb. Do
Marcholando von Fortunato die red hort, gedacht er ym, er wölt yn mit gutt, so
er ym verhaissen wölt, sein fürnemen wenden vnd sein gemüt verkeren, fieng an
vnnd sprach: Fortunate, lasst üch radten, was soll eüch daz klainat? ich will eüch
darfür schaffen, das eüch vnnd eweren kinden vil besser vnd nützer ist dann das
beschaben hütlin, vnd hett ich der hütlin ainen sack vol vnnd yeder hutt het die
tugent, so der hut hat, den ir hond, so wolt ich sy all geben vmb das drittail,
das ich üch darumb schaffen will, darumb so lond mich gutter bot sein, so will
ich eüch versprechen vnnd verhaissen, das euch künig soldan muss laden eüer
gallee mit ganz gutem gewürtz, als pfeffer, jmber, nägelin, muscatnuss vnd
zymmetrinden vnd anders meer das sich auff hunderttausent ducaten machen wurd
vnd darzu so solt ir das hütlin nit von handen geben, biss ir gewert vnd bezalt
seind vnnd eüch die gallee mitt sampt dem gutt tzu eüweren ficherenn handen
geantwurt wirtt. ist eüch das zu synn, so will ich selb auff ewer gallee gen
Allexandria faren vnd eüch sy geladen herwider bringen vnnd eüch vertrawen, wenn
ich herwider komm vnd bring, was ich eüch verhaissen hab, ir geben mir denn
meines gnädigen herren künig soldans klainat wider. mer so waiss ich wohl, das diss
klainat in der ganzen, weiten welt nyendert das drittayl souil gultt, als der
künig soldan darumb gibt, vnd wär es nit vor sein gewesen, ym wär aber nit so
not darnach. do Marcholando aussgeredt hett, sprach Fortunatus tzu Marcholando:
vmb das wir nit vil wortt vergebens treiben, will ich künig soldans vnd eüer
früntschaft geren haben, doch so gedenck mir niemand des hütlins aus meiner
gwalt zubringen. Ich hab sunst och ain klainat, das mir fast lieb ist, die
müssen bei mir beleiben, die weil ich leb. Marcholando sagt, ob aber nit mer
dartzu zureden wär. Antwurt Fortunatus, da wär ganz nichtz mer von zu reden
noch zugedencken, vnd het er etwas zuschaffen, das möcht er tun. Marcholando
wolt nit von dannen, er wolt vor vollenden, was ym der künig Soldan beuolhen het
vnd rait zu dem künig von Cipern, der dann Fortunatus oberer was, vnd klaget ym
von Fortunato vnd bat yn, das er mit ym schüff, das klainat jm wider zugeben
oder senden, das er ym doch vneerlich entpfrembt hatt, wann, wo das nit
beschäche, so hett er sorg, es wurde ain grosser krieg daraus entspringen, so sy
doch lang zeit in gutem frid vnd gut nachbauren wärn gewessen. so wär gut, das
sy in früntschaft bliben, wann durch krieg so käm man zu grossem kosten vnd
mercklichem schaden, daruor er sein solt, wo er künd oder möcht, wann aim
yglichen künig wohl zimpt, daz er sein künigkreich vnd vnderton in friden setz,
so verr ym das müglich ist. Der künig antwurt dem Marcholando vnd sprach: ich
hab fürsten vnd herren vnder mir vnd in meim künigreich, so ich yn gebeüt, so
tund sy, was sy wöllen. Aber hatt künig soldan etwas zu Fortunato zuklagen, nem
er jn für, so will ich ym recht volgen lassen, als vil billich vnd recht ist.
Marcholando, do er hort, das man seinem herren vnd künig das recht fürschlug,
kund er wohl ermessen vnd mercken, das ain haid nit vil ainem christen in der
christenhait möcht abbeheben, vnd gedacht ym, wie das jm nit zäm, lenger da
zubeleiben, fur wider gen Famagusta zu seiner gallee vnd lyess sy zuristen vnd
wolt daruon. Do was Fortunatus so gütig, lud yn zu gast vnd erbot ym es gar
kostlich vnd begabt yn auch mit vil kostlicher klaynat Vnnd lyess ym sein gallee
gar wohl speissen mit gutter speiss vnd tranck vnnd sprach: Ich byn dir nicht
feind, das du dem Soldan sein bottschafte hast geworbenn. Doch hoff ich, du
seist mir auch nicht feind, Darumb das ich ym dass hüdtlin nit wider schicke.
Angesehenn, das kayn haydenn kainen Christen liebhaben mag, noch auch kayn gutes
günnen Vnnd, wo künig Soldan das hütlin hett vnd mein wär, er sandte es mir
warlicher sachen auch nit wider. es wurd ym auch von den seinen nit geradtenn,
das er mir es schickte, Allso des geleichen mir auch nit geradten wirt, das ich
ym es schicken soll. Marcholando dancket Fortunato der eeren vnd schanckung, so
er ym getan  het vnd sagt, er säch wohl, das er nichts schaffen möcht weder durch
lieb noch durch gäbe. solliches wollt er dem Soldan fürbringen, das er fürbass in
der sach tätte, was yn das best gedeücht, Vnnd fur also hinweg vngeschaft,
darumb er dann aus gesandt was, also lyess yn Fortunatus farn vnd fraget nit
darnach, ob er den künig soldan ertzürnet het, so er doch nit mer in sein land
wolt.
    Als nu Fortunatus zu guter mass die ganzen welt durchfarn vnd ain gut
genügen zuwegen bracht het, do fieng er an vnd hielt ain kostlichen stadt vnnd
liess seine zwen sün och herfür ziehen, hielt sy auch gar eerlich vnd kostlich
vnd dinget yn knecht, die sy leerten ritterspil, das ist mit stechen, turnieren
vnnd mitt scharpff rennen vnd anders, das dann darzu gehört, wohl geübet, Dartzu
der iünger sun gar ser genaiget was, sich gar manlich in die sach schickt,
dardurch Fortunatus vil klainat aussgab, darumb tzu Famagusta gestochen ward, das
alweg der iünger sun das best tet vnd den breüss gewan, das yederman sprach,
Andolosia tät dem ganzen land eere, dardurch Fortunatus grosste freüd hett. vnd
lebten also in grossen freüden, wann Fortunatus hett vil kurtzweil mit seinem
hütlin, mit dem feder spil vnd auch mitt dem sun Andolosia vnnd mit seim
allerliebsten gemahel Cassandra. Als sy nun manig iar in allen freüden lebten
vnd von kainem vnmut wissten zusagen, Do ward die schön Casssandra kranck ainer
swären vnd tödtlichen krankhait, das ir kain artzt weder kund noch mocht
gehelffen, ward kain gut noch gelt gesparet, sonder sy musst sterben. on langes
vertziehen gab sy auff yren gaist. do liess sy Fortunatus gar eerlich bestaten,
als ob sy ain küngin wär gewesen. sy was jm lieb im leben, des erzaigt er sich
auch nach irm tod vnd liess ir vil gutes nach tun vnd gelag jm aller sein guter
mut vnd het ganz kain freüd mer, wie wohl seine gutten fründ vnd gesellen ym
geren ain mut gemacht hetten vnd zu ym kamen vnnd wollten, das er mit ynen wär
spacieren geritten, jagen, bayssen, wie er dann vormals getan  het. der wolt er
kaines tun, sonder er sass allain vnnd trauret vmb seinen liebsten gemahel, als
er allso allain was, fieng er an vnd sprach wider sich selb: O Fortunate, was
ist dir nun nütz, das du gelts genug hast vnd dem soldan sein allerbestes
klainat vor haltest, Alle reich durchzogen bist vnd yetzo nit waist tzu welicher
stund der tod kommpt vnnd dich auch hyn nympt, als er meinen allerliebsten
gemahel genommen hatt, des sy sich noch nit versehen hett? O du grymer tod, wie
kanst du so hert vnd so streng sein, daz du dir nicht last aberbitten vnd weder
gab noch mut an dir hilffett? Die iungen noch die alten, die reichen noch die
armen, die wolgestalten noch vngestalten nit sicher mügen vor dir sein, weder
auff den hohen schlossen oder bergen, noch in den tüffen tölern! vnnd lag allso
zubetrachten die gewisshait des tods vnd die vngewisshayt sines kommens. Vnd als
er sich so seer bekümmeret, yn niemandt von der fantasei nemen kund noch mocht,
do fyel er auch in ain böse kranckhait (die schwindsucht) die man Etica heisst
vnnd nam von tag zu tag ab an seinem leibe. do er entpfand sollichen siechtagen
an ym von tag zu tag zunemen, sant er verr vnd nach nach den allerbesten
artzten, so man ankommen mocht, den gab vnnd verhiess er gross gutt, das sy ym
hulffen. sy wollten aber ym kainen trost geben, yn gesund zumachen, doch so
wollten sy das best tun, jm sein leben zufristen so lang sy möchten vnd brauchten
dartzu iren vleiss, namen darumb gelts genug. Fortunatus aber entpfand kainer
besserung, besonder, das er wohl kund mercken, daz er den tod an ym het vnd ym
nit entrinnen kund.
 
 Wie Fortunatus starb, an seinem todbet seine zwen sün berieffet, yn saget die
                 krafft vnd tugent des seckels vnd des hütlins.
Vnd als er nun nahnet gen dem tod vnnd an seinem bett lag, sandt er nach seinen
zwen sünen, dem Ampedo vnd Andolosia, fieng an vnnd sprach: sehent, ir lieben
sün, eüwer mutter, die euch so mitt gar grossem vleiss erzogenn hatt, Nun mitt
tod abgangen ist, so ist nun die zeit kommen, das ich auch aus diser zeit
schaiden musss on sonder lenger verziehen vnd also will ich eüch sagen, wie ir
eüch halten söllen nach meinem tod, da mit ir bei eeren vnnd gutt beleiben, als
ich biss an mein end beliben byn. vnd sagt yn, wie er zway klainat het, den
seckel vnd was tugent er het nit lenger, dann so lang sy lebten, vnnd auch was
tugent das hütlin het, wie gross gutt ym der soldan darumb wolt geben haben vnd
beualch jn, sy sollten die klaynat nit von ainander taillen vnd sollten auch
niemand sagen von dem seckel vnd jn so lieb lassen werden noch nieman so hold
gewünnen, ob sy och weiber überkämen, die sy vast liebhaben wurden, noch so
sölten sy yn nichtz von dem seckel sagen, wann so bald das ain mensch innen
wurd, so wurden es darnach mer jnnen, wenn es dann also gar aus käme, so satzte
man eüch nacht vnnd tag zu, so lang vnd so vil, byss man eüch darumb brächte.
Vnnd wisssen, das ich den seckel sechtzig iar gehebt hab vnd hon es kainem
menschen nye gesagt vnd ir seind yetzund die ersten, die es aus meinem mund
hören. Hierumb so seind fürsichtig, wann wa ir darumb kämen, so wurd er eüch nit
wider. Also tet es gar wee von grossem reichtumb in armut zukommen. noch ains
will ich üch beuelhen, lieben sün, das ir in den eere ainer iunkfrawen, von der
ich begabt byn worden, mit disem glückhaftigen seckel ir nun hynfür alle iar auf
den ersten tag im brachmonat feiern wöllen vnd auf den selben tag kain eelich
werk volbringen, in der ee, noch aus der ee, vnd ain arme tochter, der vatter
vnd muter nit zuhelffen haben zu eelichem stadt zubringen, das ir die wöllen
versehen mit vierhundert stuck golds, was dann landes werung ist, wo ainer mitt
dem seckel ist vnnd daz hab ich getan  so lang vnd ich den seckel gehebt, hab ich
dem gelübt entlich gelebt, vnd nit vil redt er meer nach diser rede, was
versehenn mitt allen sacramenten vnd gab allso auff seinen gaist. Do liessen jn
seine sün gar eerlich bestatten in die schönen kirchen, die Fortunatus selb hett
lassen bawen. ward da vil gotzdienst volbracht mitt messhaben vnd mit almusen
geben vnd wär der künig selb gestorben, so het man jm nit mer mügen nach tun.
    Nun hörend, wie es Ampedo vnd Andolosia, den zwen sünen Fortunati, fürbass
ganngen ist mit den zwayen klainaten. Als nun ir herr vnd vatter gestorben was,
do trugen sy laid vnd hyelten ym kostliche jartzeitt, als wohl billich was. Die
weil nun Andolosia also das iar still gelegen was vnnd nit getorst stechen noch
andere hoffweiss treiben, was er ob seines vatern bücher gelegen, het die gelesen
vnnd fand, wie er so vil christenlicher künigkreich durchzogen was, wieuil
länder er durch der hayden land gefaren was, das ym auch so wohl geuiel vnd jm
ainen solichen lust bracht, das er jm ernstlichen fürnam, wie er auch wandlen
müsst. Fieng an vnnd sprach zu seinem bruder Ampedo: lyeber bruder, was wöllen
wir anfahen? lass vns wandten vnd nach eeren stellen, als dann vnser herr vatter
getan  hat. hast du nit gelesen, wie er so weitte land durch faren ist, so lyss es
noch. Ampedo antwurt seinem bruder gar güttigklich vnd sprach: wer wandten wöl,
der wandle. es gelust mich gar nichtz, ich möchte leicht kommen, da mir nit so
wohl wäre, als mir hye ist. ich will hye zu Famagusta beleiben vnnd mein leben in
dem schönen ballast verschleissen. Andolosia sprach: so du dess synns vnnd
gemütes bist, so lass vns die klaynat taillen. Ampedo antwurt vnd sprach: wiltu
yetzo das gebot deines vatters übergan? waist du nit seinen entlichen willen
ernstlich gewesen sein, daz wir die klainat nit von ainander söllen taillen?
Andolosia sprach: ich keer mich nit an die red, er ist tod, so leb ich noch,
vnnd ich will taillen. Ampedo sprach: So nym das hütlin vnnd zeüch wahyn du
wöllest! Andolosia sprach: Nym du es selb vnd bleib hye! vnd kunden der sach nit
ainig werden, wann yeder wolt den seckel haben. Andolosia sprach: lieber bruder,
ich waiss, wie wir der sach täten, wir sollen nach vnsers vaters radt nyeman zu
vnser taillung nemen, so lass vns aus dem seckel zwu truhen mit guldin fillen.
die beheb du hie vnd leb wohl. So magstu sy dein lebtag nit verzern vnd behalt
och das hütlin hie bei dir, damit du vil kurtzweil haben magst vnnd lass mir den
seckel. So will ich wandten vnd nach eeren stellen, will sechs iar aus sein, vnd
wenn ich dann herwider komme, so will ich dir den seckel auch sechss iar lassen
vnnd also wöllen wir yn in gemayn haben vnd nützen. Ampedo der was ain gütig
mensch, lyess es allso beschehen, wie es sein bruder gemacht hett.
 
Wie Andolosia mit seinem seckel vonn Famagusta weg schyed Vnd wohl gerist an des
                        künigs von Franckreich hoff kam.
Do nun Andolosia verstunde, das sein bruder ym den seckel lassen wolt vnnd yn
mitt ym hynweg wolt lassen füren, was er von ganzem hertzen fro vnnd wohl gemut,
fieng an sich tzu rüsten mit gutten knechten vnd hübschen pferden, liess ym
zurüsten ainen wagenn, darauff man ym alwegen musst nach füren seinen stechtzeüg
vnnd was zu hoflichem wesen gehört. vnd nam also vrlob von seim bruder, fur von
Famagusta mit viertzig wolgeziertten mannen vnd wohl gerüst mit guten rossen vnd
all wohl beklait mit ainer farb Zu dem ersten an des künigs hoff von Franckreich
vnd gesellet sich tzu den edlen, tzu graffen vnd freiherren, wann er was
kostlich vnd lyess sich gar wohl niesssen, darumb er von manigklich wohl gehalten
ward, dienet och dem künig, als ob er sin gedingter diener war, vnd als er da
was, begab es sich, das man stechen ward, scharpffrennen, ringen vnd springen.
das tet er den andern allen vor, das er ganntz in ain geschray kam, das er
allzeit das besst tät. vnd nach dem stechen hyelt man gewonlich gross täntz den
edlen frawen, dartzu er auch berüft ward vnd ym auch vortäntz gegeben wurden.
die frauwen wurden fragen, wie er hyesse vnnd von wannen er wäre. so ward yn
gesagt, er hyess Andolosia von Famagusta aus Cipern vnd wär von edlem geschlecht.
Also wurden yn die edlen frauwen auch herfür ziehen, schimpffred mit ym treiben,
das er auch geren hett vnnd ym wohl gemel. Der künig ward yn tzu gast laden.
    Do er so wohl an kam vnd den edlen sein gefert vnd sein Gesellschaft angenäm
was, lud er die edlen vnnd alle ire weiber zu gast vnd gab ynen gar ain
kostlichs mal, dardurch er den edlen frawen wolgefallen ward, vnnd gaben jm erst
glauben, er wär von edlem stammen geborn. vnd als sy nun in freüden lebten, do
was ain edelman an des künigs hoff, der het ain weib, die ain auhbund was von
schöne vnd mitt schön die anderen frawen weit übertraf. der selben frawen eeman
was Andolosia stechgesell vnnd waren bass ains dann die andren. der selben frawen
ward Andolosia vnmassen vast hold vnd gar ernstlich vmb sy bullen vnd verhyess ir
zugeben tausent Kronen, das sy ain nacht bei ym läg. Die fraw gedacht, tausent
Kronen wärenn bald verdienet, do so was sy so eerber, daz sy es nit tun wolt
vnd sagt solliches irem mann. Der man sprach: O frauw, die tausent cronen wären
gut, wir wollten sy wohl brauchen. es ist aber nit wohl zutun, wann eer ist ob
allem reichtum vnd sprach zu ir: wie wolt es dir gfallen, wir haben ain schöne
wolgestalte nachbeürin, die ain gutte gesellin ist vnd die durch geltes willen
irn leib nyeman versagt. du hetest es mit ir geredt, wie solich sach an dich
wäre geworben, nun betestu ainen eeman, der vil vff eer hyelt vnd du törst dich
solchs nit vnderston, wann du müsstest deines lebens darbei besorgen. Die fraw
tett nach anweisung ires mans vnd sprach zu der nachbeürin: solichs ist
vorhanden. woltestu dich der sach vnderston, wolt ich es zurichten, das du in
meinem Haus vnd an meinr statt, als ob ich es wär, lägest bei dem edelman, so
dann ytzund hye vnd ain guter sticher ist. der wolt mir tausennt Kronen geben,
das ich ain nacht bei ym läg. wo du das tätest, so woldt ich dir hundert Kronen
geben. die gut tochter sprach: mir ligt nit vil daran. ich törst bei ainem
sollichen mann vmb sunst ligen. wenn ich aber solliches tet, so besorg ich, ir
gebent mir die hundert cronen nit vnnd wollten mich villeicht mit ainer Cron
oder zwayen abrichten, so ich ain solches töchterlin bin. Die fraw sprach: ich
will dir die hundert Kronen vor geben, eedann vnd du sy verdienest. das gefiel
ir wohl vnnd sagt, das sy die sach zurüstet, so wölt sy ir zu willen werden vnnd
gutten vleiss in der sach brauchen. Vnnd also sagt es die fraw irem mann, wie sy
ir nachbeürin überkommen hett, sy wölt volbringen iren willen. das geuiel dem
mann wohl. Also kam Andolosia aber zu der frauwen vnd brauchet seinen vleiss, als
dann die liebhaber tun vnd ward aber von den tausent cronen sagen. die fraw
sprach zu ym: ist eüch der sach ernst, so kommen morgen zu nacht vnd bringen das
gelt mit üch, wann mein man wirtt morgen hynweg reütten in des künigs dienst.
des was Andolosia gar fro, wann er des gelts, so er bringen solt, gar lützel
achtet. des anderen tags zu nacht kam er allain geschlichen vnd het sich
haimlich von seinen knechten verstolen vnd bracht die taussent Kronen mit ym.
 
Wie Andolosia vmb ain edle frawen bullet vnnd ir tausentt Kronen schanckt, sy yn
                        betrog vnd ym ain andre zuleget.
Die fraw wartet sein vnd entpfieng yn vnd ai die tausent Kronen, die waren in
ainem seckel, zalt ir die nit, dann sy gedaucht wohl nach der schwäre, es wär
recht vnd furt jn in ir kamer, sagt, das er sich nider leget vnd vast still wär,
so wölt sy gleich kommen vnnd sandt eilentz zu ir nachbeürin, der sy hundert bar
Kronen geben het. die gut tochter het sich gar hübsch zu gericht mit sauberen
vnd wolschmeckenden henden vnnd mit andern dingen, wann sy wohl wisst, was zu
sollichen sachen gehort, vnd als sy nun also bei ainander lagen, in freüden
lebten, wisst Andolosia nitt anders, wann das er bei seines stechgesellen frawen
läg. Do aber die gut tochter vernam, das sy Andolosia so wohl geuiel vnd sy so
wohl für gut het, gedachte sy ir wohl, es ging vnngeleich tzu, das die fraw
neünhundert cron solt haben vnnd sy nit mer als ainhundert cronen, fieng an,
sagt Andolosia, wie yn seines gesellen fraw betrogen hett vnnd sy bestelt het,
bei jm zuligen an ir statt, darumb sy ir hundert cronen geben het. Do Andolosia
das vernam, das er also betrogen was, do was ym nit vmb das gelt, so er aussgeben
het, sonder vil mer vmb das er sich versach, es wurd ausskommen in der ganzen
statt vnd wurd ain gespöt daraus, das er also betrogen wär worden von zwayen
weiben, stund auff vnnd gab der tochter noch hundert Kronen vnd ging in sein
herberg, wecken alles sein volck auff, das sy sich sollten rüsten, er wolt auff
sein vnd hinweg reitten vnd gedacht, er wölt sich fürbas hutten vor den lüften
der vntrewen weiber vnd rait also hynweg vngesegnet on alles vrlob in aim vnmut.
Vnnd als er ainen tag von Paris geritten was, lag ym die sach noch an vnnd sandt
ainen seiner diener zu der da er bei gelegen was, vnnd schickt ir noch
zwayhundert Cron vnd enbot ir, sy solt des edelmans weib mit recht fürnemen für
den künig oder sein kamergericht, heisst man das parlament, vnd ir zu sprechen,
sy het gelt eingenommen mit namen neunhundert Kronen, die ir doch nit zustunden
vnd sy wäre die, der das gelt zugehöret vnnd wär ir lidlon. Des die gutt tochter
dem knecht zu sagt, sy wolt in der sach tun, das er solt innen werden, das sy
vleiss braucht het, vnd ruft also die zway weiber an awannder, das sy hinder das
recht kamen vnd verrechteten wohl so vil vnd mer dann sy eingenommen hetten. Die
sach was ain ebens spil für die aduocaten vnd ander schreiber vnd procuratores,
wann yn ward der maist tail darumb.
    Als nun Andolosia von dem Hof vnd künig von Franckreich hynweg kam, Gedacht
er, es ist noch gut, so mich die falschen weib nit vmb den seckel betrogen haben
vnd schlug die sach von hertzen vnd gedacht, wie er erst anheben wölt, frölich
zu sein vnnd ainen guten mutt zu haben vnnd rayt ains reittens an des künigs
hoff von Arragon. Wär lang zu schreiben, was er an yedes künigs hoff volbracht
mit stechenn, mitt aller hoflichhayt vnnd yn sonderhait mitt grosser
kostlichait, so er verbrachtte mitt hoff halttenn. Vnd tzoch allso tzu dem künig
vonn Naueren, Zu dem künig vonn Castilia, Zu dem künig von Portugal Vnnd darnach
tzu dem künig vonn Hyspania, der gar ain mächtiger künig was vnnd ainen grossen
hoff hyeltt. er furt auch altzeit krieg wider den künig von Granaten, an den
auch sein land stossset Vnnd wider ainen künig, lyget yenhalb dem möre, nennet
man den künig von Damasy in Barbarin, seind bayd zwen haydnisch künig. Vnnd als
nun Andolosia da hyn kam, geuiele ym das volck vnnd ire sitten tzumal wohl, wann
die Spaniol gar stoltz, Wiewol schwartz oder braun leüt sein. Vnnd fieng an vnd
klaydet sich vnnd alles sein volcke nach irem land sytten vnd die rosss lyess er
zurüsten wie sy vnnd fieng an sich tzu den edlen gesellen vnnd kam, das er auch
des künigs diener warde, stach vnd randt, tryb alle ritterspil. er gab auch
klainat aus vnnd lud die edlen frauwen vnd gab yn kostliche mäler vnnd wenn der
künig ausstzoch wider sein veinde, bestalt er noch hundertt söldner zu seinem
volcke, alles auff seinen aignen kosten. Vnnd dienett dem künig so wohl, das er
yn ganntz lieb gewan, wann er an allen streitten vornen an dem spytz sein wolt
vnd tet gar vil manlicher tat, das jn der künig zu ritter schluge. Vnnd was
ain altter graff, der het ain ainige tochter an des künigs hof, wolt der künig,
das Anndolosia des graffen tochter tzu der Ee het genommen, so wolt er yn tzu
ainem graffen gemacht haben an des graffen statt. Das wolt aber Andolosia nit
tun, wann des graffen tochter geuiel ym nitt, sy was nitt hübsch, auch so
achtett Andolosia kainerlay reichtumb noch grafschaft, wann er was reich vnd
het genug an seinem seckel vnd als er nun ettliche iar bei dem kunig was gewesen
vnd da verneügernet het, vnd sonderlichen, so er kaine an des künigs hoff
gesehen hett, die ym wolgeuiel zunemen, noch auch sunst lieb zuhaben, Do nam er
also vrlob von dem künig, das ym der künig gütigklichen gab vnd schanckt ym sein
lieberei vnnd sagt ym, das er käm, wenn er wölt, so solt er ainen gnädigen künig
an ym haben.
    vnd also bestalt Andolosia ain gut schiff vnd dingt mitt dem schiffman, das
er yn vnnd sein volcke vnnd alles das, was ym zugehöret, solt füren gen
Engeland, darumb er yn wohl bezalet. Vnd nam also vrlob von manigklich, mitt den
er dann sein wesen gehabt hett. Etlich an des künigs hoff waren fast fro, das er
hynweg fure, vmb das sy das kostlich leben, so er tryb, nit mer sehen müssten.
Also waren auch vil traurig, die sein genossen hetten. Fur also daruon vnd kam
mit gutem gelück gen Engeland in die grossen statt Lunden, da dann zumal der
künig hof hielt vnd bestalt da ain gross schön Haus, lyess darein kauffen, was man
bedorfft überflüssigklichen vnnd fieng an hoff zuhalten, als ob er ain hertzog
wär vnd lud die edlen an des künigs hoff zugast, schancket yn vnd wurden wohl an
ym, stachen mit jm, rantten scharff vnd turnierten vnd was man ritterlicher
tatten solt tun, das tet er allweg für ander, also das ym alweg der breüss
gegeben ward von frawen vnd mannen, von den edlen vnd vnedlen, das auch der
künig vnd die künigin selber gesehen hetten oft vnnd vil, das er so manlich
was, gemel ym sein wesen wohl vnnd lyess yn fragen, ob er begert an seinem hoff zu
sein, Zu dem Anndolosia sagt: ia, er wolt ym geren dienen mit leib vnd mit gut,
vnnd als er nun an dem hoff was, begab es sich, das der künig von Engelannd zoch
wider den künig von Schotten. do zoch Andolosia mit ym auff seinen kosten mit
ainem grossen volck wider den künig von Schotten vnd tet so manige ritterliche
tat, das er für all annder gelobt ward, wiewol das war ist, das kain volk auf
erdtrich ist stoltzer vnd hoffertiger vnd nyeman kainer Eeren günnen noch
zulegen mag dann ynen selb. nochdann sagten sy grosse Eer von Andolosia, von der
grossen künhait, so er in streiten begangen het. Doch so sagten sy, es wär ymmer
schad, das er nit ain Englisch man wäre, wann sy vermainen, das kain besser
volck auff erttrich sei dann sy. Als nun der krieg erobert was vnnd yederman
haym zoch.
 
   Wie Andolosia aus Franckreich rait tzu dem künig von Engeland kame vnd wohl
                                entpfangen ward.
Do kam Andolosia auch wider gen Lunden, ward schon enpfangen von dem künig vnd
als ettlich tag vergiengen vnnd der raissig zewg auch ain tail hynweg rait, lud
der künig Andolosia zu gast vnd satzt yn an seinen tisch, da nyeman was, dann
der künig vnd künigin vnd ain ainige tochter, so er het, aine der aller
schönsten frawenbild was, so man in der welt finden mocht, so weiss vnd so
tzart, Das sy der schönen Amalei, auch etwann ain künigin in Engeland gwesen,
vergleicht ward. die selb schön iunkfraw hyess Agripina, die ward gegen Andolosia
zu tisch gesetzt, vnd als sy Andolosia anfache, gedacht er, wenn sy ain engel
vnnd von got daherr auf erd gesandt war, so wär sy nit hübscher zu formieren vnd
ward entzündt mit ainer inbrünstigen lieb, jm ward sein hertz mit ainer
sollichen wolluftigkeit vmbfangen, das er weder essen noch trincken mocht, Des
die alt künigin wohl war nam, wann er ward ye rott, denn blaich, als oft den
rechten liebhabenden hertzen beschicht vnd mercket, das er den angel der liebin
enpfangen het vnd wenn der künig etwas mit ym redet, so kund er ym kain antwurt
geben. So gab ym Agripina ye ainen blick, das yn dann noch voster zu der lieb
bewegt vnd vermaint, ir gemüt solt gen ym ston, als das sein gegen ir, da noch
verr hyn was. Als nun die maltzeit volbracht ward vnd die weil man ass mengerlay
saytenspil, hübsch sprüch, als man gewonlichen vor der herren tisch pfligt zu
ton, da Andolosia wenig auff gemerckt het, wann er hett alle sein vernunft auff
Agripina gelegt vnd kam allso zu Haus mit liebe beladen fester dann ain
kämeltyer, das pfeffer aus India gen Alkeiro tragen muss, denen man tzumal
schwär sam auff legt. Vnd als er haim kam vnd allain was, gedacht er: O wollte
gott, das ich von künigklichem stammen geborn wär, So wolt ich dem künig so
treülichen dienen vnd in dem vertrawen sein, er müsste mir die schönen Agripina
vermählen. was wollt ich mer dann ainen sollichen schönen gemahel? so ich aber
nit so hoch geboren byn, so kann ich dannocht nit lassen, ich muss ir hold sein
vnd vmb ir liebe werben, mir geschech recht, wie got wöll! vnd fieng erst an,
fast zu stechen vnnd andere ritter spil tzu üben, wann er wohl wisst, wenn man
solichs tet, das die künigin vnnd ir tochter zu lugtten, darumb er gar grossen
vleiss tet, eer zubeiagen vnd lud auff ain mal die künigin vnd ir tochter vnd
all edel frawen, so an des künigs hoff waren vnd gab ynen so ain köstlich mal,
das man wunder dauon zu sagen het. das ward dem künig gesagt, wie er so ain
kostlich malzeit gegeben het, dartzu der künigin ain kostlich klainat
geschenckt, des geleichen der iungen künigin Agripina Vnd der künigin mägtt vnnd
ir kamermaisterin. den schanckt er allen gar kostlich, vmb das er desterbass
entpfangen wurd, wenn er gen hoff kam, als auch beschach. wenn er kam, so ward
er eingelassen zu der künigin vnd der schönen Agripina, das yn auch gar wohl
frewet vnd als er auf ain mal gen hoff kam, sprach der künig zu jm: mir sagt die
künigin vnd andre, wie du yn als ain kostlichs mal habest gegeben. warumb
ladestu mich nit och dartzu? Andolosia sprach: O aller gnädigster herr künig,
wenn euer königlich maiestat mich, ewern diener, nit verschmähen wolt, wie ain
grosse freüd mir das sein müsst, das ir das täten! Der künig sprach: so lad mich,
ich will auf morgen kommen vnd ir zehen mit mir bringen. Dess was Andolosia vast
fro, Gieng eillentz haym vnd gab seinen dienern gelts genug, das sy giengen
kauffen, was sy guts funden vnnd befalch auch dem koch, das er vleiss brauchet
vnd die kostlichest malzeit beraitet, so er ye getan  het, daz er auch kain
sparen daran hette vnd durch gelts willen nichts vnderwegen lyess. Also ward die
maltzeitt gar kostlich vnd wohl berait vnnd als alle ding zugericht waren, kam
der künig mit graffen vnd herren vnd ward die malzeit reichlich volbracht mitt
kostlichem getranck vnd manigerlay trachten von essen, das der künig wunder
darab het vnd die andren, so mit dem künig kommen waren. Der künig gedacht,
disen Andolosia rewet kain gelt vnnd hat weder land noch leüt. Ich muss ym ettwas
beweisen, darbei er mercken muss, das er nit so mächtig ist, als er maint vnd
geleich balld darnach an aim morgen enbott der künig Andolosia, er wolt mit ym
zu mittag essen, des Andolosia aber fro was vnnd sandte seine diener aus zu
kauffen, was man guts fand, das auch alles beschache. der künig hett aber
verbotten auff leib vnd gutt, das nyemand ym sollt holtz zukauffen gebenn, noch
kaynerlay holtzwercke, weder schiff noch anders. Do nun seine diener alle ding
kaufft heten vnd man syeden vnd bratten solt, do hetten sy kain holtz. Andolosia
samt aus, man solt heüsser, schiff oder zeün, was man ankommen kund, kauffen,
darbei man die speiss künd beraytten, vnd wo die botten hyn kamen, da wolt man yn
nicht zu kauffen geben. Do Andolosia das Hort, marckt er wohl, das es des künigs
bott was, vnd sandte eilentz zu den Venedigern, die zu Lunden ire geleger haben
vnd lyess yn abkauffen nägelin, muscatt, sandel vnd zymetrinden, das schut man an
die erd vnd zundt es an, darbei kochet man vnnd beraitet die speiss, als ob es
sunst holtz wäre. do es nun vmb die malzeit ward, gedacht der künig, die
malzeitt het nit mügen beraitt werden, nitt besterminder sass er auff vnnd nam
die herren, so vor mit ym waren gewesen. vnd ritten gen Andolosia herberg, vnd
als sy nun schier dem Haus nachneten, do ging jn ain sollicher edler
wolriechender geschmack entgegen, das sy wunder darab hetten vnd ye näher sy dem
nachneten, ye grösser der gut gesmack ward, der künig liess fragen, ob das essen
vnd die kost berait wär. man saget ym ja vnd wie man sude vnd brüt bei eiteler
gutter specerei, das aber den künig frembd nam. vnd het er es dem künig vor wohl
erbotten, so erbot er yms vnd den seinen noch bass. vnd als nun die malzeit
volbracht was, kamen des künigs diener vnnd der andern herren knecht wohl mit
fünffhundert pferden, vmb den künig zu holen. Als sy komen warn, sagt Andolosia
zu dem künig: Gnädiger künig, ist es nit wider eüch, so wolt ich ewerem volck
ainem yglichen zehen Kronen geben. der künig sprach: Ich lass es wohl beschehen,
wiltu das gelt aussgeben. vnd also wurden sy all berüfft in ainen fall, do stund
er vnder die tür vnnd gab ainem nach dem anderen zehen Kronen, dess waren die
diener gar fro vnd fyengen allerlay an tzu sagen von Andolosia. vnd do das alles
volbracht ward, do ryt der künig widerumb haim.
    Als nun der künig wider in seinen pallast kam, fienge er sich an
zuuerwunderen, von wannen Andolosia so vil vnd gross gut kam vnnd vermaint, es
wär ainem künig, der land und leüt het, zuuil, so kostlich zu leben vnd als er
also wundert, kam die künigin tzu ym. fieng der künig an vnd sagt ir, wie
Andolosia jn so ain kostlich maltzeit geben het, die da mit eittel gewürtz an
holtzstat gekocht wär vnnd das er seinen dienern vnd andern yedem tzehen Kronen
gegeben hett. das näm yn wunder, von wannen jm so vil geltes käm, wann da wär
kain sparen, dann ye lenger ye kostlicher, die künigin sprach: ich wisste
nyemant, der das ee vnd bass erfaren kund dann Agripina. der ist er so hold vnd
versich mich, wess sy yn fragt, er sagt ir es. Der künig sprach: künd ich es
erfaren, sicher, ich wolt es geren wissen. ich main, er schöpffe es aus ainem
brunnen. wisst ich ainen brunnen, da gelt aus zu schöpffen wäre, ich wolt selber
auch schöpffen. die künigin sprach: ich will fleiss brauchen, ob ich es erfarn
künd oder müg.
 
  Wie die iung künigin Agripina Andolosiam mit falscher lieb vmb seinen seckel
                                    bracht.
Vnd als nun die künigin wider in ir frawenzymmer kam, berufft sy Agripina allain
vnd ward ir sagen von dem kostlichen leben, so Andolosia furt vnd das verwundert
den künig vnd auch mich, so er weder land noch leüt hat, von wannen ym das gross
gut komme. Nun ist er dir fast hold. das kann ich an allen seinem wessen wohl
spiren vnd wenn er am nächsten kommpt, so will ich dir dest mer weil lassen mit
ym zu reden, ob du von ym erfaren möchtest, von wannen ym so gross gut komme.
Agripina sprach: ich will es versuchen. Vnnd als Andolosia gen hoff kam, do ward
er gar schon enpfangen vnnd in das frauwenzymmer gelassen, darab er gross freüd
entpfieng. vnd ward also zugericht, daz er allain kam zu reden mit der schönen
Agripina, vnd als sy allain warn, fieng Agripina an vnd sprach: Andolosia, man
sagt gross eer von üch, wie ir dem künig so kostliche maltzeit gegeben vnd jm
darzu alle seine diener so kostlich geert habt. nun sagtt mir, habt ir nit sorg,
das eüch gelts gebrästen müg? er sprach: gnädige fraw, mir kann gelt nit
gerinnen, die weil ich leb. Agripina sprach: so bitten ir billich für eüren
vater, der eüch so gnug lasset. Andolosia sprach: in byn so reich als mein vater
vnd er was nye reicher, dann ich yetzund byn. doch so was er ainer complex, jn
freüwet nur frembde land zu sehen, so freüwet mich nichts dann schöne frawen vnd
iunkfrawen, wo ich der lieb vnd gunst überkommen möcht. Agripina sprach: nun hab
ich wohl verstanden, das ir an des künigs hoff gewesen, da schön frawen vnd
iunckfrawen an seind. hond ir nichtz gesehen, das üch gefallen hab? Andolosia
sprach: ich hab wohl an sechs küniklichen höffen gedienet vnnd hab manig schön
frawen vnd iunckfrawen gesehen, aber ir seind sy all weit übertreffen in der
schöne, mit hübschem wandel vnd guten gebärden, damit ir mir mein hertz also in
lieb enttzündt hond, daz ich nit mag lassen, ich muss üch öfnen die grossen vnnd
vnsäglichen lyebe, so ich gen eüch trag. Nun kann ich gar wohl ermessen, das ich
vnbillichen eüwer liebe beger, angesehen, das ich von adel nit so hoch geboren
byn. aber die liebe, die alle ding übertryfft, die zwinget mich so hart, das ich
nitt lassen kann, ich muss eüch vmb eüwer lyebe bitten. die wöllend mir nitt
versagen vnd was ir mich dann bitten vnd warumb, das solt ir von mir auch gewert
werdenn. Agripina die bedacht sich nit lang, das sy ym auff die liebe ain
antwurt gab, sonder sy sprach: Andolosia, sag mir die rechtenn warhait, das ich
warlich erkennen vnnd mercken müg, von wannen dir so vil bar gelt vnd reichtumb
komme. vnd wenn du das tust on alle list vnd traghait, so will ich auch in
deinem willen lebenn. do nun Andolosia die wort von ir vernam, do was er fro vnd
aus vnbedachtem mut vnd freüdenreichem hertzen sprach er tzu ir: Allerliebste
Agripina, das, so ir an mich begeren, will ich eüch in ganzen treüwen vnd
warhait sagen. doch so geloben mir bei guten treüwen! Sy sprach: O du
allerliebster Andolosia, dir soll nicht tzweiflen an meiner liebe noch an meinem
verhaissen. was ich dir mitt dem mund verhaiss, das soll dir alles mitt den
wercken volbracht werden. auff die gutte wort sprach Andolosia tzu der schönen
iunckfrauwen: nun heben auff eüern geeren vnd zoch heraus seinen glückhaftigen
seckel, lyess den Agripina sehen vnd sprach: die weil ich disen seckel hab, so
gebrüst mir kaines gelts vnnd zalt ir also tausent Kronen in ir schoss vnnd
sprach: die seien eüch geschenckt vnd wellen ir mer haben, ich zel üch mer.
Gelauben ir mir, daz ich üch die rechten warhait gesagt hab? sy sprach: ich sich
vnd bekenn die warhait vnnd nympt mich nit mer wunder ewer kostlichait. Er
sprach: nun geweren mich, als ich eüch gewert hab. Sy sprach: das will ich tun,
mein lieber Andolosia. die künigin wirtt dise nachtt bei dem künig ligen, so
will ich es mit meiner kamererin zurichten, das ir bei mir ligen, on die kann ich
es nitt zuwegen bringen. der müsst ir ain gute schenckung tun, damit das es
verswigen bleib. das sagt er ir zu vnd er solt also zunacht kommen, als er auch
kam. so bald aber Andolosia hynweg gienge, do lyeff Agripina tzu der künigin mit
den tausent cronen in dem geeren vnnd saget ir mit grossen freüden, wie sy
erfaren het, von wannen Andolosia das gelt käm vnd auch, was sy ym verhaissen
vnd wie sy jm auff die nacht vertzilt het, bei ir zuligen. daz geuiel der
künigin wohl, wann sy was ain lüstig weib, vnnd sprach tzu Agripina: waist du
wohl, wie der seckel ain gestaltt hat, auch was farb er hatt vnnd was grösse? Sy
sprach: ja. vnnd sy sandt bald nach aynem seckler vnd lyessen jn ainen seckel
machen nach Andolosia seckels form vnnd gestalt, machten den lind, als ob er alt
wär vnd sant die alt künigin bald nach irem doctor in der artzenei, hyess ir ain
starck getranck machen, heisst mandollis, ist ain getranck, so bald man es
trinkt, entschlaft ain mensch, als ob es tod sei, syben oder acht stund. vnd als
das trank gemacht ward, trugen sy es in Agripina schlaffkamer vnd vnderwisen die
obersten kamermaisterin, wenn zu nacht Andolosia käm, das sy jn schon enpfieng
vnd yn in Agripina kamer furtte, so wölt sy Agripinam zu ym senden. wenn sy
allso zu samen kämenn, sollt sy yn denn fürtragen vil confeckt von zucker vnd
übergult, das ir dann berait was, vnd ym denn zutrincken geben vnd das sy eben
auffmerket vnd Andolosia das getrank in seinen becher schüttet. vnd wie die ding
geordnet waren, das alles geschach.
    Andolosia kam gar haymlich vnd ward in Agripina kamer gefürt. sy kam vnd
satzt sich zu ym, redten gar freüntlich mit ainander. do ward jn fürgetragen
confeckt gnug vnd ward jn zu trincken gegeben. Agripina hub auff vnnd sprach zu
Andolosia: ich bring üch ainen früntlichen trunck (als in den selben landen sit
ist). er hub auff vnd tranck, vmb das er ir zuwillen wurd. Also bracht sy jm der
früntlichen trink ainen nach dem andern, biss daz er das tranck gar aus bracht.
so bald er es getruncken hett, sass er nider, sanck hyn vnd entschlieff so hart,
das er kayn empfinden me het, wie man mit jm vmbgieng. do das Agripina sach, was
sy bald über yn, bryss ym sein wammass auff, trantt ym herab seinen glückhaftigen
seckel vnd näet jm ainen andern an dess statt. O Andolosia, wie was das so ain
vngeleicher wechssel! Agripina bracht des morgens frü den seckel der künigin vnd
sy versucht jn, ob er gerecht war, so sy jn het vnnd zalten vil guldin daraus.
da was kayn mangel. die künigin bracht iren geeren voller guldin dem künig vnd
sagt ym, wie sy mit Andolosia wärn vmbgangen. der künig bat die künigin, sy solt
mit Agripina schaffen, das sy jm den sekel gäb, sy möcht darumb kommen. das tet
die künigin. Agripina wolt es aber nit tun. do batt sy, das sy ir yn gäb. das
wolt sy och nit tun, sagt, sy het ir leben daran gewagt, wänn er erwacht wär,
die weil sy also mitt ym vmbgangen wär, so het er mich zu tod geslagen vnd
billich.
    do Andolosia aussgeschlaffen hett vnd erwachet, sach er vmbsich vnd sach
niemand dann die alten kamermaisterin. die fragt er, wo Agripina hynkommen wär.
sy sprach, sy ist erst auff gestanden, mein gnädige frau küngin hat nach ir
gesant. Mein herr, wie habt ir so hert geschlafen. ich hon lang an üch gewekt,
ich kund üch aber nye erwecken, das ir freüd vnd kurtzweil hetten mit Agripina
gehebt. sicher ir habt so hart geschlaffen, hett ich nitt entpfunden, das eüch
der atem ging, ich hett gemaint, ir wärn tod gewesen. Do Andolosia hort, daz er
die lieb der schönen Agripina verslaffen hett, fieng er an zu schweren vnnd ym
selb tzu fluchen die aller bösssten fliech, so er kund erdencken. die alt
kamermaisterin die wollt yn stillen vnd sprach zu ym: herr, gehabt üch nit so
übel! was yetz nit geschehenn ist, das beschehe aber hernach. Andolosia sprach:
Das dich gott schende, du allte kupplerin, warumb hast du mich nitt rechtt
geweckt? Ich hab all mein lebtag nye so hart geschlaffen. Der mich nur ain wenig
angerürt het, ich wäre erwachet. Sy sagt vnd schwur vast, sy hett yn gewecket
vnnd gab ym gute wort, wann er het ir am abent zwayhundert Kronen geschenckt vnd
mit den guten worten furt sy jn aus der Agripina schlaffkamer vnd aus des künigs
pallast. Andolosia kam haim zu seim volck vnd was nit frölich, als er andere mal
gewesen was vnnd lag ym an, das er die mettin verschlaffen vnd wisst nit, das er
gelück vnd hail verschlaffen hett.
 
 Als Anndolosia seines seckels mangeltt, aus der massen seer erschracke, allen
         seinen dienern vrlob gab vnd tzu fuss haymlichen hynweg schied.
Vnnd als nun der künig wisst, das Agripina den sekel het, gedacht er Andolosia
hat villeicht der seckel mer, die sollich tugent hond, wann, wo er ir nit mer
hat, so ist er wohl ain torecht man, das er yn nit bass versorgt hat, dann das jn
ain weibs bild darumb soll bracht haben. Der künig schätzet den seckel gar gross
vnd gedacht: mir kann nun nit mer gelts zerrinnen, so tarf ich meiner tochter
kain haimsteür geben, sy wirt sich selb wohl versehen nach grossen eeren vnd
gedacht: wie will ich erfaren, ob Anndolosia mer seckel hab oder nit? vnd sandt
zu ym, er wolt morgen reitten vnd begert an yn, das er mit ym rytt. doch so wölt
er vor mit ym essen. do Andolosia das hort, embot er dem künig, er solt nicht
von ym begeren, sonder alltzeit ym gebietten als seinem diener, wann er yn
allzeitt solt willig finden. das ward allso dem künig gesaget. der gedacht, er
hett der seckel on zweifel mer. Als nun Andolosia vernam, daz der künig aber
wolt mit ym essen, rufft er ainem seiner diener, dem er allweg dreü oder
vierhundert Kronen gab, das er das Haus versäch, was not wär vnd saget ym, daz
er ain kostlich malzeit zu beraitet, der künig wölt aber mit ym essen. sein
diener sprach: herr, ich versich mich, ich hab nit geltz genug, wann es kost
vil. Andolosia, der nit gutz muts was, bryss sein wammes auff vnd tzoch seinen
seckel heraus vnnd wolt aber seinem diener vierhundert Kronen geben. do er in
den seckel gryff nach seiner alten gewonhayt, do fand er nicht. er sach auff gen
hymel von ainer wand zu der anderen, er kort dem seckel daz inner aussen, da was
kain gelt mer. do merkt er wohl, das er von Agripina betrogen was. mügt ir wohl
gelauben, was er anmutig gewesen! er ward erst in angst vnd not gar gesetzt vnd
gedacht an die leer, so ym sein vatter Fortunatus so getrewlich in seinem todbet
jm vnd seim bruder vnderweiset vnd geben het, das sy, so lang sy lebten, nyeman
von dem seckel sagen sollten, wann so bald es ain mensch jnnen wurd, so kämen sy
darumb, das auch laider beschehen ist. Er merckt auch, das der künig ym zu aim
spot enbotten het, er wölt aber mit jm essen, gedacht jm auch, das der seckel
nit mer zuuodren wär vnd von dem künig zu erlangen dann schand vnd laster vnnd
grosser spott. gedacht in seinem hertzenlaid, er künd nit bessers anfahen, dann
tzu seinem bruder reitten: vnd dem wirde ich ain vnwürdiger gast, so ich on den
seckel komme. vnd als er ym das fürgenommen het, berufft er all seine diener,
fieng an und sprach: es ist nun bald zehen iar, das ich ewer herr bin, hab ewch
auch eerlich gehalten vnnd kainen mangel gelassen. ich bin auch kainem nichtz
schuldig. ir seind all fürauss betzalt. Nun ist die zeit kommen, das ich nit mer
kann hoff halten als ich bisher getan  hab, vnnd kann nit mer ain herr sein weder
eüwer noch annder. Nun hat ain yeder vnder jm ain gut ross vnnd gutten harnasch,
so ist noch ain klain vorhanden, das will ich mit eüch tailen, vnd sagt zu
seinem aussgeber: nun zel her, wieuil hastu noch bar gelt? do zalt er hundert vnd
sechtzig cronen. Nun warn ir wohl viertzig, gab er ainem yeden zwu cronen, sprach
zu jn: die zwu cronen, ross vnd harnasch schenk ich ainem yglichen zu aigen vnnd
sag eüch der gelübt, so ir mir getan  haben, ganntz quit, ledig vnd los, vnnd
versech sich nun fürbas ain yeder nach dem vnd yn das besst bedunckt, wann
lenger kann ich nit hye beleiben vnd hab auch nit mer gelts, dann, das ich mitt
eüch getaylt hab. do er die red allso getan  hett, erschracken die diener zumal
ser vnnd sach ainer den anderen an vnd nam sy grosss wunder, das ain so
kostliches hoffhalten vnd so ain gross wesen in ainer nacht sich so leichtlich
solt verkern. do hub ainer vnder den dienern an vnd sprach: getreüer, lieber
herr, hat üch yemand kainen widerdriess getan ? das gebend vns zu versteen. der
muss von vns sterben vnd wär es der künig selbst vnd sollten wir all vnser leben
darumb verliern. Andolosia sprach: von meinen wegen soll nyeman fechten. sy
sprachen: wir wöllen also nit von üch schaiden, wir wöllen ross, harnasch vnd was
wir haben verkauffen vnd üch nit verlassen. Andolosia sprach: ich danck üch
allen lieben vnd frommen diener der erbütung, so sich das Glück wider zu mir
kört, will ich es alles wider gelten. Aber, wie ich gesagt hab, also tund vnd
satlen mir mein pferd von stunden, ich will nit, daz kainer mit mir reit oder
gang. die knecht waren all traurig, was yn ser laid vmb iren frommen herren, bei
dem sy souil guten mut eingenommen hetten vnd klaget ye ainer dem anderen mit
wainenden augen, brachten ym sein pferd.
    do nam er vrlob von ainem nach dem andern vnd sass auff, rait den nächsten,
so er kund, gen Famagusta zu seinem bruder Ampedo. vnd als er kam für den
schönen pallast vnd klopfet an, do ward er zu stund eingelassen vnd als Ampedo
vernam, das sein bruder Andolosia kommen was, ward er gar fro vnd vermaint, er
wölt auch freüd mit dem seckel haben vnd füro nit mer sparenn, als er tzehen iar
getan  hett vnnd gienge dem bruder engegen vnd entpfieng jn mit grossen freüden,
fragt yn, wie er also allain käm vnd wo er sein volck gelassen hett. Er sagt:
ich hab sy alle verlassen vnd lob got, das ich herhaym kommen byn. Ampedo
sprach: lieber bruder, wie ist es dir doch ergangen? das sag mir, wann es gefelt
mir übel, das du als ainig kommen bist. er sprach: lass vns vor essen vnd als sy
die malzeit volbracht hetten, giengen sy mit ainander in ain kamer, fyeng
Andolosia an mit ainer traurigen gebärd vnd mit demutiger stym vnd sprach: O
allerliebster bruder, ich muss dir laider bösse mär verkünden, das ich vns so übel
getan  hab. Ich bin vmb vnsern glückhaftigen seckel kommen. Ach got, nun ist es
mir ain hertzlichs laid, ich kann ym aber nicht tun. Ampedo erschrack von grund
seines hertzen, also das er schier in vnmacht gefallen wär vnd mit grossem iamer
sprach er: ist er dir mit gwalt genomen worden oder hastu jn verlorn? Er antwurt
ym vnd sprach: ich hab das gebot, daz vns vnser getreüwer vatter gab, als er aus
diser welt schied, übergangen, vnd hab aim liebhabenden menschen daruon gesagt
vnd so bald ich jms offenbaret, hat er mich darumb bracht, des ich mich doch nit
zu ym versehen het. Ampedo sprach: heten wir das gebot vnsers vater gehalten, so
heten wir die klainat nit von ainander lassen kommen. du woltest nur fremde land
erfarn. lug, wie wohl du es hast geschafft vnd wie wohl sy dir erschossen seien.
Andolosia sprach: O lieber bruder, es ist mir so ain gross hertzlaid, das ich
besorg, ich verlier mein leben noch in ainer kurtzen zeit, daz ich gar klain
achten wird.
 
   Wie Andolosia wider haim in Cipern kam, das wünschhütlin seinem bruder ab
                 entlechnet, sich darmit in Engeland wünschet.
Do Ampedo die wort hortt, fieng er an vnnd wolt jn trösten vnd sagt: lieber
bruder, lass dir es nit so hert zu hertzen geen. wir haben noch zwu truhen voller
ducaten. so haben wir das hütlin, so wellen wir dem künig soldan schreiben, der
gibt vns gross gut darumb. Ob aber wir den seckel nit mer hond, so haben wir
dannocht gnug, die weil wir leben, auch ainen eerlichen stand tzu füren vnser
leben lang. wann sachen, die nit wider zubringen seind, soll man mit nichten mer
nachgedencken. Andolosia sprach: gewunnen gut ist böse  zuuerlassen vnd mein
begern wär, du gäbest mir das hütlin, so bin ich in der hofnung, ich wölte vns
den seckel darmitt wider überkommen. Ampedo sprach: man sagt, wer sein gut
verlürt, der verleürt auch die sinn. das spüre ich an dir wohl, so du vns vmb das
gutt bracht hast, so woltestu vns auch vmb das hütlin bringen. zwar mitt meinem
gunst vnnd willen, so lass ich dich es nit hynweg füren. Ich will dir wohl
vergunnen kurtzweil darmitt zuhaben. Vnd als nun Anndolosia verstund, das ym
sein bruder nitt vergunnen wolt, das hütlin mit ym hynweg zufüren, gedacht er,
so will ich on seinen gunst daruon vnd sagt zu Ampedo, seinem bruder: nun, mein
getrewer, lieber bruder, so ich übel getan  hab, will ich fürbass leben in deinem
willen. vnd schicket also die knecht in den forst, das sy sollten ain geiäg
anrichten, so wolt er zu ynen kommen. vnd nun sy hinweg waren, sprach Andolosia:
lieber bruder, leich mir vnnser hütlin, ich will in den forst. der bruder was
willig vnnb bracht ym das hütlin. so bald er das het, lyess er den forst vnd die
iäger ir ding schaffen vnd kam mitt dem hütlin gen Janua vnd fraget nach den
besten vnd kostlichesten klainaten, die man da het vnd liess jm die bringen in
sein herberg. do man ym nun vil bracht, marcktet er vast darumb vnd legt sy in
ain faceleet zusamen, als wölt er besehen, wie schwär sy wären vnnd fur also
darmitt hynweg vnbezalt. Vnd wie er zu Janua getan  het, also tet er zu Florentz
vnd zu Venedig auch, bracht allso die besten kostlichesten klainat, so in den
dreien stötten waren, tzu samen on gelt.
    Als er die klainat het, do tzoch er gen Lunden in Engeland. nun wisst er wohl,
wa die iung künigin Agripina zu kirchen ging, bestalt er ainen laden an der
selben kirchstrassen, legt da aus seine klainatt vnnd als nun Agripina zu
kirchen ging, vil knecht vnnd mägt nach vnd vor, auch die alt kamermaisterin,
die ym den doll tranck zu trincken geben het. Anndolosia kant sy alle woll, aber
sy kanten jn nit, das macht, er hett ain andere nasen ob der seinen, die so
abenteürlich gemacht was, das yn nyemant erkennen kund. Als aber Agripina für
was, nam er bald zwen schön ring vnd schanckt die den zwayen alten
kamermaisterin, die er wohl wisset stäts bei Agripina wonen vnnd ires radtes pflag
vnd batt die, das sy so wohl tun wollten vnnd mitt der künigin schaffen, das sy
nach jm sant in irn pallast, so wolt er mit ym bringen so kostliche klaynat, das
er wohl wisst, das sy der geleichen nye mer gesehen hette. sy sagten ym es tzu, sy
wölten es schaffen vnd als nu Agripina von der kirchen haim kame, zaigten sy der
künigin die zwen hübschen ring vnd sagten, ir der abenteürer, so vor der kirchen
gestanden wäre, hete sy yn geschencket, darumb das sy schüffen, das nach ym
gesandt wurd, wann er het gar köstliche klainat. die künigin sprach ich will es
wohl gelauben, das er kostliche klainat hab, so er üch so guter ring zwen
geschenkt hat, heisst yn kommen vnd senden nach ym, wann mich verlanget die
klainat zu sehen. vnd als man nach dem abenteürer sandt, machet er es nit lang
vnd ward gefürt in den pallast in ainen sal vor Agripina kamer. da legt er seine
klainat aus, die geuielen Agripina vast wohl. Sy fieng an zu faylssen, wöliche ir
am allerbasssten geuielen. Nun waren klaynat darunder, die tausent Kronen wert
waren vnd noch vil mer. do bott sy ym nit halbs gelt darumb. der abenteürer
sprach: gnädige künigin, ich hab gehöret, das ir die reichest künigin sind, so
auff dem ganzen erttrich ist, darumb so hab ich aussgesucht die aller schönesten
klainat, so man sy finden mag, eweren künigklichen genaden zu bringen, aber ir
bieten mir doch zu wenig. sy kosten mich sicher meer. begern meiner üblen zeit
nit vmb sunst. ich hon eüch lanng nach geraiset mit grossen sorgen, daz ich nit
ermort byn worden mit den klainaten vnd sprach: gnädige künigin, legennd zusamen
was eüch gefelt, was ich denn erleiden kann oder mag, das will ich tun vnd also
lass sy aus, was ir am basssten gefiel, klain vnd grosss wohl tzehen stuck. do
rechnet der abenteürer aines nach dem anderen, das es bei fünftausent Kronen
traff, do wolt sy ym nit souil darumb geben. der abenteürer gedacht ym: ich will
mich nit mitt ir zerschlagen, brächt sy nun den seckel. doch sy wurden des
kauffs ains vmb viertausent Kronen. Also nam die künigin ire klainat in irn
geern, ging in ir kamer über iren kasten, da der glückseckel innen was. den
stricket sy gar wohl an iren gürttel vnd kam also heraus vnd wolt den abenteürer
betzalen.
 
  Wie Andolosia die künigin Agripina mit sampt dem seckel hynweg furt in ainen
                            wilden wald in Hybernia.
Do schickt sich der abenteürer, das sy neben yn kam, vnd als sy an hub, zu
zelen, do vmbfieng er sy vnd fasset sy hart stark, wünschet sich mitt ir in ain
wilden wüstin, do kain wonung wär. so bald er das gewünschet, do warn sy in
ainer kurtzen weil durch die lüst kommen in ain ellende ynsel, stosset an
Hybernia, vnnd kamen allso mit ainander vnder ainen baum, darauff stunden gar
vil schöner öpffel. vnd als nun die künigin vnder dem baum sass vnd het die
klainat, so sy kaufft hett in irem geeren vnd den glückseckel an irer gürtel, so
sicht sy übersich vnd ficht die schönen öpffel ob ir steen. do sprach sy zu dem
abenteürer: ach gott, sag mir, wo seien wir vnd wie seien wir daher kommen? ich
byn so schwach, gäbest du mir diser öpfel ainen, das ich mich doch möcht gelaben
vnd wisst nit, das es Andolosia was. Anndolosia, do er hort, das sy so gern ainen
apffel het gehebt, nam er bald die klainat, so er noch het, legt er ir in irn
schlütz vnd das wünschhütlin, so er auff het, satzt er ir auf das haubt, vmb das
es yn nit irret an dem auff steigen. vnd als er auff den baum kam, wolt lugen,
wo die besssten öpffel stünden, Agripina aber vnder dem baum sass vnd nit wisst, wo
sy was, noch wie ir war geschehen, fieng sy an vnnd sprach: Ach, nun wollte got,
das ich wider in meiner schlaffkamer wär! so bald sy die wort gesprach, fur sy
durch die lüft vnd kam on allen schaden wider in ir schlafkamer. der künig vnd
die künigin, auch alles hoffgesynn was von hertzen fro vnd fragten, wa sy doch
gewesen wäre. sagt, sy wisst es nit. oder wo der abenteürer wär, der sy hyngefürt
hett? sy sprach: Ich hab yn auf ainem baum gelassen, fragt mich nit mer, ich muss
ruwen, wann ich byn ganntz blöd vnnd müd worden.
    Nun mügen ir hören, wie es Anndolosia gangen ist. als er nun auff dem baum
sasss vnnd sach, daz Agripina hinweg was mit dem seckel, mit dem hüttlin, dartzu
mitt allen den klainaten, so er in dreien grossen vnd mächtigen stötten auf
bracht het, Mügen ir wohl gelauben, das er aus der massten hartt erschrocken sei,
klam bald ab dem baum vnd sach den baum an vnnd sprach: verflucht sei der baum
vnd die frucht, so darauff ist vnd der dich daher gepflantzet hat vnnd die
stund, darin ich kommen bin. er sach hin vnd her, wisst nit, wo er was oder wo
hyn er gon solt, das er zu den leütten käme vnd fieng an zu sweren vnd zu
fluchen vnd sprach: verflucht sei die stund, darin ich geborn ward vnd die tag
vnd stund, die ich ye gelebt hab. O grymer tod, warumb hast du mich nit
erwirget, ee das ich in dise angst vnd not kommen byn? verflucht sei der tag vnd
die stund, darin ich Agripina zu dem erstenmal ansach! O almächtiger got, wie
seind deine wunderwerck so gross, wie vermag das die natur, das so vnder ainem
schönen weiblichen weibs bild so ain falsch vngetrewes hertz getragen werden
mag? hett ich dir künden in das falsch hertz sehen, als ich dir vnnder dein
schönes wolgestaltes angesicht sach, so wär ich in dise angst vnd not nit
kommen. vnd ging allso yetz hyn denn her vnd grissgramet vnd fieng an vnd
sprach: Nun wölte got, das mein bruder in diser wilttnuss bei mir wäre, so wolt
ich yn erwirgen vnd mich selber mit meiner gürtel an ainen baum hencken. so wir
denn tod wären, hette doch der sekel kain kraft mer vnd möcht die alt künigin,
die alt vnhold, vnd das falsch hertz Agripina kain freüd mer haben mit dem
kostlichen klainat. vnd als er also hyn vnd her ging, do ward es nacht vnd
finster, das er nit mer gesach, vnnd legt sich nider vnder ainen baum, ruwet ain
klayne weil. er kund aber nit schlaffen vor angst, die er het, versach sich nit
anders, dann er wurde in der wiltnuss sterben vnnd on alle gotzrecht verfaren,
wann er wohl sache, das kain weg da war, dabei man spüren möcht, daz yemant da
gewandelt wär in langer zeit vnd lag da als ainer, der vertzweiflet vnd lieber
tod gwesen, dann das er lenger gelebt het. Als es nun tag ward, stund er auff
vnd ging nötlich. er kund aber, noch mocht niemant weder sehen noch hören vnd
kam also zu ainem baum, darauf stunden zumal schön rott öpffel. nun hungeret yn
gar ser vnd übel vnd von hungers not warff er in den baum, das zwen gross öpffel
herab füllen vnd die ass er also geend vnd als er die öpffel geesssen het, do
wurden ym an seinem kopff zway lange hörner wie ain gaiss hatt. do er die griff
vnd auch den schatten sach, das er zway solliche hörner hett, fieng er an, lüff
mit den hörner, styess an die bäme vnd maint, sy herab zu stossen. das halff aber
alles nit, lyeff allso vnder den hörnern vnd sprach: O ich armer eellender
mensch, O ich armer vnglückhaftiger mensch, wie kommpt das, das souil menschen
auff erdtrich seind vnnd nyemand hie ist, der mir doch hulf, das ich zu den
leüten kommen möcht. vnd fieng an laut zu schreien: o almächtiger got, o du
künigin iunkfraw Maria, nun kommen mir zu hilf in disen meinen grossen nötten.
 
   Als Andolosia vmb seinen sekel vnd hütlin kommen was, ym auch zway grossse
vngestaltte hörner auf dem haubt wuchssen, in grossem laid stund vnd wie ym ain
            wald bruder zuhilff kam, wider los ward von den hörnern.
Vnd als er also iämerlich schray, das erhöret ain ainsidel oder waldbruder. der
hett wohl .xxx. iar in der wiltnuss gewonet, das er nye kain mensch gesehen hett,
der ging dem geschray nach vnd kam zu Andolosia vnd sprach: o du armer mensch,
wer hat dich hergebracht oder was suchestu in diser wiltnuss? er sprach: lieber
bruder, mir ist laid, daz ich ye herkomen bin, wann es ist mir übel gangen,
fieng an vnd wolt jm vil sagen. do wolt er jn nit hören vnd sprach: ich hab in
dreissig iaren nye kain mensch gesehen noch gehört. ich wolt gern, du wärest
auch nitt da herkommen. Andolosia sprach: lieber bruder, mich hungeret so seer.
habt ir nicht zu essen? der ainsidel furt yn in sein klausenn, darin was weder
brot noch wein vnd het nichts dann obs vnd wasser. des gelebet der bruder vnnd
sach wohl, das es nit speiss was für Andolosia vnd sprach tzu jm: ich will dich
weissen zu kommen, da du speiss vnd tranck gnug findest. er sprach: lieber bruder,
wie soll ich tun mit den hörnern, so ich hon? man wirt mich für ain mörwunder
ansehen. Der bruder furt jn ainen klainen weg von seiner claussen vnd sprach:
lieber sun (vnd brach ab aim anderen baum zwen öpffel) nym hyn vnd ysse die. so
bald Andolosia die öpffel ass, do waren ym die hörner ganntz verschwunden. do er
das sach, fragt er yn, wie es zu ging, das er so bald die hörner überkommen het
vnd so bald wider daruon kommen wär. der bruder sprach: der schöpffer, der himel
vnd erd beschaffen hatt vnd alles so darinnen ist, hat auch dise bäm erschaffen
vnd geschöpfft vnnd yn die natur also gegeben, das sy solliche frücht bringenn
vnnd ist auch ir geleich auff allem erttrich nit, dann allain in diser
wildtnuss. Anndolosia sprach: O lieber bruder, erlaubent mir, das ich von disen
öpflen müg etwann manigen nemen vnnd mit mir hynweg tragen. Der waldbruder
sprach: lieber sune, nym was dir eben ist, frag mich nit, sy sind nit mein. Ich
hab ganz nichts aigens, dann ain arme sel. wo ich die dem schöpfer, der mir sy
geben hat, wider kann antwurten, so hon ich wohl gestritten in diser welt. ich kann
an dir wohl mercken, das dein synn vnd gemüt swärlich beladen vnd vmbfangen ist
mit zeitlichen vnd tzergengklichen sachen. schlach sy aus vnnd kere dich zu
gott, es ist ain grosser verlurst vmb ainen klainen wollust, so er hatt in disem
zergengklichen vnnd kurtzen leben. dise wort giengen Andolosia ganz nichts zu
hertzen, gedacht als an seinen grosssen schaden vnd gewan etwann manigen apfel,
daruon dann die hörner wuchssen, vnd nam auch etlich der öpffel, die dy hörner
wider vertryben vnd sprach zu dem bruder, das er yn durch die eer gotes weisset
auff den weg, das er käm, da er zu essen funde, wann er in zwayen tagenn nichts
geessen hett, dann die vier öpffel: vnd ob ich mer püren oder öpfel gnug fund in
diser wiltnus, so törst ich der andren frücht nit essen. der bruder furt jn auff
ainen weg vnnd sprach: nun gang den weg gerad für dich, so kommestu an ain
braittes wasser, das ist ain arm von dem spaniolischen mör vnd wenn du dar an
kommpst, ist denn wasser da, so wart, gang nit daruon, wann es ist ain flutt vnd
wirtt trucken vnnd so bald es trucken wirtt, so heb dich auff vnd gang eilenntz
gen ainem hohen turen, den du wohl sehen wirst vnd saum dich nit lang, das dich
die flut nit begreiffe oder du müsstest darin beleiben, vnd wenn du zu dem mör
kommest, nit verr daruon, so findest du ain gut dorf, darin ist brot, flaisch
vnd andere leibliche speiss. Er dancket dem bruder fast vnd vleissiklich vnd nam
von ym vrlob vnd tet, wie er yn gehaisssen het vnd kam mit allem lieb über die
flut zu dem turen und zu dem dorff. da ass er vnd tranck vnd bracht den leib
wider zu krefften, der doch swach vnd blöd was.
    Vnd als er nun zu ym selb kam, do fragt er, wo er den nächsten gen Lunden in
Engeland käme, ward ym gesagt, wie es noch ain verrer weg wär, vnd wär noch in
Hybernia. so müsst er durch das künigreich Schotten, denn so hub erst Engeland
an, so leg Lunden weit im land. Do Andolosia hort, das er so verr von Lunden
was, ward er vnmuttig vnd het nit gemaint, das er zehen meil von Lunden wäre
gewesen. Auch so was ym layd vmb die öpffel, so er trug, wann er besorget, solt
er lang vnderwegen sein, die öpffel wurden schaden nemen oder möchten faulen.
vnd als die leüt marckten, das er gern gen Lunden wär gewesen, do weissten sy yn
in ain grosse statt nit verr von dannen, die lag an dem mör vnd was ain port des
möres, da schiff von Engeland, Flandern vnd von Schotten hyn kommen vnd da
selbst fand er schiff, die yn gen Lunden furten. Er hub sich bald auff vnd kam
in die statt, da er hyn gewisen ward vnnd fand da zu seinem Glück ain schiff, das
was von Lunden, da er auff sass vnd fur vnd kam gelücksamigklich vnnd mit allem
lieb dahyn. vnd als er nun gen Lunden kam, liess er ym das ain aug verleimen vnnd
satzt auf ain gemachtes hare, dardurch er gar unbekannt was, vnd nam ain
tischlin, satzt sich für die kirchen, da er wohl wisst, das Agripina, die iung
küngin, hinein geen wurd vnd legt die öpffel auff ayn schön weiss tuch vnd ruft:
öpffel von Damasco! vnd wenn man jn fragt, wie er ainen gäb, so sagt er: vmb
drei cronen, so ging yederman daruon. jm wäre auch laid gewesen, das sy
yederman kauft het. vnd also in dem so kommpt die künigin mit iren iunckfrawen
vnnd dienern vnd ir kamermaisterin mit ir. do ruft er aber: öpffel von Damasco!
die künigin sprach: wie gibst du ainen? Er sprach: vmb drei Kronen. Sy sprach:
was künden sy doch, das du sy so teür gibst? Er sprach: sy geben ainem menschen
schöne vnd darzu scharpfe vernunft. do daz die iung künigin Agripina hort, do
befalch sy irer kamermaisterin, das sy zwen kauffet, als sy auch tet. Andolosia
legt seinen kram wider ein, wann jm wolt niemandt meer abkauffen vnd als aber
die kunigin haim kam, baitet sy nit lang vnd ass die zwen öpffel, vnd so bald sy
die geessen het, von stunden an wuchssen ir zway grosse hörner mit ainem grossen
haubtwee, daz sy sich legt auff ir bett. Do aber die hörner auf ir statt
geschossen warn vnd ir das haubtwee gelegen was, stund sy auff, ging für ainen
spiegel, so sy hett in ir kamer, vnd do sy sach, das sy also vngestalter vnd
hoher hörner zway het, fiel sy bald mit iren baiden henden daran vnd maint sy
von dannen zu reissen, das aber nit gesein mocht. do rust sy zwaien edlen
iunkfrauen. do sy die künigin also sahen, erschraken sy ser vnd gesegneten sich,
machten vil creütz vor ir, als ob sy der böse  gaist wär. die künigin was so ser
erschroken, das sy nit reden kund. sy sprachen: o gnädigste künigin, wie ist das
zugangen, das eüer adelichen person ain sollich vngestalt entpfangen hat? sy
antwurt ir, sy wisst es nitt. Ich haltt, es sei ayn plag von gott oder aber es
kommet mir von den öpflen von Damasco, so mir der vngetrew s kramer tzu kauffen
gegeben hatt. Nun helffent vnnd radten, ob ir mir der hörner möchten abhelffen.
die mägt zugen vast daran. die hörner ragten sich aber nit. do brachten sy ain
sail vnnd bunden das an die hörner vnd zugen sy über ain stangen auf vnnd
hauchten sich vnden an ire füsse in der hoffnung, sy wollten ir die hörner aus dem
kopff zerren, das laid sy gar gedultigklich. als sy aber sach, daz sy so vest
stunden vnd kayn bewegen nit helffen wolt, ward sy ye lenger ye mer bekümeret
vnnd sprach: O ich ellende creatur, was ist mir nun nütze, das ich aynes künges
tochter vnnd byn die reichost junckfraw, so auff erden lebt vnnd den preiss von
schöne über andere weiber hab, Vnnd nun aber yetzund ainem vnuernünftigen tier
geleich sich! o, das ich ye geporn warde! kann man mir nitt der vngestalt
abhelffen, So will ich mich selbs in der Dynis, das ist ain gross schiffreiches
wasser, so an dem pallast hyn fleüsst, ertrencken, wann ich mag nitt gesehen
werden. ir oberoste iunckfrauw aine fieng an sy zu trösten vnd sprach: gnädige
künigin, ir solt nicht also verzagen. hond ir die hörner also künden überkommen,
so steet auch darauf, das sy wider künden hynweg geen. Auch so solt ir eüch
verhaissen gen vnser lieben frauwen Vestminster, die grosse wunderzaichen tut
vnd gen Sant Tomas gen Candelberg vnd dahyn ewer opffer senden. die mügen eüch
umb gott erwerben, das ir wider werden wie vor. dartzu so seind tzu Lunden souil
wohl vnd hochgeleert artzet, kann hartt gesein, sy wissen vnd finden geschriben,
aus was vrsprung sollich gewechss entspringt vnd war mit solliches vertriben mag
werden. die red genieten ir wohl vnd sprach: so sagen niemant daruon, vnd ob
yemant mir nach frag, so sprecht, ich sei nit stark vnd wöll niemand zu mir
lassen, vnd liess zurichten guldine, kostliche opffer vnd santt die, da sy es
dann verhaysssen hett. vnnd die alt, ir kamermagt, het auch frag bei den artzten
vnd legt yn für, wie das ain person, ir angeborner freünd, dem wären zway hörner
gewachssen, ob die zuuertreiben wären oder nit. do die ärtzt das horten, nam sy
wunder, das ainem menschen sollten zway horner wachssen, vnd ain yeder begert mit
grosser begird, das mensch zusehen. die magt sprach: ir mügen die person nit
gesehen, ir wissen ir dann zu helffen, vnnd wer das künd, dem wurd wohl gelonet.
Ir kainer was so behertzt, das er sich getörst vnderston, die hörner zu
vertreiben, sy hetten es nye mer gehört, gelesen noch gesehen. Vnd do die artzt
der magt die sach also ganz abslugen, ward sy anmutig, het gern gute mer haym
bracht vnd als sy aines artzts gar verzweiflet, wider zu hoff kort vnd haim geen
wolt,
 
Wie sich Anndolosia tzu ainem artzt verstellet, der künigin ain tail die hörner
         hynweg tryb vnd dardurch sein hütlin vnd seckel wider erobert.
Da het sich Andolosia auch angemachet als ain artzt mitt ainem hohen rotten
byrreet vnd het ainen rotten rock von scharlach an getan  vnd ain grosse nasen
vnnd etlich farb an gestrichen, das yn niemandt kennen kund, der yn vor
wolbekant het, fieng an vnd sprach zu ir: liebe schaffnerin, ich hab eüch
gespürt, das ir in dreier heüsser doctor der artznei gegangen seind, haben ir
radt bei yn funden nach eüwerem begern? vnd zürnent nit, das ich eüch frag, wann
ich byn auch ain doctor in der artznei. vnd ligt eüch etwas an, das mügen ir mir
zu erkennen geben. es müsst gar ain frembder oder grosser gebrest sein, den ich
mit der hilff gots nit wisse zuuertreiben vnd den menschen daruon gesund
zumachen. Die hoffmaysterin gedacht, gott hette ir den doctor tzugewisen vnnd
fieng an vnnd saget ym, wie ain namhafte person wär, der wäre ain seltzamer
schade tzu gestannden vnd zway lannge hörner aus dem kopff geschossen, die sähen
gaisshörnern geleich, vnnd das bekümmerete die person so hartt, das daruon nit zu
sagen wär. vnd wissen ir der person zuhelffen, so wurde üch wohl gelonet, wann sy
hat kainen gebresten an gelt noch gut. Andolosia, der nun ain artzt vnd ain
doctor worden was, fieng an gar gütlichen zulachen vnd sprach, die sach waiss ich
vnd die kunst kann ich, die hörner zuuertreiben on alles wee, doch so muss es gelt
kostenn, wann man muss gar kostlich ding dartzu brauchen. ich wayss auch die
vrsach, von wannen solliche hörner enntspringen. Sy sprach: Lieber herr doctor,
wo von kommpt das wunderbarlich vngewächsse? Der doctor mit der grossen nasen
sprach zu der alten kamerin: es kommet von dem, so ain mensch ainem andern
menschen ain grosse vntrew tutt vnnd sich grösslichen der bosshaitt erfrewet, die
selben freüd nit offenlichen getar volbringen, so muss es durch etlich weg
aussbrechen vnd es gerat ainem menschen wohl, dem es oben aus stosset, wann, wo es
sunst aussbräch, so sturbe der mensch vnnd maniger mensch stürbt, dem nichtz
gebrochen hat, vnd nyemant waisst, wo von er gestorben ist. vnd der aynen
sollichen menschen auff schnidt, so funde man hörner in ym ligen, die sich nit
hetten künden schicken zu dem rechten aussgang vnd stossen also das hertz oder
andere gelider durch, darmit der mensch stürbt, vnd ist noch nit zway iar, do
ich an des künigs hoff von Hyspania was, do hett ain mächtiger graf ain schöne
tochter ganz von zarter complexion, der warn zway grosse hörner geschossen, die
ich ir ganz vertriben hab, wann all ander artzt an den hörnern vertzaget
hetten. Vnnd do die hoffmaisterin die red von dem doctor vernommen hett, fragt
sy, wo er zuhauss wär, so wolt sy bald tzu ym kommen. Er sprach: ich hab noch
kain Haus bestannden. Ich byn erst bei drei tagen herkommen vnd byn zu herberg
zu dem schwan, da mügen ir mir nachfragen. man nennt mich den doctor mit der
grossen nasen, wiewol ich ainen andren namen hab, yedoch so kennt man mich also
allerbassst. Die hofmaisterin ging bald haim mit grossen unsäglichen freüden zu
der betrübten künigin vnd sprach: gnädige künigin, seind frölich vnd gehabt eüch
wohl, ewer sach würt bald gut vnd sagt ir, wie sy die drei doctor vngetröstt
hetten geen lassen, vnd darnach hette sy ainen funden, der hette sy wohl getröst
vnnd sagt ir alle ding, wie dann der doctor mit ir geredt het vnd wie er ir
wissset zu helffen, wie er auch ainer gräffin geholffen het. Er hat mir auch
gesagt, aus was vrsach solliche hörner enspringen, das ich jm doch vast wohl
glauben mag. Die traurig künigin auff dem bett lag vnd schämet sich so hart, das
sy sich selber nit mocht an sehen, noch wolt, das sy ire mägt ansehen, vnd
sprach zu der hofmaisterin: warumb hast du den doctor nit mitt dir bracht, so du
waist, das ich der hörner so geren abkäme? Gang wunder bald vnd bring yn, sag
ym, das er mit jm bring, was gut tzu der sach sei vnnd nichts spar, bringe ym
auch hyemitt hundert Kronen. bedarffe er meer, so gib jm als vil vnnd er
begeret. die hoffmaisterin verstellet sich in vnbekannte klayder, ging, da sy
den doctor fand vnd gab ym hundert cronen vnd sprach: nun braucht fleiss, wann zu
der person, da ich eüch zu füren will, müssen ir nur tzu nacht kommen vnd es
nyeman sagen, wann ir aigne muter vnd vater wissen es nit. der doctor sprach:
der sachen halb seind sicher. es soll von mir nit ausskommen vnd will mit ewch
geen. Doch so musss ich vor in die appoteck vnd kauffen, das mir nodt wirt sein
tzu brauchen. Also mügen ir da harren oder über zwu stund wider kommen, sy sagt,
sy wölt auff yn warten, wann sy törst nit on yn kommen. also ging der doctor
mit der grossen, vngestalten nassen in ain appoteck vnd kauffet ain wenig
reubarbarum vnd lyess da ainen halben apffel mit tzucker vnnd reubarbaro
überziehen, tet dartzu vast wolsmeckent ding, die lieblich zu schmecken vnd zu
essen waren, kauffet auch in ain büchssen ain wenig wolschmeckender salben vnd
nam zu ym gutten bysem vnd kam wider tzu der hoffmaisterin.
    die furt jn bei der nacht zu der künigin, die lag auff irem bett hynnder den
vmbhenngen. sy entpfienge yn gar vnmächtigklichen, als ob sy gar schwach wär.
der doctor sprach: gnädige fraw, gehabt üch wohl. mit der hilff gots vnd meiner
kunst soll ewer sach bald gut werden. Nun richten eüch auff vnd lassen mich
greiffen vnd sehen ewern gebrechen, so kann ich eüch desterbass gehelffen.
Agripina schamt sich ser, das sy die hörner solt lassen sehen, doch so satzt sy
sich auff das bett. Der doctor griff die hörner dapffer an vnd sprach: man muss
haben an ain yedes horen ain seckle von böltz aus ainer affenhaut also warm,
wann ich will sy salbenn, so muss man sy vast warm haltten. Die hoffmaisterin
bestellet bald, das ain altter off am hoff abgetött, aus gezogen vnd die haut
gebracht ward, zway säcklin gemacht nach des artzetz radt. als die gemacht
waren, fieng der artzt an vnd salbet ir die hörner gar wohl mitt dem
affenschmaltz, das auch ain aussbund ist tzu solichen schäden, vnd als er sy
gesalbet het, zoch er ir die höltzin säcklach darüber vnd sprach: gnädige fraw,
das ich yetzund den hörnern getan  hab, das wirt sy lind machen vnnd müssen
durch stulgenng vertriben werden. darumb so hab ich ain confect mitt mir bracht,
das werden ir essen vnd darauf ain schläflin tun, so werdenn ir gewar, das sich
die sach zu besserung schicken wirt.
 
     Wie Andolosia ongefärd sich bucket, sein pyreet auff zuheben vnd sein
                              wünschhütlin findt.
Agripina tet als ain krancke, die gern genesen wär vnd das ir der doctor gab,
was ain halber apfel der öpfel, die dy hörner vertreiben. als sy den geessen het
vnd nun schlieff, do ward die trafft des reubarbaro in irem leib würcken vnd
sich zu dem stul treiben vnd do sy nun widerumb an ir bett kam, Sprach der
doctor: lassen vns besehen, ob die artznei icht zu gutem gearbait hab vnd
griffen oben an die höltzin säcklach. do waren die hörner vmb daz viertail
geschwunden. Agripina was aber den hörnern so veind, das sy die nit torst
angreiffen. doch do man ir sagt, wie sy geschwunden wären, griff sy daran, vnd
befand fast wohl, das sy klainer vnnd kurtzer waren worden, des sy sich ser
erfrewet vnd bat den doctor, das er vleiss brauchet. Er sagt: noch heinacht komme
ich wider vnnd bring aber, was not ist, ging aber in die appoteck vnnd liess ym
mer ainen halben apffel über tziehen vnnd ym ainen andern geschmack machen, ward
aber bej nacht zu der künigin gefürt vnd tet dem gleich, sam er nit wisst, wo er
wär vnd tet, wie er die anderen nacht getan  hett, salbet ir die hörner vnd
liess die säcklin klainer machen, das sy den hörnern wohl anlägen, gab ir das
confect vnnd do sy geschlieff vnd aber ir stulgeng gehabt het, besahen sy zu den
hörnern, do warn sy aber fast geswunden vnd halb hinweg gangen. het sy sich vor
vast gefreüwet, sy frewet sich yetz noch mer vnd bat den doctor, das er nit
ablyess vnd sich in der sach arbaittet, sy wölt ym seiner arbait wohl lonen. sagt
er, wie das er wöllt das best tun vnnd wie er die zwu nächt getan  het, also
tet er auch die dritten. Als er nun bei ir sass, gedacht er ym: was mag sy mir
zu lon wöllen geben? ob sy mir schon zway oder dreü tausent Kronen gibt, daz
doch ainem yeden doctor in der artznei ain grossser lon wäre, noch dannochtt so
ist es gar vntzalbärlichen tzu schätzenn gegen dem, so sy von mir hatt, vnd Ee
das ich die hörner gar vertreib, so will ich mit ir reden vnd ir sagen mein
mainung. will sy es nit ton, sy sy dann mainet, ich werd ir die hörner gar
vertreiben, will ich ir ain confect machen, das sy ir wider so lang werden wie
vor vnd denn in Flandern faren vnnd ir enbietten, wölle sy der hörner abkommen,
das sy tzu mir komm vnnd mitt ir bring, das ich ir anmut. Als bald sy erwachet,
will ich sprechen: gnädige fraw, ir sehend wohl, wie sich ewer sach vast besssert.
Nun ist es erst am bösten vnd künstlichesten, die hörner aus der hyrenschalen
zutreiben, da sondere grosse vnd köstliche stuck zu gebraucht werden müssen, die
auch vil gelts kosten, vnd ob ir darab ainen vnwillen welten enpfahen, so müsst
ich die sach lassen steen, als sy steet, vnd als ich ain doctor in der ertznei
bin vnd ir villeicht vermaint, mich mit ainem klainen gelt auszurichten, des
will ich ain wissen haben. Wissen, das ich auch byn doctor in der Nigromancia,
das ist in der schwartzen kunst vnnd hon den bösen gaist besworen, daz er mir
radt, was ich für meinen lon vodren söll. der sagt, ir habenn zway klainat, das
ist ain sekel vnd ain hütlin, der aines soll ich begern. versicht er sich, ir
geben mir das hütlin vnd solt mir dartzu geben alle iar, das ich ainem herren
geleich leben müg.
    Vnd die weil er ym das gedacht, also fürtzunemen, kam die hofmaisterin mitt
ainem liecht vnd wolt besehen, was die künigin tätte. do schlieff sy noch. Der
doctor het sein bareet abgetzogen, das empfiel ym vnnd als er sich bucket vnd
das bareet auff heben wollt, so sicht er vornen vnnder der bettstat das
wünschhütlin an der erden ligen, darauff nyemand kayn acht hett, wann niemant
die tugent von dem hütlin wisset. Die künigin wisset auch nitt, das sy aus der
wiltnuss durch krafft des hüttlins wider haim kommen was. Mügt wohl gelauben, het
sy die kraft des hütlins gewisst, sy het es an ainen andern nagel gehenckt. Allso
sandt der doctor die hoffmaisterin nach ainer büchssen, da artznei innen was. die
weil sy die büchssen hollet, hub er bald das hütlin auff, mit grosser eil vnd
grossen freüden behült er das vnder seinen rock vnd gedacht: künd mir der sekel
och werden! in dem erwachet die künigin vnd legt sich schon an. der doctor tzoch
ir die säcklin ab den hörnern, da waren sy vast klain, des sich die künigin ser
freüet, die hoffmaisterin sprach: es ist noch vmb ain nacht zu tun, so sind ir
gar genesen, so kommen wir och des angeschaffnen doctors ab mit der wüsten
nasen. er möcht ainer all mann erlaiden. Als nun ym der doctor fürgenommen het
mit Agripina zureden, wie er zwifach doctor wär, das lyess er fallen, do er daz
hütlin het vnd sprach: gnädige fraw, ir sehen wohl, wie sich eüer sach so fast
gebessseret hatt. Nun ligt es allermaist erst an dem, die hörner aus der
hirenschalen zutreiben. do gehören köstliche sachen zu vnd wo ich sy nitt hye
finde, so muss ich selbs darnach rayssen oder aber ainen doctor darnach senden,
der sich der sach verstand, wie ich yn dann beschaiden wurd, darüber vil gelts
geet. Auch so wolt ich gern wissen, was ir mir tzu lon geben wöllt, wenn ir der
hörner gar abkommen vnnd ewer kopff so glatt wirt als er ye gewesen ist. Die
kunigin sprach: ich befind wohl, das eüer kunst gerecht vnd gut ist. ich bitt
eüch, helffen mir vnd sparen kain gelt. Der doctor sprach: ir sagen wohl, ich söl
kain gelt sparen. ich muss wohl sparen, so ich kaines hab.
 
Wie Andolosia die künigin Agripina mit sampt dem seckel zu dem andern mal hynweg
                                     furt.
Agripina was karg, wiewol sy den seckel hett, den man nicht erschöpfen mocht vnd
ging gemachsam über die truhen, so dann bei ir bettstat stund, darin ir
allerliebste klainat vnnd auch der seckel was, an ainer starcken gürttel
gebunden. den gürtet sy vmb vnd ging hynfür tzu dem tisch, so bei aim schönen
fenster stunde, fieng an zu zelen vnd als sy bei dreühundert cronen gezelt het,
suchet der doctor vnder seinem rock, als ob er ainen seckel suchen, darein er
das gelt tun wölt, tet, als ob er das gelt wölt fassen vnd erwüscht sein hütlin,
warf das byrreet hin, satzt das hütlin auf vnd fasset die künigin, wünschet sich
in ainen wilden wald, da kaine leüt wärn, vnd wie er das wünschet, also geschach
es von stunden durch die kraft des hütlins.
    als nu Agripina hinweg gefürt was do lieff die alt hoffmaisterin tzu der
alten künigin, ir muter, vnd sagt ir, wie das Agripina aber hynweg wär gefürtt
worden vnd wie es ir ergangen was mit den hörnern vnd mit dem artzt, Auch wie sy
vnnd der artzt mitt ainander hynweg gefaren wären. Des erschrack die künigin, ir
muter, doch gedacht sy: wie sy das nähstmal bald ist wider kommen, also wirtt
villeicht yetz auch beschehen. dartzu so hat sy den seckel mir ir hyn, das sy
gelts genug hat, manigklich wohl belonen mag, das man ir wider her hilfft. Do sy
also den tag vnd die nacht warteten vnnd sy nit herwider kam, ward es die
künigin (als ain mutter) behertzigen, das sy vmb ir schönen tochter allso solt
kommen sein, ging mit traurigem hertzen zu irem herren künig vnd sagt ym alle
ding, wie es ir ergangen was vnd wie sy der doctor vnd artzt hynweg gefürt het.
Der künig sprach: O, das ist ain weiser doctor. er kann me dann ander doctor. es
ist nyemant dann Andolosia, den ir so falschlichen betrogen haben. Ich kann wohl
betrachten, das der, der ym sollich gelück verlyhen hatt, er verleich ym auch
weisshait, wenn er vmb den seckel käme, das er ym müsst wider werden. Das gelück
will, das er den seckel habe vnnd sunst nyemmant, vnd wenn das gelück wölt, so
hett ich oder ain anderer auch ainen solchen seckel. Vil mann seind in Enngeland
vnnd ist nur ain Künig darunder, das byn ich, Als mir von got vnnd dem gelück
solliches verlihenn ist. Vnnd allso ist auch Andolosia verlihen, das er allain
den seckel haben soll vnd sunst nyemant. hett wir nur vnser tochter wider! die
künigin sprach: gnädiger herr, tun so wohl vnd senden boten aus, ob man jendert
künd erforschen, wo sy wäre, das sy nit in ellend vnnd armut käme. Der künig
sprach: Ich sende kainen botten aus, wann es wär vnns ain schand, das wir sy nit
bass versorget hetten.
    Als nun Andolosia in dem wilden wald vnd wüstin, da kaine leüt waren vnd
Agripina allain was, warffe er den doctor rock gar vntugentlich von ym nider,
tet auch die grossen, wüsten nassen von ym vnd tradt fräuenlichen gegen der
schönen Agripina. behend erkannt sy, daz er Andolosia was, vnd erschrak von
ganzem hertzen, das sy nit reden kund, wann er hett die augen im kopff verkert
vnd grissgramet vnnd hett sich verwegen, er wurde sy geleich ertödten. bald nam
er ain messer vnnd schnaid ir den gürtel von dem leib. jm was so gach, das er
die gürtel nit aufgürten wolt vnd nam den seckel ab der gürtel vnnd warff die
gürtel gar vntugentlichen verr hindan, bryss sein wammass auff vnd stricket den
seckel an das ort, da er yn allweg gehebt het. das alles sach die arm Agripina,
die da sass vnd von not vnd angst, darin sy was, erzütteret ir schöner leib als
ain öspins laub, das mit wind vmbgeben ist. Andolosia fieng an gar aus grossem
zoren tzureden vnnd sprach: O falsches, vngetrewes weib, yetz bist du mir zutail
worden, yetzund will ich solche trew mit dir tailen, als du mitt mir getailt
hast, do du mir den seckel abtrantest vnnd ainen vntugentlichen seckel an sein
statt stricktest. ytzund sichst du, das er wider an sein alte statt kommen ist,
ytzund nym zu hilff vnd radt dein muter, dein alte hoffmaisterin vnd haiss dir
gutt getranck geben, damitt du mich betriegest, vnd zwar wärn die vnholden bayd
bei dir, so hulf sy all ir kunst nit, daz sy den seckel mer von mir brechten. o
Agripina, wie mochtestu es am hertzen gehaben, mir solliche grosse vntrew zu
erzaigen, so ich dir so trew was! Ich hett mein hertz, mein seel, leib vnd gut
mitt dir getailt. wie mochtestu es an deinem hertzen hon, ainen so manlichen
ritter, der da alletag durch deinen willen stach, scharpff rant vnd alle
manliche ritterspil getriben hat, in so grossen armut richten vnnd kainerlay
erbärmd hast mit mir gehebt, sonder der küng vnd die künigin mit mir getriben
haben iren spot vnd fassnachtschympff, das mir noch vnuergessen ist in meinem
hertzen, wann durch das übel, so du an mir volbracht hast, was ich in ain
vertzweiflung kommen vnd wolt mich selbs erhangen haben, dann das mir Maria, die
mutter gots, mit iren gnaden in der bösen anfechtung zuhilf kam, der ich auch
trewlich dienen will biss an mein end, vnnd wo ich sollichs getan  hett, so
wärest du doch ain vrsach gewesen, das ich vmb sel vnd leib, eer vnd gut kommen
wär. vnnd do du den tugentreichen seckel in deinem gewalt hettest vnnd dir wohl
gesagt warde, das ich ganz nichts het, meine knecht all von mir lassen, allain
musst hynweg reütten, du hettest mir vngern ain zergelt gesant, das ich ain wenig
eerlich hett mügen haimkommen zu meinen freunden. Nun sprich selb vrtail: ist
nit billich, ich habe mitt dir erbärmbde, als du sy mitt mir gehabt hast?
Agripina, die alles erschreckens vol was vnnd nit wisset, was sy sagen solt,
sach auff gen hymel vnd mit erschrockem hertzen fieng sy an tzureden vnnd
sprach: O tugentreicher, strenger ritter Andolosia, ich bekenn, das ich
vneerberlich, gross vnd schwär wider eüch getan  hab, bitt üch, ir wöllen ansehen
die blödigkait, vnwissenhaitt vnd leüchtmütikait, so dann von natur mer in dem
geschöpfft der weiber ist, in den iungen vnnd in den altten dann in mannlichem
geschlecht, vnnd wöllen mir die sach nitt in das ergest keren vnnd eweren zoren
gegen mir armen tochter hynlegen. tund gut wider übel als dann ainem strengen,
ersamen ritter wohl zimmet! Er antwurt ir vnd sprach: der schab, schand vnnd
laster, so mir von eüch zugestannden ist, ist noch so gross in meinem hertzen,
das ich eüch vngelötzt nit kann lassen. Sy antwurtt vnnd sprach: O Andolosia,
bedenckt eüch bass, was vneere wurde man von eüch sagenn, das ir ain armes weibs
bilde, so ir allain in ainer wilde vnd als ainen gefangen wurden lötzen. tzwar
wo man es von eüch wurd sagen, das wäre ewer strengen ritterschaft ain schand.
Andolosia sprach: wolhyn, ich will meinem tzorn widersteen vnd verhaiss dir bei
meiner ritterlichen trew, das ich dich nit will lötzen weder an deinen eern noch
an deinem leib. Du hast aber noch ain zaichen von mir, das mustu byss in dein
grub von meinen wegen haben, darmitt du mein ingedenk seist. Agripina was so in
grosser angst vnnd sorg ires lebens, das sy der hörner, so ir noch auff dem
haubt stunden, ganz vergessen hett. Do aber Andolosia sy gesicheret ires leibs
vnnd Eer, kam sy noch bass zu ir selb, fieng an vnnd sprach: O wollte gott, das
ich meiner hörner lödig wäre vnd wäre in meines vaters pallast! Do Andolosia
hort, das sy anfieng wünschen, lag das hütlin nit verr von ir, do lüff er bald
vnd zucket es, wann, het sy es auf gehebt, so wär sy aber haym kommen vnd nam
das hütlin vnd stricket es hart an seinen gürtel, Darbei Agripina wohl mercken
kund, das ym das hüttlin aus der massen lieb was vnnd durch krafft des hüttlins
sy allso zway mal weg gefüret was worden, grissgramet in ir selbs vnd gedacht ir:
nun hastu die baide klainat in deinem gewaltt gehebt vnd hast sy nit künden
behaltten, vnd torst iren zoren Anndolosia nit lassen mercken, dann sy fieng an
vnnd bat yn gar früntlich, das er sy der hörner gar ledig machte vnd sy irem
vater wider haim furte. Er sprach: kurtz ab, du must die hörner haben, weil du
lebst. Aber ich will dich geren füren zu deines vaters pallast, so nach, das du
den sehen magst, Aber darein komm ich nit mer. sy bat yn zu dem andern vnd zu
dem dritten mal. Es halff alles nit.
 
 Wie Andolosia die iungen künigin in Hybernia in ain frawen closter tet vnd sy
                        da selbst der äbbtissin befalch.
Do Agripina sach vnd marckt, das kain bitten an ym meer halffe, sprache sy: Muss
ich dann die hörner also haben vnd so vngestalt sein, so beger ich nit wider
kommen in Engeland, auch daz mich kain mensch nimer gesehe, das mich kenne,
weder vatter, mutter, noch ander. darumb so fürt mich an ain frembds end, da
mich nieman erkenne. Andolosia sprach: dir wäre nyendert bass dann bei vatter vnd
muter, dem künig vnd der künigin. das wolt sy ye nit vnd sprach: fürt mich in
ain closter, das ich von der welt geschaiden sei. Er sprach: begerest du das vnd
ist dir der red ernst? sy sprach: ja. also ruft er sich vnd furt sy in Hybernia,
ist gar nach am end der welt vnd nit weit von Santt Patricius fegfeür auf dem
veld verr von den leüten, ist ain grosss vnnd schönes frauwen closter, da nicht
dann edel frawen jnnen seind. da liess er sy auf dem veld allain sitzen, Gieng in
daz closter zu der äbtissin vnd sagt ir, wie er ain ersame vnd edle tochter mit
ym gebracht het, die schön vnd gesund, dann das ir ettwas an irem kopff
gewachssen wäre, des sy sich schamtte vnnd nit bei iren freünden beleiben wölt,
begert an ainem ort zu sein, da sy nit bekant wurd. vnnd wollten ir die allso
auffnemen, so wolt ich ir die pfriend drifach betzalen. die äbtissin sprach: wer
dise pfryend haben will, der muss zwaihundert cronen darumb geben, wann ich halt
ainer yeglichen ain magt vnd gib ynen, was sy bedürffen. vnd also wöllen ir die
pfriend drifach betzalen so bringen sy her. Anndolosia ging vnnd brachtt
Agripina zu der äbtissin. die enpfieng sy, sy dankt ir gar züchtigklichen vnd
naigt sich so schon, das die äbtissin wohl sach, das sy von edlem stammen geboren
was, vnnd geuiel ir auch vonn gestalt vast wohl, erbarmet sy, das die wolgestaltt
tochter die verfluchten hörner solt auff dem haubt haben vnd sprach: Agripina,
begerest du hye in disem closter dein wonung zuhaben? sy sprach gar demütiklich:
ja, gnedige fraw äbtissin. Sy sprach: so würst du mir gehorsam sein vnd zu
mettin vnd zu allen zeitten in den chor geen vnd was du nit kanst, das du das
lernen wöllest, dartzu so ist diser orden nit hörter, wöliche in ainen andern
orden oder ainen Eeman nemen will, das mag sy tun, doch das geltt, so man vmb
die pfrient gibt, was daz ist, gibt man niemant wider. Agripina sprach: genädige
fraw, was eüers ersamen closters sytt vnnd gewonhait vnd alt herkommen ist, das
soll von meinent wegen nit verendert noch zerstört werden. Also zalt Andolosia
der äbtissin sechsshundert cronen vnd bat sy, das sy ir Agripina liess beuolhen
sein, das sy ym aigentlich zutun zu saget, wann sy ganz fro was, das sy souil
bar gelts entpfangen het. vnd nam Andolosia vrlob vonn der äbtissin, die vonn
geburt ain gräffin was. die sprach zu Agripina: gang, gib deinem freund das
gelait. vnd also ging er hynweg vnd do sy zu der porten kamen, sprach er zu ir:
Agripina, nun gesegen dich got vnd gott wölle, das du lang gesund beleibest vnd
in disem closter ewige freüd erwerbest! sy sprach: amen, das werd war! Fieng an,
jämerlich zu wainen vnd sprach: O tugentreicher, strenger ritter, ir haben eüern
willen vnd hertikait an mir armen tochter wohl volbracht. Nun ist das iar lang
vnd der tag vil vnd die stunden vngleich, ich hon ain gross vertrawen zu gott, es
komme noch ain glückhaftige stunde, darinnen eüer edels hertz bewegt werde zu
gütigkait, vnnd eüer synn vnd gemüt vmbgeben mit barmhertzikait. denn gedencken
an mich, eweren gefangnen in diser ainöde vnnd tailen mit mir barmhertzigkait
vnnd erlödigen mich, wann ich weder gott noch der welt dienen mag, so vnwillig
byn ich der hörner. Anndolosia giengen die wortt zu hertzen vnd gab ir kain
antwurt, dann das er sprach: was got wöll, das beschech! vnd gienge damitt sein
strassse. Die betriebt Agripina schloss die porten zu vnnd ging zu der äbtissin,
die gab ir ayn kamer ein vnnd ain magt tzu, die ir dienett, darin sy vast
allein was vnnd dienet got, so sy best mochtt, wie wohl ir gemüt nit bei dem
gebeet was.
    Als nun Andolosia vonn Agripina schied, was er ain frölich man, satzt sein
hütlin auff vnd wünschet sich von ainem land zu dem andren, biss er kam gen Prugl
in Flandern, da dann alle kurtzweil ist von schönen frawen vnd andern sachen,
vnd ergötzett sich seines vnmuts, so er dann gehebt het vnnd rüstet sich wider
gar eerlich tzu vnd kauffet viertzig schöner pferd vnd dinget dartzu vil guter
knecht, klaidet die all in ain farbe, fieng an wider zu stechen vnd ritterlich
sachen zutreiben vnd rait durch Teütschland vnd besach die schönen stött, so in
dem Römischen reich ligen vnd rait do gen Venedig, Florentz vnd Janua vnd sendet
nach den abenteürern, den er die klainatt abkaufft het vnnd betzalet die alle
bar, sass darnach mit pferden vnd knechten in ain schiff vnd fur mit freüden
wider zu Haus gen Famagusta zu seinem bruder. der enpfieng jn gar schon vnd
gefyel ym wohl, das er so herrlich geritten kam vnd als sy geessen hetten, nam
Ampedo seinen bruder Andolosia vnd furt jn in ain kamer vnd fraget yn, wie es
gangen wäre. Do saget er ym alle ding, wie er vmb das hüttlin auch kommen was
tzu dem seckel. Ampedo, der erschrack so ser, das er nider sanck vnd ym
geschwand, do er hort, das das hütlin zu dem seckel verloren was vnd het yn nit
gar lassen ausssagen, vnd Andolosia labet seinen bruder vnd als er wider zu ym
selbs kam, fieng er an tzu sagen, er wär ain mal darumb kommen vnnd het sy aber
bayde mit lüsten überkommen. darumb, so biss nit so traurig vnnd band den seckel
ab dem wämmass, tzoch das hüttlin aus ainem watsack vnnd leget ym die baide für
vnd sagt zu ym: lieber bruder, nun nym die klainat bayde vnnd lasse dir wohl mitt
sein, hab freüd nach deines hertzen lust, das will ich dir von hertzen wohl
vergunnen vnnd will dir nichts darein reden. Ampedo sprach: ich will des seckels
ganz nicht, wann, wer yn hat, der muss zu aller zeit angst vnd not haben, das
hab ich wohl glesen, was angst vnd not vnser vater loblicher gedächtnuss geliten
hat. Do Andolosia die wort hort, was er gar fro vnnd gedacht ym, hette er den
seckel tzu seinen handen genommen, so wäre doch nit lang an gestannden, ich müsst
yn wider darumb gebeeten haben. Allso hab ich yn sunst. Andolosia torst seinem
bruder nitt sagen, wie er so kostlichen klainat kaufft hett vnd die noch nit
bezalt vnd das er vmb seckel, hütlin vnnd klainat alles ains mals kommen was
vnnd nicht meer hett vnnd dartzu in ainer wildtnuss, da weder zu essen noch tzu
trincken was, vnnd wie er yn tzu ym wünschet tzu erwürgen vnd auch mich selber
hon wöllen erhangen. Gedachtte ym, das will ich ym nicht sagenn. er möcht tzu
tod erschreckenn oder aber in ain grossse kranckhait fallen. Vnd fieng an jm
ainen gutten mutt tzuhaben mitt stechen, rennen, vnd machet, das man tantzet vnd
yederman frölich was. vnd gab durch got vnnd durch eeren willen, das man ym gross
lob saget vnnd eeret yn yederman vnnd bat yn das gemain volck, das er allweg bei
yn wär. vnd als er nun ain weil zu Famagusta gewesen was, rayt er mit seinem
zeüg zu dem künig (ist wohl .lx. meil von Famagusta) an des künigs hoff,
kurtzweil zu haben. vnd als er dahin kamme, ward er gar wohl von dem künig vnd
den seinen enpfangen vnnd der künig ward yn fragen, wo er so lang gewesen wär.
Er ertzalt im vil küngreich, die er alle durchfaren hett. Der künig fraget yn
auch mer, dann er ainem andern getan  het, wann er was sein vndertan vnd auch
sein vater Fortunatus gar wohl an ym gewesen was vnnd sprach, Ob er nit kurtzlich
in Engeland wär gewesen. Er sprach: gnädiger künig, ja. sprach er: der künig von
Engeland hat ain schöne tochter (ain ainiges kind) die heisst Agripina, die wolt
ich meinem sun zu ainem gemahel haben genommen. so seind mir mär kommen, wie die
tochter verloren sei. sag mir, hast du nichts von ir gehört, ob sy noch verloren
sei oder wider funden? Genädiger herre, daruon waiss ich eüren gnaden wohl zu
sagen. Es ist war, er hat am schöne tochter vnnd die auch vast schön ist vnnd
durch etlich kunst der Nigromantia ist sy kommen in Hybernia. da selbst in ainem
frawencloster, da niemant dann gut, edel frawen innen seind, da hab ich mitt ir
geredt gar in kurtzer tzeitt. Der künig sprach: möcht es nit gesein, das sy irem
vatter wider gebracht wurde? ich byn alt vnd wolt meinen sun vnnd mein
künigreich gern versehen vor meinem tod.
 
 Wie des künigs botschaft von Cipern (durch anschickung Andolosia) in Engeland
                    kamen, die schön iunckfraw tzu besehen.
Genediger herr künig, eüch tzu lieb vnd ewerem sun, der aller eern wohl wert ist,
so will ich mich arbaiten in der sach vnd mitt der hylf gotes will ich sy
schaffen in kurtzer zeit wider in ires vatters pallast. Der künig batt yn, das
er das täte vnd kain gelt dar an sparete, er wölt daz gegen ym vnd den seinen
in allem guten erkennen. Andolosia sprach: gnädiger herr künig, so rüsten ain
ersame botschaft zu vnd senden die viertzehen tag nach mir aus, so finden sy
die iunckfrauwen vnd künigin zu Lunden in ires vaters pallast. hat er sy eüch
dann verhaissen, so sendt er sy eüch eerlichen. Der künig sprach: Andolosia,
guter fründ, so vollend die sach, das kain fälen dar an sei, wann ich gar ain
kostliche vnd ersame botschaft dahyn senden will, das sy nit vergebens dahyn
kommen. Er sprach: seind on sorg, aber lassent eüweren sun abconterfetten vnd
senden den mitt der botschaft hyn, so werden ir innen, das der künig vnd die
künigin ain freüd darab nemen werden, dester meer begir haben, ir schönen
tochter ainen solichen schönen jüngling zugeben. Vnnd do der iung künig vernam,
wie Andolosia aussgesendt solt werden ym vmb ainen gemahel, Fügett er sich zu ym
vnd batt yn mit hochem vleiss, ernstlich in der sach tzu arbaiten, darmit die
sach vollendt wurd, daz kain abschlagen darin geschäch, wann er gar vil gehört
het von der schöne vnnd wolkünnehait, so an Agripina was. Andolosia saget ym
tzu, er wöllt allen vleiss ankeren vnd nam von jm vrlob vnnd raitt mitt seim
volck wider gen Famagusta, batt seinen bruder, das er ym dass hüttlin aber
leihen wöltt, wann er wurde bald widerkommen. Ampedo was willig vnd liess jn das
hütlin wider nemen vnd beualch seinem seckelmaister, das er es seinem volk wohl
erbut vnd frölich wären, wann er wölt wider zu jnen kommen, nam also das hütlin,
fur von aim land zum anderen, wünschet sich in die wildtnuss, da die öpffel
stunden, dauon die hörner aufwuchssen vnd wider verschwunden. tzuhand kam er
dahyn vnd do er zu den baumen kam, stunden sy voller schöner öpfel. Nun wisst er
nit, welche die oder die andern waren vnd kam gar vngern darhynder, das er ainen
ässe. so woltt er auch daruon nitt, wann er hett Agripina nit künden entbinden
von den hörnern, het er nit ainen apfel mit jm gebracht. doch nach geduncken nam
er ainen apffel vnd asse den. do wuchss jm ain horen, darnach ass er ainen
anderen, do verswand es wider. Allso nam er der selben öpffel ettlich vnnd fur
darmitt dahyn vnnd kam gen Hybernia zum closter vnd klopffet an. er ward bald
ein gelassen vnd kam tzu der äbtissin, fraget nach Agripina, er hett ettwas mit
ir zureden. die äbbtissin sandt nach Agripina vnnd tet das gar gern, wann sy
erkant Andolosiam vast wohl, vnd als sy kam, entpfieng sy yn schlechtigklich,
wann sy wisst nit, warumb er tzu ir kommen was vnnd erschrack ab seiner
tzukunft. Andolosia sprach: gnedige fraw, erlauben Agripina ayn wenig mit mir
allain zureden. Sy erlaubet ir es geren vnd allso ging er mit ir auff ain ort
vnd sagt zu ir: Agripina, bistu der hörner noch so unwillig, als du warest, do
ich von dir schyed? Sy sagt: ja vnd ye lenger ye vester. Er sprach: wenn du quit
vnnd ledig werest, wohyn stünd dir dein syn? Sy saget: wo solt ich anderst hyn
begern dann gen Lunden zu meinem allerliebsten herren, dem künig vnd künigin,
meinem vater vnd muter? Andolosia sprach: Agripina, got hat erhört dein gebeet
vnd was du begerest, des wirst du gewert. vnd bald gab er ir ainen halben apffel
zu essen vnnd hiess sy ain wenig darauff ruwen vnnd hyess sy wider auffsteen, do
was sy der hörner ganz quit ledig. die magt, die ir tzu geben was, die flacht
ir vnnd zieret ir das haubt, als sy dann wohl kund. kam also für die äbtissin vnd
do sy Agripina so schön vnd so hübsch geziert sach, rüffet sy den frawen allen
aus dem closter, so dann in dem closter warn, vmb das sy Agripina zu wunder
sehen sollten, wie sy also schön wär worden in so kurtzer zeit, darab alle die
frawen wunder namen vnd besonder, daz sy der hörner so in kurtzen zeiten was
ledig worden. Anndolosia sprach: lassen eüch das nit so gross wunder nemen! got
vermag alle ding, ym ist nichts vnmüglich. darumb so sehend, wem got wohl will,
wider den mag nyemand sein. Agripina ist ain künigin, von künigklichem stammen
geborn, vnd ich will sy irem vater vnd mutter wider antwurten. vnnd Ee das ain
monatt vergeet, so wirt sy vermähelt ainem iungen künig vnd als ainem schönen
iüngling, als er yetzund auf erden leben mag. Auf die red merket Agripina gar
eben. also bezalet Andolosia der äbtissin hundert Kronen. die lyess er ir vnd den
andern frawen tzuletz vnnd dancket yn, das sy Agripina so eerlich hetten
gehalten. des geleichen danncket yn Agripina auch gar züchtigklichen. Namen also
vrlob vnd giengen aus dem Closter. do er in das veld kame, rustet er sich zu mit
seinem hütlin vnd furt die künigin gen Lunden zu des künigs pallast vnd fur
wider die strass, wann er scheühet den pallast, da jm so grosse vntrew inn
beschehen was. vnd fur wider gen Famagusta zu seinem bruder vnd dienern.
 
Wie die schön Agripina durch radt Andolosia dem iungen künig in Cipern vermähelt
                                     ward.
Als nun Agripina widerkommen was vnnd es der künig vnnd künigin innen wurden, do
warn sy fro vnd alle, die bei yn warn, vnd es erhub sich ain gross vest, das die
verlorn tochter funden was. sy zierten die tochter mit aller schönikait vnnd
kostlichait. Als sy nun in allen freüden lebten, do kam dem künig Botschaft (check capitalization),
wie des künigs von Cipern ausgesanten boten kämen mit aim grossen volck, vnd wie
sy darumb ausgesant wärn, jn zu bitten, das er Agripinam, die iungen künigin,
wölt vermählen irem iungen künig, des auch der künig vnderricht was vnnd als sy
gen Lunden kamen, wurden sy gar schon entpfangen vnnd yn kostliche herberg
zugericht, darein gegeben, was sy bedorfften vnnd als sy nun vier tag da waren
gewesen, sandt der künig nach yn. die kamen vnd waren gar kostlich angeton von
gutem gewand, yeder nach seinem stadt. da was ain hertzog, zwen graffen vnd vil
ritter vnnd knecht, die fiengen an von dem heiratt zureden. do die künigin
vernam, das man von Agripina wegen taget, das was ir gar schwär, ir liebe,
schöne tochter zuuermählen, so verr von land zu geben vnnd aynem, da man nit
wisst, ob er krum oder lam, gesehent oder blind wäre, vnd als sy sich solichs
erklaget, Langet es die von Cipern an, die kamen für den künig vnnd begereten,
das er nach der künigin senden soltt. vnd als sy kam, zugen sy herfür irn iungen
künig, wie er dann abconterfet was vnnd liessen yn sehen. do sy sein gestalt
sahnn, das er so schön was, sprach der künig, ob es och allso wär. do schwuren
sy dem künig vnd der künigin ayd, das er noch vil bass gestalter vnd fast gerad
vnd lang wär, auch nit mer dann .xxiiij. iar alt. das geuiel yn fast wohl. Die
künigin nam den iungen conterfetten künig vnnd bracht den Agripina vnd sagt ir,
wie man sy ainem iungen künig geben wölt, der noch vil hübscher vnd schöner wär,
dann sy da sein gestalt säche, wie sy dann vor auch von Andolosia gehört het vnd
gab dem gemäld glauben vnd irn willen dartzu: was der künig vnd künigin darin
machten, dem wolt sy gehorsam sein. do der künig vnd die künigin Agripina willen
vernommen hetten, redten sy weiter mit den von Cipern vnd ward also der heirat
ganz beschlossen vnd liess der künig vil schif zurichten mit guten leüten, speiss
vnd was dartzu gehört vnd liess die iungen künigin aussberayten mit köstlichem
gewand vnd klainaten nach allen eern, als dann ainem mächtigen künig gezympt,
nach seinen eeren tzu tun. er ordnet auch dartzu vil guter, edler leüt vnd
besonder so sandt er mit der künigin ain gräffin, der mann was lang ain
mörrauber gewesen vnd vil gutter, edler frawen, vnd het der künig ain gross vest
mit seiner tochter vnd mit dem volck, so dann geordnet was mit ir hynweg zufarn.
vnd als die schif ganz berait waren vnd alle ding geladen, Nam die edel künigin
vrlob von irem herren vatter vnnd künig vnd von ir fraw muter, der künigin, vnnd
sprach: Gnädiger herr künig vnd gnädige fraw künigin, der almächtig got von
himelreich vnd sein würdige mutter Maria wöllen eüch zu allerzeit in hut haben
vnd eüch verleichen gesuntait vnd lanng leben! vnd knyel nider für irn vatter
vnd in grosssen seüfftzen mitt waynenden augen sprach sy: ich beger eüweren
segen, wann ich mich yetzund von eüch schaiden muss vnnd waiss, das ich eüch vnnd
mein fraw muter nymmer mer gesehen mag. der künig sprach: Agripina, mein
allerliebste tochter, der segen got des vatters, des suns, vnd des hailigen
gaistes, der ewigen triualtigkait, wöllen dich beschirmen vor allem hertzlayd
vnnd dir verleihen vnd allen denen, so dir gutz günnen, frid, gesundtaitt,
lannges leben vnnd genugsamekaitt aller früchtte vnnd wohl wöllen von aller
manigklichenn! Die Künigin, ir muter, kund mit meer wünschenn, dann das sy
sprach: Amen, das werde war!
    Also stund Agripina auff vnd ging an das möre zu irem schiff vnd auch daz
volck, so mit ir faren solt, vnnd volget ir sunst nach ain grosse manigin
volcks, die sy gelaitet biss in das schiff, vnd was manigklichenn vmb sy laid,
das die schön künigin allso von ynen schaiden vnd sy die nit meer gesehen
sollten. Als nun Agripina vnnd wer zu ir gehöret, in das schiff kamen, zugen die
schiffleüt die segel auff, Furenn allso dahyn in dem namen gottes vnd der
verlich ynen gut wetter, das es yn gar gelücklichen ging, wann wölicher von
Engeland gen Cipern faren will, muss über das spaniolisch mör faren, das doch gar
grausam ist vnder allen mören zu faren. doch so kammen sy mitt der hilff gotz
vnd mit allem lieb gen Cipren an das land, da man auch ir zukunft warten was.
Vnd als nun Agripina, die schön, iung künigin vnd alles ir volck frisch vnnd
gesund gen Cipern kamen, do hett der künig von Cipern bestellet vnnd lassen
versamlen ayn hertzogin, vier gräffin vnnd vil edler weib vnd dessgeleich auch
von mannen, die enpfiengen die künigin gar eerlich. Da was auch berait kostliche
speiss vnnd getranck, gab man yederman gnug, den frembden vnd den haymischen, vnd
iung vnd alt was fro, das irem iungen künig so ain schöner gemahel kommen was.
Da waren berait vil ross, wägen vnd kärren vnd ward yederman geförtiget nach
seinen eeren vnnd kamen also gen Medusa, da der künig hoff hyelt, der die
zukunft wisset, het bestellet die besten vnd edlesten von ganzen seim
künigreich, von frawen vnd mannen vnd wie kostlich sy tzu Famagusta entpfangen
wurden, so wurden sy noch zehenmal eerlicher vnd loblicher enpfangen zu Medusa,
vnd wie ir die alt künigin entgegen rait mit ainem kostlichen volck, gar eerlich
beklaidet, wäre wunder von zuschreiben vnd enpfiengen Agripina, die künigin.
Darnach kam der iung künig auch mit ainem schönen volck, alle in ganzem
harnasch angeton vnd gleisseten als die spiegel in der sunnen. die entpfiengen
auch die künigin vnd als sy der iung künig entpfienge, so bald yn Agripina
ansach, gebauchte sy dem bild nach, so man ir fürgehalten het, wie das es der
iung künig wär, der ir gemahel sein sölt vnd mit ainer schönen gebärd vnd ainem
frölichen angesicht vnd mit züchtigen worten, dancket sy dem künig. vnd ritten
also mit grossen freüden byss in den künigklichen ballast, der mit aller zierd zu
gerüst was, auf das aller kostlichest. Vnd ward angefangen ain kostliches leben
vnd kamen all fürsten vnd herren, so vnder den künig von Cipern gehorten, gar
zierlich geritten vnd brachten all kostlich gaben vnd schankung, die sy irm
herren vnd künig schencken wollten, ain yeder nach seinem vermügen, vnd ward die
hochtzeit angefangen. die weret sechs wochen vnd drei tag, gab man yederman gnug
vnd wie hoflich der kirchgang was vnnd vil andere ding, die da begangen wurden,
vnd was yeglicher der künigin schenncket, daruon wär vil zu schreiben. Doch
vnder ander schanckungen, so het Andolosia gen Candia gesandt vmb ain schiff
mitt malmasier vnd muscatel, das schanckt er auff die hochtzeit, der ward
getruncken, als ob es halden wein von Kelhaym gewesen wär, wann sein was genug
vnd da was gar kain mangel so lang vnnd lenger dann die hochtzeit.
 
Wie Andolosia mit stechen vnd rennen allzeit das best tet, dardurch grossen dank
          von frawen, aber grossen neid von etlichen herren erlanget.
Vnd alle die weil die hochtzeitt weret, tetten die fürsten vnd herren nit
anders dann rennen vnd stechen, turnieren vnnd kurtzweil treiben. vnd auff ainen
tag stach der künig vnd die hertzogen, des andern tags die graffen, freien vnd
ritter, den dritten tag die edlen vnnd der fürsten vnd herren knecht vnd diener.
Vnnd all nacht so gab man den breüss aus, dem der des tags das best getan  het.
beschach tzu nacht bei dem tantz, dem satzt die künigin ain schönes krentzlin
vf, des sich dann ain yeglicher, dem es warde, gar gemaid gebaucht vnnd brauchet
ain yeder seinen vleiss, das eer Eere beiaget vnd begabet wurd von der schönen
künigin Agripina. Nun vnder dem gestech so stach Andolosia auch Vnnd wenn die
graffen, freien vnnd ritter stachen, kam er allweg kostlicher vnd bass gerüst
auff den plan dann der anderen kainer, on allain dem künig macht er sich nit
geleich vnd tet allweg das best in allen ritterlichen spylen, die man da trib,
vnnd gewan oft den breüss von den frawen vnd den mannen. Nun begab es sich, das
aber die graffen, freien vnd ritter stachen vnd Andolosia mit yn vnnd het er vor
vil ritterlicher taten getan , so tet er aber das best aldo zum lösten, do es
nacht ward vnnd man aber den breüss aussgeben vnd von billichait Andolosia solt
sein wordenn, Aber von eeren wegen gegeben graff Teodoro von Engeland, der dann
mitt der künigin aus Engeland kommen was, des auch Andolosia wenig achtet vnnd
ym der eeren vast wohl vergünnet. Doch so sprach gemainklichen alles volck, man
het graff Teodoro den breüss gegeben, der doch billicher Andolosia wär gewesen.
das kam also graff Teodoro für vnnd gewan haimlichen ain grossen hasss zu
Andolosia in seinem hertzenn vnd wisst nit, wie er ym schand, laster vnd schaden
zu fügen solt, wann sein hertz, synn vnd gemüt darzu genaigt vnd als er nun
frembd was in dem land Cipern vnnd nit land, schloss noch leüt hett, Do was ayn
andrer graff auf der künigklichen hochzeit, was auch ain mörrauber, mit namen
der graf von Lymosi, het sein schloss in ainer klainen jnsel, nitt verr von
Famagusta, tzu dem selben suchet er Gesellschaft, Als man gemainklich spricht:
Gleich vnd gleich gesellet sich gern, also beschach da auch. Es fand ain schalck
den andern vnnd als sy nun gesellen waren, Fieng graff Teodorus an vnnd sprach
zu seim gesellen, dem graffen von Lymosy, wie da ainer, genant Andolosia, wär,
so kostlich vnd trib so grossen übermutt vnd doch kain geborner man wäre, darab
er ainen verdriess het, er näm gross eer ein vnd wurd geert für grafen vnd ander
wohl geboren leüt vnd het doch weder land noch leüt, vnd ob er auch nit
verdriessen darab het. Der graf von Lymosy sagt: ja, ich vnnd ander edelleüt
haben auch ain verdriessen darab. Er ist aber so wohl gewöltt von dem künig, dem
leüchtt vnnd schenckt er, was er begeret vnd der künig erlangt grossen vndanck
vonn seinen edelleüten, das er yn also vorder hat. Graff Teodorus sprach: mich
nympt frembd, das ir vnd ander eüwers geleichen solichs mügen verdulden, das ir
yn nit lassen vmb bringen. wisst ich yn hynweg zubringen, er solt kainen graffen
noch edelman an des Künigs hoff meer irren. Also verstunde ayner des annderen
willenn wohl vnnd machten ainen anschlag mit ainander, wenn die hochtzeit ain end
näme, so wurd er wider gen Famagusta reitten. allda wölten sy jn auffhalten vnd
jn vahen, seine diener erstechen vnd jn füren aus des künigs land gen Lymosy, da
der graff ayn vast gut schloss het vnd yn da peinigen vnnd marteren. er müsst yn
gelts genug geben, das sy mochten so kostlich statt halten als er. vnd volgeten
also dem anschlag nach, den sy mit ainander gemacht hetten.
 
Wie Andolosia nach der hochtzeit haim reitten wolt gen Famagusta vnnd von zwayen
               grafen gefangen vnd seine diener erstochen warden.
Andolosia, dem die ding ganz vnwissen waren, als er gen Famagusta reütten
woldt, nach dem vnd die hochtzeit vergangen was, do hetten die tzwen graffen ayn
volck bestellet vnd fiengen Anndolosia vnd erstachen ym seine diener all vnnd
furten yn in die jnsel gen Lymosy in ain schlosss. da ward er wohl verhiet, das er
nymmen daruon kommen mocht. Do erbott er denen, so sein hutten, gross gut
zugeben, das sy jm daruon hulffen. des torsten sy ym nitt vertrawen vnd
vermainten, wenn er daruon käm, so gäb er yn nichts. so torst Andolosia jn den
seckel nit zaigen, er forcht, sy nemen den vnd hulffen ym nit vnd was in grossen
nöten.
    vnd allso kamen die mär dem künig, wie Andolosia diener all erstochen wären
vnd wissete niemant, ob Andolosia gefanngen weg gefürt, tod oder lebendig wär.
So wisst man auch nit, wer es getan  hett, wann man tzich es des Türgken
straiffreüter hetten es getan , wann des Türgken land stosst an des künigs von
Cipern land, vnd die zwen graffen, die es getan  hetten, ritten wider an des
künigs hoff vnd hyelten sich still, als ob sy nicht darumb wissten. In dem do
Anndolosia verloren was, ward es seinem bruder Ampedo kund getan . der sendet
bald botten zu dem künig vnnd lyess yn bitten, das er ym hulff, das ym sein
bruder wider wurde. Der künig enbot ym, es wäre ym laid vmb seinen bruder
Andolosia, wann er wisste nit, wo er wär, ob er tod oder lebendig wär. Er wollte
vleiss brauchen, möcht er innen werden, wa er wäre, yn sollte kam gelt tauren, er
wölt yn ledig machenn, vnd solt es halb sein reich kosten, vnd solliche
botschaft brachten sy Ampedo von dem künig. do er die vernam, gedacht er jm, er
wäre vmb seinen bruder kommen von wegen des seckels, so er bei ym hett vnd
wurden yn peinigen vnd martren, das er von dem hüttlin (so er hett) auch sagen
müsst, so wurden sy darnach annschleg tun, das yn das hütlin auch wurd. zwar das
soll nymmermer beschehen! Vnd in ainem zoren vnd vnmutt nam er das kostlich vnd
tugentreich hütlin vnnd zerhacket es tzu klainen stucken vnnd warff das in ain
feür vnnd stund darbei, biss das es gar zu buluer verbrann, vnd das nyemant kain
freüd mer darmit solt noch möcht haben. Nun het er stäte botschaft auff dem weg
tzu dem künig, vnnd wieuil botten kamen, so brachte doch kainer gutte mär von
seinem bruder, das man künd wissen, wo er hynkommen wär, vnnd darab nam er so
grossen vnmutt vnd hertzen layd, das er viel in ain tödtliche krankhait, also
das jm kain artzt helffen kund, vnd starb also. half yn weder der schön pallast
noch daz bar gelt.
    Als nun etlich tag verschinen vnd die zwen grafen horten das dem künig so
laid was vmb seinen frommen ritter Andolosia, stalten sy sich, als ob es jn auch
fast laid wär. Der künig liess aussrüffen, wer der wär, der gewise Botschaft (check capitalization)
brächt, wo Andolosia hynkommen wäre, dem wolt er tausent ducaten bar geben, er
wär lebendig oder tod. Do ward vleissigklich nach ym gefragt. es kund yn aber
niemant erfaren, die es aber wisseten vnd dartzu geholffen hetten, torsten es
nit sagen, wann sy besorgeten, dardurch ir leben zuuerlieren. In dem nam der
graff von Lymosy vrlob von dem künig vnd fur in sein land vnd kam in das
schloss, da Andolosia inn gefangen lag. den fand er dort sitzen in ainem tüffen
turen, dartzu hert angeschmidet in ainem stock mitt henden vnd mit füssen, vnd
als er den graffen sach, erfrewet er sich vnnd mainet, er wöllt yn erbitten, das
er yn wurd ledig lassen Vnd fieng an vnd batt yn, das er barmhertzigkait mit ym
tailete vnnd ym hulff, das er ledig wurd der gefenngknusse, er wisste nit, wes
gefanngner er wäre oder warumb man yn so hertt hyeltte. hette er yemandt wider
recht getonn, das wollte er wider geltten, vnnd dartzu vmb yn mit leib vnd gutt
verdienen. Der graff sprach: Anndolosia, du bist nicht darumb her gefürett, das
man dich wider hynweg lassse, du bist mein gefangner vnnd du wirst mir sagen,
vonn wannen dir souil geltes komme, das du das ganze iar aussgibest. Vnnd mach
das kurtz, oder ich will dich allso marteren, das du fro wirst, das du mir es
sagest. Do Anndolosia das hörett, do erschracke er gar seer vnnd entgyeng ym
aller sein troste vnnd wissset nitt, was er sagen sollte, dann das er sprach: Zu
Famagusta in seinem Haus, da wäre ain haymliche gruben, die hett ym sein vatter
gezaiget, do er sterben wöllte. Vnnd wie vil er gelttes daraus näme, so wär
allwegenn meer da. Vnnd das er yn also gefanngen gen Famagusta füret, So wollte
er ym die grüben weissen, daran wollt aber der Graff kayn genügen haben, vnnd nam
yn ausss dem Stock vnnd fyenng yn an tzu peinigen, tet ym grosse martter an, das
layd er lanng vnd belayb alweg auff der mattery, die er tzu dem erstenn gesagtt
hette. Doch so warde die pein vnd martter (so ym der graff lyess antun) also
grosss, das er es vonn schmertzen wegen nitt meer verhalten mocht, vnnd ward ym
sagen, wie das er ainen sollichen seckel hette. vnd do der grafe das höret, name
er bald den seckel vonn ym vnd versuchet den vnd fand yn gerecht vnnd liess den
armen Andolosia wider in den stock setzen vnd befalch den ainem, dem er dann wohl
vertrauwet. vnd wem der Graffe schuldig was, dem sandte er das gelt vnnd machet
sein sach mit ainander schlecht vnd speiset sein schlosss vnnd mit freüden kam er
wider an des künigs hoff zu seinem gesellen, graff Teodoro, der yn auch mit
freüden entpfieng vnd vil gespräch mit ainander hielten, wie sy vor auch getan 
heten. Allso saget er graff Teodoro, wie er mit Andolosia was vmbgangen. wie er
den seckel so mit grosser pein vnd martter von ym gebracht het vnd wie hert er
yn gefangen hyelt. Do sprach graff Teodorus: es geuelt mir nit allso. er wäre
besser tod dann lebendig. Ich hab an des künigs hoff vernommen, er sei ain
doctor der Nigromantia vnd künd in den lüfften faren. ist tzu besorgen, wo er
ledig wurd vnnd man von ym vernomme, wie wir mitt ym gefaren hetten, so gewunnen
wir ainen vngenädigen künig, oder er näme vns das leben. der graff von Lymosy
sprach: er ligt so hert gefangen, das er vnns kainen schaden zu gefügen kann.
also fugten sy sich zusamen vnnd namen gelt aus dem seckel souil sy wollten, vnd
ain yeder hett geren den seckel in seinem gewalt gehebt. doch so wurden sy der
sach also ains, ainer solt jn ain halb iar habenn Vnnd denn der annder auch ain
halb iar, vnnd wölicher den seckel hett, der solt dem anderen kainen mangel
lassen an gelt. Nun was der graff von Lymosy der ölter, der solt den seckel das
erst halb iar innhendig haben.
    Als nun die zwen graffen geltz genug heten, do torsten sy es nit brauchen,
noch zu gar kostlich sein, vmb das man kainen arckwon auff sy gewunne. vnd als
sy nun in freüden lebten, so lag doch graf Teodoro alwegen an, Andolosia wär
besser tod dann lebendig, wann sein forcht was, sy kämen vmb den seckel. Er
hette auch in seinem synn, wenn er den seckel in sein gewalt brächt, so wolt er
darmit daruon sein so verr, das er von dem künig vnnd von dem graffen von Lymosi
wohl sicher wolt beleiben. dasselb beweget yn, das er sprach zu dem graffen, das
er ym seiner knecht ainen zu gäb, der mit jm für vnd er darbei schrib, das man
yn zu Andolosia in die gefenknuss lyess vnd was er also begert, das tet der graff
vnd gab jm gelts genug, leüt vnd brieff. Also nam der graff Teodorus vrlob von
dem künig vnnd der künigin vnd sagt, er welt auch dise länder besehen, das ym
auch verlyhen ward, tzoch allso dahyn vnd kam in die jnsel Lymosy vnd ward
gefürt in das schloss vnd in die gefencknuss, da Andolosia gefangen lag. Als er zu
jm kam, empfienge der ellend, trostloss Andolosia (dem yetzund die bain vnd arm
halb ab gefaulet waren in dem stock) ainen trost vnnd vermaint, der graf von
Lymosi hette den graffen Teodorum darumb zu ym gesandt, das er yn lödig lyess,
vnnd gedacht ym, so sy den seckel haben, so fragen sy nit vil mer nach mir.
 
 Wie Andolosia sein seckel genommen vnd in der gefenknuss ermordt ward, vnd sein
         Bruder Ampedo das edel wünschhütlin zerhew vnd vor layd starb.
So facht aber der graff an vnd spricht: sag an, Andolosia, hast du kainen seckel
meer, als du hast meinem gesellen ainen geben? nun gib mir auch ainen! Er
sprach: gnädiger herr graff, ich hab kainen mer. hett ich aber ainen, so wäre er
eüch vnuersagt. Er sprach: man sagt, du seist ain doctor in der Nigromancia
vnnd kündest in den lüfften faren vnd den teüffel beschwern. warumb beschwerest
du yn nitt yetz, das er dir von dannen helff? Er sprach: O gnädiger graff, ich
kann es nit vnd hab es nye künt, nun allain mitt dem seckel, so ir yetz hond,
kurtzweil gehebt. den will ich eüch vnd eweren gesellen ganz ergeben vor got vnd
der welt vnd kain ansprach nymmer daran haben, vnd ich bitt ewch vmb die eer
gottes vnd seiner wirdigen mutter Maria, das ir mir armen, ellenden man aus
diser swären gefencknus helffen, daz ich doch nit allso ellendklichen on beicht
vnnd on das würdig sacrament hye ersterbe. Der graf sprach: wilt du nun yetzund
deiner sel hail betrachten, warumb hastu es nit getan , do du dein geprengk,
grossen hochmut vnd hochfart tribest vor dem künig vnd der künigin, vnd vnns
allen vneer bewisest? Wo seind nun die schönen frawen, denen du so wohl gedienet
hast? Die dir all den breüss gaben, die haiss dir yetzund helffen. Ich merck aber
wohl, das du geren aus der gefencknuss wärest. lass dich nit belangen, ich will dir
bald daruon helffen, vnnd furt den knecht, der sein hut, an ain ort vnd wolt ym
fünftzig bar ducaten geben haben, das er Anndolosia erwürget. daz wolt der
hütter nit tun vnd sprach: er ist ain frommer man vnd ist fast swach, er stirbt
bald selber, ich will die sünd auf mich nit laden. der graff sprach: So gib mir
ainen strick, ich will yn selbst erwürgen vnd will nit von hynnen, er sei dann
vor tod. der knecht wolt das auch nit tun vnd jm kainen strick bringen, allso
nam er sein gürttel, die er vmb hett, vnd leget die dem ellenden Andolosia vmb
den hals, der mit henden vnd mit füssen in dem stock sass vnd sich nit regen
kund. Vnd mit seim tegen hefft wirblet er die gürttel zu vnnd sitzend erwürget
er den frommen Andolosia vnd gab dem knecht gelt, das sy yn hynweg täten. Vnd
machet nit langen marckt mer in dem schloss vnd fur vnd rait, biss das er wider
kam in Cipern an des künigs hoff.
    da ward er schon entpfangen vnd kam also zu seinem gesellen, dem graffen von
Lymosy. der enpfieng yn auch vnd fragt yn, wie es jm ergangen wär vnd wie jm die
jnsel vnd daz land geuiel. er saget, es geuiel jm fast wohl. Vnd fragt yn
haimlich, wie es stünd vmb Andolosia. mit freüden sprach er: es steet vmb jn,
das wir kainen schaden mer von ym enntpfahen. Ich hab yn mitt meinen henden vmb
bracht. Ich kund kain ru haben, ich wisste dann vor fürwar, daz er tod wär, als
ich es dann yetzund wohl waiss, vnd mainet, er het es gar wohl geschafft. Ach got,
er wisst aber nit, das er es als übel getan  hette. Das stund allso an drei tage,
das sy nitt über den Seckel giengen, gelt daraus tzu nemen. Vnd als die drei tag
verschynen warenn, do was aber das halb iar aus, das nun graff Teodorus den
seckel auch ain halb iar haben solt, vnd ging mit freüden tzu seinem gesellen,
dem graffen von Lymosy vnd sprach, das er ym den seckel brächtt vnd daraus näm
gelt, das er ain weil zu tzeren het vnd ym nun mer den seckel gäb, es wär nun an
jm, das er yn haben sölt, des sich der graff nit widert vnd sprach, er wölt daz
gern tun vnd sagt: wenn ich den seckel in die hand nym, so erbarmet mich
Andolosia. Ich wolt, du hetest jn nit getödt, er wär on das selbst bald
gestorben. Graf Teodorus sprach: todter man macht kainen krieg. vnd giengen
also mit ainander in ain kamer, da er den seckel het in ainer truhen, bracht den
herfür vnd leget yn auff ainen tisch, so in der kamer was. Graf Teodorus nam
den seckel in die hand vnd wollt anfahen zu tzelen, wie er vor getan  het, da
was nichts mer in dem seckel. wissten baid nit, das der seckel die tugent vnd
trafft verloren hett, so sy baid, Ampedo vnnd Andolosia, gestorben waren, das
auch die tugentt des seckels aus was. Hetten sy es gewisst, so heten sy Andolosia
in grossen eeren gehalten vnd ym gütlichen getan , darmit er lang gelebt het
oder zu dem wenigesten ain truhen oder zwu mit gold gefült, daran sy ir leben
lang ain reiche zerung gehabt hetten. Do sy aber kain gelt aus dem sekel mochten
bringen, sach ainer den anderen an. Graff Teodorus sprach aus ainem grimmen
zoren: O du falscher graff, woltestu mich also betriegen vnd mir ainen andern
armen seckel geben für den so tugentreichen seckel? das leid ich nitt von dir in
kainen weg. darumb mach es nit lang vnnd bring den reichen seckel! er antwurt ym
vnd sprach, das war der sekel, so er Andolosia genommen het, vnnd er hette
kainen anderen. wie es zugienge, das er nit meer tett als vor, das wisst er
nitt. Daran wollt aber der graff Teodorus kain genügen haben vnd ward ye lenger
ye zorniger vnd sprach, er wölt ain Bösewicht an jm werden, das sölt ym nymermer
wohl bekommen vnd zucket von leder. do das der graff von Lymosi sach, tzucket er
auch vnd heüwen gegen ainander so fräuenlichen, das ain yeder den andern geren
zutod geschlagen hett, vnd machetten also ain gebolder, das die knecht die kamer
auffstüssen, die sahen also ire herren mit ainander fechten, luffen darzwischen
vnnd schieden sy von ainander. doch Ee sy von ainander gebracht wurden, het
graff Teodorus den graffen von Lymosy verwundet biss vf den tod. das sahen seine
diener vnd fiengen den grafen Teodorum. Allso kamen die mär für den künig gen
hoff, wie die tzwen graffen (so allweg als wohl ains gewesen wären) sich mitt
ainander tzertragen hetten. Der künig befalch, man solt sy jm baid behend
gefangen bringen, damit daz er künde vernemen den vrsprung irer vnainigkeit. vnd
als man des künigs bott wolt gehorsam sein vnd ym die graffen bringen, do kund
man den verwunten vonn Lymosy niendert bringen, brachten ym allain den graffen
Teodorum.
 
  Wie die zwen graffen von des sekels wegen mit ainander vnains, vnnd das mord
             dardurch offenbar, sy bayd darumb geradbrechet wurden.
Do vernam der künig bald, das sich diser vnwill allain erhebt het von Andolosia
seckels wegen vnd befalch eilent, daz man den nachrichter bringen vnd den
graffen Teodorum weiter fragen solt, leüt darbei haben vnd alle ding gar eben
an ym erkunden, wie er all sachen gehandlet het. Allso ward er gemartert vnd gar
hart gepeiniget, das er vonn nott wegen sagen musst, wie er Andolosiam mit seinen
handen selbst in der gefencknuss erwürget hett, vnnd alle hanndlung von anfang
biss zu dem end. Do der küng hort, wie sy mit dem frommen Andolosia vmbgangen
warn, ward er von hertzen betrübt vnd erzürnet über die morder vnd übeltäter
vnd on sonder lenger bedencken gab er vrtail vnd recht, man solt sy bayd auff
reder setzen vnd ob der graff von Lymosy so kranck wär, so solt man yn an die
richtstatt tragen, wär er tod, so solt man jn also tod auff ain rad setzen, vnd
wie die vrtail gangen was, das ward also an den zwayen graffen, den mördern,
verbrachtt, wurden bayd geradbrechtt, das was ir rechter lon, sy hetten es wohl
verdienet an dem frommen Andolosia. Als nun die mörder von des seckels wegen
(mit dem sy doch ain kurtze zeitt jren wollust gehebt hetten) auff die reder
gelegt vnd getödt wurden, Schickt der künig von stunden an sein volck in die
jnsel Lymosy vnd lyess die ein nemen, schloss, stöt vnd dörffer vnd die ganzen
jnsel vnd besonder das schloss, darin der gut Andolosia gefangen gelegen was,
liess darin fahen weib vnd man, alle, die vmb das mord wissten, schuld daran
gehabt vnd das mord verswigen hetten, die liess er on alle barmhertzigkait zum
schloss heraus hencken. Er erfur auch, das sy den leichnam Anndolosia in ain
wassergrüb, nitt verr vom schloss geworffen hetten, den schuff er heraus zu
tziehen vnd gen Famagusta zu füren mit grosser eerwirdigkait vnd brinnenden
liechtern, da selbst einbegraben in die hübschen tomkirchen, die sein vatter
gestifft vnnd gebauwen hett, liess ym auch halten grossen gotzdienst, besincknuss,
sibent vnd dreissgisten der massen als aim des mächtigsten vnd höchsten
geschlechts seines künigreichs, vnd waren bei seiner besincknus der alt vnd iung
künig, auch die alt künigin vnd die iung künigin Agripina, die zumal laidig was
vmb den getrewen Andolosia. Vnd dem nach sy baid, Ampedo vnd Andolosia, kainen
erben hynder yn verlassen hetten, name der künig den köstlichen pallast selbs
ein vnd fand darin gross gut vnd kostlichait von hausszier, klainaten vnd
barschaft vnd in den selben pallast zoch der iung künig, hielt also hoff zu
Famagusta biss zu absterben seines vaters.
    Bei diser hystoria ist tzu vermercken: hette der jung Fortunatus im walde
betrachtlichen Weisshait für den seckel der reichtumb von der junckfrawen des
gelücks erwölt vnnd begert, sy wäre ym auch mit hauffen gegeben worden, den
selben schatz ym nyemandt hett mügen enpfieren. durch welliche weisshait vnnd
vernunft er auch tzeitlich gut, eerliche narung vnd grosse hab het mügen
erlangen. So aber er ym dotzumal in seinr iugent vmb freüd vnnd wollust willen
der weltt reichtumb vnd gut am maysten liebt vnd geniele (als vngezweiffelt
noch von manigem ain solcher seckel für alle vernuft begert wurd) schuff er jm
selbs vnd seinen sünen mye vnd bitterkait der gallen vnd wiewol ynen etliche
wenig tzen süss vnd lieblich was, nam es doch ain sollich ennd, wie ir hyerinn
vernommen habt. Demnach ain ygklicher, dem solliche wal gegeben wurde, bedencke
sich nit lang, volge der vernunft vnd nit seinem frechen, torechten gemüt vnd
erkyess Weisshait für reichtumb, Als auch getan  hat Salomon, dardurch er der
reichest künig der erden wordenn ist. Aber wohl ist zu besorgen, die iungfraw des
gelücks, die solliche wal aussgibt vnd Fortunato den seckel gegeben hat, sei aus
vnseren landen veriaget vnd in diser welt nit mer tzufinden.
 
In disem nachfolgenden Register werden angezaigt die materien, So begriffen
seind in disem büchlin, welche materien auch bedeüt vnd fürgehalten werden durch
die figuren darbei gedruckt.
    Zu dem Ersten wirt angezaigt, wie Fortunatus mitt dem Graffen von Flandern
on wissen seines vaters vnd muter von dem land Cipern hynweg für. Das findt man
an dem blat, bezaichnet mit A iij. [6]
    Fortunatus in dem stechen vnd turnieren bei seines herren hochtzeit in
Flandern das best tet vnd bayde klainat gewan. A v. [9]
    Fortunato wurd ain forcht oder grausam gemacht, das man yn kapponen wurd,
desshalben er haimlichen hinweg floch. A viij. [14]
    Wie Fortunatus gen Lunden kam. B ij. [16]
    Wie Fortunatus zu böser Gesellschaft kam, mit denen er vnd mit schwachen
frawen alles sein gelt verzart vnd darnach vil armut leiden must. B iij. [18]
    Ain Florentiner, genant Andrean, ain bösser bub, ward gelassen zu ainem
gefangnen, reichen, Englischen man in die gefencknuss, mit ym zu reden. B v. [20]
    Der Bösewicht Andrean ermort ainen edelman vnd warff yn in ain haimlich
gemach, vnnd kam daruon. An dem blat C ij. [24]
    Jeronismus Noberti vnnd alls sein haussgesynn wurden gefangen vnd
vnschuldigklich gehenckt vnd ward allain Fortunatus erlediget. C iiij. [27]
    Dem künig wurden sine kostliche klainat gefunden vnd widerumb geantwurt. am
blat D ij. [30]
    Fortunatus verirret in aim wald vnd benachtet vnd kam in gross ellend vnd
sorg seins lebens. D iiij. [33]
    Ain iunkfraw, die da gewaltig was des glücks, begabet Fortunatum mit ainem
seckel, dem nimmer gelts gebrast, alwegen gelt in jm funden wurd. an dem blat D
v. [35]
    Fortunatus kaufft ainem waldgraffen ettliche hübsche pferd aus den händenn,
darumb ward er gefangen vnd kam in gross angst vnd not. E ij. [38]
    Fortunatus kam gen Nantis in Britania, hoff tzucht zu sehen. am blat E iiij.
[41]
    Fortunatus nam ainen alten knecht auff tzu ainem diener mitt namen Lüpoldus,
der weit gewandert het vnd ym vil vnnd manicherlay land bekant waren. an dem
platt F ij. [43]
    Fortunatus vnd sein knecht Lüpoldus giengen in Patricius feg feür. F iiij.
[47]
    Fortunatus kam wider gen Venedig vnd von dannen gen Constantinopel, das er
den iungen kaiser krönen säch, an dem blatt F vj. [50]
    Fortunatus aus steüret ainem armen man sein tochter vnd gab ir vierhundert
ducaten zu haim steür. an dem blat G iij. [55]
    Der würt Fortunati tzu Constantinopel kam nachts in die kamer vnnd wollt
stelen, den schlug Lüpoldus zu tod. an dem blat H j. [57]
    Lüpoldus warff zu nacht den todten wirt in ainen brunnen vnd sy entranen vnd
kamen daruon. an dem blatt H iij. [59]
    Fortunatus kam wider in Cipern vnd hyelt sich aller ding fast radtlich vnd
bawet ainen fast kostlichen pallast. an dem blat I. [62]
    Der künig stellet Fortunato drei edel iunckfrawen für, die fast schön vnd
schwesteren warn, aus denen nam er die iüngst, genant Cassandra, tzu ainem weib.
an dem blat I iiij. [67]
    Der künig mit sampt der künigin furtt in sein haymatt die schönen
iunckfrauwen Cassandram mit grossen eeren vnd hett kostlich hochtzeit. K j. [71]
    Fortunatus, dem künig vnd der künigin zu gefallen, gab aus dreü klainat,
darumb die herren, ritter vnd edelleüt drei tag sollten stechen. an dem blat K
ij. [73]
    Dem Fortunato wurd geboren ain sun, den nennet er Ampedo vnd darnach aber
ain sun, hyess er Andolosia. an dem blat K iiij. [75]
    Fortunatus fur wider von Cipern, wollt mer land vnd künigreich besehen vnd
kam gen Alexandriam. an dem blat K v. [78]
    Fortunatus kam in Indiam vnd durch wanderet vil frembder land, vnd zu letst
kame er widerumb gen Alkeür. an dem blat L ij. [81]
    Der künig Soldan lud Fortunatum zu gast vnd erbot ym gross Eere vnd
Fortunatus begabet des Soldans mamelucken vast reichlich. M j. [85]
    Der soldan zaigt Fortunato seine kostliche klainat, darbei auch das
wünschhüttlin, das ym Fortunatus hynwegfüret. M ij. [88]
    Der künig Soldan sandt sein botschaft tzu Fortunato in Cipern vmb sein
hütlin. Aber die botschaft musst wider vngeschaft hinweg farn. M iiij. [90]
    Do Fortunatus an seinem todbett lag, berufft er seine zwen sün vnd saget
ynen die krafft vnd tugent des seckels vnd bütlins. an dem blat N. [95]
    Andolosia, ain sun Fortunati, schyed hynweg von Famagusta mit seinem seckel
vnd wolgerüst kam er an den hoff des künigs von Franckreich. N iij. [97]
    Andolosia bulet vmb ain edle frauwen vnd schanckt ir tausent cronen vnd sy
teüschet yn vnd mit betrüglichait legt sy ym ain andere zu. N iiij. [99]
    Andolosia rait von Franckreich vnd kam zum künig von Engeland, von dem er
wohl enpfangen ward. Am blatt O iij. [103]
    Die iung künigin Agripina mitt falscher lieb bracht Andolosiam vmb seinen
seckel. O v. [106]
    Do Andolosia seines seckels beraubt was, erschrack er über alle mass seer vnd
gab allen seinen dienern vrlob vnd ging zufuss haimlich hynweg. Am blatt P ij.
[110]
    Do Andolosia wider haim gen Cipern kam, entlechnet er das wünschhütlin vonn
seinem Bruder vnd wünschet sich darmit in Engeland. Q j. [113]
    Andolosia furt hynweg die künigin Agripinam mit sampt dem seckel in ainen
wilden wald in Hybernia Q ij. [116]
    Als Andolosia vmb seinen seckel vnd hütlin kommen was vnnd ym zway grosse
hörner, die da fast vngestalt waren, auff seim haubt wuchssen, stund er in
grossem layd. do kam ym ain waldbruder zu hylff vnnd wurd wider ledig von den
hörnern. Am blatt q iiij. [118]
    Andolosia verstellet sich zu ainem artzt vnd vertrib der künigin die hörner
zum tail vnd dardurch erkobert er widerumb sein seckel vnnd hütlin. Am blatt R
iij. [123]
    Andolosia bucket sich vngefärd, sein pyreet auf zuheben vnd fand sein
wünschhütlin. R v. [126]
    Andolosia furt hynweg die künigin Agripinam mit sampt dem seckel zu dem
anderen mal. S j. [129]
    Andolosia tet die iungen künigin in Hybernia in ain frauwen closter vnd
befalch sy daselbst der äbbtissin. S iiij. [132]
    Des künigs Botschaft (check capitalization) von Cipern durch anschickung Anndolosia in Engelannd
kamen, die schönen iunckfrawen zu besehen. T iij. [137]
    Die schön Agripina durch ratt Andolosia dem iungen künig von Cipern
vermählet ward. T iiij. [139]
    Andolosia mit stechen vnnd rennen alltzeit das best tet, dardurch grossen
danck von frauwen, aber grossen neid von ettlichen herren erlangett. An dem
blatt V j. [142]
    Andolosia nach der hochtzeit haim reiten wolt gen Famagusta vnd von zwayen
graffen gefangen vnd seine diener erstochen warden. V ij. [144]
    Andolosia sein seckel genommen vnd in der gefencknuss ermordt ward vnd sein
bruder Ampedo das edel wünschhüttlin zerhew vnd vor laid starbe. X j. [148]
    Die zwen graffen von des sekels wegen mit ainander vnains vnd dardurch das
mord offenbar, sy bayd geradbrecht wurden. X iij. [151]
    Zu trucken verordnet durch Johannssen Heibler Appotegker in der kayserlichen
statt Augspurg in dem grossen schiessen der mindern jartzal christi im neünden
jar.
 
    